Die Schlacht bei Murten 1476. Original-Kupferstich aus dem Imhofschen „Bildersaal“, Nürnberg um 1740. Bildformat 55 x 83 mm auf einem Doppelblatt 177 x 222 mm mit beschreibendem Text:

Im Jahr 1476 zog Herzog Karl der Kühne von Burgund mit einem gewaltigen Heer von bis zu 50.000 Mann gegen die Eidgenossen. Doch bereits in der ersten Schlacht bei Grandson gerieten seine Truppen in Panik und flohen in die Berge, wobei sie ihr gesamtes Lager zurückließen. Die Schweizer erbeuteten dabei den unermesslichen burgundischen Schatz aus Gold, Silber und kostbaren Edelsteinen, darunter einen weltberühmten Großdiamanten, der später in den Besitz des Großherzogs von Florenz überging.

Von Rachesucht getrieben stellte der Herzog kurz darauf ein neues Heer auf und belagerte die Stadt Murten. Die Schweizer überraschten die Burgunder jedoch mit einem unerwarteten Angriff in deren Rücken und stürzten die gegnerische Armee in völliges Chaos. Rund 22.000 burgundische Soldaten verloren in der Schlacht, auf der Flucht oder durch Ertrinken im See ihr Leben. Herzog Karl selbst entkam nur knapp dem Tod, indem er sich bei der Durchquerung eines Gewässers an den Schweif des Pferdes seines Stallmeisters klammerte.

Diese schweren Niederlagen und der drohende Verlust seines gesamten Herzogtums trieben Karl den Kühnen an den Rand des Wahnsinns. Gegen den ausdrücklichen Rat seiner Vertrauten begann er mitten im Winter eine erneute Belagerung der Stadt Nancy. Als das Schweizer Entsatzheer anrückte, hielten seine geschwächten Truppen dem Angriff nicht stand, zumal der Herzog auch noch von einem seiner eigenen Gefolgsleute, dem Grafen von Campobasso, verraten wurde. Nach der endgültigen Niederlage blieb das Schicksal des Herzogs zunächst ungewiss, da unklar war, ob er auf der Flucht getötet wurde oder lebend entkommen konnte.