Über diese Artikel
Die Band, die sich selbst zur "Greatest Rock & Roll Band in the World" erklärte, repräsentiert längst den übergreifendsten Zusammenfluss von Kunst und Handel des Rock -- mit einem deutlichen Schwerpunkt auf letzterem in den letzten Jahrzehnten -- eine Vorstellung, der sich dieser 40-Trackigen, fünf Jahrzehnte umfassenden Anthologie nicht ganz entziehen kann. Während dies die erste Anthologie ist, die Hits aus der gesamten Karriere der Band sammelt, sind es die frühen Melodien, die eine der zentralen Ironien der Stones hervorheben: Praktisch ihr gesamter "Bad Boy"-Ruf wurde bei der Arbeit für The Man aufgebaut. Dieser ursprüngliche Musicalbogen der 60er Jahre grenzte von 50er Jahre Rock und R&B Revivalismus ("Not Fade Away", "The Last Time") über Anti-Mop Top Aggression ("Satisfaction", "Get Off My Cloud", "19th Nervous Breakdown") bis hin zu Proto-Goth-Zynismus ("Paint It Black", "Have You Seen Your Mother Baby") und psychedelischem Minnesänger ("She's a Rainbow", "Ruby Tuesday") bis hin zum Inbegriff von Bluesday Flash") und Jack Cock Rock ("Stream"). Ende der 60er Jahre entrissen sie die Kontrolle über ihr eigenes Schicksal -- und zukünftige Urheberrechte -- und verbrachten die nächsten 30 Jahre damit, ihre frühere Inkarnation bis ins Unendliche weitgehend zu recyceln -- ihre Musik war gesprenkelt mit gelegentlich erfolgreichen Streifzügen in zeitgenössisches Club- und Disco-Futter ("Some Girls", "Shattered") -- und ruhten sich auf ihren gut bezahlten Lorbeeren aus. Leider scheint das lustlose Quartett neuer Tracks, die diese Sammlung konkretisieren, kaum mehr als ein weiteres Geschäft zu sein, um ihre Welttournee 2002-03 zu hype, wobei "Don't Stop" wohl der schwächste in einer langen Reihe von Stones McSingles nach den 80er Jahren ist. Wenn Jagger hier typischerweise losgelöst scheint, spritzt Keith Richards etwas willkommene, zerklüftete Wärme in die sich schließende Barraumklage, "Losing My Touch". Aber es ist auch ein Auftritt, der darauf hindeutet, dass seine legendäre Band kaum mehr für ihn geworden ist als "The Greatest Day Job in the World". -- Jerry McCulley