Belagerung von Riga anno 1700. Zeitgenössischer Original-Kupferstich. Bildformat 56 x 83 mm auf einem Blatt 182 x 110 mm. Aus dem Imhofschen „Bildersaal“, Nürnberg 1720.
Der Text mit der Überschrift „Polnische Geschichten“ beschreibt reale historische Ereignisse um das Jahr 1700 zu Beginn des Großen Nordischen Krieges. Als Schauplatz wird vom „Herzogthum Churland“ im heutigen Lettland berichtet, das damals ein Lehen von Polen war, sowie vom angrenzenden „Livland“. Bezüglich der militärischen Aktion schildert der Text, dass polnisch-sächsische Truppen unter dem Vorwand eines „Anschlags“ heimlich dorthin verlegt wurden, um die schwedisch kontrollierte, wichtige Handelsstadt Riga zu überrumpeln. Im diplomatischen Kontext wird zudem der Gesandte „General von Carlowitz“ erwähnt, der kurz zuvor nach Moskau geschickt worden war, um die Allianz mit dem russischen Zaren Peter dem Großen gegen Schweden zu besiegeln. Der detailreiche Kupferstich am unteren Rand illustriert den logistischen Aufwand dieses Feldzugs. Zu sehen ist eine Kolonne von Planwagen beziehungsweise Bagagewagen, die von Pferden oder Ochsen gezogen werden. Sie transportieren im Schutz der Nacht, was durch die Mondsichel und Sterne am Himmel symbolisiert wird, Kriegsmaterial, Proviant und Gepäck für die Truppen vor Riga. Im Hintergrund ist ein typisches nordosteuropäisches Gutshaus oder Vorwerk mit einem charakteristischen Steildach dargestellt.