Sie bieten auf einen Brief von 1641 aus Wassenberg (Kreis Heinsberg).


Geschrieben von einem Vertreter des Adelsgeschlechts von Pallandt. -- Es handelt sich wohl um einen Nachfahren von Wilhelm von Pallandt, Bürgermeister zu Wassenberg (gest. 1634), und / oder Dietrich von Pallandt, 1610/11 als Amtmann zu Wassenberg nachweisbar. Eventuell war der Verfasser ebenfalls Amtmann zu Wassenberg?


Ohne Adressierung, gerichtet jedoch an die Herren von Beeck auf Beeck (Wegberg).


Datiert Wassenberg, den 3. Juni und 7. Juni 1641.


Rückseitig spätere Inhaltsangabe: "Befehl an den Lehn-Botten, den von denen Beecker außgerißenen post wieder auff seine platz zu stellen."


Es ist nicht klar, ob "Post" hier in der modernen Bedeutung gemeint ist bzw. Posten für Postboten / Postkutschen, da man diesen ja schlecht ausreißen kann. Vielleicht war eine Hütte o.ä. für diesen gemeint?


Auszüge:

3. Juni 1641: "Eß wirdt hiesigen Lehnen botten befohlen, sich gegen morgen; Dienstag zu rechter frocher Zeit auff Beeck zu verfuegen, dahrselbsten einen Post, so die nachbahrn außgerißen auff vorige art zu stellen und den nachbaren ahn zu deutten sich aller attentaten biß zu erorteerung der sache unter straff von 25 ggr. gentzlich und zu mahl zu enthalten."


17. Juni 1641: "[...] wirdt den Vorstehern, Und Inwohnern, des Dorffs Beeck unter 10 ggr. straff befollen, meinem In sachen {???} Beecken, Contra gemeinen{?} letzten ertheilten recossin{?} unpfehlbar Innen dreien tagen zu pariren{?}."


Signiert jeweils "Palland."


Format: 20,5 x 19 cm.


Zustand: Papier etwas fleckig; mit kleinen Ausrissen im Bereich der Falz. Bitte beachten Sie auch die Bilder!

Interner Vermerk: Solar2207 Ordner 2


Über das Postwesen im 30-jährigen Krieg (Quelle: wikipedia):

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) war die Post von außerordentlicher Wichtigkeit. Lamoral von Taxis, der am 16. Januar 1608 zum Reichsfreiherren ernannt worden war, wurde 1624 in den erblichen Grafenstand erhoben, starb aber kurz darauf. Im gleichen Jahr (1624) erschien die erste dänische Postordnung, die auch für Schleswig und Holstein Gültigkeit hatte. Die Oberleitung lag in den Händen von vier Kaufleuten mit dem Titel Postverwalter. Das dänische Postwesen wurde 1640 verstaatlicht. 1631 besetzten die Schweden Sachsen und übernahmen dessen Postwesen. 1636 forderte Kaiser Ferdinand III. (1608–1657) auf dem Reichstag zu Regensburg ein Gutachten über die Beibehaltung der Kaufmanns- und Metzgerposten. Das Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass sich ständische und städtische Posten nicht überall verbieten ließen. Dennoch wurden am 12. August 1637 die Nebenposten für das ganze Reich verboten. Der Fuhrunternehmer Rötger Hinüber in Hildesheim legte mit Genehmigung der Höfe in Braunschweig, Hannover und Kassel eine Postverbindung zwischen Hamburg, Bremen, Hannover, Braunschweig und Kassel an und wurde 1641 zum herzoglich braunschweig-lüneburgischen Postmeister in Hildesheim ernannt. 1644 wurde eine Landespost Mecklenburg-Schwerin mit der Linie Schwerin–Rostock gegründet. 1645 wurde der taxisschen Reitpost auf dem Postkurs von Frankfurt (Main), Kassel, Braunschweig, Lüneburg nach Hamburg der Durchgang durch braunschweigisches Gebiet gestattet.