Tage in Agnetendorf.
Dreiseitiger, großformatiger Originaldruck von 1942.
Mit einer ganzseitigen Farbtafel und sieben Fotoabbildungen nach Aufnahmen von L. E. Reindl:
Ganzseitige Farbtafel: Gemälde von Gerhart Hauptmann zum 80. Geburtstag des Dichters.
Porträtsitzung für das Porträt von Padua.
Erker des „Bergfried“, des Heimes von Gerhart Hauptmann.
Blick auf das Riesengebirge von der großen Terrasse vor dem Haus.
Felsgruppe mit Gletschertöpfen zwischen den Buchenstämmen.
Gerhart Hauptmann bewundert die Jagdbeute seines Gastes Paul Mathias Padua, eine riesige Forelle aus dem Fischteich des Bergfried.
Die Wandelhalle im Park am Bergfried.
Mit Wildwein umwucherter Aufgang zur Sonnenterrasse.
Journalausschnitt in der Größe 260 x 350 mm.
Mit geringen Alterungs- und Gebrauchsspuren, insgesamt etwas fingerknittrig, sonst sehr guter Zustand.
Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!
100%-Echtheitsgarantie – kein Repro, kein Nachdruck!!!
Besichtigung jederzeit möglich.
100% guarantee of authenticity - not a reproduction, not a reprint!
Visit any time.
Bitte warten, hier kommt gleich ein großes Bild!!!
"
"
Aus großem Bildarchiv, weitere Angebote in meinem ebay-shop!
Out of a large archiv, more offers in my ebay shop!
Das Angebot wird als Sammlerstück verkauft - Urheberrechte sind im Kauf ausdrücklich NICHT enthalten!!!
This offer is sold as a collector's item only and no copyrights are being sold here.
Weitere historische Originale finden Sie in meinem ebay-shop!!!
For more original historical prints please take a look in my ebay-shop!!!
Versand ausschließlich per Einschreiben.
Zu Rückgabe und AGB bitte mich-Seite beachten. Die dort hinterlegten Informationen sind verbindlicher Bestandteil dieses Angebots/dieser Artikelbeschreibung!
19. Jahrhundert, 1942, 20. Jahrhundert, 40er – Jahre, 58-500 Jelenia Góra, Akademische Kunst, Akademische Malerei, Altmeisterlichkeit, Altmünchen, Alt-München, Arbeit, Ars gratia artis, Ästhetik, Atelier, Bavarica, Bildnis, Bildniskunst, Biografie, Biographie, D-80331 München, D-80333 München, D-80539 München, Daheim, deutsch, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich, Deutschland, Dichter, Dichtung, Fourties, Gemälde, Genie, Genre, Genremalerei, Gesellschaftsleben, Gestaltung, Grafik, Graphik, Heimat, Heimatkunde, Hirschberg im Riesengebirge, Historische Bilder, history, History of Manners, Homestory, Jagniątków, Kreativität, Kultur, Kulturgeschichte, Kunst, Kunstgeschichte, Künstler, Lesen, Literat, Literatur, Münchner Genremaler, Münchner Schule, Niederschlesien, Nobelpreisträger, Nostalgie, Person, Persönlichkeiten, Porträt, Porträtmalerei, Porträts, Prominente, Romantik, Salonmalerei, Schlesien, Schriftsteller, Silesia, Sprache, Theater, Tradition, Vierziger Jahre, Vintage Print, zeitgenössische Kunst, Zeitgeschehen, Zeitgeschichte Paul Mathias Padua, deutscher Maler. Geboren am 15. November 1903 in Salzburg; gestorben am 22. August 1981 in Rottach-Egern. Paul Mathias Padua wuchs in ärmlichen Verhältnissen bei seinen Großeltern im niederbayrischen Geiselhöring und Straubing auf. Später zog es Padua nach Murnau und München. Padua brach seine akademische Ausbildung frühzeitig ab und konzentrierte sich auf seine Malerei. Paduas Frühwerk ist im Wesentlichen durch die Arbeiten des Malers Wilhelm Leibl beeinflusst, sein späteres Werk wurde zunehmend durch die Neue Sachlichkeit geprägt. 1922 wurde Padua Mitglied in der Münchner Künstlervereinigung. In den Folgejahren wurden Paduas Bilder regelmäßig Gegenstand regionaler Ausstellungen, für seine künstlerischen Fertigkeiten wurde er u. a. 1928 mit dem Georg-Schicht-Preis und 1930 mit dem Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet. In den 1930er Jahren nahm Paduas Bekanntheit zu, so dass er auf zahlreichen Reisen auch außerhalb der Münchner Region und im europäischen Ausland ausstellte. Paduas Karriere als junger, der traditionellen Kunst zugewandter Künstler war eher ungewöhnlich, da er keine abgeschlossene akademische Ausbildung genossen hatte. Er wurde im D. R. als Künstler anerkannt, er war auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen 1938 - 1944 im Haus der Deutschen Kunst zu München mit 23 Werken vertreten, machte sich mit dem virtuosen Kolorit seiner Stillleben und weiblichen Akte einen besonderen Namen. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, 1937 und 1940 erhielt er den Lenbachpreis der Stadt München für Portraits (1937/Clemens Krauß) und 1938 den Preis für das schönste Kinderportrait. Unter den Portraitierten (vor 1945 und nach 1945) finden sich Franz Lehár, Richard Strauss, Herbert von Karajan, Gerhart Hauptmann, Otto Hahn, Friedrich Flick und Franz Josef Strauß. Zu Beginn des Z. W.s wurde Padua in eine so genannte „P.kompanie“ als Kriegskünstler eingezogen, aufgrund einer Verwundung allerdings frühzeitig zurück nach Deutschland geschickt. Padua malte bis 1943 einige der bekanntesten Bilder der deutschen ..-P.kunst, etwa „Der F. spricht“, in dem H., A. als Inbegriff der n. Religionsauffassung propagiert wird. Auch das Gemälde „Der 10. Mai 1940“, das den Beginn des W.feldzuges heroisiert, ist ein herausragendes Werk der B.-und-B.-Kunst. 1943 verzog Padua nach St. Wolfgang in Österreich. Nach dem Krieg wurde Paduas Farbpalette intensiver und umfangreicher. 1951 kehrte Padua nach Deutschland zurück. Im Tegernseer Tal eröffnete Padua seine eigene „Galerie am See“. Über die letzten 30 Jahre bis zu seinem Tod ist nicht viel öffentlich bekannt. Als Münchner Schule wird ein Malstil der Münchner Malerei des 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Er entstand im Umfeld der Königlichen Akademie der Bildenden Künste und erlangte bald große Bedeutung in der akademischen Malerei. Geschichte König Ludwig I., der seit 1825 regierte, förderte die Kunst einerseits durch Museen, andererseits auch durch Förderung der zeitgenössischen Kunst, die München zwischen 1850 und 1914 zu einem der weltweit bedeutenden Zentren der Malerei machte. Dieses ungewöhnlich starke Kulturengagement wird als Kompensation der geringen wirtschaftlichen und militärischen Bedeutung des Landes interpretiert. Weder in Berlin noch in Düsseldorf gab es eine vergleichbare öffentliche Förderung. Gleichzeitig schaffte es die Kunstkritik deutschlandweit ein Publikum zu gewinnen, teilweise wurde durch die Kunstkritik auch politische Kritik geübt. König Ludwig I. war bemüht, auch außerhalb der Landesgrenzen die Kunst zu fördern, so etwa deutsche Künstler in Rom durch entsprechende Auftragsvergaben. An der Akademie waren zuvor der Nazarener Peter von Cornelius und Julius Schnorr von Carolsfeld tätig. Mit der Berufung von Karl von Piloty als neuem Leiter wurde einerseits das akademische Niveau perfektioniert, andererseits aber auch auf die dynastischen Präferenzen abgestimmt. Dieser Zeitpunkt gilt als Beginn der Münchner Schule. Ein Anliegen Ludwigs I. war es, auch die Freskomalerei wieder zu etablieren. Nachdem Peter von Cornelius die Fresken in den Hofgartenarkaden geschaffen hatte, erlangte die Münchner Schule erstmals größere internationale Aufmerksamkeit und Bedeutung. Das Repertoire der Malerei umfasste zunächst vornehmlich die Historienmalerei, später auch Genre- und Landschaftsmalerei sowie Porträts und Tierdarstellungen. 