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Urkunde BRAUNSCHWEIG 1520: Kloster St. AEGIDIEN, Stiftung von DAMM geb. VECHELDE


Beschreibung

 

Weitere Bilder siehe unten!


 

Sie bieten auf eine Urkunde des Aegidienklosters Braunschweig von 1520.


 

Aus den letzten Jahren vor der Reformation, in deren Folge die Mönche das Kloster verließen und dieses aufgehoben wurde.


 

Vorliegend als Abschrift des 17. Jahrhunderts.


 

Ausgestellt vom Abt Theodorius, dem Prior Hermannus Borckheister und der ganzen "samminge des Closters Sancti Egidy Binnen Braunschweig."



Der
Abt Theodor Koch stammte aus Braunschweig und legte 1505 zusammen mit Martin Luther in Erfurt seinen Magister-Abschluss ab. Später schloß er sich auch der Reformation an. Als Abt von St. Aegidien ist er von 1510 bis 1543 belegt.


 

Betrifft eine geistliche Stiftung von Margaretha Vechelds (oder Vecheldt; gemeint ist das Geschlecht von Vechelde), Witwe von Thiele von dem Damme [Tile von Damm], Bürger zu Braunschweig, zum ihrem Seelenheil und dem ihres verstorbenen Mannes, ihrer Eltern und Freunde. Sie legt 400 rheinische Gulden in die Stiftung und zusätzlich jährlich 20 Gulden, also eine sehr große Summe. Erwähnt wird auch Johannes von dem Damme, der Bruder ihres Mannes. Auch andere Personen ihrer Familie werden genannt: "Coerd Thiele, Herman und Ciriacus Vecheldt, gedachten Frauen Margreten Brüdere und Henning von dem Damme Borgermeister, Berend Coerd und Henning der Jüngere von dem Dam, des Seeligen Vorbenanten Thielen von dem Dam Brüdere."



Am Ende datiert "Nach Christi unsers Herrn gebuhrt Tausend Fünff Hundert, darnach in dem Zwangzisten Jahre am Tage p." (Tag und Monat wurden also ausgelassen.)


 

Umfang: 10 beschriebene Seiten (31 x 20,7 cm); am Ende zwei Leerseiten.


 

Über die Stifterin: "Hermann VIII. [von Vechelde] hatte neun Kinder. Von den drei Töchtern war die älteste, Margarete, bereits 1511 verheiratet, und zwar mit Tile von Damm." Hermann VIII. von Vechelde, Tuchhändler, geboren vor 1460 als Sohn des Großen Bürgermeisters Albert von Vechelde, starb 1511, seine Gattin Gese 1513, die er 1479 geheiratet hatte. Diese war eine Tochter von Cort Doring und der Adele Düsterhop, ein Mädchen aus der ersten Kaufmannsfamilie der Stadt. (Quelle: Werner Spieß: Von Vechelde. Die Geschichte einer Braunschweiger Patrizierfamilie 1332-1864, Braunschweig 1951, S. 67.)


 

Zustand: Dokument (Abschrift des 17. Jahrhunderts) mittig gefaltet. Ungebunden (Doppelblätter liegen lose ineinander ein). Papier gebräunt und etwas fleckig, das äuere Doppelblatt mit Einrissen in der Mittelfalz, das innerste Doppelblatt etwas wasserrandig. Die Ecken sind schräg beschnitten; leichte Randschäden. Bitte beachten Sie auch die Bilder am Ende der Artikelbeschreibung!


Interner Vermerk: Kostbhf. 22-10-2


Bilder

 

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Über das Aegidienkloster Braunschweug und das Adelsgeschlecht von Damm (Quelle: wikipedia):

 

Das Aegidienkloster in Braunschweig war ursprünglich ein Benediktinerkloster und wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Es besaß seinen eigenen Bezirk mit Sonderrechten, der Klosterfreiheit oder Aegidienfreiheit genannt wurde. Die Klosterfreiheit war dem Stadtrecht entzogen und unterstand direkt dem Landesherrn. Die Benediktiner nutzten es bis zur Reformation, danach wechselte die Nutzung der Räume mehrmals. Heute befindet sich in den verbliebenen Räumlichkeiten eine Außenstelle des Braunschweigischen Landesmuseums. Es befindet sich an der Straße „Hinter Ägidien“.

Architektur: Die neben der Aegidienkirche erhaltenen Teile des Klosters, ein Teil des Kreuzgangs und die Konventsräume, zählen zu den ältesten Bauten Braunschweigs und sind Baudenkmale. Diese mittelalterlichen Zeugnisse weisen romanische und gotische Bauelemente auf. Neben dem Klausurbereich gehörten auch Klostergärten, ein Wirtschaftshof und ein Friedhof zur Anlage, diese haben sich jedoch nicht erhalten.

