Der 1973 eingeführte SH-2000 ist Rolands zweiter Synthesizer und ist im Wesentlichen eine ähnliche Version der SH1000. Wie SH1000 ist es ein Monophoner analoger Preset-Synthesizer mit Einzeloszillator, der konzipiert ist zb auf einer Heimorgel. Es hat einen tollen alten analogen Sound, auch Editierbarkeit und Konnektivität .
Unter der 37-Noten-Tastatur befinden sich mehrere bunte Tab-Schalter, die werden verwendet, um einen der 30 voreingestellten Sounds auszuwählen. Sie reichen von der üblich bis ungewöhnlich: Tuba, Posaune, Waldhorn, Trompete, Saxophon, Fagott, Oboe, Flöte, Klarinette, Cello, Violine, Bassgitarre, Hawaiian Gitarre, Banjo, Fuzz Guitar I, Fuzz Guitar II; Klavier, Cembalo, Akkordeon, Vibraphon, Xylophon; Singstimme, Gesangspfeife, Popcorn, Space Reed, Planet, Frog Man, Funny Cat, Growl Wow und Wind.Noise- ggf innen erweitert ändern die Klänge noch für Tüftler+ CV Gate.
Links von der Tastatur befinden sich die bearbeitbaren Controller, die so verfügbar sind , Dazu gehören die Abschaltung, Resonanz und Modulation des Filters Schieberegler, LFO-Modulationsrate, Portamento, Vibrato, Pitch Bend, Lautstärke und Master-Tuning. Der Filter und LFO sind leicht eingeschränkt aber gut. Allerdings die coolen ‘Growl’ und ‘Wow’ Effekte und der Random Note Generator vom SH-1000 sind da im SH2000 was schön ist. Erstaunlicherweise verfügt dieser Synthesizer von 1973 über einen Aftertouch, den sogenannten ‘Touch-Effekt’ die zur Modulation von Lautstärke, Vibrato, Tonhöhe, ‘Wow’ und ‘Knurren’ Effekte. für Pop Tanzmusik Ambient Techno House Experimental Sounds warm und groowig typisch 70er Aera noch.
Der SH-2000 eignet sich auch hervorragend für quietschende Effekte und knurrende Bassnoten. Der SH-2000 wird verwendet von Norman Cook (Fatboy Slim, Mighty Dub Kats), 808 State, Blondie, Human League, Mike Oldfield und Jethro Tull. Brainaura-Musik ,Landosonic , Midisoft.de , Billy Cobham, Al de Meola ,Weather Report , div. Fusionjazz Groups,TD,
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Analog old ist auf den SH2000 bezogen eigentlich überhaupt angebracht. Im Gegenteil: Zum einen kann man hier durchaus von einem Stück Roland Geschichte sprechen, weil er mit zu den am längsten gebauten Roland Produkten gehört. 1973 ist er als einer der ersten japanischen Synthesizer überhaupt auf dem Markt erschienen und bis 1981 gebaut worden. In dieser Zeit wurden lediglich zwei Revisionen vorgenommen, eine davon aufgrund der dem Moog Filter sehr ähnlichen Filterschaltung (bis Seriennummer 578049), was möglicherweise zu einem Rechtsstreit hätte führen können.
Zum anderen gehörte der SH-2000 mit zu den ersten der Vielzahl an monophonen Preset-Synthesizern in den 70ern, die zum großen Teil Derivate des ARP Soloist (1971) und vor allem dessen Nachfolger, dem Pro Soloist (1972) waren. Die gab es für kleine(re)s Geld und in bunter Auswahl: die meisten mit einem, manche auch mit zwei VCOs und von den Dimensionen (klassischerweise als 37-Tastenkeyboard) und der Bedienung (oft auf der Vorderseite unterhalb der Tastatur) her immer als Soloinstrument auf Orgeln konzipiert. Zudem musste man sie nicht hektisch auf der Bühne umpatchen, weil es eben bis zu 30 Presets zu Auswahl gab. Und obwohl man auf die Presets dann meistens nur sehr beschränkten gestalterischen Einfluss hatte, waren es sehr verbreitete Bühneninstrumente, von denen einige noch eine spezielle Besonderheit in Sachen Gestaltungsmöglichkeiten boten: nämlich ein druckempfindliches Keyboard, mit dem man verschiedene Klangeffekte dynamisch spielen konnte!
Ein solches bietet der SH-2000 ebenso, wie auch einen VCO zur Erzeugung verschiedener Kombinationen aus vier Sägezahnwellen und fünf Pulswellen in fünf verschiedenen Fußlagen. Er hat drei LFOs, davon einen mit Delay, eine übersteuerbares fixes Filter, ein VCF, zwei ADSR-Hüllkurven, einen VCA mit AR-Hüllkurve sowie einen Rauschgenerator und einen Chorus. Das lässt sich doch sehen, oder ?
