• Künstler: Hannes Vogel (Schweiz, *1938)
  • Titel: Ohne Titel
  • Jahrgang: 1974
  • Format: 360 x 420 mm. 
  • Technik: Serigraphie auf Karton
  • Bezeichnet: Signiert, datiert und nummeriert
  • Auflagehöhe: 68 Exemplare. 
  • Literatur: Hannes Vogel. Schams! Schach! James!. Duisburg, Stiftung DKM, 2009-10. [Texte:] Dirk Krämer, Klaus Maas und Beat Stutzer. Duisburg, 2009 
  • Anmerkung: Infolge des starken Kartons ist ein gerollter Versand nicht möglich, somit kann sich der kombinierte Versand erschweren oder als undurchführbar erweisen
  • Zustand: Feinste Alters- und Gebrauchsspuren 
  • Provenienz: Nachlass Galerie_68, Strengelbach / Privatsammlung, Bern
  • Zu Künstler und Werk: Ausbildung zum Grafiker; Besuch der Kunstgewerbeschule Zürich, anschliessend Centre Froment und Académie Julian in Paris (1959). 1960–66 Grafiker in Basel. 1966 liess er sich in Village-Neuf (Frankreich) bei Basel als freischaffender Künstler nieder. Seit den frühen 1970er-Jahren Werke im Bereich Kunst am Bau und im öffentlichen Raum (seit 1989 in Zusammenarbeit mit seiner Frau, der Gestalterin Petruschka Vogel), 1977–1989 mit Fernsehen und Video. Seit 1988 lebt Vogel teilweise, seit 2004 permanent in Mathon (GR). 2006 Kulturpreis der Stadt Chur. 2009 Retrospektive im Museum DKM, Duisburg. 

    Das Werk von Hannes Vogel kann als ein einziges «work in progress» verstanden werden, in dem bestimmte Inhalte, Konzeptionen und Orte fortgesetzt künstlerisch reflektiert werden. Seine zwischen 1977 und 1989 vorangetriebene kritische Auseinandersetzung mit Fernsehen und Video findet parallel zu dieser Arbeit statt. Die wichtigste Kategorie bilden die Videoinstallationen, begleitet von einer grossen Zahl Fotografien und Zeichnungen, hingegen nur einzelne Videobänder (Videozeichnungen zur Präsenz 1980), ab Mitte der 1980er-Jahre auch zahlreiche Video- und Fernsehobjekte. Hannes Vogel schliesst sich 1979 mit Gérald Minkoff und Muriel Olesen zur Gruppe Video-mixmedia zusammen. Die drei Künstler zeigten bis 1987 an der Kunstmesse Art Basel eigens für den Anlass erarbeitete, teils täglich neue Installationen. 

    Der Closed-Circuit, die Verbindung von Kamera und Monitor beziehungsweise Fernseher, steht anfänglich im Zentrum von Vogels Installationen; die entsprechenden Werktitel benennen präzise die Konstellation zwischen Fernsehen und Publikum: Vom Fernsehen und der Illusion sich dabei näher zu kommen (1980). Mitte der 1980er-Jahre wird der Fernseher als Objekt im Raum wichtiger. Ausgehend von Der Lichthof (1984) mit sieben Fernsehern ohne Programm, entsteht bis 1988 eine wichtige Werkgruppe, bei der Vogel, abhängig von Ort und Raum, die Grösse und Anzahl der Geräte variiert. 

    Starke inhaltliche Achsen seines Werks sind das Schamser Tal in Graubünden, das Schachspiel und James Joyce. Seit 1988 intensive Auseinandersetzung mit dem Schamser Tal (umfangreiche spätere Werkserien Exvoto, ab 2004, Exlibris, ab 2006, und Erinnern, ab 2007). Seine Beschäftigung mit dem Schachspiel geht auf Marcel Duchamp zurück und beschränkt sich nicht auf das Schachspiel als bildnerisch-gestalterischer Ausgangspunkt (Neonobjekt N-M-D-N-M-D (Niklaus-Manuel-Deutsch-Nicht-Marcel-Duchamp, 1987), sondern ist – ebenso wie das Thema Schams – Teil von Vogels langjähriger textanalytischer Beschäftigung mit dem Werk des irischen Dichters James Joyce, die in sein frühes Erwachsenenalter zurückreicht (Zur gelegentlichen Überprüfung der eigenen Optik, 1974, Finnegans Sehschule, 1999; Bleistiftzeichnungen). Auch Vogels orts- und kontextbezogene Werke sind teilweise mit diesen Inhalten verbunden (Neonarbeit DICK and DAVY Cafeteria Hörsaaltrakt Universitätsspital Zürich, 1989–91 Three quarks for Muster Mark, Einstein und Schläfli, 1993, Joycezitat an der Fassade der Bibliothek Exakte Wissenschaften Bern). 

    Die Liste von Vogels ortspezifischen Eingriffen umfasst mittlerweile fast fünfzig Werke; sie haben seit Anfang der 1980er-Jahre den ästhetischen und theoretischen Diskurs in diesem Bereich wesentlich mitbestimmt. In Basel sind die Hochkamine des Fernheizkraftwerks (1981) und der Kehrichtverbrennungsanlage (1989) die am besten sichtbaren, Der Rosshof-Hof (1985–87) ist mit den in konzentrische Steinbänder eingelassenen Namen berühmter Pferde aus Geschichte und Literatur eines der ambitiösesten Werke Vogels. Hingegen sind die künstlerischen Eingriffe im Waaghof, der Basler Staatsanwaltschaft mit Untersuchungsgefängnis, aus nahe liegenden Gründen nur bedingt im öffentlichen Bewusstsein gegenwärtig (1994–95). Zu seinen wichtigsten Arbeiten in Graubünden gehören die Neon-Installation Die Herrlichkeit der Welt (UBS am Postplatz Chur, 1993) und Elemente einer Bildbetrachtung von 2003 – eine Hommage an Alberto Giacometti, die ein Wegstück zwischen Paris und Chur zum Denkmal macht. In Österreich hat Hannes Vogel (zusammen mit seiner Frau Petruschka) international ausgeschriebene Wettbewerbe gewonnen: Der Ring, Vorplatz Landeskrankenhaus in Bruck an der Mur (1994/95) sowie Der Marienplatz in Graz (2007). 

    Werke: Kunstkredit Basel-Stadt; Kunstmuseum Bern; Duisburg, Museum DKM; Chur, Bündner Kunstmuseum; Chur, Graubündner Kantonalbank; Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum; Liestal, Kunstsammlung Basellandschaft; Sammlung Neue Medien Baselland; Kunstmuseum Luzern; Pfäffikon (SZ), Vögele Kulturzentrum; Sarnen, Kunstsammlung Kanton Obwalden; Zürich, Schweizerische Nationalbank. 

    Beat Stutzer, 1998, aktualisiert 2011 



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Was logistisch sinnvoll ist, versuche ich in einem Kombiversand zusammen zu fassen.