La Jana als Absinthe in der Haller-Revue „An und Aus“.
Berlin Theater im Admiralspalast.
Originale Farbautotypie von 1926.
Auf dunkebraunem Karton aufgezogen.
Nach dem Originalgemälde von Ernest Klausz (1896-1970).
In der Platte signiert.
Größe 170 x 210 mm.
Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, sonst sehr guter Zustand.
Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!
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Geboren am 16. Januar 1896 in Eger, Komitat Heves, Ungarn, gestorben am 24. August 1970 in Neuilly-sur-Seine, Paris, Frankreich. Das Studium des Chemieingenieurwesens in Eger und an der Technischen Universität in Budapest (nebenbei studierte er auch Musik) wurde durch seinen Militärdienst im 1. Weltkrieg (ab 1915) unterbrochen. Von 1917 bis 1922 befand er sich in Kriegsgefangenschaft. Im Jahre 1923 ging er nach Berlin, dort studierte er Malerei und Musik und arbeitete als Bühnenmaler am Staatstheater (Er brachte die Malerei der Musik näher). Er fertigte eine Reihe von ausdrucksstarken Porträts der Berliner Schauspieler und Tänzer an. Acht Jahre lang war er Bühnenbildner an allen vier Staatstheatern Berlins. Ziel war es, das Gesamtkunstwerk zu erreichen: Musik, Malerei, Tanz und Poesie in Einklang zu bringen. Er floh 1931 vor dem aufkommenden Nationalsozialismus nach Frankreich. Von 1931 bis 1942 lebte er bin Paris. Dort war er Mitglied der sogenannten Musicalistengruppe um Henry Valensi. Er experimentierte an der Realisation eines projizierten Bühnenbildes. Damit wurde 1933 Hector Berlioz´ „Fausts Verdammnis“ (dramatische Legende) an der Pariser Grand Opéra inszeniert. Er erfand nicht brennbares Plattenmaterial und Farbe für die Projektion. Diese Bühnentechnik verwendete er in „Die Geburt der Farben“ in seinem Ballettset, für das er mit dem Komponisten A. Honegger und dem Choreografen S. Lifar zusammenarbeitete. Aufgrund des Einmarsches der Deutschen wurde das Ballett erst 1949 in Paris aufgeführt. 1942 kehrte er nach Budapest zurück. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er mehrmals zum Arbeitsdienst eingezogen. Ende 1946 wurde er als Bühnenbildner an die Pariser Oper berufen, wo er bis zu seiner Pensionierung arbeitete. 1958 wurde die Bühnenhintergrundprojektion nach seinen Plänen im Festspielhaus in Salzburg realisiert. Mit dieser Bühnentechnik erzielte er Erfolge in Mailand, New York, Barcelona und Wien. In seinen letzten Lebensjahren nannte er seine Bilder Sinfonien, in denen die Beziehung der Musik zu Farben, Formen und der Raumgestaltung ergänzt wurde. Über den eigentlichen künstlerischen Wert hinaus sind die Bühnenbilder von unschätzbarem Wert, da sie leicht kopiert und somit den Kulissen der besten Regisseure und Bühnenbildner der Welt präsentiert werden können. Die Beziehung von Musik zu Farben und Formen, das Zusammenspiel dieser beiden Kunstformen, brachte die Bilder hervor, an denen er in den letzten Jahren seines Lebens arbeitete. Er nannte sie „Symphonien“ und eines seiner letzten Werke mit dem Titel „Symphonie X. (Mein Leben)“ schenkte er der Ungarischen Nationalgalerie. Klausz‘ nicht-figurative Bilder leben und bewegen sich in fast einer vierten Dimension: Ihre Botschaft fließt in der Zeit, ob es sich nun nur um Musik, Poesie oder Tanz handelt. La Jana (bürgerlicher Name: Henriette Margarethe Hiebel; * 24. Februar 1905 in Mauer bei Wien; † 13. März 1940 in Berlin) war eine deutsche