Symbolbild. Angaben zum Zustand des Covers sind in der Beschreibung oder unter Artikelmerkmale zu finden.
Die auf Space Age erschienene LP "Data Rape" von Experimental Audio Research versammelt acht untitulierte Kompositionen, die sich in weiten, oft schleppenden Formen entfalten. Die Platte zeigt das projektinterne Interesse an dichten Klangflächen und wiederholten Mikrogesten; reduziert auf wenige Tonquellen entstehen komplexe, sich langsam verändernde Strukturen, die zwischen Ambient und elektroakustischer Forschung oszillieren.
Im Zentrum der Aufnahmen steht Sonic Boom (Pete Kember), der die Stücke eigenständig gestaltete und dabei auf eine ungewöhnliche Instrumentierung zurückgriff: mehrere Speak-and-Spell-Spielzeuge der 1970er Jahre wurden verfremdet und durch gezieltes Circuit-Bending zu synthetischen Stimmen und modulierten Texturen erweitert. Das Ergebnis sind organisch wirkende Klanggebilde, in denen digitalisierte Sprachfragmente, gestreckte Loops und subtile Effekte ineinander übergehen. Einige Werke erreichen eine Länge von über 15 Minuten und erlauben so ausgedehnte Entwicklungsbögen.
"Data Rape" zeigt exemplarisch, was den Stil von Experimental Audio Research auszeichnet: die Verbindung von spielerischer Experimentierfreude mit kontrollierter klanglicher Präzision. Die Produktion bleibt nah an den Rohmaterialien, vermeidet übermäßige Politur und setzt stattdessen auf räumliche Tiefe und feine Dynamik. Für Hörerinnen und Hörer, die abseits konventioneller Songformen nach dichten, texturreichen Aufnahmen suchen, bietet die LP einen klar fokussierten, sachlich präsentierten Eindruck vom aktuellen Schaffen des Projekts.
Trackliste
A1 Untitled
A2 Untitled
B1 Untitled
B2 Untitled
B3 Untitled
B4 Untitled
C1 Untitled
D1 Untitled