Faszination aus Gotik, Renaissance & Barock
BAROCKER POKAL SACHSEN - DATIERT 1754
VERGOLDETER GLÜCKSBURGER WAPPEN-POKAL
OBJEKT
Vergoldeter Glücksburger Wappenpokal
Leicht graustichiges Glas, geschliffen und partieller Goldauflage
ENTSTEHUNG
Sachsen, Glashütte Glücksburg, vor 1750,
Schliff datiert 1754, wohl dann in Dresden
Prachtvoller Glücksburger Wappenpokal mit geschliffenem und geschnittenem Dekor.
Glockenförmige Kuppa auf gegliedertem, vielfach facettiertem Balusterschaft. Äußerst breiter Scheibenfuß mit nach unten umgeschlagenem Rand und hochgestochener Mitte. Kuppaboden und Schaft wabenartig facettiert. Auf der Kuppa frontal ein in Gold gefasstes Wappen, umgeben von ebenso goldenem Rautengerank.
Aufgrund der wohl etwas später erfolgten Datierung des Bodenschliff-Eintrages auf das Jahr 1754 ist festzustellen, dass es sich hierbei um einen der letzten Gläser gehandelt haben muss, die in Glücksburg hergestellt wurden. Diese Hütte wurde ab 1751 stillgelegt. Ab 1750 wurden die noch vorhandenen Glücksburger Glasbestände in Dresden weiter veredelt und geschliffen. Möglicherweise gehört dieser Pokal zu diesen absoluten Raritäten und gilt somit als historisches Zeitzeugnis dieser Entwicklungen.
GLÜCKSBURG - DIE GLASHÜTTE AUGUST DES STARKEN
Da das Porzellan noch nicht erfunden war und dieses auch nicht die kurfürstlichen Probleme der Beschaffung von Weinpokalen gelöst hätte und die kurfürstlich-sächsische Glashütte in Pretzsch aus Mangel an Brennholz zum Erliegen gekommen war, ordnete Kurfürst August der Starke am 28. Mai 1700 die Errichtung zweier neuer Glashütten in geeigneteren Gefilden an. Die eine sollte vor dem Wilsdruffer Tor in Dresden (Ostra-Allee) erbaut werden und die zweite beim Jagdhaus Glücksburg. Die drei aus Italien stammenden Brüder aus der Glasmacherfamilie Fremel erhielten hierzu den Bau- Betreiberauftrag und durften hierzu das Jagdhaus Glücksburg zur Miete bewohnen. Doch auch hier wurde ab 1739 das Brennholz knapp. 1750 wanderte Hüttenmeister Hellwig zur Baruther Glashütte ab und es kam 1751 zur Stilllegung der Hütte, welche dann im Siebenjährigen Krieg durch preußische Truppen geplündert wurde und die Produktion endgültig zum Erliegen kam.
Das in Glücksburg produzierte Glas war von guter Qualität und sehr begehrt. So wurde zum Beispiel 1728 Glas im Wert von rund 21.500 Talern erzeugt (vgl. Haase, Sächsisches Glas). In Glücksburg wurden vorwiegend Gläser für den niederen Adel und das reichere Bürgertum hergestellt. Ab 1750 wurden die noch vorhandenen Glücksburger Glasbestände in Dresden weiter veredelt und geschliffen.
Höhe: 21,5 cm; Durchmesser Lippe: 8,5 cm; Durchmesser Fuß: 10 cm; Gewicht: 360 g.
ZUSTAND
Ausgezeichnete Erhaltung. Keine Chips oder Beschädigungen. Mit den für handgemachten Glas dieser Zeit üblichen Lufteinschlüssen.
Süddeutsche Privatsammlung.
Gisela Haase 1988, Sächsisches Glas, Seite 359 und 360, Nr. 260 ff.
Hiermit bestätigen wir Originalität sowie einwandfreie Herkunft des angebotenen Glases. Dieses ist zum Zeitpunkt des Verkaufs frei von Rechten Dritter.
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