Tänzerin und Schauspielerin. Leben Henriette Hiebel war die zweite und jüngste Tochter des Ehepaares Hiebel. Ihr Vater war in Wien Vergoldungsmeister und zog mit seiner Familie nach Frankfurt am Main, als beide Töchter noch sehr klein waren. Henny, wie sie in der Familie genannt wurde, hatte eine ältere Schwester, die Anny genannt wurde und später als Opernsängerin ausgebildet wurde. Henny absolvierte eine Tanzausbildung am Opernballett in Frankfurt am Main. Sie wuchs in der Frankfurter Altstadt auf, genauer gesagt im Großen Hirschgraben, ganz in der Nähe des Goethe-Hauses. Schon als Achtjährige trat sie im Kinderballett der Frankfurter Oper auf und wurde später Revuetänzerin. Angeblich in Paris traf sie Géza von Cziffra, der sie, laut seiner Autobiografie, nach Berlin, zu Friedrich Zelnik und zum Film brachte. Er schreibt in seiner Biografie: „...Und dort sah ich sie zum ersten Mal tanzen: diese Frau besaß den herrlichsten Körper, den ich in meinem Leben erblickt hatte. Das Mädchen, das sich hier im Scheinwerferlicht auf und ab bewegte (...) war knabenhaft gebaut: schlanke Hüften, fast nur die Andeutung von Busen. Sie war ein einfaches, nettes, zugängliches Mädchen, aber für Sex hatte sie ebensoviel Interesse wie Immanuel Kant.“ Diese Information von Géza von Cziffra ist vage und sehr umstritten. Es gibt mindestens drei verschiedene Versionen zur Entdeckung von La Jana. Laut zeitgenössischen Quellen soll La Jana zuerst in Frankfurt am Main, im Kabarett Weinklause, von einem Nachtclubbesitzer aus Paris entdeckt worden sein, bevor sie als Tänzerin nach Berlin zurückkehrte. Ein anderer Bericht spricht davon, dass La Jana über Nacht als Ersatz für Claire Bauroff, den erkrankten Star einer Revue in Dresden engagiert wurde und so später auch Engagements nach Berlin erhielt. La Jana verlobte sich um 1926 mit dem Schauspieler Ulrich Bettac. In jenem Jahr trug sie noch den bürgerlichen Namen Henny Hiebel und zog mit ihrem Verlobten nach Berlin um. Wenige Jahre später wurde diese Verbindung gelöst. Sie trat als Revuetänzerin unter anderem in Berlin, Stockholm (1933) und London (1934/35) auf und wirkte mit bei den Shows An und Aus von Herman Haller, Casanova von Erik Charell und Die schöne Helena von Max Reinhardt. In der Revue Casanova wurde La Jana halbnackt, auf einem silbernen Tablett, dem Publikum serviert. Der Dank des Publikums war entsprechend: La Jana war das Tagesgespräch von Berlin. Géza von Cziffra erzählt in seiner Autobiografie noch mehr pikante Details über La Jana; unter anderem sei er Zeuge gewesen, wie ihr Liebhaber, kein Geringerer als seine kaiserliche Hoheit Kronprinz Wilhelm sie in ihrer Wohnung besucht habe. Auch soll über eine Affäre zwischen La Jana und Joseph Goebbels gemunkelt worden sein, laut Géza von Cziffra konnte sich das nicht einmal er vorstellen. Ihr wird ebenfalls eine Affäre mit dem Opernsänger Michael Bohnen nachgesagt. Dass beide lange intensiven Briefkontakt hatten, wurde durch die Enkelin von Michael Bohnen bestätigt. Die Show Streamline von Charles B. Cochran führte La Jana 1934 auf eine Tournee durch ganz England und Schottland. Sie verkörperte in dieser Show eine spanische Tänzerin. