Andreas Gering
Nürnberg 1892 - 1957
Morgenrot, 1917
Radierung und Aquatinta
rechts unten mit Bleistift signiert und datiert
links unten betitelt
Größe: 15 x 20 cm
Blatt: 27 x 37,5 cm
guter Zustand, an der oberen linken Ecke Knick (siehe Fotos)
Besichtigung und Abholung nach vorheriger Terminvereinbarung gerne möglich
Echtheit wird schriftlich bestätigt.
Der deutsche Maler und Grafiker Andreas Gering (1892–1957)
verarbeitete in seinen expressionistischen Werken vor allem die traumatischen
Erlebnisse des Ersten Weltkriegs, was in seiner berühmten
Kaltnadelradierung Morgenrot von 1917 ein tiefgreifendes und
existenzielles Zeugnis findet.
Über den Künstler Andreas Gering
Andreas Gering wurde am 5. Mai 1892 in Nürnberg geboren. Nach einer
Ausbildung zum Grafiker studierte er an der Kunstgewerbeschule Nürnberg und
wechselte danach an die Akademie der Bildenden Künste München zu Carl Johann
Becker-Gundahl.
Sein Leben erlitt im Ersten Weltkrieg eine tragische Wendung: Er wurde bei
einem Bombenangriff verschüttet und schwer verletzt geboren, was bleibende
Sprachstörungen zur Folge hatte. Nach dem Krieg kehrte er in seine Heimatstadt
zurück und wirkte dort jahrzehntelang als angesehener Kunstlehrer, städtischer
Studienrat und freischaffendes Mitglied der Nürnberger Sezession. Während er in
der Malerei Landschaften, Akte und biblische Themen in Aquarell oder Öl
bevorzugte, nutzte er sein grafisches Werk radikal zur Bewältigung des erlebten
Kriegshorrors.
Beschreibung der Radierung „Morgenrot“ (1917)
Die Grafik Morgenrot entstand mitten im Krieg im Jahr 1917. Sie ist
eine meisterhafte Kombination aus Kaltnadelradierung und Aquatinta auf
leichtem Velinkarton.
Das Werk gilt heute als seltenes und bedeutendes Beispiel der deutschen
Kriegsgrafik, vergleichbar mit den späteren Zyklen von Otto Dix.