Angeboten wird ein Werk von Sabine Ebel
TITEL: "Fliessendes" [so verso unten links betitelt]
TECHNIK: Federzeichnung (Möwenfeder) auf sandfarbigem Papier, von der Künstlerin befestigt unter selbsterstellte Passepartoutmaske
JAHR: verso unten links datiert "1965"
GRÖßE: 43 x 61,1 cm
SIGNATUR: unten rechts auf dem Passepartout in Blei signiert „Sabine Ebel“
ZUSTAND: Blatt von der Künstlerin befestigt unter selbsterstellte Passepartoutmaske; leicht fleckig; leichte Druckstellen; verso Lagerspuren und fleckig; Passepartout mitunter mit etwas stärkeren Quetschungen, etwas bestoßen, knittrig
---Das Schaffen der Malerin, Zeichnerin,
Grafikerin und Schriftkünstlerin Sabine Ebel blieb lange Zeit unentdeckt und
wurde erst kürzlich einer genaueren Betrachtung unterzogen.
Sabine Ebel war die Tochter des Buchhändlers und
Antiquars Rudolf Ebel (1907-1994) und dessen Ehefrau Annelies Ebel (1910-1975).
Sie besuchte die Oldenburger Cäcilienschule und schloss diese mit dem Abitur ab
(1966). Hierauf ging sie an die Kunsthochschule Kassel (bei Ernst Röttger),
bevor sie in den 1970er Jahren kurzzeitig in Hamburg lebte. Im Späteren ist sie
wieder im Oldenburger Elternhaus in der Hochhauser Straße 5 ansässig.
Es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass
Sabine Ebel mit ihrem Schaffen jemals an die Öffentlichkeit trat bzw. an
Ausstellungen teilnahm, so dass hier tatsächlich von einer (Wieder-)Entdeckung
gesprochen werden kann.
Neben kalligrafischen Arbeiten, in denen Ebel u.
a. Gedichte von Walter Helmut Fritz und Agnes Miegel eigenwillig umsetzte,
entstanden vor allem Werke, die die Verbindung zwischen Bild und Buch bzw.
Zeichnung und Schrift suchen. Gut vorstellbar, dass dieses gewählte Thema
biographisch betrachtet auch mit der Arbeit des Vaters als Buchhändler und
Antiquar zusammenhängt.
Ebel bewegt sich damit in einer Tradition des 20.
Jahrhunderts, die geprägt wurde von Paul Klees „Schriftbildern“, Cy Twomblys
„scribbles“ oder auch Arbeiten Anselm Kiefers. Mit ihrer schriftkünstlerischen
Ausbildung gelingt es Ebel dabei einen eigenen Weg zu finden, bei dem oftmals
das Schriftbild erhalten bleibt, ohne damit aber irgendeine sinnvolle
Lesbarkeit zu vermitteln, so dass organische Abstraktionen zu entstehen
scheinen. Für Ebel dürfte in diesen Werken das gelten was Else Lasker-Schüler
bereits 1910 sagte: „Die Schrift ist ein Bild für sich und hat nichts mit dem
Inhalt zu tun.“ [1]
Neben diesen Werken entstanden noch figürliche
Arbeiten, Abstraktionen, die stärker ins Informelle gehen, sowie Collagen und
auch Assemblagen.
Diese hier vorliegende, verhältnismäßig große Zeichnung wurde von der Künstlerin mit Möwenfeder ausgeführt. Betitelt ist die Komposition mit "Fliessendes" und tatsächlich lassen sowohl die schwungvollen Linienführungen wie auch die farblichen Abstufungen von zartem Grau zu Dunkel-, Schwarzgrau an eine Bewegung, eine gewisse Dynamik denken. Diese Bewegung geht dabei deutlich von links nach rechts und es wirkt als ob ein starker Wind die Strukturen anrührt.
Sabine Ebel gelingt auf diese ganz subtile Weise eine sehr wirkungsvolle, wie zugleich auch locker einfühlsame Abstraktion.---
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[1] Elske Lasker-Schüler: Handschrift, in:
"Der Sturm", Jg. 1, Nr. 39 (Nov. 1910), S. 309-310 [hier: 310].
Sabine Ebel
(03.05.1945 Oldenburg – 12.06.2015 ebd.):
Malerin,
Zeichnerin, (Gebrauchs-)Grafikerin, Schriftkünstlerin.
Tochter des
Buchhändlers und Antiquar Rudolf Ebel (1907-1994) und dessen Ehefrau Annelies
Ebel (1910-1975).
Besuch der
Cäcilienschule. 1966 Abschluss mit dem Abitur.
Studium an der Kunsthochschule
Kassel (bei Ernst Röttger (1889-1967).
In den 1970er
Jahren kurzzeitig in Hamburg ansässig (Geibelstraße 42).
Später wieder in
Oldenburg im Elternhaus ansässig (Hochhauser Str. 5).
Neben kalligrafischen Arbeiten, in denen Ebel u. a. Gedichte von Walter Helmut Fritz und Agnes Miegel eigenwillig umsetzte, entstanden vor allem Werke, die die Verbindung zwischen Bild und Buch bzw. Zeichnung und Schrift suchen. Ebel bewegt sich damit in einer Tradition des 20. Jahrhunderts, die geprägt wurde von Paul Klees „Schriftbildern“, Cy Twomblys „scribbles“ oder auch Arbeiten Anselm Kiefers. Mit ihrer schriftkünstlerischen Ausbildung gelingt es Ebel dabei einen eigenen Weg zu finden, bei dem oftmals das Schriftbild erhalten bleibt, ohne damit aber irgendeine sinnvolle Lesbarkeit zu vermitteln, so dass organische Abstraktionen zu entstehen scheinen.
Neben diesen Werken entstanden noch expressiv gegenständliche Arbeiten (Figuren, Blumen), Abstraktionen, die stärker ins Informelle gehen, sowie Collagen und auch Assemblagen.
Sammlungen: Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig; Klingspor-Museum, Offenbach am Main; Stadtmuseum Oldenburg
Quelle: Jürgen Derschewsky: Biografien Oldenburger Künstler (Online - derschy.de)























