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Klaus Kinski


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Klaus Kinski (eigentlich: Klaus Günter Karl Nakszynski; * 18. Oktober 1926 in Zoppot, Freie Stadt Danzig; † 23. November 1991 in Lagunitas, Kalifornien) war ein deutscher Schauspieler, Rezitator und Buchautor.


Er war auf die Darstellung psychopathischer und getriebener Figuren spezialisiert und zählte in diesem Rollenfach auch international zu den gefragtesten Filmschauspielern.


Als künstlerisch herausragend gilt seine jahrelange Zusammenarbeit mit dem deutschen Regisseur Werner Herzog, der ihn in Filmen wie „Nosferatu – Phantom der Nacht“, „Aguirre, der Zorn Gottes“ und „Fitzcarraldo“besetzte.

International bekannt geworden war Kinski durch Rollen in Edgar-Wallace-Filmen und Italowestern.


Kinski galt als schwierige und zu extremen Gefühls- und Wutausbrüchen neigende Persönlichkeit. Wegen seiner Wutausbrüche bei Interviews und Dreharbeiten galt er häufig als „Enfant terrible“.


Er ist der Vater von Pola, Nastassja und Nikolai Kinski.


Klaus Kinski wurde am 18. Oktober 1926 als Sohn des Apothekers Bruno Nakszynski (1872–1945) und dessen Frau, der Krankenschwester Susanne Eva Nakszynski, geb. Lutze (1898–1945), in Zoppot bei Danzig (heute: Sopot, Polen) geboren.

Nach Inge, Arne und Hans-Joachim („Achim“) war er das jüngste von vier Kindern.


1930 zog die Familie nach Berlin und wohnte zunächst in einem „Berliner Haus“, das laut Kinski in einem sehr schlechten hygienischen Zustand gewesen sei, voller Küchenschaben, Wanzen und Ratten, hingegen ohne Badezimmer oder saubere Toilette.

Als die Familie wegen Mietrückständen die Wohnung verlassen musste, bezogen sie später eine Wohnung in der Wartburgstraße 3 in Berlin-Schöneberg.


Nach eigenen Aussagen musste sich Kinski während der Schulzeit Geld zum Unterhalt selbst verdienen. Dass er, wie er behauptete, Schuhputzer, Laufjunge und Leichenwäscher gewesen war, ist nicht weiter belegt.

Kinski behauptete auch, dass er sich im Laufe seiner Kindheit zu einem „professionellen“ Dieb entwickelt habe, der unter anderem Essen und Schmuck gestohlen habe.

Kinskis Behauptungen, die Familie sei arm gewesen, widersprechen seine älteren Brüder. Die Familie sei „gutbürgerlich“ gewesen und Klaus „besonders umhegt“.


Am 13. Dezember 1940 begann für den 14-jährigen Kinski, den Gymnasiasten des Berliner Prinz-Heinrichs-Gymnasiums aus der Untertertia, per Bahn die kriegsbedingte Kinderlandverschickung nach Millstatt am See in das bombenfreie Kärnten.

Kinski wurde in der Pension Parkvilla untergebracht. In Millstatt lernte er seine Jugendliebe Lore Buchleitner kennen, die dort ein Pflichtjahr absolvierte. Mit ihr blieb er bis zu seinem Tod befreundet.


Ende der 1950er Jahre lebte er eine Zeitlang in ihrem Haus in Wien.

Kinskis Mutter besuchte ihn einmal während seiner Zeit in Millstatt. Es wurde für die aus Berlin angereisten Eltern ein Elternabend mit einer Theateraufführung organisiert. In diesem Stück spielte Kinski schon damals eine Hauptrolle. Er musste eine komische Alte, eine sogenannte „alte Zicke“, spielen, wie eine weitere Jugendfreundin von ihm, Elisabeth Böchzelt, berichtete.

Am 21. September 1941 ging es für Kinski wieder zurück nach Berlin.

In der letzten Märzwoche 1942 fährt er zusammen mit seinem besten Freund Heini mit der Bahn nach Völkermarkt (Kärnten), um seine nun dort lebende Freundin Lore noch einmal wiederzusehen. Kurz danach machte er am Prinz-Heinrich-Gymnasium in Berlin sein Notabitur.


