Mit Einleitung von G. Lachenmaier
1. Buch - 1-3 Band
2. Buch - 4-7 Band
3. Buch - 8-10 Band
4. Buch - 11-12 Band
Aus der im württembergischen Remstal in der Gegend von Waiblingen bis ins 16. Jahrhundert zurück nachgewiesenen Familie Schiller war um die Mitte des 17. Jahrhunderts ein Zweig nach Bittenfeld, zwei Stunden weiter nördlich, aus gewandert, um dort das in der Familie althergebrachte Bäckergewerbe auszuüben. Ein Enkel des ersten Bittenfelder Schiller war der im Jahre 1723 geborene Johann Kaspar Schiller, des Dichters Vater. Er war, während der ältere Bruder dem Vater im Gewerbe folgte, für das theologische Studium bestimmt worden; als aber der frühe Tod des Vaters ihm diese Laufbahn verschloß, sehte der strebsame Zehnjährige es wenigstens durch, die Wundarzneikunst erlernen zu dürfen und brachte es nach allerlei Irrfahrten während des östrei chischen Erbfolgekriegs auf dem niederländischen Kriegsschau-platz zum Regimentsfeldscher in einem bayrischen Husaren regiment. Nach dem Friedensschluß kehrte er im Frühjahr 1749 in die Heimat zurück, ließ sich in dem unweit Bitten-felds am Neckar gelegenen freundlichen Städchen Marbach als geprüfter Wundarzt nieder und verheiratete sich schon im Juli 1749 mit der sansten, sinnigen und häuslichen Tochter des anscheinend sehr wohlhabenden Marbacher Löwenwirts Kodweis, Elisabeth Dorothea. Die geringe Einträglichkeit seiner Praxis aber und der unerwartete Vermögenszusammen-bruch seines Schwiegervaters verleidete ihm den Marbacher Aufenthalt so, daß er die Frau vorläufig daheim zurück Lassend im Jahre 1753 beim württembergischen Militär eintrat und zwar in Ermanglung einer offenen Feldscherstelle als einfacher Fourier. Während der Dienst ihn zuerst als Fourier und Fähnrich, später als Leutnant teils in einigen Marbach benachbarten Kantonnements, teils in den Kampagnen des württembergischen Kontingents im siebenjährigen Kriege hin und her schob, wurden ihm zwei Kinder geboren, im Herbst 1757 ein Töchterlein Christofine, am 10. November 1759 ein Sohn, Johann Christof Friedrich. Im Sommer
Marbad 17569-17