. Original-Holzschnitt von 1948. Bildformat 120 x 93 mm, Papierformat 188 x 118 mm, Papier altersbedingt gebräunt, sonst sehr gut erhalten. Im Stock monogrammiert, am Unterrand typografisch betitelt "Tay Yang erwacht".
Friedrich Wolfs Agitprop-Drama „Tai Yang erwacht“ (um 1930) thematisiert den Shanghaier Weberinnenaufstand von 1927 als Parabel des Klassenkampfs. Es verwebt die historische Zerschlagung der Arbeiterbewegung durch Chiang Kai-shek mit der Geschichte der Arbeiterin Tai Yang, die zur revolutionären Anführerin reift. Die Uraufführung 1931 unter Erwin Piscator mit Bühnenbildern von John Heartfield verband historische Realität mit künstlerischer Agitation.
Referenz: Söhn 444.
Conrad Felixmüller (1897–1977) war ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker, der als Hauptvertreter des Expressionismus der zweiten Generation und Wegbereiter der Neuen Sachlichkeit gilt. Bereits mit 15 Jahren begann das Dresdner Ausnahmetalent sein Studium an der dortigen Kunstakademie und schuf ab 1915 expressionistische und sozialkritische Werke, unter anderem für die Avantgarde-Zeitschriften „Der Sturm“ und „Die Aktion“. Geprägt von den Schrecken des Ersten Weltkriegs engagierte er sich in der KPD, gründete 1919 die „Dresdner Sezession Gruppe 1919“ und widmete seine Kunst vor allem dem Leben der Arbeiterklasse, ehe sich sein Stil ab Mitte der 1920er-Jahre hin zu einem ruhigeren Realismus wandelte. Während des Nationalsozialismus wurde seine Kunst als „entartet“ diffamiert, was zur Beschlagnahmung und Zerstörung von über 150 seiner Werke führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrte Felixmüller zunächst als Professor an der Universität Halle in der DDR, bevor er 1961 nach West-Berlin übersiedelte, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1977 weiterarbeitete.