Zweiter Weltkrieg und Kriegsgefangenschaft


Noch während der letzten Tage seiner Schulzeit bekam er einen Stellungsbefehl. Kinski fand sich am 1. März 1942 als Flugschüler in der „NSFK Reichssegelflugschule Trebbin“ bei Schönhagen, nahe Berlin, zu seinem 1. einwöchigen Lehrgang ein. In dieser Flugschule erhielt er Segelflugschulungen der Flieger-HJ. Kinski schrieb in seinen Memoiren: „Als ich den Stellungsbefehl lese, weine ich. (…) Ich will nicht töten und nicht getötet werden.“


Am 12. April 1942 beendete er seinen 2. Lehrgang in Schönhagen. Am 10. November 1943 wurde er zu einem weiteren Lehrgang als Flugschüler nach Schönhagen abkommandiert, der bis zum 30. November 1943 andauerte.


Kinski wurde 1944 als Angehöriger der späten Jahrgänge zur Luftwaffe eingezogen. Er führte den Dienstgrad Fahnenjunker Jäger und war damit als Offiziersanwärter vorgesehen.

Am 16. August 1944 ist er als Angehöriger des 2. Ausbildungsbataillons (O.B.) 1 der Luftwaffe nachweisbar. Eine reguläre Offiziersausbildung wurde kriegsbedingt nicht abgeschlossen. Am 13. November 1944 wurde Kinski aus der Ausbildung heraus der 1. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 16 zugeteilt.


Das Regiment gehörte zu den spät aufgestellten Fallschirmjägereinheiten der Luftwaffe.


Am 10. Dezember geriet er in britische Gefangenschaft. Am 17. Dezember er nach England überführt. Kinskis militärische Laufbahn war kurz und endete ohne Beförderung, abgeschlossene Offiziersausbildung oder militärische Auszeichnungen.


In autobiografischen Darstellungen und späteren Interviews gab Kinski an, im Krieg schwer verwundet worden zu sein. Für eine schwere Verwundung liegen jedoch keine archivalischen Belege vor. Die vorhandenen britischen und deutschen Kriegsgefangenenunterlagen dokumentieren lediglich einen kurzzeitigen Aufenthalt in einem Genesenenhospital, was auf Erschöpfung, Erkrankung oder eine leichte Verletzung, nicht jedoch auf eine schwere Verwundung schließen lässt.

Auch Hinweise auf längere Lazarettbehandlung, Verwundetenabzeichen oder entsprechende militärische Auszeichnungen sind nicht nachweisbar.


Kinski dagegen schrieb in seinen Memoiren, er sei Ende Oktober 1944 desertiert, jedoch gefasst und wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt worden. Nachdem er dem Soldaten, der zu seiner Bewachung abgestellt worden war und der sich als homosexuell herausstellte, Analverkehr angeboten habe, habe er ihn bewusstlos geschlagen und erneut fliehen können.

Er habe sich unbewaffnet in einem Erdloch versteckt, wo er von britischen oder kanadischen Soldaten zunächst schwer verwundet und anschließend gefangen genommen worden sei. Mit zwei glatten Durchschüssen an Schulter und Arm habe er anschließend 14 Wochen in einem Lazarett verbracht.


Im März 1945 wurde Kinski vom Kriegsgefangenenlager „Camp 4 Scraptoft“ in das Lager „Camp 186“in Berechurch Hall bei Colchester in Essex gebracht.

Hier spielte er am 21. April 1945 in Faust I unter der Regie von Kurt Büchner als „Erzengel Gabriel“ sowie als „3. Handwerksbursche“ seine erste Theaterrolle auf der provisorischen Lagerbühne, die vom Schauspieler und Regisseur Hans Buehl geleitet wurde. In den folgenden Aufführungen spielte er regelmäßig Frauenrollen. Am 7. Juli 1945 spielte er in „Die Rivalen“ die Rolle der „Lydia Schmachten, ihre Nichte“.

Am 31. Juli 1945 in Der zerbrochene Krug „Eve, ihre Tochter“. In Don Karlos spielte er am 22. August 1945 die „Prinzessin von Eboli, Dame der Königin“. Der Raub der Sabinerinnen wurde am 8. September 1945 aufgeführt. Er spielte „Paula, deren Tochter“.

In Der Hauptmann von Köpenick spielte er am 25. September 1945 die Rolle des „Pennbruder Gebweiler“.

Am 11. Oktober 1945 spielte er in der Premiere der Musik-, Tanz- und Gesangsaufführung Pech und Schwefel. Wiederum im Stück Der Hauptmann von Köpenick spielte er diesmal am 13. Oktober 1945 die Rolle „Das kranke Mädchen“. In der Besetzungsliste für diese Rolle findet sich zum ersten Mal sein späterer Künstlername „Klaus Kinski“.


Seine letzte dokumentierte Rolle im „Camp 186“ spielte er am 21. Oktober 1945 in Egmont. Diesmal in der Rolle von „Klärchen, Egmonts Geliebte“. Nachdem er im Anschluss an eine Theaterprobe einen anderen Schauspieler geschlagen hatte, musste er die Gruppe verlassen und wechselte zu einer Kabarett-Gruppe im Lager.


