1836 Meyer print TROSTBURG / CASTEL FORTE, SOUTH TYROL, ITALY, #31 |
Nice print titled Bergveste Trostberg in Tyrol, from steel engraving with fine detail and clear impression, nice hand coloring, approx. size with margins is 23 x 15 cm. From Meyer's Universum, published by Bibliographic Institute Hildburghausen Germany.
Trostburg (Waidbruck)
Die Trostburg liegt in natürlichem Gelände in östlicher Hanglage oberhalb der Ortschaft Waidbruck, die in römischer Zeit Sublavio genannt wurde.
Besitzergeschichte
Hier, wo der Bergrücken von Kastelruth gegen die Mündung des Grödner Baches in den Eisack steil abfällt, befand sich der 1173 erwähnte Sitz eines Cunrat de Trosperch, der den Herren von Kastelruth entstammte. Der Sitz gelangte dann an die Herren von Velthurns (1243–1290), Ministerialen der Bischöfe von Brixen, und als landesfürstlich-tirolisches Lehen an die Herren von Villanders. Von 1385 bis 1967 diente die ehemalige Ministerialenburg den Herren, Freiherren und Grafen von Wolkenstein-Trostburg als deren Adelssitz. Diese übten von hier aus die niedere Gerichtsbarkeit aus, und zwar über einen Burgfriedensbezirk Trostburg, aus dem die Gemeinde Waidbruck hervorging. Ebenso verwalteten sie zeitweilig von der Trostburg aus das Gericht Villanders. Ab dem 17. Jahrhundert war die Trostburg von den Grafen Wolkenstein nur mehr in den Sommermonaten bewohnt worden. Obwohl das Geschlecht um Instandhaltung der Burg redlich bemüht war, konnte der Verfall im 20. Jahrhundert nicht mehr aufgehalten werden. 1967 gründeten sechs Mitglieder des Südtiroler Burgenvereins aus privater Initiative eine Gesellschaft, um die Trostburg vor dem Verfall zu retten. Ihre Anteile gingen 1981 an den ehrenamtlich geführten Verein über, seither ist die Trostburg offizieller Sitz des Südtiroler Burgeninstituts, seit 2005 auch Südtiroler Burgenmuseum.
Baubeschreibung
Ein kleiner Innenhof verbirgt sich talwärts hinter dem Bergfried (um 1230). Er wird von einem romanischen, dreistöckigen und im 17. Jh. um ein weiteres Stockwerk erhöhten Palas und einem in der gotischen Bauphase auf älterem Mauerwerk aufbauenden Wohntrakt umschlossen. Zwischen dem ausgehenden 15. und dem beginnenden 17. Jh. wurden Basteien und vorgelagerte Wehranlagen hinzugebaut, die teilweise im 18. Jh. weitere Ausbauten zu Wohnzwecken erfuhren. Von einem breiten Graben getrennt ist eine ausgedehnte Vorburg (Michaelstor). Auf höher gelegener Felsnase befindet sich ein so genannter Kreideturm (Signal- und Wachturm für Crayenfeuer). Die letzten bedeutenden Umbauten wurden zwischen 1594 und 1632 vom nachmaligen Grafen Engelhard Dietrich zu Wolkenstein (1565–1647) veranlasst. Bedeutende Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen an der Baustruktur führten unter anderem um 1880 zur Abtragung eines nach Süden ausgerichteten Stockwerkes im gotischen Palas. Von 1967 bis 1977 wurden die nötigsten Sicherungs- und Reparaturarbeiten (z. B. Bedachung der Ruinenteile, Behebung der Kriegsschäden vom 8. September 1943 usw.) durchgeführt. Diesen folgten zwischen 2000 und 2007 Konservierungsarbeiten an den Burgfassaden und die Neueindeckung der gesamten Dachfläche der bewohnbaren Burgteile mit historischen, teilweise bis in die Zeit von Nikolaus Cusanus (15. Jh.) zurückreichenden Biberschwanzziegeln.