Karl Schwesig
Gelsenkirchen 1898 - 1955 Düsseldorf
Stillleben, 1929
Aquarell
links unten signiert und datiert
Größe: 47 x 40 cm
Rahmen: 60 x 52 cm
guter Zustand (siehe Fotos)
Aufwendig gerahmt, Museumsglas
Besichtigung und Abholung nach vorheriger Terminvereinbarung gerne möglich
Echtheit wird schriftlich bestätigt.
Von
1918 bis 1920 besuchte Karl Schwesig die Kunstakademie Düsseldorf. Er schloss
sich dem Kreis um Johanna Ey an und war besonders mit Gert Wollheim befreundet.
Mit der Künstlergemeinschaft Junges Rheinland stellte er
erstmals 1921 in der Düsseldorfer Kunsthalle aus. Die seinerzeitige Düsseldorfer
Nachrichten kommentierte:
„In dem Hause Ey, in dem sie bisher ihre Werke zur Schau
stellten, hätten die Wollheim, Schwesig und Pankok, um einige der peinlichsten
Vertreter dieser jüngsten Manier zu nennen, bleiben sollen. Sie gehören nicht
in die Gemeinschaft von Künstlern, die Verantwortungsgefühl haben.“
Zusammen mit Wollheim und Peter Ludwigs gab Schwesig die
politisch-satirische Zeitschrift Die Peitsche heraus, die sich
mit satirischen Zeichnungen gegen Klassenjustiz und Militarismus wandte. 1924
nahm er an der von Wollheim in der Kunsthalle veranstalteten „proletarischen“
Ausstellung Der Kampf teil. 1928 gehörte Schwesig zu den
Gründern der Rheinischen Sezession. 1930 gründete Karl Schwesig
gemeinsam mit den Malerkollegen Ludwigs, Hanns Kralik, Julo Levin, Carl
Lauterbach und dem Regisseur und Schauspieler Wolfgang Langhoff die
Düsseldorfer Ortsgruppe der Asso. Zur selben Zeit hatte Langhoff
die Leitung der jüngst gegründeten Agitprop-Theatergruppe „Nordwest ran!“
übernommen, jener kommunistischen Laientheatergruppe, zu der auch Hilarius
Gilges gehörte. Karl Schwesig wiederum war mittlerweile, wie Gilges, Mitglied
der Düsseldorfer KPD.
Nach
dem Reichstagsbrand beteiligte sich Schwesig an der Herstellung und Verbreitung
von Flugblättern und gewährte Verfolgten Unterschlupf. Am 11. Juli 1933 wurde
er von der SA verhaftet und in den Keller der Schlegelbrauerei, Bismarckstraße
44, den Schlegelkeller, verschleppt. Drei Tage lang wurde
Schwesig hier ‚verhört‘ und gefoltert, um Namen seiner Mitstreiter im
Widerstand gegen die Nazis herauszubekommen. Nach vier Tagen wurde er ins Polizeipräsidium
überführt, vier Wochen später von der SS in der Zentrale der StaPo Düsseldorf
in der Mühlenstraße 29 erkennungsdienstlich ‚behandelt‘. Es folgten
Untersuchungshaft in der Ulmer Höh mit Verurteilung wegen „Vorbereitung zum
Hochverrat“ und weitere Inhaftierung im Gefängnis Wuppertal-Bendahl. Im
November 1934 wurde er entlassen und unter Polizeiaufsicht gestellt.
Im Frühjahr 1935 gelang Schwesig die Flucht nach Belgien. In Antwerpen
erhielt er politisches Asyl und begann erneut mit der künstlerischen Arbeit. Er
hielt in Bildern fest, was ihm und seinen Mitgefangenen im SA-Folterkeller
widerfahren war, und er schrieb. 1935/1936 beendete er die Arbeit, einen 48
Zeichnungen umfassenden Zyklus Schlegelkeller. Diese wurden im
Exil ausgestellt: 1936 in Brüssel und Amsterdam, 1937 in Moskau. 1937 wurden in
der Nazi-Aktion „Entartete Kunst“ nachweislich siebzehn seiner Bilder aus
deutschen öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt. Anfang 1938 fertigte Schwesig
acht bitter-bissige Skizzen von Motivwagen für den Kölner Karneval für die von
der KPD-Abschnittsleitung Brüssel gedruckte satirische Fälschung der „Kölner
Rosenmontags-Zeitung“ an.
1940 wurde er bei der Invasion der deutschen Truppen in
Antwerpen wiederholt festgenommen und nach Südfrankreich transportiert. Nach
Internierungen in den Lagern Saint-Cyprien (Pyrénées-Orientales), Camp de Gurs,
Camp de Noé und Camp de Nexon verbrachte ihn die SS 1943 zurück nach
Deutschland, wo er 1943 und 1944 wiederum mehrfach inhaftiert wurde. 1945
erfolgte für Schwesig die endgültige Entlassung kurz vor dem Einmarsch der
Amerikaner.
Quelle Wikipedia