Eduard Dollerschell
Wuppertal-Elberfeld 1887 - 1946 Wülfrath
Portrait Hans Keller, Bürgermeister der Stadt Hattingen von 1922 - 1934
Aquarell
rechts unten signiert
Größe: 47 x 35 cm
Rahmen: 50 x 38 cm
Rahmen nicht geöffnet
guter Zustand, leicht gebräunt (siehe Fotos)
Besichtigung und Abholung nach vorheriger Terminvereinbarung gerne möglich
Echtheit wird schriftlich bestätigt.
Eduard Dollerschell gehörte zu der verlorenen Künstlergeneration, die sich
in den dunklen Jahren des Nationalsozialismus nicht frei entfalten konnte.
Gleich zwei Weltkriege warfen ihren Schatten auf das Leben des Malers, der aus
seiner Kunst die Kraft schöpfte, dem zehrenden Schrecken zu widerstehen.
Eduard Dollerschell wurde 1887 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Der Künstler
entstammte einfachen Verhältnissen und konnte seine Neigung zur Kunst zunächst
nur über eine Lehre als Lithograf ausleben. Gleichzeitig zu seiner Ausbildung
besuchte Eduard Dollerschell Abendkurse in der Kunstgewerbeschule Elberfeld.
Weil ein Mäzen auf sein Talent aufmerksam wurde und ihn finanziell
unterstützte, konnte Dollerschell schließlich doch die Münchener Kunstakademie
besuchen, wo er bei Franz von Stuck, Hans Pollack und Angelo Jank Malunterricht
erhielt. Zum besonderen Bezugspunkt wurde Paris: Ganze 12 Jahre seines Lebens
sollte Eduard Dollerschell in der französischen Hauptstadt verbringen. In der
Kulturmetropole Paris begegnete er Wilhelm Lehmbruck und nahm am Salon d'Automne
teil. 1914 zwang der Ausbruch des Ersten Weltkriegs den Künstler zur Rückkehr
nach Deutschland. In Russland und an der Westfront betätigte sich Eduard
Dollerschell als Kriegsmaler.
Eduard Dollerschell richtete sich nach dem Ende des Krieges ein eigenes
Atelier in seiner Heimatstadt Wuppertal ein, das schnell zu einem beliebten
Treffpunkt für Maler, Musiker, Schriftsteller und Schauspieler wurde. Trotz des
zunehmenden wirtschaftlichen Erfolgs fühlte sich Dollerschell nicht glücklich.
Wie ein Besessener suchte er nach seiner künstlerischen Identität. Die
Machtergreifung der Nationalsozialisten bedeutete für Dollerschell einen
empfindlichen Einschnitt: Um seine als »entartet« diffamierten Bilder vor der
Zerstörung zu retten, musste er sie in ein Versteck bringen. Nachdem dieses
Versteck einem Bombenangriff der Alliierten zum Opfer gefallen war, richtete
sich der Künstler in Wülfrath einen neuen Arbeitsplatz ein. Hier traf er auf
den zwölfjährigen Willi Münch, dem er ein freundschaftlicher Lehrer wurde. Der
spätere Museumskurator Münch trug entscheidend dazu bei, dass Eduard
Dollerschells künstlerisches Vermächtnis im Wülfrather Museum fortlebt