Am 7. April 1946 wurde Kinski aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Er gehörte zu den letzten Gefangenen, die aus dem Lager zurück nach Deutschland geschickt wurden.

Nach eigener Darstellung habe er zunächst mit einer sechzehnjährigen Prostituierten, die er im Zug kennengelernt habe, sechs „wilde“ Wochen in Heidelberg verbracht, habe diese aber verlassen und danach an Theatern in Tübingen und Baden-Baden gearbeitet, wo er auch vom Tod seiner Mutter durch einen Luftangriff in Berlin erfahren habe.

Später stellte sich heraus, dass Kinskis Vater in einem Kriegsgefangenenlager in der Tschechoslowakei gestorben und auch dort begraben worden war.


Im Herbst habe er sich illegal nach Berlin begeben.


Karrierebeginn


Seine erste große Rolle in Freiheit spielte er am 18. Juli 1946 im Kinosaal des Gasthofs Löwen in Gengenbach nahe Offenburg als Charly Wykeham in der Premiere von „Charleys Tante“.


Ab 1946 wirkte Kinski, obwohl er nicht klassisch ausgebildet war, als Schauspieler an prominenten Berliner Bühnen, zunächst an dem von Boleslaw Barlog geleiteten Schlosspark Theater.


Als er einmal vor Wut die Scheiben des Theaters einschlug, wurde er von Barlog entlassen.


Arbeitslos geworden, besuchte Kinski kurz die Schauspielschule von Marlise Ludwig, wo er unter anderem mit Harald Juhnke Szenen aus William Shakespeares „Romeo und Julia“ einstudierte.


Privat unterhielt Kinski auch Beziehungen zu Berliner Halbweltkreisen.


Vorübergehend wohnte er bei dem Regisseur, Maler und Bühnenbildner Eduard Matzig in der Berliner Künstlerkolonie am Laubenheimer Platz.


Seine erste Filmrolle erhielt er in „Morituri“, gedreht zwischen September 1947 und Januar 1948.

Produzent war Artur Brauner, Regisseur Eugen York.


Morituri erzählt von geflohenen KZ-Insassen, die sich vor den Deutschen verstecken. Der Film war umstritten; es gab Drohbriefe, und ein Hamburger Kino wurde zerstört.


Kinski befand sich im Jahr 1950 drei Tage lang in psychiatrischer Behandlung in der Berliner Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, nachdem er eine ihm bekannte Ärztin belästigt und tätlich angegriffen und einen Suizidversuch mit Medikamenten unternommen hatte.

Dies wurde 2008 durch die datenschutzrechtlich umstrittene Veröffentlichung einer in jenem Jahr gefundenen Akte bekannt.


Die Witwe von Klaus Kinski, Minhoï Loanic, erstattete nach der Veröffentlichung Strafanzeige gegen das Landesarchiv Berlin, den Gesundheitskonzern Vivantes und „alle weiteren in Betracht kommenden Personen“.

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren mit der Begründung ein, dass es sich um einen „Verbotsirrtum“ handle.


Kinski wohnte in der Elisabethstraße in München in einer Pension, in der auch der damals noch jugendliche Werner Herzog, der später als Regisseur eine enge künstlerische Verbindung mit Kinski einging, ein Zimmer bewohnte.


Herzog beschrieb Kinski als bereits zu dieser Zeit mit exzentrischen Allüren auffallend.


Kinski als Rezitator


Ab 1952 wurde Kinski einem stetig wachsenden Publikum als „Ein-Mann-Wanderbühne“ in Berlin, München und Wien bekannt.


Er rezitierte auf kleinen Bühnen und um 1960 im Berliner Sportpalast – einem großen Haus – Arthur Rimbaud, François Villon, Friedrich Nietzsche, Kurt Tucholsky und das Neue Testament.


Darüber hinaus kam er mit Größen wie Bertolt Brecht und dem Theaterregisseur Fritz Kortner in Kontakt.


1955 verursachte Kinski einen Autounfall, zudem ereignete sich ein Bootsunfall auf dem Starnberger See.


Gerichtsverfahren und Strafen schlossen sich an, die finanziellen Folgen belasteten den Schauspieler jahrelang.


Im Sommer 1955 drehte Kinski mit Kortner in Wien den Film „Um Thron und Liebe“. Seine Partnerin war die österreichische Schauspielerin Erika Remberg.

Sie verliebten sich während der Dreharbeiten und wurden vorübergehend ein Paar.


Zu einem in der Presse vielbeachteten Skandal kam es, als Kinski und Remberg einander vor einem Münchner Freibad küssten.

