| Ort: | Hamburg , Deutschland |
| Info: | Als Mitte des 19. Jh. ein bisher nicht erlebter Aufschwung von Handel und Gewerbe einsetzte und auch in Deutschland die Industrialisierung begann, wuchsen auch die Anforderungen an das Bankwesen. In Hamburg erkannten bedeutende Privatbankiers und sog. Merchant Bankers, die Waren- und Bankgeschäfte ausübten, daß die bis dahin überwiegend dem Giroverkehr dienende Hamburger Bank den neuen Anforderungen kaum gewachsen war. Deshalb gründeten sie am 29.7.1856 die Vereinsbank in Hamburg. Das Gründungskapital wurde mit 20 Mio. Mark Banco aufgelegt und in 100.000 Aktien von 200 Mark Banco eingeteilt. Die Emission war 29-fach überzeichnet. Zu den Gründern und Direktoren gehörten u.a. Johann Hinrich Gossler i. Fa. Joh. Berenberg, Gossler & Co.; Rudolph Schröder i. Fa. Schröder Gebrüder & Co.; Wilhelm Amsinck, Teilhaber der Fa. Johannes Schuback & Söhne sowie Edward A. Newman. Mit der Errichtung von Filialen in Altona (1865), Cuxhaven (1897) und Flensburg (1905, mit der Schleswig-Holsteinischen Bank 1939 gegen deren Zweigstelle Hamburg-Wandsbek getauscht) sowie der Gründung der Vereinsbank in Kiel (1865, eingegliedert 1918), der Hypothekenbank in Hamburg (1871) und der Vereinsbank Hannover (1873) sowie der Übernahme der Bankfirma Eduard Frege & Co., Hamburg (1898) und der Ottensener Bank (1931/37) dehnte sich die Bank ständig weiter aus. Seit 1902 befindet sich der Hauptsitz am Alten Wall 22, direkt neben dem Hamburger Rathaus. 1974 Fusion mit der Westbank AG in Husum zur Vereins- und Westbank AG. Bis 2004 börsennotiert, dann betrieb der Großaktionär Bayerische HypoVereinsbank den Squeeze-Out und gliederte sich die traditionsreiche Regionalbank vollständig ein. |
| Branchen: | Banken ( nur Aktien ) - banking (just shares) |
| Länder: | Deutschland |
| Regionen: | Hamburg |
| Firmensitz | Hamburg , Deutschland |
| Wertpapier Typ | Inhaberaktie - Nennwert : 1.000 Reichsmark / RM |
| Wertpapier Art | Stammaktie - Hamburg im Februar 1942 |
| Größe in cm ca. | 20 x 30 in cm |
| Entwertet | ja |
| Erhaltung | 1 - 2 , gut bis sehr gut |
| Druckerei | W. Gente, Hamburg , Deutschland Hochwertiger Wertpapierdruck auf Wasserzeichenpapier in erstklassiger Druckqualität |
| Besonderheit | Aktie / Wertpapier und regionaler Klassiker, Branchen- und regionalgeschichtlich überaus bedeutend und sehr interessant - Letzte Reichsmark RM Emission Version der Vereinsbank Hamburg |
| Versandformat | Standardgröße in cm 20 x 30 |
Die Vereinsbank Hamburg war eine Hamburger Regionalbank, die 1856 als Vereinsbank in Hamburg gegründet wurde, 1974 mit der Westbank zur Vereins- und Westbank fusionierte und 2005 in die Hypovereinsbank integriert wurde.
Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgreich einige Banken als Aktiengesellschaften gegründet wurden, wie der A. Schaaffhausen’scher Bankverein, Köln oder die Disconto-Gesellschaft, Berlin, wurde auch in Hamburg über Gründung einer aktien-basierten Bank nachgedacht. Einige Hamburger Kaufleute gründeten 1854 ein Konsortium, das die Gründung einer Norddeutschen Bank vorsah, die auch das Recht haben sollte, Noten auszugeben.
Die Verhandlungen mit dem Rat der Stadt Hamburg gestalteten sich schwierig und zogen sich über Jahre hin, so dass eine andere Gruppe Kaufleute kurzerhand nach Londoner Vorbild 1856 die Vereinsbank gründete.
Diese Gruppe von Kaufleuten bestand vorwiegend aus Hamburger Merchant Bankers, die mit England handelten, sie sollten in den folgenden Jahren bleibenden Einfluss behalten. Dieser Gruppe gehörten an Johann Christian Söhle vom Bankhaus Haller, Söhle & Co., Johann Heinrich Gossler von Johann Berenberg, Gossler & Co., Wilhelm Amsinck Teilhaber von Johannes Schuback und Söhne, Rudolph Schröder von Schröder Gebr. & Co., Edward A. Newman von Hesse Newman, Georg Heinrich Kaemmerer Teilhaber von G. H. Kaemmerere Söhne und einige andere. Das Gründungskapital betrug 20 Millionen Mark Banco, wovon 5 Mio. für die Gründungsmitglieder reserviert blieben, die ausgegebenen Aktien zu 200 Mark Banco wurden bei der Subskription 29-mal überzeichnet. Am 11. August 1856 wurde die Gesellschaft beim Handelsregister eingetragen und die ersten vorläufigen Geschäftsräume an der Adresse Alter Wall 62 bezogen.
Die Norddeutsche Bank wurde 2 Tage später, nun auch ohne eigene Banknoten, gegründet.