1843 wurde die Neue Pinakothek eröffnet, in der auch Werke der Münchner Schule ausgestellt wurden. Spätestens seit der Weltausstellung 1867 in Paris hatte die Münchner Schule die Führung der Kunstentwicklung übernommen und die Düsseldorfer Malerschule abgelöst. Eine beachtliche Anzahl von Künstlerinnen und Künstlern erwirtschaftete ein beachtliches Vermögen. Ein bedeutender Anteil der Kunstwerke wurde im Ausland, vor allem in den USA abgesetzt. Die Künstlerin Tini Rupprecht malte nur in schneller Pastelltechnik, lehnte fünfmal mehr Aufträge ab als sie annahm und erwirtschaftete trotzdem einen siebenstelligen Betrag. Zum Wohlstand einiger Künstler trug das neue Urheberrecht bei. Zahlreiche Werke wurden durch Lithographien und Stiche verbreitet. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs brachen die Verkaufszahlen auf dem Kunstmarkt ein, wodurch es zu einem künstlerischen Niedergang der Münchener Schule kam. Bekannte Vertreter Johan Christoffer Boklund, Anton Braith, Bernhard Buttersack, Robert Beyschlag, William Merritt Chase, Franz Defregger, Wilhelm von Diez, Frank Duveneck, Anton Doll, Rudolf Epp, Alois Gabl, Eduard von Grützner, Nikolaos Gyzis, Karl Heinisch Theodor Horschelt, Georgios Jakobides, Friedrich August von Kaulbach, Hermann von Kaulbach, Eduard Kurzbauer, Wilhelm Leibl, Polychronis Lembesis, Franz von Lenbach, Wilhelm von Lindenschmit, Nikiphoros Lytras, Hans Makart, Christian Mali, Gabriel Max, Victor Müller Max Nonnenbruch, Ferdinand von Piloty, Karl von Piloty, Arthur von Ramberg, Anton Seitz, John Henry Twachtman, Konstantinos Volanakis, Nikolaos Vokos, Theodor Leopold Weller, Joseph Wopfner Einordnung, Umfeld und Resonanz Die Münchner Schule zeichnete sich durch Genauigkeit und Naturalismus bei der Darstellung aus. Typische Genres waren Landschafts-, Historien- und Porträtmalerei. In der Historienmalerei wurde eine Versachlichung gepflegt, die dieses Genre von den Effekten und dem übertriebenen Pathos des 17. Jahrhunderts befreite. Neben der Akademie entstanden zahlreiche Kunstschulen, darunter die renommierten von Heinrich Knirr und von Anton Ažbe. 1914 gab es fast sechzig Kunstschulen in der Stadt. Ein Grund war, auch dass Frauen in der Akademie nicht zugelassen waren, 1882 wurde der Münchner Künstlerinnenverein gegründet. Ein weiterer Grund war, dass versucht wurde, anders als in den anderen Großstädten, die Zahl der Studierenden an der Akademie gering zu halten. Viele Künstler waren in der Münchner Künstlergenossenschaft organisiert, ein Teil spaltete sich später ab und gründete die Münchener Secession. Die große Bedeutung für die Kunst in Deutschland zeigt sich nicht zuletzt daran, dass nahezu die gesamte folgende Avantgarde an der Akademie studiert hatte, darunter Lovis Corinth, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Ernst Oppler und Franz Marc. Diese begleiteten jedoch auch das Ende der akademischen Malerei und der Münchener Schule als stilistische Abgrenzung. Die Münchener Schule als europäische Kunstrichtung Neben Paris war München eines von zwei Studienorten der Kunst internationaler Dimension: Nahezu jede europäische Malerei hat Einflüsse der Münchener Schule zu verzeichnen. Wenngleich es sich insgesamt nur um einige hundert ausländische Studierende handelte, so zählten diese häufig zu den wichtigsten Künstlern ihrer Heimatländer. Johan Christoffer Boklund der in München studiert hatte, etablierte deren Prinzipien an der Königlich Schwedischen Kunstakademie. Einen ebenso großen Einfluss hatte München auf die Malerei Griechenlands; da auch Griechen an der Akademie lehrten, entstand eine vielfältige Wechselwirkung. Auch Polen und Litauer entschieden sich in nennenswerter Anzahl für ein Studium in München. Ein von impressionistischen Freiheiten bereicherter Realismus machte für die litauische Malerei München zum Vorbild. Die Neue Bulgarische Malerei geht ebenfalls auf Münchener Vorbilder zurück. Amerikanische Vertreter der Münchener Schule waren u. a. Frank Duveneck und William Merritt Chase sowie John Henry Twachtman und Walter Shirlaw. Museale Rezension Die Münchener Schule wurde lange Zeit dem Historismus vollkommen gleichgesetzt und ihre Bedeutung für die europäische Malerei und die deutsche Avantgarde wurde aus vielfältigen Gründen vergessen, teilweise wurde das Werk einzelner Protagonisten aus dem Zusammenhang gerissen. 1979 wurde die Ausstellung Die Münchner Schule: 1850-1914 der Bayerische Staatsgemäldesammlungen gezeigt, 2008 die Ausstellung Vor den Alpen: Malerei der Münchner Schule. Werke der Münchener Schule befinden sich in zahlreichen Kunstsammlungen. Die Anzahl der Werke auf dem Kunstmarkt ist heute jedoch eher gering, so dass selbst kleinere Arbeiten unbekannter Künstler aus dem Umfeld hohe vierstellige Beträge auf Auktionen erzielen. Gerhart Johann Robert Hauptmann (* 15. November 1862 in Ober Salzbrunn in Schlesien; † 6. Juni 1946 in Agnetendorf/Agnieszków in Schlesien) war ein deutscher Dramatiker und Schriftsteller. Er gilt als der bedeutendste deutsche Vertreter des Naturalismus, hat aber auch andere Stilrichtungen in sein Schaffen integriert. Im Jahr 1912 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Leben Kindheit und Jugend Gerhart Hauptmann wurde 1862 im niederschlesischen Obersalzbrunn geboren. Seine Eltern waren die Eheleute Robert (1824–1898) und Marie Hauptmann, geborene Straehler (1827–1906), die am Ort ein Hotel betrieben. Hauptmann hatte drei ältere Geschwister: Georg (1853–1899), Johanna (1856–1943) und Carl (1858–1921). In der Nachbarschaft war der junge Hauptmann als fabulierfreudig bekannt. Seinen Rufnamen Gerhard änderte er später in Gerhart. Ab 1868 besuchte er die Dorfschule, ab dem 10. April 1874 die Realschule in Breslau, für die er nur knapp die Eignungsprüfung geschafft hatte. Hauptmann hatte Schwierigkeiten, sich in die neue Umgebung der Großstadt einzuleben; gemeinsam mit seinem Bruder Carl wohnte er zunächst in einer heruntergekommenen Schülerpension, ehe sie bei einem Pastor unterkamen. Darüber hinaus bereitete