Geschichte: Das Benediktinerkloster wurde 1115 durch die brunonische Markgräfin Gertrud die Jüngere von Braunschweig († 1117) gegründet und war zunächst der heiligen Maria geweiht. Später wurde es dem heiligen Ägidius geweiht. Das Kloster erhielt die Reliquien des heiligen Auctors, die 1113 nach Braunschweig kamen. Der heilige Auctor wurde 1200 zum Stadtheiligen und Schutzpatron der Stadt Braunschweig. Das Kloster wurde auf dem Köpfeberg (der später Ägidienberg genannt wurde) südwestlich des Dorfes Bruneswiek (Altewiek) errichtet. Als Teil des Klosters wurde eine romanische Kirche erbaut. 1134 nahm Kaiser Lothar III. (1075–1137) das Aegidienkloster in seinen Schutz. Die Vogtei ließ er durch Ministerialen auf der Burg Dankwarderode verwalten. 1179 bestätigte Papst Alexander III. (1100/1105–1181) die Güter des Aegidienklosters, dazu zählten die Magnikirche sowie die Nicolaikapelle und St. Ägidien in Rautheim. Mönche des Aegidienklosters in Braunschweig gründeten das Benediktinerkloster in Lübeck und von dort aus später das Benediktinerkloster Wismar. 1278 fand der Neubau der Klosterkirche von St. Aegidien statt, nachdem sie und das Kloster bei einem Großbrand zerstört wurden. 1478 fand die Schlussweihe der Kirche statt.

Das Kloster hatte eine große Bedeutung, was zahlreiche bischöfliche und päpstliche Dokumente belegen. Im Kloster sind diverse historisch bedeutende Bücher und Zeugnisse entstanden und verwahrt worden. In dem Buch Legenden und Geschichten des Klosters St. Aegidien des Abtes Berthold Meier wurde um 1457 die erste Stadtansicht Braunschweigs veröffentlicht. Nach der Auflösung des Klosters wurden diese Klosterbestände auf Bibliotheken, Museen und Archive verteilt. Zudem verwahrte das Kloster eine Reliquie des Blutes Christi.

Reformation: Einige der Benediktinermönche zählten zu den ersten Anhängern Luthers. In der Frühphase der Reformation wirkte der Benediktinermönch Gottschalk Kruse (um 1499 – um 1540) in Braunschweig und hielt Predigten und biblische Vorlesungen im Aegidienkloster. Somit förderte er die Ausbreitung des evangelischen Glaubens in Braunschweig, musste jedoch auf Drängen des Herzogs Heinrich d. J. (1489–1568) die Stadt im März 1523 verlassen. Er hatte sich während seines Studiums in Wittenberg der lutherischen Lehre zugewandt.

Nachdem die Benediktinermönche das Kloster während der Reformation 1528 verließen und das Benediktinerkloster 1543 aufgehoben wurde, nutzten es zunächst Zisterzienserinnen und 1615 siedelte ein lutherischer Jungfrauenkonvent von St. Leonhard in das Aegidienkloster über. Dieses evangelische Stift nannte sich fortan Aegidienstift. St. Leonhard wurde zuvor bei der Belagerung der Stadt verwüstet.

Profanierung: Am 8. Dezember 1811 fand der letzte Gottesdienst in der Aegidienkirche statt, die zuletzt als Garnisonkirche genutzt wurde. Sie wurde daraufhin profaniert und als Ägidienhalle u. a. als Konzerthalle genutzt. 1821 lebten im Kloster eine Vorsteherin (Domina), ein Propst und elf Konventualinnen. 1832 erfolgte der Umbau der Klostergebäude in ein Gefängnis. Bis dahin nutzte man die umgebaute Augusttorwache. Der Innenhof diente als Hinrichtungsstätte. Am 1. Oktober 1840 wurde das Aegidienklostergefängnis zur Landesstrafanstalt erweitert. Um den dafür benötigten Platz zu schaffen, wurde der Jungfrauenkonvent von St. Aegidien in die Domkurie in der Kleinen Burg überführt. Die Gebäude wurden bis 1867 als Gefängnis genutzt. Von 1884 bis 1885 wurde auf dem Rennelberg eine neue Strafanstalt errichtet.

Die zahlreichen Umbauten und die Abrissarbeiten am Kloster sorgten dafür, dass sich bis heute nur noch der östliche Kreuzgangflügel mit drei angrenzenden Räumen (Klausurbereich) erhalten hat. Ein Rundbogenfenster, das beim Abriss ausgebaut wurde, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in die umgebaute Kreuzkirche in Lehndorf eingebaut.

1902 zog das Vaterländische Museum (das heutige Braunschweigische Landesmuseum) in die noch vorhandenen Klosterräume ein, zudem nutzte es die Ägidienhalle (die ehemalige Klosterkirche) und das angrenzende ehemalige Evangelische Vereinshaus. Das Aegidienkloster wurde restauriert. Der Chor des von 1902 bis 1903 abgebrochenen Paulinerklosters am Bohlweg aus dem 15. Jahrhundert wurde hier wieder aufgebaut, um dem Museum mehr Raum zu bieten. Am 25. April 1906 erfolgte unter Beisein des Regenten Prinz Albrecht von Preußen die Einweihung der neuen Räume des Vaterländischen Museums.

