Das Canon EF 20-35mm 1:3,5-4,5 USM ist ein leichtes Ultraweitwinkel-Zoomobjektiv, das im März 1993 auf den Markt kam. Es wurde für das Canon EF-Bajonett entwickelt und ist sowohl mit analogen als auch mit digitalen Vollformat-Spiegelreflexkameras kompatibel. Über entsprechende Adapter lässt es sich zudem reibungslos an modernen spiegellosen Systemkameras (wie dem Canon EOS R-System) nutzen.
Hier ist eine Übersicht zu den wichtigsten technischen Details, Eigenschaften und einer Einschätzung für den Gebrauch:
Technische Daten im Überblick
- Brennweite: 20–35 mm (Ultraweitwinkel bis moderates Weitwinkel)
- Lichtstärke: f/3,5 (bei 20 mm) bis f/4,5 (bei 35 mm)
- Autofokus-Motor: Ring-USM (Ultrasonic Motor) mit jederzeitiger manueller Eingriffsmöglichkeit (Full-Time Manual Focus)
- Optischer Aufbau: 12 Linsen in 11 Gruppen (inklusive eines asphärischen Elements zur Reduzierung von Verzeichnungen)
- Blendenlamellen: 5
- Naheinstellgrenze: 0,34 m
- Filtergewinde: 77 mm
- Gewicht: 340 g
- Abmessungen: ca. 83,5 mm Durchmesser × 68,9 mm Länge
Haupteigenschaften & Vorteile
- Kompakt und extrem leicht: Mit nur 340 Gramm fällt das Objektiv in der Fototasche kaum ins Gewicht und eignet sich hervorragend als leichtes Reise- oder Street-Objektiv.
- Innenfokussierung und internes Zoomen: Beim Fokussieren und Zoomen verändert das Objektiv seine physische Länge nicht. Zudem dreht sich das Frontgewinde nicht mit, was den Einsatz von Pol- und Verlaufsfiltern erheblich erleichtert.
- Schneller USM-Autofokus: Der integrierte Ultraschallmotor fokussiert schnell, präzise und nahezu lautlos. Da es sich um einen echten Ring-USM handelt, kannst du den Fokusring jederzeit manuell drehen, ohne vorher den AF/MF-Schalter umlegen zu müssen.
- Geringe Verzeichnung: Für ein Ultraweitwinkel-Objektiv aus dieser Ära korrigiert das Linsendesign tonnen- oder kissenförmige Verzeichnungen überraschend gut.
Einschränkungen & Nachteile
- Variable Lichtstärke: Die Offenblende fällt beim Zoomen schnell von f/3,5 auf f/4,5 ab, weshalb es für Low-Light-Aufnahmen ohne Stativ nur bedingt geeignet ist.
- Kein Bildstabilisator: Das Objektiv besitzt keinen optischen Bildstabilisator (IS). An Kameras mit kamerainterner Stabilisierung (IBIS) lässt sich dies jedoch ausgleichen.
- Weichere Ränder bei Offenblende: Während die Bildmitte bereits ab Offenblende scharf abbildet, lässt die Schärfe zu den extremen Bildecken hin spürbar nach. Für Landschafts- oder Architekturaufnahmen empfiehlt es sich, das Objektiv auf Blende f/8 oder f/11 abzublenden.
- Streulichtempfindlichkeit: Trotz Super Spectra Vergütung neigt die Linse bei direktem Gegenlicht zu sichtbaren Geisterbildern (Lens Flares). Die Verwendung einer passenden Gegenlichtblende (Modell EW-83II) wird dringend empfohlen.
Heutiger Wert und Fazit
Das Canon EF 20-35mm f/3.5-4.5 USM wird seit Jahren nicht mehr neu produziert, hat sich aber zu einem echten Geheimtipp auf dem Gebrauchtmarkt entwickelt. Es ist oft für einen sehr geringen Preis (häufig zwischen 120 und 200 Euro) zu finden.
Wer einen extrem günstigen, leichten und mechanisch gut verarbeiteten Einstieg in den Ultraweitwinkel-Bereich am Vollformat sucht und kein Problem damit hat, für maximale Schärfe etwas abzublenden, erhält mit diesem "Oldtimer" ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.