Die einstige böhmische Gießerei Horowitz-Komarau in Böhmen wurde 1791 von dem Wiener Grafen Rudolph Johann Nepomuk von Wrbna-Freudenthal gegründet. Nach einer anfänglichen "Ofenphase" stellte sie im Laufe des 19. Jahrhunderts sehr feinen Eisenguss her, bis hin zu ihren vielgelobten Schmuckteilen. 
Diese hohe Qualität eignet auch dem vorliegenden Standkruzifix mit seinem quaderförmigen Postament auf Treppenstufen mit Perlrand. Schon der Verbund von Ähren- und Weinlaubkranz auf der Vorderseite zeigt eine besonders detaillierte Ausführung. Das gilt erst recht für die Gestaltung des eigentlichen Kreuzes, das an seinen Enden und in den Winkeln der Querbalken in neogotischer Manier mit halbierten Blattrosetten verziert ist. Auch beim Korpus Christi, der zum Viernageltyp zählt, fällt das geknotete Lendentuch entgegen der geläufigen Art schwungvoll nach rechts ab. Besonders grazil erscheint jedoch die sogenannte "Stichelung", die sich über die gesamte Vorderfläche des Kreuzes hinzieht und als Charakteristikum der Produktion in der Gießerei Horowitz-Komarau gilt.

Maße: Sockelsohle 11,2 x 7 cm, Gesamthöhe 33 cm, größte Breite  14 cm. Das Kreuz ist nicht gemarkt, die Zuschreibung aber aus den vorgenannten Gründen gesichert. (Vgl. Ferner/Genée, Klöeinkunst in Eisenguss, Brünn 1992, S. 171).

Privatverkauf ohne Gewährleistung. Für die Korrektheit meiner Angaben stehe ich jedoch ein.