Seine Karriere erlitt in dieser Zeit einen Knick, und er unternahm zwei Suizidversuche.


Auch zu den 7. Weltfestspielen der Jugend und Studenten 1959 in Wien trat er mit Rezitationen auf.


Kinskis Rezitationen, beispielsweise aus Werken von Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Brecht, wurden auf über 25 Sprechplatten eingespielt.


Spätestens durch die deutschen Edgar-Wallace-Verfilmungen wurde Kinski dem Kino-Publikum und damit der breiten Öffentlichkeit bekannt.


Die Aufmerksamkeit des internationalen Publikums erregte vor allem seine eindrucksvoll gespielte Nebenrolle in David Leans „Doktor Schiwago“(1965).


Er war Schauspieler in vielen Edgar-Wallace-Filmen und Italowestern der 1960er-Jahre, die seine Bekanntheit nach und nach steigerten, und spielte

unzählige Kleinrollen und in B-Movies.


„Jesus Christus Erlöser“


Am 20. November 1971 versuchte sich Kinski als Jesus-Rezitator mit einem skandalträchtigen Auftritt in der Berliner Deutschlandhalle mit dem Titel „Jesus Christus Erlöser“.


Der Vortrag war von Kinski selbst verfasst und deutete auch auf Ereignisse der damaligen Zeit hin (z. B. den Vietnamkrieg).


Allerdings wurde Kinski während seines Vortrags oft durch Zwischenrufe von einigen Zuschauern unterbrochen, was zu Wutanfällen vonseiten Kinskis führte.


Nach einem harten Wortgefecht mit den Zwischenrufern kam es zu einem frühen Abbruch der Veranstaltung und der geplanten Tournee.


Zusammenarbeit mit Werner Herzog


Im Jahr 1971 traf Kinski erneut den Regisseur Werner Herzog. Dieser wollte Kinski als Schauspieler für seinen Film „Aguirre, der Zorn Gottes“engagieren.


Kinski jedoch befürchtete, dass es als „Eingeständnis seines Versagens“ interpretiert werden könnte, wenn er wieder zum deutschen Film zurückkehrte.


Wegen finanzieller Probleme stimmte er schließlich zu und bekam die Hauptrolle.


Kinski und Herzog drehten danach vier weitere Filme zusammen: „Nosferatu – Phantom der Nacht“(1978), „Woyzeck“ (1979), „Fitzcarraldo“(1981) und „Cobra Verde“(1987).[23]


Werner Herzog beschrieb ihre Zusammenarbeit als sehr „wechselhaft“. In der Dokumentation „Mein liebster Feind“ (1999) beschrieb er Kinski als sehr fleißigen Schauspieler, der ein Klima erzeugt habe, das alle zu „bedingungsloser Professionalität“ angetrieben habe. Er soll auch eine sehr „menschliche Wärme“ gehabt haben, die allerdings „wie bei einem wilden Bären […] sehr schnell umschlagen konnte“, was sich in Tobsuchtsanfällen – meist gegen Herzog gerichtet – widerspiegelte.


Der Bruch der Zusammenarbeit vollzog sich schließlich im letzten Film 1987. Da Kinski sich in sein eigenes Werk Kinski Paganini zu sehr hineingesteigert habe, habe er eine „unangenehme Atmosphäre“ in Cobra Verde hineingebracht; Herzog wollte danach nicht mehr mit ihm arbeiten.


„Kinski Paganini“


Kinski stellte 1989 mit „Kinski Paganini“ sein letztes Filmwerk fertig. Nachdem er den Stoff über Jahre hinweg vergeblich Produzenten und Regisseuren angetragen hatte, übernahm er schließlich Regie, Drehbuch, Schnitt und Hauptrolle selbst.

Auch Werner Herzog hatte abgelehnt, da das Drehbuch „unverfilmbar“ sei.


Nach einzelnen Aufführungen in Europa anlässlich Kinskis Tod kam der Film in den späten 1990er Jahren doch noch in die Filmtheater: Der deutsche Kinostart war am 7. Oktober 1999.


Kinski starb am 23. November 1991 im Alter von 65 Jahren in seinem Anwesen in Lagunitas (Kalifornien) an einem Herzleiden.

Die Obduktion ergab, dass sein Herz vernarbt war, was wahrscheinlich eine Folge mehrerer unbehandelter Herzinfarkte war.


Seinem Wunsch gemäß wurde sein Leichnam verbrannt und seine Asche bei San Francisco in den Pazifik gestreut.