ihm der preußisch geprägte Schulalltag Probleme. Ihn störten vor allem die Härte der Lehrer und die Besserbehandlung der adligen Mitschüler. Eine sich daraus entwickelnde Abneigung und zahlreiche Krankheiten, deretwegen er nicht am Unterricht teilnehmen konnte, führten dazu, dass Hauptmann das erste Jahr wiederholen musste. Mit der Zeit lernte er Breslau wegen der Möglichkeit schätzen, das Theater zu besuchen. Im Frühjahr 1878 verließ Hauptmann die Realschule, um Landwirtschafts-Eleve auf dem Gutshof seines Onkels Gustav Schubert in Lohnig (heute Łagniewniki Średzkie bei Udanin) zu werden, ab Herbst im nahegelegenen Lederose (heute Różana). Nach anderthalb Jahren musste er die Lehre abbrechen. Er war der Arbeit physisch nicht gewachsen und hatte sich ein Lungenleiden zugezogen, das ihn in den folgenden zwanzig Jahren mehrmals in Lebensgefahr brachte. Studium und Bildhauerdasein Nachdem sein Versuch gescheitert war, das „Einjährigen-Examen“ zu absolvieren, trat Hauptmann im Oktober 1880 in die Bildhauerklasse der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule in Breslau ein. Hier traf er Josef Block, mit dem ihn zeitlebens eine tiefe Freundschaft verband. Nach vorübergehendem Ausschluss wegen „schlechten Betragens und unzureichenden Fleißes“ und baldiger Wiederaufnahme (auf Empfehlung von Professor Robert Härtel) verließ Hauptmann die Hochschule 1882. Für die Hochzeit seines Bruders Georg mit der Radebeuler Kaufmannstochter Adele Thienemann schrieb er das kleine Festspiel Liebesfrühling, das am Polterabend auf Hohenhaus uraufgeführt wurde. Bei der Hochzeit lernte er auch die Schwester der Braut, Marie Thienemann, kennen. Er verlobte sich heimlich mit ihr, Marie unterstützte ihn fortan finanziell, und das ermöglichte ihm, zum Wintersemester 1882/83 ein Studium der Philosophie und der Literaturgeschichte an der Universität Jena zu beginnen, das er aber auch bald abbrach. Danach finanzierte Marie ihm eine Mittelmeerreise, die er mit Carl unternahm. Er beschloss, sich in Rom als Bildhauer niederzulassen, hatte aber keinen Erfolg. Seine Versuche, in der deutschen Gemeinde Roms Fuß zu fassen, misslangen, und seine überlebensgroße Tonplastik eines germanischen Kriegers fiel in sich zusammen. Hauptmann kehrte enttäuscht nach Deutschland zurück und begann ein Zeichenstudium an der Königlichen Akademie Dresden, das er ebenso wenig beendete wie ein anschließendes Geschichtsstudium an der Universität Berlin. Er widmete sein Interesse eher dem Theater als dem Studium. Ehe mit Marie Thienemann – Beginn als Schriftsteller Gerhart Hauptmann heiratete am 5. Mai 1885 Marie Thienemann vom Hohenhaus in Radebeul. Im Juli holten sie zusammen mit Hauptmanns Bruder Carl und dessen Frau Martha (einer weiteren Schwester von Marie, Hochzeit 1884) ihre Hochzeitsreise nach Rügen nach. Sie besuchten erstmals die Insel Hiddensee, die in Zukunft ein beliebtes Reiseziel Hauptmanns werden sollte. Weil das Stadtleben ihm Lungenprobleme bereitete, wohnten Hauptmann und seine Frau für die nächsten vier Jahre in Erkner in der Villa Lassen. Dort kamen ihre drei Söhne Ivo (1886–1973), Eckart (1887–1980) und Klaus (1889–1967) zur Welt. 1889 zog Hauptmann in die Schlüterstraße 78 in Charlottenburg bei Berlin. Dort nahm er Verbindung mit dem naturalistischen Literaturverein Durch auf, dem unter anderem Karl Bleibtreu und Wilhelm Bölsche angehörten. In dieser Zeit entstanden die „novellistische Studie“ Bahnwärter Thiel (1888) und das Drama Vor Sonnenaufgang (1889). Dieses Drama, in dem Hauptmann Ansätze von Ibsens Gespenster weiterentwickelt, und der Theaterskandal um Isidor Kastan, machte ihn in Berlin und darüber hinaus bekannt. Hauptmann bezog 1891 das gemeinsam mit seinem Bruder Carl gekaufte Haus in Schreiberhau im schlesischen Riesengebirge. Heute befindet sich dort im Haus ein Museum, eine Außenstelle des Riesengebirgsmuseums in Jelenia Góra (Hirschberg). Dort wird zeitgenössische polnische Kunst aus dem Riesengebirge gezeigt und mit einer kleinen Ausstellung noch immer an die Brüder Hauptmann erinnert, was sich auch durch die Mitgliedschaft im Museumsverbund Gerhart Hauptmann zeigt. Ab 1890 entstanden mit Das Friedensfest (1890), Einsame Menschen (1891) und Der Biberpelz (1893) weitere Dramen Hauptmanns. Auch Komödien wie Kollege Crampton (1891) verfasste er, doch einzig mit Der Biberpelz gelang es ihm, „auch das gesellschaftliche Anliegen des Naturalismus erfolgreich und überzeugend einzuarbeiten“. In seinem Drama Die Weber, welches er zum größten Teil in Schreiberhau verfasste, verarbeitete Gerhart Hauptmann den Aufstand der schlesischen Weber von 1844. Die Sozialanklage, die er in seinem Drama formulierte, löste im Jahr 1892 ein Beben aus. Das Drama verhalf Hauptmann – in den Aufführungen von Otto Brahms „Freier Bühne“ – zum Durchbruch und wurde von Theodor Fontane lebhaft begrüßt. 1893 wurde Margarete Marschalk Hauptmanns Geliebte. Um Abstand zu gewinnen, fuhr Marie mit ihren Söhnen in die Vereinigten Staaten. Hauptmann bereitete in Paris die französische Erstaufführung von Hanneles Himmelfahrt vor und reiste Marie nach, ohne die Premiere abzuwarten. Der Riss war aber nicht mehr zu überbrücken. Nach mehreren Jahren des Getrenntseins wurde die Ehe im Juli 1904 geschieden. Marie wohnte jedoch noch bis 1909 in der 1899 von Hauptmann erbauten Villa Rautendelein in Dresden-Blasewitz. Ehrungen und Engagement für den Weltkrieg Ab 1901 bewohnte Hauptmann mit Margarete Marschalk das Haus Wiesenstein in Agnetendorf (heute Jagniątków); er nannte es „die mystische Schutzhülle meiner Seele“. Im Vorjahr hatte Margarete den gemeinsamen Sohn Benvenuto (1900–1965) zur Welt gebracht. Im September 1904 vermählte Hauptmann sich mit ihr; die zweite Ehe währte bis zu seinem Tod und geriet nur kurz, 1905/06, durch seine Liaison mit der 16-jährigen Schauspielerin Ida Orloff in eine ernste Krise. Hauptmann war 1905 eines der ersten von 31 Mitgliedern der Berliner Sektion in der Gesellschaft für Rassenhygiene des Alfred Ploetz. 1910 erschien Hauptmanns erster Roman Der Narr in Christo Emanuel Quint, die Geschichte eines Wanderpredigers, der Sonnenkult und Jesusnachfolge miteinander verband. 1912 folgte der Roman Atlantis, der 1913 verfilmt wurde. Von den Möglichkeiten des neuen Mediums angeregt, schrieb Hauptmann selbst einige Filmszenarien (z. B. Apollonius von Tyrus), die jedoch nicht realisiert wurden. Um die Jahrhundertwende setzten offizielle Ehrungen ein. Dreimal erhielt Hauptmann den österreichischen Grillparzer-Preis, ferner die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig (1909) und des Worcester College der University of Oxford (1905). 