Kreisgitterstempel MILITSCH (Bz.Breslau) 6.12.1902 (Milicz, Niederschlesien, Polen) auf Ganzsache Bayern P58II/02 Antwortkarte nach Speyer

Hier antwortet Heinrich Theobald Dächsel (* 9. März 1855; † 31. Juli 1940). Er wirkte über Jahrzehnte als bekannter schlesischer Theologe, Hauptpastor an der Gnadenkirche (Kościół św. Andrzeja Boboli w Miliczu) und Superintendent der Diözese Militsch und teilt ihm den Betrag, der durch die Kollekte zusammengekommen ist mit. Der Stempel fasst zwei der wichtigsten Städte des Landkreises Militsch in einem Kirchenkreis zusammen. Trachenberg (Żmigród) war historisch eine bedeutende, freie Standesherrschaft (unter den Grafen von Hatzfeldt). Um dieser traditionellen Sonderstellung innerhalb des Kreises gerecht zu werden, trug die Superintendentur offiziell den Doppelnamen Militsch-Trachenberg, obwohl der Hauptsitz des Superintendenten und die Verwaltung im größeren Militsch angesiedelt waren. Militsch hatte eine überwiegend evangelische Bevölkerung, deren Mittelpunkt die große Gnadenkirche bildete. Trachenberg hingegen war in der schlesischen Region traditionell stark katholisch geprägt. Die dortige evangelische Gemeinde war deutlich kleiner und bildete eine eigene Parochie unter der Aufsicht dieses in Militsch sitzenden Superintendenten.

historischer Exkurs: Die Gedächtniskirche der Protestation in Speyer wurde in den Jahren 1893 bis 1904 zur Erinnerung an die im Jahre 1529 auf dem Reichstag zu Speyer erfolgte Protestation zu Speyer errichtet. Zunächst sollte die geplante Reformationskirche am Retscher, der Ruine eines Adelspalais der Familie Retschelin neben der Dreifaltigkeitskirche, errichtet werden. Hier, so glaubte man, habe der Reichstag von 1529 stattgefunden. Zur Errichtung der sogenannten Retscher-Kirche wurde ein Bauverein gegründet, der mit Genehmigung des bayerischen Königs Maximilian II. im Jahr 1857 mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit trat. Die Geldspenden waren jedoch vorerst recht gering, denn die Protestanten mussten zur gleichen Zeit das Lutherdenkmal in Worms finanzieren. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Reichsversammlung von 1529 nicht im sogenannten Retscher getagt hatte, war man mit dem Neubauprojekt nicht mehr an die Altstadt gebunden. 1883 wurde vom Verein zur Erbauung der Gedächtniskirche der Protestation von 1529 der Bauplatz der heutigen Kirche bestimmt. Die Verkündung des Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit im Jahr 1870 und die Gründung des Deutschen Reichs unter einem evangelischen Kaiser im Jahr 1871 gaben dem Projekt neuen Auftrieb. Im November 1884 siegte die Architektengemeinschaft von Julius Flügge mit Carl Nordmann in Essen. Als die Gelder für den Bau 1890 noch nicht beisammen waren, wandte sich der Bauverein an den protestantischen Kaiser Wilhelm II., der verbürgte sich für die Restfinanzierung der errechneten 1.200.000 Mark Baukosten. Parallel versuchte der Bauauschuss durch Kollekten in evangelischen Gemeinden die weiteren Geldmittel zusammenzubringen.

Die hier vorliegende ANTWORTKARTE war mit einer angefügten Frage/Bitte um entsprechende Unterstützung verbunden. Pfarrer und Gymnasialprofessor Karl Ludwig Gümbel (1842–1911) war ein vielseitiger theologischer Publizist und Werber für die Gedächtniskirche und in seiner Funktion als erster Schriftführer des Bauvereins (ab 1888) ging die gesamte Korrespondenz durch seine Hände - Die Fragekarte und das Adressfeld der Antwortkarte beschrieb er offenbar selbst. Das Gebäude in der Landauer Str. 18 in Speyer befindet sich nur 100 m vom Bauplatz der Kirche entfernt. Das bekannteste Werk von ihm war die Festschrift zur Einweihung der Gedächtniskirche 1904.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Da es sich bei diesem Objekt nicht um Neuware handelt, wird es  unter Anwendung des §25a UStG differenzbesteuert verkauft. Auf der Rechnung kann die Mehrwertsteuer daher nicht gesondert ausgewiesen werden.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die Pausch Art Consult und Nachlassmanagement GmbH kümmert sich um die Abwicklung von Nachlässen, die gemeinnützigen Stiftungen zufallen. Sie finden bei uns daher immer wieder aganz unterschiedliche Objekte, vom Designermöbel über Haushaltsgegenstände bis hin zu Kunstwerken und Teppichen. Unser Firmensitz ist in Berlin und in der Regel können Sie alle angebotenen Stücke bei uns im Büro oder in den jeweiligen Nachlasswohnungen anschauen und gegebenenfalls auch selbst abholen kommen. Danke für´s Reinschauen!