Angeboten wird eine Radierung von Dietz Edzard
TITEL: ohne Titel [Mariendarstellung]
TECHNIK: Radierung auf Japanpapier
JAHR: unten rechts in Blei datiert „[19]21“
GRÖßE: 32,5 x 25,2 cm (Blatt) bzw. 17,5 x 14 cm (Druck)
SIGNATUR: unten rechts in Blei signiert „Dietz Edzard“
AUFLAGE: unten links in Blei nummeriert „18/32“
ZUSTAND: die beiden linken Ecken und die Ecke oben rechts mit Knickspuren; leichte Druckstellen im Blatt; am linken Rand oben kleiner dunkler Fleck; verso unten mittig kleiner dunkler Fleck
---Zu dem Frühwerk von Dietz Edzard schreibt Hans Ries, wobei hierbei auch explizit Mariendarstellungen erwähnt werden:
„E.[dzard] beginnt in der Zeit des 1.WK und danach mit düster gestimmten relig. Motiven (Ausstattung einer Kriegergedächtnis-Kap. in Mlawa/Ostpreußen, 1915; Madonna, 1916; Beweinung, Kniender Mensch, 1919) und Rad. in einer zurückgenommenen, durchsichtigen Linienführung (Zyklus Ave Maria nach Thomas von Kempen, 1920; Alte Marienlieder; Ill. zu Ein schwaches Herz von F.M. Dostojewski, beide M. 1923; Die rote Blume von Garschin sowie Wij von Gogol, beide M. 1924; Der Abendpfeifer von R.H. Bartsch, L. 1925).” [1]
Diese vorliegende, zart ausgeführte Werk ist in diese frühe Phase einzuordnen und steht dabei in thematischem Zusammenhang zu der „Ave Maria“-Mappe (Amsterdam, 1920) und dem Band „Alte Marienlieder“ (München, 1923).---
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[1] Ries, Hans: Dietz Edzard, in: „Artists of the World
(AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion.
Zu Diedrich[2]
Hermann (Dietz) Edzard (30.03.1893 Bremen – 08.01.1963 Paris):
Maler, Zeichner,
Grafiker.
Sohn des Bremer
Rechtsanwaltes und Notars Conrad Edzard (1858-1930) und dessen Ehefrau Hermine
Magdalene, geb. Melchers. Bruder des Bildhauers Kurt Edzard (1890-1972), sowie
Bruder des Weltrekordfliegers Cornelius Edzard (1898-1962).
Die Familie lebte
im Philosophenweg 1.
Anfangs versuchte
er ein Kunststudium bei Wilhelm Trübner in Karlsruhe, was er aber nach einem
Gespräch wieder Trübner wieder abbrach. Darauf kam er nach Stuttgart, wo er
Schüler bei Adolf Hölzel werden wollte, doch auch hier blieb er nur ein paar
Tage.
Ab 1911 Unterricht
in Berlin bei Max Beckmann, ansonsten ist Dietz Edzard als Künstler Autodidakt.
Für kurze Zeit
schloss er sich einem Wanderzirkus an und war trat Seiltänzer.
Tätig und wohnhaft
im Rheinland und im Bremen.
1918-20 in den
Niederlanden tätig.
Darauf in Bremen
ansässig (Ellhornstraße 24).
02.02.1921 Heirat in
Bremen mit Emmy Clara Wilhelmine von Baum, geb. Bayer (1889 Elberfeld - ?). Die
Ehe wurde 1938 geschieden.
22.11.1922 Geburt
der Tochter Rena (verstorben 1948).
Ab 1922 in
Herrsching am Ammersee.
1922-25 Reisen nach Litauen, Kurland und in die Schweiz.
1924 schuf er drei
Radierungen für den Band „Die rote Blume“ (München) von W. F. Garschin.
1927 geht er in
die Provence.
1930 kurzzeitige
Rückkehr nach Berlin.