1912 wurde er „vor allem als Anerkennung für sein fruchtbares und vielseitiges Wirken im Bereich der dramatischen Dichtung“ mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Kaiser Wilhelm II. schätzte den „sozialdemokratischen“ Dichter nicht. Gegen die Verleihung des Schillerpreises an Hauptmann (für Hanneles Himmelfahrt) legte er 1896 sein Veto ein. Auf Betreiben seines Sohnes, des Kronprinzen Wilhelm, wurde 1913 in Breslau Hauptmanns Festspiel in deutschen Reimen abgesetzt, weil darin das hundertjährige Jubiläum der Befreiungskriege nicht mit Hurrapatriotismus begangen, sondern mit pazifistischen Akzenten versehen wurde. Derselbe Gerhart Hauptmann jedoch, der im Festspiel den Popanz des Militarismus buchstäblich beerdigt hatte, gehörte ein Jahr später auch zu den vielen, die den Ersten Weltkrieg bejahten. Er unterzeichnete das Manifest der 93 und publizierte entsprechende Gelegenheitsverse (die sich wie unfreiwillige Satiren lesen und die er im Manuskript später eigenhändig durchstrich). 1915 erkannte Wilhelm II. ihm den Roten Adler-Orden IV. Klasse zu – die niedrigste Stufe dieses Ordens. Nach der militärischen Niederlage des Reichs und dem Sturz der Monarchie flüchtete sich Hauptmann Trost suchend in die pazifistische Kolonie Monte Verità bei Locarno. In Till Eulenspiegel setzte er einige Jahre später dem Pazifisten und Lebensreformer Hans Paasche (1881–1920), der von fanatischen Nationalisten ermordet worden war, ein dichterisches Denkmal. Repräsentativer Dichter Deutschlands Hauptmanns Kriegseuphorie wandelte sich bald. So beteiligte er sich an einer von zahlreichen Intellektuellen unterschriebenen Erklärung, die im November 1918 im Berliner Tageblatt veröffentlicht wurde und in der er sich mit der Republik solidarisierte. Dass er eine Kandidatur als Reichspräsident erwog, wurde 1921 dementiert, das Amt des Reichskanzlers ihm aber angeboten. Im darauf folgenden Jahr wurde ihm als erstem Empfänger der Adlerschild des Deutschen Reiches verliehen. Zu dieser Zeit war die Nachfrage nach Hauptmanns Werken schon rückläufig, so dass er, um seinen Lebensstandard zu halten, Verfilmungen und Fortsetzungsromane machte. Trotzdem erfreute er sich großer Popularität. Im Ausland galt er als der Repräsentant der deutschen Literatur schlechthin. 1932 begab er sich wegen des Goethejahres auf eine Vortragsreise durch die USA, auf der ihm die Ehrendoktorwürde der Columbia University verliehen wurde. Zudem erhielt er den Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main. Anlässlich seines 70. Geburtstags erhielt er mehrere Ehrenbürgerwürden; es gab zahlreiche Ausstellungen und vor allem viele Aufführungen seiner Werke mit bekannten Darstellern. Max Reinhardt gestaltete die Uraufführung von Vor Sonnenuntergang. 1926 bis 1943 lebte Hauptmann während der Sommermonate mit seiner Familie in Kloster auf Hiddensee. Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus Nach der „M.“ der N. unterzeichnete Hauptmann am 16. März 1933 eine Loyalitätserklärung der Deutschen Akademie der Dichtung, Sektion der Preußischen Akademie der Künste.. Im Sommer desselben Jahres beantragte er die Mitgliedschaft in der N.,. sein Antrag wurde aber von den örtlichen Parteidienststellen abgelehnt.. In denselben Zeitraum fällt Hauptmanns ausführliche Auseinandersetzung mit A. H.s Buch M. K.; sein mit Markierungen, Anmerkungen und Kommentaren reiches Exemplar befindet sich heute in der „Hauptmann-Bibliothek“ der Staatsbibliothek zu Berlin.. In seinem Selbstverständnis war Hauptmann allerdings immer ein überparteilicher Dichter gewesen,. die n. Id. floss auch nicht in sein Werk ein. Die Distanz zwischen Hauptmann und dem Nationalsozialismus geht auch aus einer Stellungnahme des Amts R. aus dem Jahr 1942 hervor: „Bei aller Anerkennung der künstlerischen Gestaltungskraft Hauptmanns ist die weltanschauliche Haltung der meisten seiner Werke vom n. Standpunkt aus kritisch zu betrachten. Hauptmann genoss hohes Ansehen in der Bevölkerung, weshalb die N. alles taten, den Schriftsteller trotz der Emigration zahlreicher Berufskollegen im Land zu halten und für ihre Zwecke zu nutzen. Dennoch wachte die Zensur des R. G.s über Hauptmanns Wirken. So verbot G.s eine Neuauflage von Der Schuss im Park, weil darin eine Schwarze vorkommt. Hauptmann wurde dagegen gesagt, ein neuer Druck sei wegen Papiermangels nicht möglich. Zudem wurden die Verfilmungen von Der Biberpelz und Vor Sonnenaufgang zensiert und die filmische Adaption von Schluck und Jau verboten. Zu Hauptmanns 80. Geburtstag kam es, auch unter Beteiligung von Repräsentanten des n. R., zu Ehrungen, Jubiläumsfeiern und -aufführungen. Hauptmann wurden von seinen Verlegern Peter Suhrkamp und C.F.W. Behl die ersten Exemplare der 17-bändigen Gesamtausgabe seiner Werke überreicht, welches - nach Papierverweigerung durch G.s - durch in Holland besorgtes und in Haarlem bedrucktes Papier vom Suhrkamp Verlag vorm. S. Fischer (S. Fischer Verlag / Suhrkamp Verlag) realisiert wurde.. 1944 erschien sein großes Alterswerk, die Atriden-Tetralogie, an der er vier Jahre gearbeitet hatte und die Iphigenie in Delphi, Iphigenie in Aulis, Agamemnons Tod und Elektra umfasste. Im August 1944 nahm ihn A. H. nicht nur in die G.-Liste, sondern auch als einen der sechs wichtigsten Schriftsteller in die Sonderlisten der unersetzlichen Künstler auf, was Hauptmann von sämtlichen Kriegsverpflichtungen befreite. Während des Luftangriffs auf Dresden weilte Hauptmann im Stadtteil Wachwitz (am damaligen Stadtrand) in Weidners Sanatorium, weil er eine schwere Lungenentzündung auskurieren musste. Über das Inferno sagte er: „Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens. […] Ich stehe am Ausgangstor des Lebens und beneide alle meine toten Geisteskameraden, denen dieses Erlebnis erspart geblieben ist.“ Hauptmann erlebte das Kriegsende in seinem Haus „Wiesenstein“. Nach dem Krieg wurde Schlesien polnisch und das Verbleiben Hauptmanns durch einen Schutzbrief vorübergehend ermöglicht. Am 7. April 1946 wurde Hauptmann von sowjetischer Seite mitgeteilt, dass die polnische Regierung nun auch auf seiner Aussiedlung bestehe. Vor einer allfälligen Vertreibung erkrankte er jedoch schwer. Tod und Überführung Anfang Mai 1946 erfuhr Hauptmann, dass die polnische Regierung darauf bestand, ausnahmslos alle Deutschen auszuweisen. Am 6. Juni starb er nach einer Bronchitiserkrankung in Agnetendorf/Agnieszków. Seine letzten Worte sollen gelautet haben: „Bin ich noch in meinem Haus?