
Bohrer-Meisselfett 1914C6-5
Bohrer- und Meißelfett (oft auch einfach Maschinenfett genannt) ist ein spezieller Schmierstoff, der eine entscheidende Rolle für die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit von Bohr- und Stemmhämmern spielt.
Hier sind die wichtigsten Gründe, warum man es verwendet:
Wenn Sie mit einem Bohrhammer arbeiten, schlägt der Schlagbolzen der Maschine mit hoher Frequenz auf das Ende des Bohrers oder Meißels. Dabei entstehen enorme Reibungskräfte und Hitze an der Werkzeugaufnahme (dem Futter). Das Fett bildet einen Schutzfilm, der verhindert, dass Metall direkt auf Metall reibt. Ohne Fett würden sich die Nut des Bohrers und die Verriegelungselemente im Bohrfutter extrem schnell abnutzen.
Durch die ständige Auf- und Abbewegung (Oszillation) entsteht Reibungswärme. Das Fett reduziert diese Reibung drastisch. Ohne Schmierung kann die Hitze so groß werden, dass das Metall ausglüht, weich wird oder sich sogar verformt, was zum Festfressen des Werkzeugs in der Maschine führen kann.
Baustellen sind staubige Orte. Das Fett wirkt wie eine Barriere: Es verhindert, dass feiner Bohrstaub tief in das empfindliche Schlagwerk der Maschine eindringt. Der Staub bleibt am Fett kleben, anstatt ins Innere zu wandern, wo er wie Schmirgelpapier wirken und die Maschine zerstören würde.
Da Bohrer und Meißel oft Feuchtigkeit ausgesetzt sind (z. B. durch Lagerung im Keller oder Arbeit im Freien), schützt der Fettfilm das blanke Metall der Werkzeugaufnahme vor Rost.
Man trägt das Fett nicht "irgendwo" auf, sondern gezielt:
Wo? Nur auf das Einsteckende (den Schaft) des Bohrers oder Meißels, das in die Maschine geschoben wird.
Wie viel? Ein kleiner Klecks (etwa erbsengroß) reicht völlig aus. Zu viel Fett zieht unnötig viel Schmutz an.
Wann? Idealerweise vor jedem längeren Einsatz oder wenn der Schaft trocken aussieht. Wichtig ist auch, das Einsteckende vor dem Einfetten kurz mit einem Lappen von altem, schwarzem Fett und Staub zu reinigen.
Wichtiger Hinweis: Verwenden Sie kein normales Schmierfett oder gar Öl. Bohrer-Meißelfett ist besonders temperaturstabil und druckfest, damit es auch unter den extremen Schlägen eines Abbruchhammers nicht wegläuft oder verdampft.