Eine grandiose Biografie, welche nur dann zustande kommen kann, wenn es dem Autor erlaubt wird, dem Protagonisten ganz nahe zu kommen:               

"Robert Hübner - Ein Leben in vielen Welten" von Michael Dombrowsky

Aus dem Eigenverlag von Dombrowsky, 264 Seiten, zahlreiche (bislang unveröffentlichte Photos und Dokumente), Hardcover (natürlich in Hübners Lieblingsfarbe blau gehalten), Mai 2026

Meine Erläuterung zum Entstehen des Buches, welche sich aus meinen Beobachtungen speist: Robert Hübner und Michael Dombrowsky waren gut miteinander bekannt, man könnte sagen, befreudet. Insofern trat Dombrowsky vor einigen Jahren an Hübner heran, um mit ihm ein Buchprojekt zu besprechen. Michael Dombrowsky bot Robert Hübner an, über ihn eine ULTIMATIVE Biografie zu verfassen, Partien würden dabei keine Rolle spielen. Es gehe um die Person Hübner. Dazu bedurfte es der Unterstützung des promovierten Papyrologen. Robert Hübner zeigte sich bereitwillig und gab sogar überraschend sein Zustimmung, dass die folgenden Gespräche auf Tonband aufgenommen werden duften. Der scheue Kölner gab sogar seine Einwilligung als "Fotomodell" zur Verfügung zu stehen. Eigens deshalb reiste Dombrowsksy mit einem professionellen Fotografen von Hamburg nach Köln. An drei Tagen wurden hunderte Aufnahmen erstellt, die Hübner an seinen Lieblingsorten zeigen. Außergewöhnlich!

Kurz vor Veröffentlichung des Buches bat Hübner das vorliegende Manuskript zu dessen Lebzeiten nicht zu veröffentlichen. Zu traurig würde es ihn machen, über seine Kindheit zu lesen. Aus diesem Grund wurde das Buchprojekt auf Eis gelegt. Im Januar 2025 verstarb Robert Hübner.

  

Klappentext:

Der Kölner Robert Hübner (1948 ? 2025) war der erfolgreichste deutsche Schachmeister seit dem Zweiten Weltkrieg, kämpfte gegen die Großen seiner Zeit, ein Mann mit vielen Talenten.
In tagelangen Gesprächen hat er Michael Dombrowsky erzählt, was ihn jenseits der Wettkämpfe wirklich bewegt: die Liebe zu altgriechischen Klassikern, finnischen Kurzgeschichten und die Abneigung gegen selbstgerechte Funktionäre. Es ist die beeindruckende Lebensgeschichte eines Menschen, der immer mehr sein wollte als nur ein guter Schachspieler.


Auszug aus dem Buch:

Medaillen und Ehrungen

Robert ist wirklich nicht der Typ, der auf Medaillen, Plaketten, Urkunden, Preise und Pokale gesteigerten Wert legt. Besser gesagt, sie waren ihm egal. Um die manchmal mächtigen und schweren Pokale loszuwerden, ohne die Veranstalter zu brüskieren, hat Robert sehr erfindungsreich Strategien entwickelt. Zwei Episoden verdeutlichen seine Einstellung zu diesen ?Ehrengaben ?.

Die erste spielt in Houston (Texas). . . .
Während des Turniers verbrachte Robert Zeit mit dem US-Amerikaner William Martz, der in Houston seine fehlende IM-Norm erfüllte. Martz hatte in Europa schon gegen Hecht (in Malaga) und Pfleger (Studenten-WM) gespielt und beobachtete die deutsche Schachszene mit Interesse. Deshalb hatte er Hübner eingeladen, nach dem Turnier ein paar Tage in Milwaukee sein Gast zu sein. Nach der Siegerehrung nahm er die Einladung an und dies aus einem einfachen Grund: Bei der Siegesfeier erhielt er nicht nur einen Geldpreis, sondern auch eine Trophäe. In Texas konnte es zu jener Zeit natürlich nur ein Ölbohrturm sein . . . .
Die Bronze war einen Meter hoch! Und Robert hatte jetzt zwei Fragen: ?Wie bringe ich dieses Riesenteil nach Köln? Und was fange ich dann damit an??
Das blieben auch noch die drängenden Probleme, als er mit Martz im Auto nach Milwaukee fuhr. Im Kofferraum lag der Ölbohrturm sicher verstaut. Robert schildert die Lösung des Problems so:
?William zeigte mir zunächst die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Als wir dann den Schachklub von Milwaukee besuchten, kam mir die rettende Idee. Es gab große Spielräume, eine umfangreiche Schachbibliothek und eine riesige Vitrine mit Pokalen. Beim offiziellen Besuch am nächsten Tag hielt ich eine kurze Ansprache und übergab ich meinen Ölbohrturm als Stiftung an den Verein. Erleichtert, im wahrsten Sinne des Wortes, flog ich nach Hause.?

Die zweite Episode spielt 1998 in Havanna beim 33. Capablanca-Memorial.
Bei der Abschlussfeier saß Robert dem kanadischen FIDE-Meister Irvin Lipnowski gegenüber. Den Geldpreis hatte er in der Tasche und zwei große Pokale standen vor ihm auf dem Tisch. . . . . . . .
?Mann, Du musst ja eine Riesensammlung von Pokalen zuhause haben,? sagte der Kanadier voller Bewunderung. . . . . . . Er blickte ihn ungläubig an, als ihm Robert eröffnete, er habe gar keinen Pokal in seiner Wohnung, das Apartment sei klein und die Regale seien mit Büchern vollgestopft. Da bliebe kein Platz für bronzene Skulpturen, Pokale, Schalen, Becher oder versilberte Tischlampen.
Der Professor aus Manitoba schaute ihn entgeistert an. Aber was machst Du jetzt mit diesen beiden Pokalen fragte er. Ich gehe zum Hafen.

 

 

 

               


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