“ Gegen seinen testamentarisch erklärten Willen wurde Hauptmann nicht in seiner Heimat begraben. Auch ein amtliches Schreiben der Sowjetadministration zugunsten des Schriftstellers, der in der Sowjetunion hoch verehrt wurde, erwies sich als wirkungslos. Lediglich die Mitnahme von Hab und Gut wurde der Familie gestattet. Schon eine Stunde nach dem Tode hatten sich Angehörige der polnischen Miliz vor den Fenstern des Wiesensteins versammelt und direkt unter dem Sterbezimmer ihre Genugtuung geäußert. Der Leichnam Hauptmanns wurde in einem Zinksarg aufbewahrt und im Arbeitszimmer seines Hauses abgestellt. Die Genehmigung zur zugesicherten Ausreise in einem Sonderzug ließ auf sich warten. Über einen Monat nach dem Tode forderten Vertreter der Sowjetadministration die polnische Verwaltung auch aufgrund der hygienischen Zustände zur Überführung der sterblichen Überreste auf. Einige Tage später wurde der Sarg daraufhin nach Deutschland geschafft. In dem Dokumentarfilm Hauptmann-Transport von Matthias Blochwitz wird die Fahrt des Zuges rekonstruiert. Bei einer Trauerfeier in Stralsund sprachen Wilhelm Pieck, der Dichter Johannes R. Becher und der sowjetische Kulturoffizier Tjulpanow. Am Morgen des 28. Juli wurde Hauptmann vor Sonnenaufgang und 52 Tage nach seinem Tod auf dem Inselfriedhof in Kloster auf Hiddensee bestattet. Die Witwe des Dichters vermischte ein Säckchen Riesengebirgserde mit Ostseesand. Kurz nach seinem Tod gab es zahlreiche Trauerfeiern, wo sich viele Intellektuelle der Zeit zu Wort meldeten, unter anderen Ivo Hauptmann, der im Hamburger Rathaus am 4. Juli 1946 folgendes sagte: „Er liegt, seinem Wunsche entsprechend, in einem Fichtenbretter-Sarg, bekleidet mit der Mönchskutte, die ihm vor 40 Jahren in Soana ein Franziskaner schenkte. Er ließ sie sich vor seinem Tode oft reichen, um sich mit ihr vertraut zu machen. Heimaterde, ein kleines Neues Testament, von Kind auf in seinem Besitz, seine Dichtung Der große Traum und der Lobgesang des heiligen Franz von Assisi liegen im Sarg bei ihm.“ 1951 wurde ein Granitblock als Grabstein enthüllt. Er trägt gemäß Hauptmanns Wunsch nur seinen Namenszug. 1983 wurde die Urne der 1957 verstorbenen Margarete Hauptmann im Grab ihres Mannes beigesetzt. Er war der Großvater von Anja Hauptmann. Werk In einer Ansprache vor der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien erklärte Hauptmann am 24. März 1905: „Es meldeten sich in meinem Innern stets viele Stimmen zum Wort, und ich sah keine andere Möglichkeit, einigermaßen Ordnung zu schaffen, als vielstimmige Sätze: Dramen zu schreiben.“ (Centenar-Ausgabe, Bd. 6, S. 689). Die Dramatik bildet das Zentrum seines Schaffens; aber auch andere Gattungen sind in allen Lebensepochen kontinuierlich präsent: Lyrik und Versepik ebenso wie erzählende, autobiografische und essayistische Prosa. Die Gattungs-Grenzen sind bisweilen fließend – sowohl formal (einige der Bühnenwerke sind Versdramen, sozusagen „dramatische Gedichte“) als auch thematisch: der Gedankenkomplex Pippa – Wann – Merlin – Galahad wurde mit starken Veränderungen abwechselnd dramatisch und erzählerisch verarbeitet, zum Eulenspiegel-Stoff gibt es neben dem Versepos auch Szenenfragmente, der Roman Atlantis war vorübergehend als Drama geplant usw. Einflüsse Im Berliner avantgardistischen Verein Durch begegnete Hauptmann ab 1885 verschiedenen Vertretern des Naturalismus, die ihn entscheidend prägten. Der Verein berief sich auf historische Vorbilder vom Sturm und Drang, an dem sich vor allem der Kreis um die Brüder Hart orientierte, bis zum Vormärz. Auf den Sitzungen wurde über ästhetische Fragen, über Idealismus, Realismus und die naturalistische Bewegung diskutiert. Gerhart Hauptmann hielt einen Vortrag über den damals weitgehend vergessenen Georg Büchner. Auch damit lässt sich sein naturalistischer Hang begründen. Ende der 1880er Jahre wurde er mit der einsetzenden Sozialistenverfolgung konfrontiert. Das Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie wurde zwar schon 1878 auf Bismarcks Bestreben im Reichstag beschlossen, 1887 allerdings nochmals verschärft. Hauptmann wurde 1887 als Zeuge vor das Breslauer Gericht geladen, da er während seiner Studentenzeit Anhänger der Ikarier gewesen war, deren Idee auf den französischen Kommunisten Etienne Cabet zurückgeht. Er suchte 1888 Schutz im Zürcher Haus seines Bruders Carl, um nicht von den Gerichten belangt zu werden. Dort begegnete er dem Psychiater Auguste Forel und dem Naturprediger Johannes Guttzeit, dessen lebensreformerische Vorstellungen sich in Vor Sonnenaufgang niederschlugen. Hauptmanns frühe Träume von einer utopisch-sozialistischen Gemeinschaft wurden noch weiter genährt durch seine Begegnungen mit dem Dichter und Naturpropheten Gusto Gräser (1879–1958), dessen Gründung, die Aussteigerkolonie Monte Verità bei Ascona, er 1919 mehrmals besuchte. Sowohl die Erzählung Der Ketzer von Soana wie auch der Roman Der Narr in Christo Emmanuel Quint und das Schlusskapitel seines Till Eulenspiegel verarbeiten seine Erfahrung eines dionysisch-jesuanischen Wanderpropheten. Naturalismus In Zürich begann Hauptmanns naturalistisches Schaffen. Von hier aus schickte er das Manuskript zu seinem ersten naturalistischen Werk Bahnwärter Thiel nach München, wo es der Kritiker Michael Georg Conrad begutachten sollte. Mit seinem 1889 uraufgeführten Drama Vor Sonnenaufgang sorgte er für einen der größten Skandale der deutschen Theatergeschichte. Das bürgerliche Publikum war schockiert, weil in Hauptmanns Stück Sexualität und Alkoholismus freimütig dargestellt wurden. Es entsprach jedoch auch den Ansprüchen an ein sozialkritisches Drama jener Zeit. Laut Franz-Josef Payrhuber sei Hauptmanns Vor Sonnenaufgang zwar ein epochemachendes Werk, aber sei nicht das repräsentative Beispiel für das naturalistische Drama. Dieses Prädikat käme Familie Selicke von Arno Holz und Johannes Schlaf zu. Hauptmann komme jedoch eine wichtige Rolle zu, da er mit Unterstützung Otto Brahms naturalistische Dramen auf deutschen Bühnen etabliert habe. Unter Brahms Leitung der Freien Bühne, des Deutschen Theaters und des Lessingtheaters kam es beispielsweise zu 17 Hauptmann-Uraufführungen. Durch die zahlreichen Aufführungen auf verschiedenen Bühnen in ganz Deutschland habe der Naturalismus allererst Breitenwirkung und sozialkritische Stoßkraft erhalten. Mit seinem wichtigsten Drama Die Weber (1891/92), an dessen Realisierung er schon während seines Zürichaufenthalts gedacht hatte, erlangte Hauptmann Weltruhm und erreichte den Höhepunkt seiner naturalistischen Schaffensphase. Die Weber hatten als Grundlage die Weberaufstände von 1844. Hauptmann unternahm zur Recherche größere Reisen durchs Riesengebirge. Ende 1891 vollendete er das Werk zunächst in schlesischem Dialekt, in dem es De Waber heißt. Die dem Hochdeutschen angenäherte Fassung wurde im März 