Das Kunstwerk auf deinem Foto zeigt ein Waschbrett, das von Herbert Zangs in seiner charakteristischen Technik der „Weißung“ bearbeitet wurde.

Zangs ist bekannt dafür, Alltagsgegenstände oder Objekte mit einer unregelmäßigen, pastosen Schicht aus weißer Farbe zu überziehen. Dieses Verfahren der „Weißung“ verleiht den Dingen eine neue, fast archaische Präsenz. 

Dieses Objektwerk von Herbert Zangs zeigt auf eindrucksvolle Weise die Transformation eines Alltagsgegenstandes in ein poetisches Kunstwerk. Ausgangspunkt ist ein altes Waschbrett, das der Künstler durch Übermalung, Bearbeitung und Assemblage in ein autonomes Werk verwandelt. Die weiße Farbfassung, durchzogen von Spuren, Kratzungen und Überlagerungen, verweist auf die für Zangs typische künstlerische Strategie der „Verweisung“: Die Dinge zeigen nicht mehr allein ihre ursprüngliche Funktion, sondern öffnen sich zu neuen Bedeutungsebenen.


Die Einbindung von Naturmaterialien – ein Geflecht aus Zweigen und Schnüren – verstärkt den Eindruck einer Spannung zwischen Ordnung und Auflösung, zwischen dem Verweis auf das Alltägliche und seiner künstlerischen Überhöhung.


Die weiße Übermalung bewirkt:

Verfremdung
Das Instrument wird entmaterialisiert, von seiner ursprünglichen Funktion gelöst und in den Bereich der Kunst verschoben.

Neutralisierung
Die Farbe Weiß nimmt dem Objekt Individualität, macht es universeller und zeitloser.

Struktur und Relief
Die dick aufgetragene Farbe betont Oberflächen, Kanten und Vertiefungen, wodurch ein stark haptischer Eindruck entsteht.

Ambivalenz
Zwischen Zerstörung und Bewahrung – das Akkordeon ist noch sichtbar, aber zugleich verhüllt.

Maße
100cm x 40cm x 30cm

Gewicht
ca. 5kg

So wird der Alltagsgegenstand des Waschbrettes zu einer skulpturalen Form, die von Erinnerung, Vergänglichkeit und Transformation spricht – ganz im Sinn von Zangs’ künstlerischer Strategie, alltägliche Dinge durch Weißung zu „verklären“.