Persönliches


Kinski lernte 1951 auf dem Schwabinger Fasching in München Gislint Kühbeck kennen. Nach der Geburt der Tochter Pola am 23. März 1952 heirateten die beiden; die Ehe wurde im Mai 1954 geschieden.


Von 1955 bis 1963 lebte Kinski abwechselnd in Wien, München und West-Berlin.


Danach übersiedelte er fest nach West-Berlin und lernte dort die 20-jährige Brigitte Ruth Tocki kennen, die im Jazzlokal Eierschale auftrat; sie heirateten 1960. Aus dieser Ehe, die 1969 geschieden wurde, ging die Tochter Nastassja hervor.


Von 1964 bis 1975 lebte Kinski in Rom.


Auf einer Party in seiner Villa an der Via Appia lernte er 1969 die 19-jährige vietnamesische Sprachstudentin Minhoï Geneviève Loanic kennen, die er 1971 heiratete.


Von 1975 bis 1980 lebte er in Paris.

Im Juli 1976 kam der Sohn Nanhoï Nikolai zur Welt. Im Februar 1979 ließen sich Klaus und Minhoï Kinski scheiden.


Ende 1980 zog Kinski nach Los Angeles in den Stadtteil Bel Air.


Im Frühjahr 1981 kaufte er ein Grundstück in Lagunitas-Forest Knolls, Marin County, und ließ dort eine Blockhütte errichten.


Ab 1987 führte er eine Beziehung mit der zu diesem Zeitpunkt 19-jährigen italienischen Schauspielerin Debora Caprioglio; die Verbindung hielt bis 1989.


Mit dem Unternehmer und Politiker Robert Maxwell war Kinski nach eigenem Bekunden befreundet.


Persönlichkeit


Kinski hatte ein wechselhaftes Temperament, das von liebenswürdiger Sanftheit bis zu fürchterlichen Zornesausbrüchen mit wüsten öffentlichen Beschimpfungen reichte.


Für ihn wurde oft der Begriff Enfant terrible verwendet.

Seine Reifejahre waren von hypochondrischen Befürchtungen geprägt.

Zugleich litt er tatsächlich an gesundheitlichen Problemen: Bei den Dreharbeiten zu „Cobra Verde“ brach er einmal zusammen, später in Südamerika konnte er mehrere Tage lang nicht drehen.


In dem Dokumentarfilm „Mein liebster Feind“ schildert der Regisseur Werner Herzog das Verhältnis zwischen sich und Kinski, mit dem er in seiner Jugend kurze Zeit in derselben Pension gelebt hatte.

Herzog berichtet dort, dass er einerseits von Kinski verachtet und bei Dreharbeiten oft gedemütigt und wüst beschimpft wurde. Andererseits habe sich in ihrem Verhältnis eine kreative und künstlerische Kraft entwickelt, die sich auf ihre gemeinsamen Filme Aguirre, der Zorn Gottes (1972), Nosferatu – Phantom der Nacht (1979), Woyzeck (1979), Fitzcarraldo (1982) und Cobra Verde (1987) übertragen habe.

Herzog beschreibt Kinski auch als außerordentlich fleißigen Schauspieler, der seine Rollen tagelang einstudiert, allerdings auch (oft grundlose) Wutanfälle entwickelt habe, insbesondere dann, wenn er den Eindruck gehabt hätte, nicht genügend Aufmerksamkeit zu bekommen.

In ruhigen Momenten habe Kinski seine harschen Ausbrüche und Skandale als hilflose Versuche beschrieben, Aufmerksamkeit zu erregen.


Besonders heftig verliefen die Auseinandersetzungen zwischen Herzog und Kinski während der Dreharbeiten zu Cobra Verde. Kinski verlangte die Absetzung des Kameramanns Thomas Mauch. Herzog ließ daraufhin den tschechischen Kameramann Viktor Růžička nach Ghana einfliegen.

Auch seine Regie sei von Kinski heftig kritisiert worden, der an manchen Tagen versucht habe, selbst Regie zu führen.


Oft verkörperte Kinski in Filmen Schurken und Psychopathen. Auch außerhalb der Bühne bzw. des Filmsets trat er oft exzentrisch und aggressiv auf.


Aufmerksamkeit erregte er etwa in der WDR-Talkshow Je später der Abend im Jahr 1977, als er auf viele Fragen des Moderators Reinhard Münchenhagen nicht einging und ihn immer wieder mit „Herr Münchhausen“ anredete.


Ebenso legendär war die Berliner Vorstellung seiner polarisierenden „Jesus Christus Erlöser“-Bühneninszenierung, in der er Zwischenrufer aus dem Publikum wütend mit „Du dumme Sau“ und „Scheiß-Gesindel“ beschimpfte.