1892 abgeschlossen. Die preußische Zensur verbot die Inszenierung durch die „Freie Bühne“, weil sie in dem Stück einen Aufruf zum Klassenkampf zu erkennen glaubte und man in Breslau – in der Dialektfassung – schlechte Erfahrungen mit seiner überaus starken Wirkung gemacht hatte. Um eine Inszenierung am Deutschen Theater zu ermöglichen, ließ Hauptmann durch seinen Anwalt erklären, das Drama sei nicht als sozialdemokratische Parteischrift, sondern als dichterischer Aufruf an das Mitleid der Besitzenden zu verstehen. Sozialdemokratische Kreise waren von dem Stück – nach der Aufhebung des Aufführungsverbots am 2. Oktober 1893 – begeistert, aber Kaiser Wilhelm II. kündigte seine Loge im Deutschen Theater. Mit dem Drama Das Friedensfest. Eine Familienkatastrophe (1890) verärgerte Hauptmann angeblich Frank Wedekind, der in dem Stück Anspielungen auf Ereignisse aus seinem eigenen Leben wiederzuerkennen meinte, von denen er dem Autor berichtet hatte. Wedekinds Replik bestand im Auftritt eines Dichters namens Franz Ludwig Meier, der beständig die Äußerungen seiner Freunde protokollierte, in seiner Komödie Die junge Welt. An einem Weihnachtsabend in den 1880er Jahren kommt Wilhelm Scholz zum ersten Mal nach Jahren wieder in sein Elternhaus. Ein Streit mit dem Vater, Fritz Scholz, hat ihn vor Jahren aus dem Haus getrieben. Seine Verlobte, Ida Buchner, und deren Mutter haben ihn zu dem Besuch überredet. Überraschend erscheint auch der jahrelang verschollene Vater, der heruntergekommen und von Krankheit und Alkohol gezeichnet wirkt. Wilhelm will den Vater nicht sehen. Trotzdem gibt er sich Mühe, den Abend versöhnlich zu gestalten. Doch sein zynischer Bruder Robert macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Fritz Scholz stirbt. Ida ist verzweifelt. Wilhelm wendet sich von ihr ab. Trotzdem gibt sie die Hoffnung nicht auf, einen glücklichen Menschen aus ihm zu machen. Mit dem Drama Einsame Menschen (1891) übte Hauptmann nach Auskunft von Konstantin Stanislawski starken Einfluss auf Anton Tschechow und die russische Dramatik aus. Hauptmann griff dafür auf einen Konflikt seines Bruders Carl zurück, dessen Beziehung zu einer jungen Polin die ganze Familie in Aufruhr versetzte. Marie Hauptmann, geb. Thienemann war das Vorbild für die Figur der Käthe Vockerat, auch wenn es damals in der Ehe des Autors noch nicht kriselte. Das Stück spielt um 1890 in einem Landhaus am Müggelsee. Der junge Gelehrte Johannes Vockerat und seine Frau Käthe haben ihr erstes Kind bekommen. Johannes kommt mit seiner wissenschaftlichen Arbeit nicht so wie erhofft voran. Als sein Freund, der Maler Braun, Besuch von der russischen Studentin Anna Mahr erhält, ist Johannes hingerissen von der intelligenten, selbstbewussten jungen Frau und lädt sie ein, für ein paar Wochen bei ihm und seiner Familie zu wohnen. Er findet in Anna erstmals eine ebenbürtige Gesprächspartnerin. Seine Familie beobachtet die immer größer werdende Vertrautheit zwischen Johannes und Anna mit Sorge. Käthe leidet darunter, weil sie sich der klugen Anna unterlegen fühlt. Ihre Eltern, die sehr fromm sind, äußern moralische Bedenken. Johannes und Anna gestehen einander ihre Liebe, müssen aber erkennen, dass diese Liebe keine Zukunft hat. Anna reist ab, Johannes rudert auf den See hinaus, um sich das Leben zu nehmen. Der Biberpelz erfuhr schlechte Kritiken. Hauptmann wandte sich daraufhin von der naturalistischen Darstellungsweise ab und widmete sich mythisch-religiösen und Märchenstoffen. In diese Schaffenszeit fallen Hanneles Himmelfahrt, Die versunkene Glocke sowie Und Pippa tanzt. 1901 schrieb er eine Fortsetzung des Biberpelz: Die Tragikomödie Der rote Hahn ist im gleichen Milieu angesiedelt. Im Vergleich zum Biberpelz treten hier aber die lustspielhaften Elemente zugunsten einer schärferen Kritik zurück. Mutter Wolffen wurde Witwe und hat wieder geheiratet. Sie heißt nun Fielitz. Sie ist keine urwüchsige Proletarierin mehr, sondern eine Kleinbürgerin. Ihre Aufsteigermentalität macht vor nichts halt – und erneut wird sie für ihren Betrug nicht bestraft. Mutter Wolffen ist verwitwet und hat den „Schuhmachermeister und Polizeispion“ Fielitz geheiratet. Die Tochter Adelheid hat sie mit dem Baumeister Schmarowski verheiratet. Die zweite Tochter, Leontine, hat zwar ein uneheliches Kind, aber Frau Fielitz hat schon einen Mann für sie im Auge – auch wenn dieser im Moment noch verheiratet ist. Das eigene Haus ist Frau Fielitz zu klein. Im Dorf sind in letzter Zeit mehrere Häuser abgebrannt, und die „untröstlichen“ Besitzer haben beachtliche Versicherungssummen kassiert. Während das Ehepaar Fielitz in Berlin Besorgungen erledigt, brennt ihr Haus bis auf die Grundmauern nieder. Der Schmiede- und Spritzenmeister Langheinrich kann nur mehr den Totalschaden feststellen. Allerdings verschweigt er, dass er ein Stück Zündschnur gefunden hat. Der Verdacht fällt auf Gustav, den geistig behinderten Sohn des pensionierten Gendarmen Rauchhaupt. Der Gendarm will das nicht auf seinem Sohn, der in eine Anstalt gesperrt wird, sitzen lassen, kann aber nichts beweisen. Schmarowski kann einen großzügigen Neubau entwerfen, dessen Fertigstellung Frau Fielitz allerdings nicht mehr erlebt. Es folgten das soziale Drama Rose Bernd (1901), die Tragikomödie Die Ratten (1911) und das Schauspiel Vor Sonnenuntergang (1932). Weitere Tendenzen Peter Sprengel sieht in Hauptmanns Werk nach den Webern drei Haupttendenzen. Die erste Tendenz ist ein Bruch mit dem Naturalismus und eine Zuwendung zur Neuromantik.[19] Zu dieser Richtung passe das Märchendrama Die versunkene Glocke (1896)[26]. Das in Versen geschriebene Drama war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung ein großer Erfolg und zu Lebzeiten Hauptmanns das meistgespielte Stück. Mit dem ebenfalls in Versen geschriebenen Stück Der arme Heinrich (1902) begab sich Hauptmann in das Reich der Legenden und adaptierte das gleichnamige mittelhochdeutsche Versepos Der arme Heinrich von Hartmann von Aue. Kaiser Karls Geisel (1908) und Griselda fallen in die gleiche Kategorie. Eine weitere Grundlage bot die griechische Mythologie, wie das Schauspiel Der Bogen des Odysseus (1913) zeigte. In letzterem erlebt der Zuschauer einen der tragischsten Momente der Odyssee. Nach langjähriger Irrfahrt gelangt Odysseus endlich wieder auf seine Heimatinsel Ithaka. Als Bauer und Hirte will er sein Leben nun verbringen. Seine Frau Penelope, die so viele Jahre auf ihn gewartet hat, tritt nicht auf – ist aber ständig präsent in seinem Kampf gegen ihre Freier, die sein Königsamt übernehmen wollen, und wird in gewisser Weise auch verantwortlich gemacht für den Verfall der sittlichen