Heutige Nutzung: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Aegidienkirche der katholischen Gemeinde als Gottesdienstraum überlassen und stand somit dem Museum nicht mehr zur Verfügung. Die Klosterräume und der Paulinerchor waren kriegsbedingt beschädigt und mussten instand gesetzt werden. Die Arbeiten waren Ende der 1950er Jahre abgeschlossen und ließen während dessen nur kleine Ausstellungen zu. Mit einer neuen Dauerausstellung wurde das Museum 1960 wieder gänzlich der Öffentlichkeit übergeben. Nach dem Umzug des Braunschweigischen Landesmuseums in das Vieweghaus am Burgplatz wurde der Gebäudekomplex um das Kloster als Ausstellungszentrum genutzt. Neben einer Ausstellung über jüdische Kultur und Geschichte mit einem Synagogenraum fanden wechselnde Ausstellungen statt. Seit 2012 befindet sich hier neben dem Jüdischen Museum eine Ausstellung zu den Klosterräumen.

 

Damm (auch (von dem) Damme o. ä.) ist der Name eines niedersächsisch-westfälischen Adelsgeschlechts.

Geschichte: Bei der Familie handelt es sich ursprünglich um ein niedersächsisches Uradelsgeschlecht, das zunächst in Braunschweig als Patrizier- und Stadtadelgeschlecht auftritt, im 17. und 18. Jahrhundert dann auch in Soest. Der frühe Besitz des Geschlechts befand sich im Braunschweigischen in Bansleben (urkundl. 1325–1544) und im Halberstädtschen in Hornburg im Kreis Osterwick (1325–1375). Ferner besaß die Familie Bergwerke im Werningerodeschen (1515), darüber hinaus in Pommern Kloxin, Kreis Pyritz (1798).

Urkundlich erscheint das Geschlecht erstmals mit Eckehard de Dammone im Jahr 1267. Aus der heute erloschenen ersten Linie stammt Andreas Dietrich von Damm (* 1623 Braunschweig, † 1684 Soest), Sohn von Christoph von Damm und dessen Frau Helene von Pawel, der mit Anna Gertrud von Becquer verheiratet und ab 1665 als Stadtsyndicus in Soest tätig war. Zehn Jahre später wurde er Soester Bürgermeister. Ein Enkel von Andreas Dietrich von Damm, Johann Georg Ferdinand von Damm, wurde preußischer Generalmajor und erwarb Kloxin im Kreis Pyritz. Dessen Sohn Ferdinand von Damm wiederum wurde Soester Bürgermeister. Mit seinem Tod 1846 starb diese Linie derer von Damm aus. In anderen Linien blüht das Geschlecht fort.

Persönlichkeiten

Tile von Damm (1310–1374), Ratsherr in Braunschweig, im Zuge der „Großen Schicht“ hingerichtet, dessen direkter Nachkomme in 5. Generation:

Bertram von Damm (um 1495–1542), Braunschweiger Stadtphysicus, früher Anhänger Luthers

Henning von Damm (1517–1566), Braunschweiger Ratsherr und Bürgermeister

Andreas Dietrich von Damm (1623–1684), Soester Bürgermeister 1675–1677, direkter Nachfahre des Tile von Damm in 9. Generation, dessen Sohn:

Friedrich von Damm (1672–1740), Soester Bürgermeister 1729–1731, dessen Sohn:

Johann Georg Ferdinand von Damm (1717–1797), preußischer Generalmajor, Kommandant der Festung Stettin sowie Amtshauptmann von Tangermünde

Kurd von Damm (1862–1915), Rechtsanwalt, Politiker und Unternehmer, 1903–1912 Reichstagsabgeordneter

Helene von Damm (* 1938), in zweiter Ehe mit Christian von Damm, einem deutschen Banker bei der Bank of America, verheiratet gewesen; ehemalige US-amerikanische Politikerin (Republikanische Partei) österreichischer Herkunft, 1980–1983 Assistentin des damaligen Präsidenten Ronald Reagan, 1983–1986 Botschafterin der Vereinigten Staaten in Österreich

Wappen: Blasonierung im Wappenbuch des Westfälischen Adels: In Silber rechtsspringender schwarzer Hund mit goldenem Halsband und Ring. Auf dem gekrönten Helm zwei silberne Büffelhörner, dazwischen nach links wehender Hahnenschwanz. Die Helmdecken sind schwarz-silbern.

Im Braunschweiger Schichtbuch von 1514 wird das Wappen des hingerichteten Tile von Damm (Tile van dem Damme) († 1374) abweichend mit drei Straußenfedern im silbernen Schild gezeigt. Ähnlich gibt Mülverstedt an, dass ein vorliegender Siegelabdruck fünf oder sechs Straußenfedern zeigt. Entgegen der Darstellung im Wappenbuch des Westfälischen Adels, das von einem „Hahnenschwanz“ als Teil der Helmzier spricht, finden sich in anderen Wappendarstellungen typischerweise Straußenfedern als Teil der Helmzier.