Kinski pflegte einen aufwendigen Lebensstil und übernahm, nach seinem eigenen Bekunden, den größten Teil seiner Rollen aus Geldnot.


So wirkte er auch in Produktionen des europäischen Horrorfilms und Sexfilms der 1970er und des internationalen B-Actionfilms der 1980er Jahre mit.


Sein Sohn Nikolai Kinski äußerte 2004 in einem Interview mit der Zeitschrift Stern, er habe niemals erlebt, dass sein Vater privat aggressiv oder ausfallend geworden sei: „Mein Vater war privat der sanfteste Mensch, den man sich vorstellen konnte.“


Sexueller Missbrauch


In ihrem 2013 erschienenen Buch Kindermund beschreibt Pola Kinski, wie ihr Vater sie von ihrem 5. bis 19. Lebensjahr sexuell missbrauchte.

Nastassja Kinski gab als Reaktion auf die Missbrauchs-Schilderungen ihrer Schwester 2013 an, dass sie als Kind „fürchterliche Angst“ vor den Annäherungsversuchen ihres Vaters hatte, der die Familie „immer terrorisiert“ habe.

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Sie beschreibt ihren Vater als „Tyrannen“.Er habe sie zwar nicht geschlagen, „aber niederträchtig beschimpft“.

Was ihr als vier- bis fünfjähriges Kind widerfahren sei, sei „mehr“ gewesen als die „liebevolle Umarmung eines Vaters“. Kinski habe sie „immer viel zu sehr angefasst“ und sie „ganz eng an sich gedrückt“.

Sie habe ihn nicht als Vater gesehen. „Ich würde alles dafür tun, dass er auf Lebzeiten hinter Gitter kommt. Ich bin froh, dass er nicht mehr lebt.“


In seiner 1975 erschienenen Autobiografie „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“ schilderte Kinski Inzesterlebnisse mit seiner Mutter und seiner Schwester und den Missbrauch seiner Tochter Nastassja.

Kinskis ältere Brüder bestritten damals, dass seine Ausführungen der Wahrheit entsprächen, sie warfen ihm Falschdarstellungen in Bezug auf seine Kindheit und Jugend vor.


Im Sommer 1981 erzählte Kinski Werner Herzog laut dessen Tagebucheinträgen, dass er allein dafür, was er „mit seinen Töchtern Pola und Nastassja gemacht“ habe, in den USA „zwanzig Jahre“ bekäme. Herzog solle sich vorsehen, er schrecke „vor nichts zurück“.


Kinski agierte in Filmen wie „Woyzeck“, Fitzcarraldo, „Für ein paar Dollar mehr“, „Doktor Schiwago“, „Nosferatu – Phantom der Nacht“, „Leichen pflastern seinen Weg“ in 16 Edgar-Wallace-Filmen und diversen Karl May Filmen sowie gemeinsam mit Romy Schneider in „Nachtblende“.


Kinski wirkte auch in mehreren Hollywood-Spielfilmen mit, unter anderem spielte er mit Jack Lemmon und Walter Matthau im letzten Billy-Wilder-Film „Buddy Buddy“.


In „Little Drummer Girl“(Die Libelle) spielte er neben Diane Keaton die Hauptrolle.


In dem US-Fernsehfilm „The Beauty and the Beast“ (Die Schöne und das Biest, 1983) war er Hauptfigur neben Susan Sarandon und Anjelica Huston.


Mitte der 1980er Jahre drehte er die Action-Filme „Codename: Wildgänse“und „Kommando Leopard“ mit Lewis Collins in der Hauptrolle.

Die beiden Schauspieler kamen jedoch nicht miteinander aus, sodass im zweiten Film keine einzige Szene mit beiden zusammen gedreht wurde.


1983 trat er unter anderem in der Talkshow von David Letterman auf

und erschien 1985 im US-amerikanischen Playboy mit einer Titelgeschichte.


Das Filmmagazin American Film titelte im Jahr 1982: Ist Kinski der größte Schauspieler der Welt?

Sein Buch „Kinski Uncut“ wurde in den USA ein Bestseller.


Kinskis Schallplatten verkauften sich weltweit mehrere Millionen Mal.


Als Synchronsprecher lieh Kinski seine Stimme unter anderem Pawel Kadotschnikow in Sergei Eisensteins „Iwan der Schreckliche“ und Sabu in „Die schwarze Narzisse“.


Filmografie (Kinoproduktionen):


1948: Morituri

1951: Entscheidung vor Morgengrauen (Decision Before Dawn)

1954: Angst

1954: Ludwig II.