Und innen verrichtet auch ein Bauteil eine Arbeit, das vor den frühen 70er Jahren hauptsächlich in elektronischen Orgeln beschäftigt war, aber zu dieser Zeit vermehrt in monophonen Synthesizern Verwendung fand: ein IC, das eine Kette mehrerer Frequenzteiler vereint und es ermöglicht, aus der Rechteckwelle des Oszillators Sägezahn- und Rechteckwellen in tieferen Fußlagen zu generieren, um damit quasi-additiv komplexere Klanggemische zu erzeugen.
Es gibt 30 sehr verschiedene Presetshebel, die farblich recht übersichtlich und nach Instrumentengruppen sortiert sind: Von links nach rechts sehen Sie die Bläsersektion mit dem „Blech“, witzigerweise inklusive Saxophon, in passendem Gelb und dem „Holz“ in Weiß, daneben sitzen mittig die „Saiteninstrumente“ mit einer ähnlich ausgedachten Farbzuordnung in Grün, Rot und Weiß, gefolgt von roten „Tasten-“ und weißen „Percussioninstrumenten“ und den Spezialsounds zuletzt in allen genannten Farben plus grau. Das hat alles tieferen Sinn , und da fragt man sich doch fast, gerade weil es acht Jahre lang einheitlich so gebaut wurde, warum man die Farbgebung nicht gleich zufällig gestaltet hat. Und weil die Werbeargumente und Bedienungsanleitungen dieser Zeit ja im Grunde täuschend echte Instrumentenklänge versprachen, die klanglich dann tatsächlich aber genauso wenig Übereinstimmung mit ihren natürlichen Vorbildern hatten wie diese Farbgebung mit einer instrumentenkundlichen Systematik, verhält es sich mit den Sounds eben genauso: Das ist keine Trompete, es klingt ähnlich und anders zugleich, aber vor allem klingt es funky. So ungefähr stelle ich mir zumindest einen Eindruck für interessierte Ohren in 1973 vor.
Ein Preset des SH-2000 beinhaltet zunächst die Ausgangsoktave des Klanges, was natürlich durch den Transpose-Switch variierbar ist, beim Wechseln der Presets dann auch mal gut einen Lagenwechsel von ein bis zwei Oktaven bedeuten kann. insgesamt bewerkstelligt man mit den 30 Kippschaltern über eine Diodenmatrix drastische Veränderungen ggf erweiterbar innen , der internen Schaltungswege und -kombinationen, die das Gemisch mehrerer Wellenformen zu bestimmten Anteilen, die Hüllkurvenverläufe, die LFO-Geschwindigkeit und die Modulationstiefen umfassen. Da kann man vor den Entwicklern eigentlich nur den Hut ziehen, was sie an klanglicher Vielfalt aus den gegebenen Möglichkeiten herausgeholt haben. nteressanterweise produziert der in den Klangbeispielen zu hörende SH2000 ganz schöne Sounds ohne dass dabei ein Preset-Tab eingeschaltet ist (bei den Klangbeispielen als „no preset sound zu hören). Dieser entspricht keinem der Presets, ist aber so immer derselbe
Kontrolle zur Umgestaltung der Presets dann fix um-einschalten: Links neben den Preset-Tabs befinden sich die Control-Kippschalter, die die Modifikation der Presets mit den Schiebereglern auf der Oberseite ermöglichen: Das Filter Manual-Tab schaltet die Schieberegler für die Modulationstiefe und Resonanz frei. Der Cut-Off-Regler ist auch ohne den Filter Manual-Tab aktiv. Ist dieser Tab eingeschaltet, arbeitet der Cut-Off-Regler schon deutlicher, da regelt man hier den Envelope-Amount des Filters . Immer gut aktiv ist der Schieberegler für die Modulations geschwindigkeit – wenn das Preset denn eine LFO-Modulation beinhaltet.
Mit den nächsten beiden Control-Tabs setzt man die voreingestellten Hüllkurvenverläufe außer Kraft (Hold) bzw. verändert diese (Long Sustain). Aber Letzteres in ganz unterschiedlichen Maßen: bei div. Presets verlängert man den Abklang auf bis zu zehn Sekunden. Durch den Repeat-Tab kann man schließlich den gewählten Sound bei gehaltener Taste in der mit sehr viel Fingerspitzengefühl eingestellten Modulationsgeschwindigkeit triggern und hat so die Möglichkeit, auf diese Weise Sequenzerartiges zu spielen. Denn das ist sonst gar nicht möglich, da es keinerlei CV- oder Gate-Eingänge am SH2000 gibt. was Tüftler aber erweitern könnrn odr mit Tastatur Kontacktmidi ändern können.
