Faszination aus Gotik, Renaissance & Barock
ZWISCHEN HUMANISMUS UND HEXENWAHN – DER LAYENSPIEGEL VON ULRICH TENGLER – 1527
VOLLSTÄNDIGE AUSGABE MIT VIELEN HOLZSCHNITTEN ILLUSTRIERT

AUTOR
Ulrich Tengler (ca. 1140-1511)
Stadtschreiber in Nördlingen sowie Landvogt in Höchstett.
Sebastian Brant (1457-1521)
deutscher Humanist, Jurist, Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Basel und von 1502 bis zu seinem Tod 1521 Stadtsyndikus und Kanzler der Freien Reichsstadt Straßburg.
Der Neü Layenspiegel von rechtmässigen ordnungen in Burgerlichen vnd peinlichen Regimenten. Mit Addition. Auch der Güldin Bulla Küniglich Reformation, landtfriden. Auch bewärung gemainer recht vn(d) anderm antzaigen.
Johann Knobloch, Straßburg, 30.VIII.1527.
BESCHREIBUNG
Seltene vollständige, erweiterte Ausgabe des erstmals 1509 erschienenen Werkes als eines der bedeutendsten deutschen Rechtsbücher des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit.
Der Layenspiegel sollte als juristischer Ratgeber für Nicht-Juristen (Laien) dienen und Bürgern, Beamten und Richtern helfen, das römische und kanonische Recht zu verstehen. Es deckt sowohl das Zivilrecht (bürgerliche Ordnung) als auch das Strafrecht (peinliches Regiment) ab und enthält außerdem wichtige kaiserliche Gesetze wie die Goldene Bulle und den Landfrieden.
Der Layenspiegel war maßgeblich an der Rezeption des römischen Rechts in Deutschland beteiligt und diente als populärer Leitfaden für die Rechtsprechung vor städtischen und territorialen Gerichten.
Ab 1510 wurde das Werk von dem bekannten Humanisten Sebastian Brant erweitert.
Einspaltiger Druck, römische Paginierung. Text in Deutsch und Latein (Randkommentare).
Titel-Holzschnitt und weitere 5 nahezu blattgroße Holzschnitte; 27 Text-Holzschnitte sowie 7 schematische Text-Holzschnitte, zahlreiche ornamentale und einige figürliche Holzschnitt-Initialen.
Blatt: 30 x 19,5 cm; Text: 25 x 17,5 cm.
KOLLATION
8 nicht num. Blatt, inkl. Titel und Vorrede. 151 num. Blatt; 4 nicht num. Blatt Register, das letzte mit dem Druckvermerk. Vollständiges Werk.
EINBAND
Marmorierter Papp-Einband mit Pergament-Rücken und Ecken aus dem 18. Jahrhundert. Die Deckel wenig berieben, Buchblock fest und stabil.
Folio. Maße: 31 x 21, 5 x 3 cm.
ZUSTAND
In guter Erhaltung. Papier gleichmäßig und nur wenig gebräunt. Titel im Außenrand braun- und fingerfleckig. Das letzte Blatt mit alt hinterlegtem Randausriss ohne Text-Verlust. Letzte 10 Blatt mit mehreren kleinen Wurmlöchlein im unteren Rand sowie ca. 20 Blatt im Werk mit Wurmspur, vorwiegend im unteren Blattrand. Kräftiger Druck und festes Bütten.
Literatur: VD 16, T 345.
Aus der Bibliothek Otto Heye – Stempel auf dem vorderen Vorsatzblatt.
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