Hugenotten-Verfolgung: Das Blutbad von Wassy 1562. Original-Kupferstich aus dem Imhofschen "Bildersaal", Nürnberg 1694. Bildformat
61 x 85 mm auf einem Blatt (175 x 110 mm, ein Eckeinriss ausserhalb des
Stiches und des Textes, sonst ordentliches Exemplar)
mit Text in deutsch.
Am Sonntag, den 1. März 1562 ritten der Herzog von Guise und sein Bruder Charles, der Kardinal von Lothringen, — zwei Männer an der Spitze des Katholizismus in Frankreich — mit ihren bewaffneten Garden nach Vassy, einem Dorf östlich von Paris. Sie beschlossen, in der Kirche von Wassy haltzumachen und der Messe beizuwohnen. Plötzlich hörten sie Kirchenlieder. Der Gesang kam aus einer Scheune, wo sich etliche hundert Protestanten zum Gottesdienst versammelt hatten. Die Soldaten erzwangen sich den Zutritt. In der dabei entstandenen Verwirrung kam es zu gegenseitigen Beschimpfungen; dann flogen die ersten Steine. Die Soldaten eröffneten das Feuer; Dutzende von Protestanten wurden getötet und ungefähr hundert verletzt.