Sie bieten auf drei Postkarten von 1884-1886 aus Berlin.


Geschrieben vom Studenten an der Kaiser Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen und späteren Militärarzt Gustav Velde (1865-1920), ein Sohn des Architekten und Eisenbahn-Baubeamten Heinrich Velde (1827-1905).


Gerichtet an seine Eltern; adressiert an seine Mutter "Frau Bauinspektor Velde" in Frankfurt am Main.


Datiert Berlin, den 7. Mai 1884, den 29. Juli 1885 und den 12. Juni 1886.


Auszüge:

1884: "Liebe Mutter! Es wäre mir lieb, wenn Du mir noch ein Stück Leder, etwa 1 □ Fuß groß, mit meiner Wäsche schicken könntest. [...] Euer Gustav."


1885: "Liebe Eltern! [...] Euer Gesundheitszustand wird wohl noch ein überraschend guter sein, da ihr mich ebenfalls so lange auf Nachricht warten ließt. [...] In der Hoffnung auf ein frohes Wiedersehen Euer Gustav."


1886: "Liebe Eltern! [...] Ich werde indessen nicht verfehlen, am Ende der Pfingstwoche euch einen detaillirteren Bericht über die welterschütternden Ereignisse der Residenz, wenigstens soweit sie mich betreffen, zu verfassen und auch zu übermitteln."


5-Pfennig-Ganzsachen (9,2 x 14 cm).


Zustand: Papier gebräunt. Bitte beachten Sie auch die Bilder!

Interner Vermerk Ostbhf 25-01-19 in schwarzes Album Krone


Über Gustav Velde (Quelle: wikipedia-Benutzerseite "DerUnfassbarUnfassbare") und seinen Vater Heinrich Velde (Quelle: wikipedia):

Gustav Velde (* 23. Januar 1865 in Wiesbaden; † 4. Juli 1920) war ein deutscher Militärarzt.

Leben: Gustav Velde war ein Sohn des deutschen Architekten Heinrich Velde. Er studierte ab dem 30. März 1883 an der Kaiser Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen und gehörte dieser bis zum 15. Februar 1887 an. Er promovierte schließlich am 4. August 1888 und diente als Unterarzt beim Füsilier-Regiment „Graf Roon“ (Ostpreußisches) Nr. 33. Er wurde in dieser Eigenschaft am 16. April 1889 zum Assistenzarzt befördert. Er war ab dem 30. April 1894 bei der Kaiser-Wilhelm-Akademie tätig und wurde dabei bis zum 24. April 1897 bei der Charité verwendet. Er war bis zum 20. August 1897 bei der Akademie und nahm auf griechischer Seite beim Lazarett des Zentralkomitees der Deutschen Verein vom Roten Kreuz am Türkisch-Griechischer Krieg teil. Er wurde nachfolgend als Bataillonsarzt zum II. Bataillon des 1. Hannoverschen Infanterie-Regiment Nr. 74 versetzt. Er wurde am 4. Januar 1898 an die deutsche Gesandschaft in Peking abkommandiert und konnte sich während der Belagerung der Gesandschaften vom 20. Juni bis zum 14. August 1900 in Peking als Stabsarzt auf rühmlichste Art auszeichnen. Er leitete so neben dem englischen Lieutenant-Colonel Francis Poole den Aufbau eines gemeinsamen Lazaretts in dem Kanzleigebäude der englischen Gesandschaft, in der verwundete und erkrankte Soldaten gepflegt wurden. Während der gesamten Kämpfe im Botschaftsviertel pflegte er mit Poole 166 Personen.

In den nachfolgenden Jahren wurde er Oberstabsarzt beim Königin Elisabeth Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 in Charlottenburg und fungierte zugleich als Chefarzt des Garnisonslazarett Charlottenburg. Er wurde schon einige Jahre später zur Disposition gestellt und der Landwehr überführt, wo er 1914 als Generaloberarzt bei der Landwehr-Inspektion Berlin wirkte.

Schriften

Kriegschirurgische Erfahrungen aus dem griechisch-türkischen Kriege 1897. E.S. Mittler, 1899 (mit Theodor Korsch)

Rückblick auf die Ereignisse in Peking im Sommer 1900. E.S. Mittler, Vortrag von 1906

Die Krankentrage 1913. 1914


Heinrich Velde (* 29. Mai 1827 in Diez, Herzogtum Nassau; † 16. April 1905) war ein deutscher Architekt und Baubeamter im Dienst der staatlichen Eisenbahnverwaltung.

Leben und Wirken: Heinrich Velde studierte ab 1847 an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in München das Fach Baukunst (Architektur)[1] und wurde danach Königlicher Eisenbahn- und Betriebsinspektor. Heinrich Velde entwarf als Architekt vor allem Hochbauten für die Lahntalbahn und für die benachbarte Rheintalstrecke.

Nach einem Entwurf Veldes entstanden ab Mitte des 19. Jahrhunderts entlang der Lahntalbahn zahlreiche typisierte Empfangsgebäude. Velde entwarf insgesamt 37 Bahnhöfe und war außerdem für den Bau von Haltepunkten, Bahnwärterhäuschen und Tunnelportalen verantwortlich. Als seine architektonische Glanzleistung beim Bahnbau gilt der zweite Höchster Bahnhof von 1880, der das erste Bahnhofsgebäude von 1839 ersetzte. Erhalten geblieben sind unter anderem die Bahnhöfe in Bad Ems, Diez und Weilburg. Der im Jahr 2007 sanierte Bahnhof von Rüdesheim am Rhein wurde von 1854 bis 1856 von Velde im klassizistischen Stil erbaut. Auch der vormalige Bahnhof Biebrich-Mosbach (heute: Bahnhof Wiesbaden-Biebrich) geht auf Pläne Veldes zurück, ebenso wie das Bahnhofgebäude von Mittelheim im Rheingau.

Velde war auch außerhalb des Bahnbaus bei einzelnen Bauten als Architekt tätig; unter anderem leitete er von 1853 bis 1855 den Bau der neuen katholischen Pfarrkirche St. Georg in Oberreifenberg und entwarf das Feldberghaus auf dem Großen Feldberg, dessen Grundsteinlegung 1859 erfolgte.

Familie: Heinrich Veldes Vater war der Schneidermeister Johann Heinrich Velde. Der Bruder von Heinrich Velde, August Velde (* 4. März 1829; † 1904) engagierte sich während der Deutschen Revolution 1848/1849 in der Turnerbewegung[8], war später als Rechtsanwalt in Diez tätig sowie Mitgründer der Nassau-Selterser Mineralquellen AG in Oberselters.

Einer der Söhne von Heinrich Velde, Dr. Gustav Velde (* 21. März 1865; † 4. Juli 1920) begleitete als Militärarzt das deutsche Expeditionskorps beim Boxeraufstand und verfasste mehrere medizinische Fachberichte über seine dortigen Erfahrungen. Heinrich Veldes Tochter, Julie Velde (* 3. Januar 1869; † 4. Juli 1965) hat die deutsche Frauenbewegung mitgestaltet und war unter anderem an der privaten Mädchenschule und dem späteren Lyzeum Schmidt (heute: Anna-Schmidt-Schule) in Frankfurt am Main seit der Schulgründung 1889 langjährig als Lehrerin tätig.