Der Künstler Horst Rellecke wurde 1951 in Duisburg geboren und zählt zu den vielseitigen deutschen Künstlern, die Architektur, Bildhauerei und Medienkunst miteinander verbinden. Nach dem Abitur 1970 in Hamm begann er 1972 ein Architekturstudium an der Universität Stuttgart. Bereits in dieser Zeit wandte er sich intensiv der freien Kunst zu und entwickelte eine eigene Öl-Kreide-Technik. Parallel dazu entstanden ab 1973 erste plastische Arbeiten aus Materialien wie Bronze, Glas und Edelstahl, die seinen späteren Stil entscheidend prägten.
Ein wichtiger Schritt in seiner künstlerischen Entwicklung war 1975 ein Stipendium der Aldegrever-Gesellschaft, in dessen Rahmen er sich auch der Radierung widmete. 1977 schloss er sein Architekturstudium mit einer Diplomarbeit bei Hans Kramer ab und wurde ein Jahr später Assistent am Institut für Zeichnen und Modellieren der Universität Stuttgart. Internationale Einflüsse erhielt er 1979 durch einen Studienaufenthalt in den USA an der University of California in Los Angeles, gefördert durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst, wo er bei Charles Moore studierte. Reisen durch Nordamerika erweiterten seinen Blick auf Pop-Architektur, ein Thema, das er 1982 auch in seiner Promotion über die Beziehungen zwischen Pop und Architektur wissenschaftlich untersuchte.
Ein zentrales Werk seines Schaffens ist der sogenannte Glaselefant im Maximilianpark in Hamm, dessen Entwurf 1981 entstand und der 1984 fertiggestellt wurde. Dieses monumentale Bauwerk, das Kunst und Architektur vereint, wurde zu einem Wahrzeichen der Region. In den folgenden Jahren entwickelte Rellecke dazu ein umfassendes Gestaltungskonzept mit verschiedenen Objekten und inszenierte den Raum zusätzlich mit Licht- und Klanginstallationen. Seine Arbeit bewegte sich zunehmend in Richtung kinetischer Großplastiken und multimedialer Inszenierungen, etwa durch Laser-Shows wie „Von Altamira bis zum Mars“ oder „Zehnkampf“.
Neben seinen Großprojekten nahm Rellecke erfolgreich an zahlreichen Wettbewerben teil und erhielt mehrere erste Preise, unter anderem für Skulpturen und Gestaltungskonzepte im öffentlichen Raum, etwa für die Bundesgartenschauen in Dortmund und Gelsenkirchen oder die Landesgartenschau in Oberhausen. Auch Projekte wie der Umbau industrieller Anlagen, beispielsweise der ehemaligen Kohlenmischanlage zur GartenDOM in Oberhausen, zeigen seine Verbindung von Architektur und Kunst. Weitere Arbeiten umfassen Brunnenplastiken, Lichtinstallationen und großformatige Stahlskulpturen.
Seit den 1990er Jahren realisierte Rellecke zahlreiche Ausstellungen und Kunstprojekte, darunter Jubiläumsausstellungen, Lichtinstallationen und thematische Präsentationen seiner Werke. Insgesamt kann er auf über 150 Ausstellungen im In- und Ausland zurückblicken. Seine Arbeiten sind unter anderem dauerhaft in der Galerie Kley in Hamm zu sehen.
Heute lebt und arbeitet Horst Rellecke am Möhnesee. Sein Werk zeichnet sich durch die Verbindung von künstlerischer Experimentierfreude, technischer Innovation und architektonischem Denken aus und nimmt damit eine besondere Stellung in der zeitgenössischen Kunst ein.