Studie um 1870 des deutsch-baltischen Malers Gregor von Bochmann (Nihat 1850 - 1930 Hösel).
Die Studie ist rechts unten signiert (siehe Fotos).
Darstellung: Holzsammlerin auf einem Pfad im Winter.
Technik: Bleistift auf Papier.
Zustand: Das Blatt ist leicht gebräunt. Ansonsten ist das Blatt in einem guten Zustand, mit einem Passepartout versehen.
Maße: 8 x 12 cm (Blatt).
Weitere Studien von Gregor von Bochmann finden Sie unter meinen anderen Angeboten und auf Anfrage.
Gregor von Bochmann (* 20. Mai / 1. Juni 1850 auf dem Gut Nehhat (estn. Nehatu) in Estland; † 12. Februar 1930 in Hösel bei Düsseldorf) war ein deutsch-baltischer Maler und Zeichner, der an der Düsseldorfer Kunstakademie studierte und danach in Düsseldorf sesshaft wurde.
Durch seine regelmäßigen Ausstellungsbeteiligungen und seine teilweise spektakulären Frühwerke war Bochmann zu Lebzeiten stets populär. Nach seinem Tod wurden 1930 und 1951 im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen zwar Gedächtnisausstellungen für ihn ausgerichtet (1951 mit 70 Werken), danach jedoch wurde es – abgesehen von der ungebrochenen Präsenz seiner Bilder im internationalen Kunsthandel – etwas stiller um ihn. Seit dem Anfang dieses Jahrhunderts gab es allerdings Ausstellungen in Düsseldorf und Estland, und ein Buch erschien 2007 über das Leben und Werk des Malers.
Gregor von Bochmann verbrachte seine Kindheit auf dem Lande in Estland, das damals von Russland verwaltet wurde. Mit seinem Vater, einem wegen seiner Verdienste im Krimkrieg geadelten Forstrevidenten der staatlichen Domänen im Gouvernement Estland, reiste er häufig über Land und schulte dabei früh seine Beobachtungsgabe. Von 1862 bis 1868 besuchte er das Gouvernements-Gymnasium in Reval, wo sein Zeichenlehrer Theodor Albert Sprengel, der selbst in Dresden und Düsseldorf studiert hatte, sein außergewöhnliches künstlerisches Talent erkannte. Er verschaffte ihm 1868 ein Stipendium der Revaler Schiller-Stiftung zum Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, die durch die Düsseldorfer Malerschule bekannt geworden war.
Nach schnellem Durchgang durch die Zeichen- und die Antikenklasse der Akademie besuchte er 1869 ein halbes Jahr die Landschaftsklasse Oswald Achenbachs,[2] bis dieser die Akademie verließ. Bereits 1871 gründete Bochmann ein eigenes Atelier in Düsseldorf und unternahm in der Folgezeit wiederholt Studienreisen nach Holland, Belgien und Estland, die ihm die Motive zu seinen Gemälden lieferten. Am 22. August 1877 heiratete er in Düsseldorf Emilie (Milla) Poensgen (* 1856), Tochter von Julius Poensgen (1814–1880) aus der bekannten Industriellenfamilie Poensgen. Ein Sohn ist der Bildhauer Gregor von Bochmann der Jüngere.
Früh beteiligte er sich an wichtigen Kunstausstellungen (Düsseldorf, München, Wien, Dresden, Berlin, Weltausstellung 1878 in Paris) und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Neben etlichen Ausstellungsmedaillen und der Berufung in die Akademie der Künste in Berlin im Jahre 1893 wurde ihm 1895 der Titel Kgl. Preuß. Professor verliehen. Am 13. Juli 1899 wurde er in den preußischen Adelsstand aufgenommen, indem Kaiser Wilhelm II. Bochmanns russischen Adelstitel bestätigte.
Durch die Gründung der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler zählt Bochmann zu den frühesten Secessionisten. Bochmann war Vorstandsmitglied im Deutschen Künstlerbund.
Zu den Hauptwerken Bochmanns, der auch ein hervorragender Zeichner und Aquarellist war, gehören: „Estnischer Marktplatz“ (um 1870, Kunstmuseum Düsseldorf), „Die Schnitter“ (nach 1870, Nationalgalerie Berlin), „Sonntag bei der Kirche in Estland“ (1874), „Holländische Schleuse“ (1875), „Kartoffelernte in Estland“ (1876), „Werft in Südholland“ (1878, Nationalgalerie in Berlin), „Alt-Scheveninger Strandleben“ (1879), „Fischmarkt in Reval“ (1886, Kunstmuseum Düsseldorf), „Holländischer Strand“ (1888), „Rast am Kruge“ (Motiv aus Estland, 1893, Gemäldegalerie Dresden), „Holländisches Strandbild“ (1894, Neue Pinakothek in München), „An verlassener Heerstraße“ (1904), „Die Schiffe kommen“ (1907), „Muschelfischer“ (1918).
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