Ordnung während der Abwesenheit des Odysseus. Die gesamte Handlung spielt sich auf dem Bauernhof des Schweinehirten Eumaios ab. Hier haben sich vier Freier zu einem Festmahl versammelt, bei dem der von seinen jahrelangen Irrfahrten erschöpfte Odysseus als Bettler verkleidet auftaucht. Odysseus scheint verwirrt, planlos. Erst im vierten Akt gewinnt er mit Hilfe des Hirtengottes Pan seine Kräfte zurück und kann zur Rache an den Freiern ansetzen. In Sprengels zweiter Tendenz verband Hauptmann Naturalistisches mit Nicht-Naturalistischem. Die Verbindung entstünde durch Kontrastierung der beiden Richtungen. So zeige das Traumspiel Hanneles Himmelfahrt (1893) sowohl soziale Anklage als auch den Entwurf einer romantischen Phantasiewelt. Auch in Und Pippa tanzt! (1905) zeigten sich demnach eine reale und eine ideale Sphäre. Die dritte Tendenz sieht laut Sprengel keinen Bruch mit dem Naturalismus vor und beinhaltet sämtliche weitere Hauptmann-Dramen naturalistischer Prägung. Ihr gehören u. a. das historische Revolutionsdrama Florian Geyer. Die Tragödie des Bauernkrieges (1896), Fuhrmann Henschel (1898) und die erst aus dem Nachlass aufgeführten Dramen Herbert Engelmann (1962) und Christine Lawrenz (1990) an. Florian Geyer (1490-1525) war ein Anführer im Deutschen Bauernkrieg von 1525. Das Stück kam beim Publikum überhaupt nicht an. Während und nach dem Ersten Weltkrieg schuf Hauptmann eine Reihe von Theaterstücken, die andere Stilphänomene aufwiesen, als die bereits genannten. So entwarf er mit der Winterballade (1917) und im Weißen Heiland mythische Bilder. Versuche symbolischer Gestaltung unternahm er in den Dramen Die goldene Harfe (1932) und Ulrich von Lichtenstein (1939). Die Shakespeare-Adaption Hamlet in Wittenberg (1935) enthält ebenso historische Darstellungsweisen wie das 1915 beendete Magnus Garbe, das aber erst 1956 zur Uraufführung kam. Mit seinem Spätwerk, der Atriden-Tetralogie, adaptierte Hauptmann antike Dramen. Allerdings hat er sie nach den Erfahrungen seiner Griechenlandreise neu gedeutet. Rezeption Hauptmanns Frühwerk wurde unterschiedlich beurteilt. Die konservativen Kreise und auch die Staatsführung des Kaiserreichs waren von seinen sozialkritischen Dramen wenig begeistert, was sich auch durch Zensur und Schmähauszeichnungen ausdrückte. Seine oppositionelle Position steigerte jedoch sein Ansehen in den Kreisen der progressiven Intellektuellen, die gerade diese Züge an seinen Dramen schätzten. Nach zahlreichen naturalistisch geprägten Werken änderte sich Hauptmanns Schaffen und seine Werke fanden zunehmend Anklang beim Besitz- und Bildungsbürgertum. Für diese Kehrtwendung wurde er vielfach kritisiert, wie zum Beispiel von Franz Mehring, der anlässlich der Aufführung von Hanneles Himmelfahrt schrieb: „Es tut mir leid um Gerhart Hauptmann, aber wenn er unter die Räuber der bürgerlichen Kritik gefallen ist, wenn die Börsenpresse ihm jubelnd bescheinigt, er biege in das Tor der echten und wahren Dichtkunst ein, so hat er dies Schicksal reichlich verdient. […] Wir sind noch niemals verurteilt gewesen, einen so großen Missbrauch eines so großen Talents mit eigenen Augen zu sehen.“ Dennoch war er weiterhin gefragter Schriftsteller und galt im Ausland als repräsentativer Dichter Deutschlands. Der ungarische Philosoph und Literaturkritiker Georg Lukács hingegen nannte Hauptmann später den „repräsentativen Dichter des bürgerlichen Deutschlands“, womit er jedoch nicht Hauptmanns hervorgehobene Stellung unterstrich. Vielmehr drückte er damit seinen Unmut gegenüber Hauptmanns Wankelmütigkeit und geringer Verwurzelung an seine „revolutionären Anfänge“ aus. Trotz seines hohen Ansehens ging der Verkauf seiner Werke stetig zurück, weil sich andere Dichter und Dramatiker in den Blickpunkt drängten. Hauptmann hatte sich einen kostspieligen Lebensstil angeeignet, lebte in teuren Hotels, empfing oft Gäste im Wiesenstein und unternahm Reisen nach Italien. Die Sommer verbrachte er in seinem großen Haus auf Hiddensee, das Günter Kunert als „Do-it-your-self-Olymp“ bezeichnete. Thomas Mann ließ sich bezüglich dieses Lebensstils zu einer spöttischen Kritik an Hauptmann hinreißen, als er ihn 1922 als „König der Republik“ bezeichnete. Zudem verarbeitete Thomas Mann einige Charakterzüge Hauptmanns in der Person Mynheer Peeperkorn in seinem Buch Der Zauberberg. Die Tatsache, dass Hauptmann nach der „M.“ 1933 noch in Deutschland lebte, wollten sich die N. zunutze machen und den angesehenen Dichter zu ihrem Nutzen verwenden. Verschiedene Stücke, die der Parteiführung wegen ihres aufrührerischen Charakters missfielen, wurden zwar verboten, dennoch wurden weiterhin Hauptmann-Werke aufgeführt. Zu Hauptmanns 80. Geburtstag 1942 wurden Festaufführungen und Ehrungen vorgenommen, die er vorbehaltlos entgegennahm. Nach seinem Tod begann Hauptmanns Ruhm, den er zu Lebzeiten noch genossen hatte, zu verblassen. Sein Ansehen wurde durch sein unkritisches Verhalten gegenüber den Nazis zusätzlich gesenkt. Anlässlich seines 100. Geburtstags 1962 fanden in zahlreichen deutschen Städten Festveranstaltungen statt. Bis in die 1970er Jahre wurden an westdeutschen Bühnen immer wieder Hauptmannwerke aufgeführt, wobei sich vor allem Der Biberpelz und Die Ratten über Zuspruch freuen konnten. Dennoch wurde Hauptmanns Werk nun kritischer betrachtet. In diesem Zuge kamen manche schwachen Aspekte innerhalb seines Werkes zutage, die zuvor durch „unbedenkliches lautes Lob“ zugedeckt worden waren. Überdies wurden Hauptmanns Werke hinsichtlich der politischen Kultur der späten sechziger und frühen siebziger Jahre zunehmend bedeutungsloser, da man mit dem „überlieferten Bilde des Sehers vom Wiesenstein wenig anfangen“ konnte. In der DDR lebte Hauptmanns literarisches Ansehen weiter. Seine Sozialkritik fand vielerorts Anklang und war beispielgebend für die lebendig fortwirkende Tradition des bürgerlichen deutschen Humanismus. Gedenken und Ehrungen Berliner Gedenktafel an Hauptmanns Wohnhaus in Berlin-Charlottenburg, 2007 In vielen deutschen Städten wurden Schulen und Straßen nach ihm benannt, teilweise bereits zu Lebzeiten (z.B. 1922 die Gerhart-Hauptmann-Realschule in Breslau) Gerhart-Hauptmann-Denkmal in Kienbaum. Die Brände in Kienbaum dienten Hauptmann als Vorlage für den Roten Hahn 1964 wurde das Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau nach ihm benannt. 