Diese historische Original-Fotografie zeigt einen NSDAP-Propagandazug in der Hermannstraße 48 (Berlin-Neukölln) vor dem jüdischen Kaufhaus „Möbel-Kurzmann“ während der heißen Phase vor der Reichstagswahl, wahrscheinlich Ende Oktober bis Anfang November 1932. Genutzt wird ein mittelschwerer, zeitgenössischer Pritschenwagen (vermutlich vom Typ Opel Blitz oder Mercedes-Benz LO 2000). Die Kolonne transportiert die aggressive, konfrontative Rhetorik des späten Weimarer Straßenwahlkampfs: Während der erste Wagen die Bewegung mit dem Slogan „Trotz der Spießer Händefalten bleiben wir doch die Alten!!“ trotzig gegen bürgerliche Kritik verteidigt, greift das direkt nachfolgende Hänger mit der antisemitischen Hetzparole „Wer hilft den Kommunismus bau'n, verschändet deutsche Mädchen, Frau'n? Der Jude!“ auf extrem rassistische Weise den politischen Gegner im linken Arbeiterbezirk an. Die weitere Geschichte des Ortes spiegelt die Brutalität der folgenden Jahre wider: Das jüdische Geschäft wurde Ende der 1930er-Jahre im Zuge der nationalsozialistischen „Arisierung“ zwangsenteignet, woraufhin der Name verschwand und das Geschäft unter dem neuen, nicht-jüdischen Eigentümer Heinz Behrend weitergeführt wurde
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