1955: Kinder, Mütter und ein General

1955: Um Thron und Liebe

1955: Hanussen

1956: Waldwinter

1956: Geliebte Corinna

1958: Zeit zu leben und Zeit zu sterben (A Time to Love and a Time to Die)

1960: Der Rächer

1961: Bankraub in der Rue Latour

1961: Das Geheimnis der gelben Narzissen

1961: Die seltsame Gräfin

1961: Die toten Augen von London

1962: Das Gasthaus an der Themse

1962: Das Rätsel der roten Orchidee

1962: Der rote Rausch

1962: Die Tür mit den sieben Schlössern

1962: Verrat auf Befehl (The Counterfeit Traitor)

1963: Das Geheimnis der schwarzen Witwe

1963: Das indische Tuch

1963: Kali Yug: Die Göttin der Rache (Kali Yug, la dea della vendetta)

1963: Kali Yug, 2. Teil: Aufruhr in Indien (Il mistero del tempio indiano)

1963: Der letzte Ritt nach Santa Cruz

1963: Piccadilly null Uhr zwölf

1963: Der schwarze Abt

1963: Die schwarze Kobra

1963: Scotland Yard jagt Dr. Mabuse

1963: Der Zinker

1964: Das Geheimnis der chinesischen Nelke

1964: Die Gruft mit dem Rätselschloss

1964: Das Verrätertor

1964: Wartezimmer zum Jenseits

1964: Winnetou 2. Teil

1965: Unser Mann aus Istanbul (Operación Estambul)

1965: Die Goldpuppen (The Pleasure Girls)

1965: Neues vom Hexer

1965: Spione unter sich (Guerre secrète)

1965: Für ein paar Dollar mehr (Per qualche dollaro in più)

1965: Doktor Schiwago (Doctor Zhivago)

1966: Das Rätsel des silbernen Dreieck (Circus of Fear)

1966: Marrakesch (Our Man in Marrakesh)

1966: Wie tötet man eine Dame? (Das Geheimnis der gelben Mönche)

1966: Gern hab ich die Frauen gekillt

1966: Töte Amigo (Quien sabe?)

1966: Sumuru – Die Tochter des Satans (The Million Eyes of Sumuru)

1967: Die Pagode zum fünften Schrecken (Five Golden Dragons)

1967: Die blaue Hand

1967: Top Job (Ad ogni costo)

1967: Mit Django kam der Tod (L’uomo, l’orgoglio, la vendetta)

1967: Das Gold von Sam Cooper (Ognuno per sé)

1968: A qualsiasi prezzo

1968: Der Bastard (I bastardi)

1968: Leichen pflastern seinen Weg (Il grande silenzio)

1968: Mister zehn Prozent – Miezen und Moneten

1968: Sartana – Bete um Deinen Tod (…Se incontri Sartana prega per la tua morte)

1968: Der Teufelsgarten (Coplan sauve sa peau, auch L’assassino ha ore contate)

1968: Todeskommando Panthersprung (Cinque per l’inferno)

1968: Zweimal Judas (Due volte Giuda), Alternativtitel Kugeln tragen keine Unterschrift

1969: Marquis de Sade: Justine

1969: Paroxismus

1969: Das Gesicht im Dunkeln (A doppia faccia)

1969: Quintero – Das As der Unterwelt (La legge dei gangsters)

1969: Die Leoparden kommen (Il dito nella piaga)

1969: Sartana – Töten war sein täglich Brot (Sono Sartana, il vostro becchino)

1970: Der Mann mit der Torpedohaut (La peau de torpédo)

1970: Wie kommt ein so reizendes Mädchen zu diesem Gewerbe?

1970: Nachts, wenn Dracula erwacht (El conde Dracula)

1970: Spezialkommando Wildgänse (Appuntamento col disonore)

1970: Churchills Leoparden (I leopardi di Churchill)

1970: Die Bestie (La belva)

1970: Das Schloss der blauen Vögel (La bestia uccide a sangue freddo)

1970: Satan der Rache (E dio disse a Caino)

1971: Adios Companeros (Giù la testa… hombre)

1971: Der Mörder des Klans (Prega il morto e ammazza il vivo)

1971: Jesus Christus Erlöser (Aufnahme der Aufführung, erschienen 2008)

1971: Drei Amen für den Satan (La vendetta è un piatto che si serve freddo)

1971: Dracula im Schloß des Schreckens (Nella stretta morsa del ragno)

1971: 1000 Dollar Kopfgeld (Il venditore di morte)

1971: Das Auge der Spinne (L’occhio del ragno)

1971: Black Killer (Black Killer)

1971: Lo chiamavano King

1971: Für einen Sarg voller Dollars (Per una bara piena di dollari)

1972: Ein Einsamer kehrt zurück (El retorno di Clint el solitario)

1972: Aguirre, der Zorn Gottes

1973: Die Mörder-Bestien (La morte ha sorriso all’assassino)

1973: Die gnadenlose Hand des Gesetzes (La mano spietata della legge)

1973: Der Mann mit der Kugelpeitsche (Il mio nome è Shangai Joe)

1973: Le amanti del mostro

1973: La mano che nutre la morte

1973: Eroi all’inferno

1974: Zwei durch dick und dünn (Che botte, ragazzi!)