Zu guter Letzt finden sich auf der Oberseite neben dem Volume-Regler, dem Tuning-Poti und dem Transpose-Schalter dann auch noch ein Portamento-Schieberegler, den man in zwei Geschwindigkeitsbereichen einstellen kann (ON/ SLOW), und ein Kippschalter, der den Random Note Generator aktiviert. Dieser spielt dann in der eingestellten Modulationsgeschwindigkeit entweder dauerhaft (AUTO) oder auf Tastendruck (KEY) aus dem Rauschgenerator gewonnene, chromatische Tonhöhen....
Oberhalb der Filter Control- und Portamento-Schieberegler befindet sich die Touch Effect Control, die bis auf „Brilliance“ direkt vom ARP Pro Soloist übernommen wurde: Fünf Kippschalter stellen einen Volume-, Wow-, Growl-, Vibrato- oder Pitch Bend-(After)Touch-Effect zur Auswahl, die man dann über das druckempfindliche Keyboard steuern kann. Aftertouch bei Tastendruck, da wird der Notentrigger ungefähr auf halbem Weg ausgelöst, und ab da liegt irgendwo der Punkt, ab dem der Touch Effect einsetzt – da hat die Taste dann ungefähr gute 5mm Spiel.
Der Pitch Bend-Touch Effect funktioniert in beide Richtungen, weil der entsprechende Kippschalter beide Modulationsrichtungen anbietet. Dabei bestimmt der Sensitivity-Regler das Intervall,: Aufwärts geht es maximal eine große Sekunde (2HT) und abwärts eine kleine Terz (3HT). Und dazwischen gibt es, wie gesagt, reichlich gute Mikrotonales.
Aber das Schöne an den Touch Effects ist, dass sie alle miteinander kombinierbar sind, Übrigens kann man den Aftertouch auch von jeder anderen Taste des Keyboards steuern, nicht nur von der, die den klingenden Ton hält.. So wäre es leicht möglich, mit der rechten Hand mit leichtem Anschlag eine Melodie zu spielen um dann mit der linken einen beliebigen Touch Effect mit mehr Kontrolle zu steuern. Bei einigen Presets hat der Wow-Touch Effect übrigens einen Effekt, da schalten die Growl- und Vibrato-Touch Effects die intern gepatchte Modulationsverbindung aus, so dass der Effekt ausschließlich von den Tasten gesteuert wird. Darüber gibt eine Tabelle in der Bedienungsanleitung Auskunft. Und darin findet man neben den Touch Effects auch Informationen, bei welchen Presets die nicht veränderbaren internen Effekte Vibrato, Delay Modulation, Fast Growl und Chorus aktiv sind. Letzterer ist als Pulsbreitenmodulation in der 8″-Fusslage.
Insgesamt ist diese frühe Form von Aftertouch zwar mit Gefühl leicht zu spielen, aber dennoch ermöglicht es eine sehr dynamische und ausdrucksstarke Spielweise mit dem erstaunlich vielseitigen Groowe.…
Was ein Preset-Synthesizer zu Beginn der Siebziger einfach anbieten musste, waren Emulationen von Orchesterinstrumenten. Das war ganz allgemein der Entwicklungsgeschichte elektronischer Klangerzeuger und auch der musikalischen Praxis mit dem Synthesizer als fortschrittlichem Musikinstrument geschuldet sind es musikalisch gut verwendbare Klänge, die der SH2000 hier in einer breiten Palette anbietet. Die klanglichen Qualitäten der Roland SH-Synthesizer finden sich nämlich auch hier wieder: In allen Lagen und besonders im Bassbereich zeichnet sich der Klangcharakter der Wellenformenmixturen durch schöne analoge Sättigungseffekte aus, was wirklich kräftige und durchsetzungsfähige Klänge ermöglicht. Bass-Sounds können satt und rund klingen oder auch ein schönes knorriges Timbre annehmen. Und die Lead-Sounds lassen reichlich Assoziationen zu den frühen Klassikern der Synthesizermusik zu oder wecken sogar Erinnerungen an manches Kinderfernsehprogramm der Siebziger. Und auch im Bereich der Effektklänge neigt man dazu, den SH2000 zu unterschätzen, weil die Touch Effects doch mehr Möglichkeiten eröffnen, als man sich auf den ersten Blick vorstellt. Übrigens, ein Preset an Bord des SH2000 ist ein echter Hit-Sound. Erkennen Sie die Melodie.Popcorn.
Ja genau. „Popcorn“ von Hot Butter (1972). Bei den Klangbeispielen bei sehr vielen guten Youtube demos sind auch zwei lustige Preset-Vorschläge aus dem Manual („New exciting sounds“) dabei: „Steam Passenger Launch“ & „350cc Class Motorcycle“! kultig..