Bald darauf lässt
er sich dauerhaft in Paris nieder.
1937 wurden vier
Druckgrafiken und ein Gemälde aus öffentlichem Museumsbesitz (Erfurt, Hamburg)
als „entartet“ beschlagnahmt.
1938 Heirat mit
der Malerin Suzanne Eisendieck (1906-1998).
1939-40 als
„feindlicher Ausländer“ in Les Milles interniert. Dort Kontakte zu Künstlern
wie u. a. Gottfried Stein (1915 Göttingen – 1999 ebd.). Daneben freundete er
sich mit dem Lagerkommandanten Charles Goruchon (1891-1961) an.
1944-45 kurzzeitig
nochmals in Cherbourg interniert.
1945 Geburt der
Tochter Christine Edzard (Filmregisseurin).
1947 Geburt der
Tochter Angélica.
1961
Venedig-Aufenthalt
Zum Frühwerk
schreibt Hans Ries:
„E. beginnt in der Zeit des 1.WK und danach mit düster
gestimmten relig. Motiven (Ausstattung einer Kriegergedächtnis-Kap. in
Mlawa/Ostpreußen, 1915; Madonna, 1916; Beweinung, Kniender Mensch, 1919) und
Rad. in einer zurückgenommenen, durchsichtigen Linienführung (Zyklus Ave Maria
nach Thomas von Kempen, 1920; Alte Marienlieder; Ill. zu Ein schwaches Herz von
F.M. Dostojewski, beide M. 1923; Die rote Blume von Garschin sowie Wij von
Gogol, beide M. 1924; Der Abendpfeifer von R.H. Bartsch, L. 1925).”
Einzelausstellungen: 1916 Galerie Gurlitt, Berlin; 1920, 1921 Kunstverein Köln; 1928 Galerie Flechtheim, Berlin; 1928 Galerie Durand-Ruel, Paris; 1929 Galerie Manuel Freres, Paris; 1931-34 Galerie Zak, Paris; 1932, 1936, 1937, 1939 Durand-Ruel-Gallery, New York City; 1935 Leicester Gallery, London; 1953, 1956 Galerie Pétrides, Paris; 1954 Galerie Abels, Köln; 1955 Kunstmuseum, Bremen; 1956 Gallery O´Hana, London; 1957, 1962 Gallery Hammer, New York; 1989 Galerie Bühler, München
Sammlungen: Stadtmuseum Berlin; Kunsthalle Bremen; Amgueddfa Cymru – National Museum Wales, Cardiff; Museum de Grenoble; Sammlung Memoria – Thomas B. Schumann, Hürth; Museum Ludwig, Köln; LETTER-Stiftung, Köln; Metropolitan Museum of Art, New York City; Musée d´Orsay, Paris; National Gallery of Art, Washington / D. C.; Von der Heydt-Museum, Wuppertal
LITERATUR
(Auswahl): Brettell, Richard R. /
Tucker, Paul Hayes / Lee, Natalie H. (Hrsg.) (2009): The Robert Lehmann
Collection III [Nineteenth- and Twentieth-Century Paintings], Princeton:
University Press, S. 322 --- Groeg, Otto J.
(Hrsg.) (1978): Who´s who in the Arts [Band: A-M], Wörthsee, S. 194 --- Papenbrock, Martin (Hrsg.) (1996): „Entartete Kunst“, Exilkunst,
Widerstandskunst in westdeutschen Ausstellungen nach 1945. Eine kommentierte
Bibliographie], Weimar: VDG, S. 445 --- Ries, Hans: Dietz Edzard, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines
Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion --- Sennewald, Adolf
(1999): Deutsche Buchillustratoren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, Wiesbaden:
Harrassowitz, S. 39
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[2] Zumeist wird
der Vorname mit „t“ als „Dietrich“ angegeben, was jedoch irrig ist, wie sich u.
a. in der Geburtsurkunde zeigt.