1974: Spuren auf dem Mond (Le orme)

1974: Geheimnis des Lebens (Lifespan)

1975: Nachtblende (L’important c’est d’aimer)

1975: Nobody ist der Größte (Un genio, due compari, un pollo)

1975: Das Netz

1976: Die Nacht aus Gold (Nuit d’or)

1976: Jack the Ripper – Der Dirnenmörder von London

1976: Madame Claude und ihre Gazellen (Madame Claude)

1977: Operation Thunderbolt (Mivtsa Yonatan)

1977: Der Fall Serrano (Mort d’un pourri)

1977: L’œuf de Colomb (mittellanger Experimentalfilm)

1977: Zoo zéro

1978: Roland (La Chanson de Roland)

1979: Nosferatu – Phantom der Nacht

1979: Woyzeck

1979: Killer Truck (Haine)

1980: Stumme Liebe (La Femme enfant)

1980: Schizoid

1981: Die Früchte der Leidenschaft (Les Fruits de la passion)

1981: Buddy Buddy (Buddy Buddy)

1981: Die schwarze Mamba (Venom)

1981: Geld und Liebe (Love and Money)

1981: Der Söldner (The Soldier)

1982: Fitzcarraldo

1982: Der Android (Android)

1984: Geheimcode: Wildgänse (Arcobaleno Selvaggio (Wild Rainbow))

1984: Die Libelle (The Little Drummer Girl)

1984: Creature (Titan Find)

1985: Kommando Leopard

1985: Star Knight – Der Herr der Sterne (El caballero del dragón)

1986: Diamant des Grauens (Revenge of the Stolen Stars)

1986: Killerhaus – Horror der grausamsten Art (Crawlspace)

1987: Cobra Verde

1987: Nosferatu in Venedig (Nosferatu à Venezia)

1987: Die Zeitfalle (Timestalkers)

1988: I grandi cacciatori

1989: Kinski Paganini (Paganini)

Filmografie (Fernsehproduktionen)

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1961: Die Kurve

1963: Die Mondvögel

1973: Occupation

1975: Das Geheimnis des Lebens (Lifespan)

1982: Zeit zu zweit (Dokumentarfilm)

1983: Die Schöne und das Biest (Beauty And The Beast)

1984: Hitchhiker, Episode 2/3: Blut an den Händen

1987: Die Zeitfalle (Timestalkers)

Theater (Auszug)

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vor 1948: Henrik Ibsen: Gespenster (Oswald) – Regie: Otto G.[49]

1948: William Shakespeare: Maß für Maß (Claudio) – Regie: Wolfgang Langhoff (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele)

1956: William Shakespeare: Heinrich IV. (Prinz Heinrich) (Kurt Horwitz als Heinrich IV.) – Regie: Fritz Kortner Bayrisches Staatsschauspiel in München[50][51]

Hörspiele

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1949: William Shakespeare: Romeo und Julia, Produktion: Rundfunk der DDR

1956: William Shakespeare: Heinrich IV. Historisches Schauspiel in zwei Teilen, Bearbeitung und Inszenierung: Fritz Kortner, Regie der Hörfunkfassung: Mathias Neumann. Produktion: Bayerischer Rundfunk, ISBN 978-3-86604-355-8.

1956: Sebastian Flyte in Wiedersehen mit Brideshead nach Evelyn Waugh, Regie: Hans Rosenhauer, Produktion: Hessischer Rundfunk

1959: Kinski spricht Villon

1960: Horst Bienek: Sechs Gramm Caratillo, Regie: Mathias Neumann. Produktion: Hessischer Rundfunk, Random House Audio 2002, ISBN 3-89830-323-3.

1961: Wolfgang Graetz: Die Nacht allein, Regie: Mathias Neumann, Produktion: Hessischer Rundfunk, Random House Audio 2002, ISBN 3-89830-323-3.

1999: Jesus Christus Erlöser, Regie: Volker Kühn, Produktion: Bear Family Records 1999, ISBN 3-89795-662-4, und Klaus Kinski Records 2006, ISBN 3-86604-341-4.

2004: François Villon: Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund. ISBN 3-8291-1415-X.