1985 wurde ein Einschlagkrater auf dem Planeten Merkur nach ihm benannt: Merkurkrater Hauptmann. Im Jahr 1987 wurde in Erkner ein Gerhart-Hauptmann-Museum errichtet. Weitere Gedenkstätten befinden sich auf Hiddensee, Radebeul, Agnetendorf und Schreiberhau. Am 10. Juni 1998 wurde ein Asteroid nach ihm benannt: (8381) Hauptmann. Zum 150. Geburtstag gab die Deutsche Post AG eine Sonderbriefmarke im Wert von 55 Eurocent heraus. Ausgabetag war der 2. November 2012. Der Entwurf stammt von Christof Gassner. Auszeichnungen 1896: Grillparzer-Preis für Hanneles Himmelfahrt 1899: Grillparzer-Preis für Fuhrmann Henschel 1905: Grillparzer-Preis für Der arme Heinrich 1909: Ehrendoktor der Universitäten Oxford und Leipzig 1911: Königlich Bayerischer Maximiliansorden 1912: Literaturnobelpreis 1921: Ehrendoktor der deutschen Universität Prag 1922: Adlerschild des Deutschen Reiches 1923: Pour le mérite für Wissenschaften und Künste 1932: Ehrendoktor der Universität Columbia (New York) 1932: Goethepreis der Stadt Frankfurt 1942: Ehrenring der Stadt Wien Hauptmann als Regisseur An den frühen Uraufführungen seiner Stücke, die vom Ensemble um Otto Brahm gestaltet wurden, war Gerhart Hauptmann als Co-Regisseur beteiligt. Später führte er bei folgenden Produktionen Regie: Friedrich Schiller: Wilhelm Tell. Deutsches Künstlertheater Berlin. Premiere: 16. September 1913 Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug. Deutsches Künstlertheater Berlin. Premiere: 2. Oktober 1913 Gerhart Hauptmann: Einsame Menschen. Deutsches Theater Berlin. Premiere: 29. Februar 1920 Gerhart Hauptmann: Das Opfer (Indipohdi). Staatliches Schauspielhaus Dresden. Premiere: 23. Februar 1922 (Uraufführung; Näheres siehe unten in der Werkliste) Gerhart Hauptmann: Veland. Deutsches Schauspielhaus Hamburg. Premiere: 19. September 1925 (UA; siehe Werkliste) William Shakespeare: Hamlet. Bearbeitung: Gerhart Hauptmann. Staatliches Schauspielhaus Dresden. Premiere: 8. Dezember 1927 (UA; siehe Werkliste) Gerhart Hauptmann: Schluck und Jau (Co-Regisseur: Gustav Hartung). Bandhaus des Heidelberger Schlosses. Premiere: Juli 1928. (Die dafür in Auftrag gegebene Schauspielmusik von Leoš Janáček blieb Fragment) Hauptmann in der bildenden Kunst Gerhart Hauptmann, der nach eigenem Bekunden gerne auch Bildhauer geworden wäre, war zeitlebens selbst ein interessantes Motiv für Künstler. Porträts schufen unter anderem Lovis Corinth: Ölgemälde (1900; Städtische Kunsthalle Mannheim) 2 Kreidezeichnungen (1917; Staatliche Kunstsammlungen Dresden / Museum der Bildenden Künste Leipzig) Benno Elkan: Bronzegussmedaille, 1922, 138 mm. Vorderseite: 1922 / GERHART HAUPTMANN – Kopfbildnis nach rechts. Rückseite: Ein Bocksteufel sitzt auf einem Totenschädel, der von einer Schlange umschlungen ist. Literatur: Menzel-Severing no. 237, Abb. 152 Max Liebermann: Pastellbild (1892; 1. Preis bei der Internationalen Kunstausstellung in Venedig 1895) Ölgemälde (zum 50. Geburtstag 1912) Lithographie (1922) Arno Breker: Büste (zum 80. Geburtstag 1942; mehrere Fassungen in Bronze und Marmor; Graphik) Walter Wadephul: Büste (zum 70. Geburtstag 1932 im Auftrag der Stadt Breslau für das Thalia-Theater) Jelenia Góra (deutsch: Hirschberg im Riesengebirge; tschechisch: Jelení Hora, früher: Hornšperk) ist eine polnische Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien, rund 90 km südwestlich von Breslau und 70 km östlich von Görlitz. Sie liegt im Hirschberger Tal am Fuß des Riesengebirges und gehört der Euroregion Neiße an. Sie ist touristisches Zentrum der Region und Sitz des Karkonoski Park Narodowy (KPN) (Nationalpark Riesengebirge). Geografie Stadtgliederung Die Stadtgemeinde Jelenia Góra umfasst eine Fläche von 109 km², rund 85.000 Einwohner und gliedert sich in folgende Stadtteile (dzielnica): Śródmieście – Innenstadt Cieplice Śląskie-Zdrój, auch Cieplice Zdrój (Bad Warmbrunn) Czarne (Schwarzbach) Goduszyn (Gotschdorf) Grabary (Hartau) Jagniątków (Agnetendorf) – Stadtteil Maciejowa (Maiwaldau) Sobieszów (Hermsdorf und Kynast, 1935–1945 Hermsdorf (Kynast)) Strupice (Straupitz) Zabobrze Zatorze und Siedlungen (osiedle): Osiedle Orle, Os. Pomorskie, Os. Skowronków, Os. Widok, Os. XX-Lecia, Os. Zabobrze I, Os. Zabobrze II, Os. Zabobrze III, Os. Żeromskiego Geschichte Bereits 1108 erhielt Hirschberg das Stadtrecht verliehen. Unter Herzog Boleslaw II. von Liegnitz wurde es um 1241 bedeutend vergrößert. 1395–1406 war es im Besitz des böhmischen Oberstburggrafen Johann Kruschina von Lichtenburg. Durch die Lein- und Schleierweberei wurde im 16. Jahrhundert ein Grundstein zum Reichtum der Stadt gelegt. Die evangelische Kirche des Ortes stammt aus dem Jahre 1709. Von 1526 bis 1742 war Hirschberg Teil des Habsburger Reichs. Nach dem Wiener Kongress war Hirschberg ab 1816 Sitz des gleichnamigen Landkreises Hirschberg im Riesengebirge der preußischen Provinz Schlesien. Seit dem 1. April 1922 bildete die Stadt Hirschberg einen eigenen Stadtkreis. Am 1. Januar 1924 wurde der Gutsbezirk Hartau aus dem Landkreis in die Stadt eingegliedert. Am 9. Juli 1927 erhielt die Stadt Hirschberg, die bisher auch den Zusatz i. Schles. trug, die neue Bezeichnung Hirschberg im Riesengebirge. Es setzte sich bald die amtliche Schreibweise Hirschberg i. Rsgb. durch. Am 17. Oktober 1928 wurde als weiterer Gutsbezirk Schwarzbach aus dem Landkreis in die Stadt eingegliedert. Die Einwohnerzahl Hirschbergs im Jahr 1885 betrug 15.662 meist evangelische Einwohner, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren es 79.918 Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hirschberg 1945 unter polnische Verwaltung gestellt und der Ortsname in Jelenia Góra übersetzt. Die deutsche Bevölkerung wurde größtenteils vertrieben sowie zwangsweise ausgesiedelt und durch Zuwanderer aus anderen Teilen Polens ersetzt. Von 1975 bis 1998 war der Ort Hauptstadt der Woiwodschaft Jelenia Góra. Sehenswürdigkeiten Das Rathaus von Hirschberg wurde 1361 erstmalig urkundlich erwähnt. Der jetzige klassizistische Bau stammt aus den Jahren 1744–1749 und ist noch heute Sitz der Stadtverwaltung. Um 1910 wurde das Rathaus mit den benachbarten „Siebenhäusern“ verbunden. Die Bürgerhäuser am Marktplatz stammen aus der Barock- und Rokokozeit (17. und 18. Jahrhundert) und sind mit Laubengängen versehen. Hier wohnten die reichsten Bürger der Stadt. Je nach ihrer Bestimmung gab es Kürschner-, Tuch-, Garn-, Seildreher-, Weißgerber-, Korn- und Butterlauben. Fragmente der ehemaligen prachtvollen Verzierung sind noch an den Fassaden zu sehen. Im Ortsteil Sobieszów gibt es die Ruine der Burg Chojnik (Kynast) zu besichtigen. Der alte Friedhof mit deutschen, jüdischen, polnischen und teils österreichischen (ca. 1740) Gräbern. Die Gnadenkirche zum Heiligen Kreuz (Kościół Św. Krzyża) – eine Synthese zwischen protestantischem Klassizismus und römisch-katholisch geprägtem Barock. 1709 nach dem Vorbild der Stockholmer Katharinenkirche entstanden. Freilichtmuseum der polnische Armee.