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland drehte sie ab 1936 fast jedes Jahr einen oder mehrere Filme. Neben Frauen wie Zarah Leander stellte sie einen fremdländischen, dem Standardbild der „deutschen Frau“ nicht entsprechenden Typ dar. Truxa machte La Jana auf einen Schlag in ganz Deutschland bekannt. Als sie später mit Richard Eichberg nach Indien reiste, bewunderten Millionen im Kino den exotischen Zauber La Janas in den dort entstandenen Filmen Der Tiger von Eschnapur und Das indische Grabmal, in denen sie unter anderen neben Frits van Dongen, Theo Lingen und Gisela Schlüter vor der Kamera stand. Im Film Menschen vom Variete und Es leuchten die Sterne spielte sie unter anderen an der Seite von Hans Moser und Grethe Weiser. La Jana verpflichtete sich im Winter 1939/40 für eine Wehrmachtstournee in mehreren Theatern in Deutschland aufzutreten, da ihr damaliger Ruhm sie zu einem sicheren Publikumsmagneten machte. Sie erkrankte im Februar 1940 an einer beidseitigen Lungenentzündung und starb am 13. März 1940 um 19:05 Uhr in der Landhausstraße 33-35 in Berlin-Wilmersdorf. Die Uraufführung ihres letzten Films Stern von Rio hat sie nicht mehr erlebt, diese fand erst am 20. März 1940 im Berliner Ufa-Palast am Zoo statt. La Jana wurde auf dem Waldfriedhof Dahlem begraben. Nach dem Krieg wurde die Grabstätte eingeebnet, da die Zahlungen der Schwester (Anny Bittlinski) für die aufwändige Pflege des Grabes eingestellt wurden. Der eigentliche Beerdigungsplatz der Künstlerin von 1940 ist daraufhin nach Ablauf von 25 Jahren 1965 eingeebnet worden. Anlässlich ihres 80. Geburtstages erklärte die Stadt Berlin das Grab zum Ehrengrab (Feld 007 - 319 (Abt. 22 B 87). Auf der Stelle selbst erhebt sich nun eine geschliffene Grabplatte mit giebelartigem Abschluss. Im oberen Drittel der Platte ist ein Rundmedaillon aufgesetzt, darunter der Künstlername der Tänzerin. Das Medaillon präsentiert das Profil von La Jana im Flachrelief. Das klare, idealisierte Porträt zeigt sich ganz im Sinn der zeitgenössischen Ästhetik. Es ist nicht sicher, ob es sich hierbei um das Original von 1940 handelt. Dereinst wurde der Stein abgeräumt. Er fand einen Platz im Garten des damaligen Leiters des Heimatmuseums Steglitz. Hier blieb er bis zu seiner Rückführung auf das Grab. Bedeutung des Namens Der Name „La Jana“ soll angeblich aus der indischen Sprache stammen und „Die Blumengleiche“ bedeuten. Dies wurde in zeitgenössischen Quellen verbreitet. Vermutlich ist eher richtig, dass La Jana ein reiner Phantasiename ist und allenfalls Ähnlichkeiten mit Wörtern aus dem Sanskrit hat. Indien ist ein Vielvölkerstaat mit vielen Sprachen, eine "indische Sprache" als solche gibt es nicht. Woher der Künstlername stammt und wer ihn Henny Hiebel verlieh oder wie sie zu diesem Namen kam, ist nicht überliefert. Henny Hiebel trat eine Zeit mit einer Partnerin unter dem Namen „The Charming Sisters“ auf. Aus Schweden sind Autogrammkarten von ihr bekannt, die den Künstlernamen „Lary Jana“ tragen. Filmografie Stummfilme 1924/25: Wege zu Kraft und Schönheit (Deutschland) 1924/26: Die Weiße Geisha (Schweden) 1926/27:Die Lady ohne Schleier (Schweden/Deutschland) 1927: En Perfekt gentleman (Schweden) 1927: Um seine Ehre (Schweden) 1927/28:Thérèse Raquin – Du sollst nicht ehebrechen (Deutschland) 1928: Der Biberpelz (Deutschland) 1928: Zwei rote Rosen (Deutschland) 1928: Der Ladenprinz (Deutschland) 1928: Gaunerliebchen (Deutschland) 1928: Ritter der Nacht (Deutschland) 1928: Der Herzensphotograph (Deutschland) 1929: Spanisches Intermezzo (Deutschland) 1929: Meineid – Ein Paragraph der Menschen tötet (Deutschland) 1929: Der Lustige Witwer (Deutschland) Tonfilme 1930: Die Warschauer Zitadelle (Deutschland) 1931: Der Schlemihl (Deutschland) 1934: Ich bin Du (Deutschland) 1937: Truxa (Deutschland) 1938: Der Tiger von Eschnapur (Deutschland) 1938: Das indische Grabmal (Deutschland) 1938: Es leuchten die Sterne (Deutschland) 1939: Menschen vom Varieté (Deutschland) 1940: Der Trichter Nr. 10 - Kurzfilm (Deutschland) 1940: Stern von Rio (Deutschland) Revuen 1924: An und Aus (Berlin) 1927/28: Alles aus Liebe (Wien) 1928: Helene (Berlin) 1928: Casanova (Berlin) 1928–1933: Die drei Musketiere (Berlin) 1930–1932: Die schöne Helena (Berlin) 1930–1932: Hoffmanns Erzählungen (Berlin) 1933: Casanova (Stockholm) 1934–1935: Streamline (Berlin, London mit anschließender Tournee durch England und Schottland) 1935: A Kingdom For A Cow (London) 1937: Piccadilly (Berlin) Zum Revuetheater umgestaltete Eisarena im Admiralspalast an der Friedrichstraße in Berlin. Nach der Eröffnung des Haller-Revuetheaters mit "Drunter und Drüber", folgte bis 1930 jährlich eine Neuinszenierung mit so viel sagenden Titeln wie "Noch und Noch" (1924), "Achtung, Welle 505" (1925) "An und Aus" (1926), "Wann und Wo" (1927) und "Schön und Schick". Die Comedian Harmonists setzten mit ihrer Aufnahme des Revuesongs "Ich bin die Marie von der Haller-Revue" ein musikalisches Denkmal für die Haller-Girls. Revue "An und aus" von Hermann Haller. Die Musik komponierte u.a. Walter Kollo, das Bühnenbild stammt von dem Maler Ludwig Kainer. Tänzerinnen u.a. Trude Hesterberg und La Jana. Herman Haller (eigtl. Hermann Freund; * 24. Dezember 1871 in Berlin; † 5. Mai 1943 in London) war ein deutscher Theaterdirektor und Bühnenschriftsteller. Leben Herman Haller war Direktor des Olympia-Theaters Berlin von 1894-96, des Haller-Ensembles von 1896-1907, des Central-Theaters Leipzig 1907, ab 1908 des Carl-Schulze-Theaters Hamburg, von 1914-1923 des Theaters am Nollendorfplatz Berlin und von 1923-1932 des Theaters im Admiralspalast Berlin. Berühmt wurde er als Schöpfer der Haller-Revuen in den 1920er Jahren. Von den von ihm als Librettist verfassten Werken sind Der Vetter aus Dingsda, Drei alte Schachteln und Der Juxbaron (mit Willi Wolff) die bekanntesten. Von ihm stammen die Texte zu Liedern wie Ach Jott, was sind die Männer dumm (1917), Was nützt denn den Mädchen die Liebe (1917), Batavia Fox (1921), Ich bin nur ein armer Wandergesell (1921) und Solang noch untern Linden (1923). 1936 emigrierte er nach London. 1923 übernahm Hermann Haller die zum Revuetheater umgestaltete Eisarena im Admiralspalast an der Friedrichstraße in Berlin. Bereits mit dem Bau des Admiralsgartenbads 1873 und seiner Erweiterung um eine Eisarena, ein Café, eine Kegelbahn und ein Lichtspielhaus im Jahr 1910, war der Grundstein für eine der großen Vergnügungsstätten Berlins gelegt worden. Nach der Eröffnung des Haller-Revuetheaters mit "Drunter und Drüber", folgte bis 1930 jährlich eine Neuinszenierung mit so viel sagenden Titeln wie "Noch und Noch" (1924), "Achtung, Welle 505" (1925) "An und Aus" (1926), "Wann und Wo" (1927) und "Schön und Schick". Die Comedian Harmonists setzten mit ihrer Aufnahme des Revuesongs "Ich bin die Marie von der Haller-Revue" ein musikalisches Denkmal für die Haller-Girls. Im Berliner Admiralspalast findet die Uraufführung der witzig-schwungvollen Revue "An und aus" von Hermann Haller statt. Die Musik komponierte u.a. Walter Kollo, das Bühnenbild stammt von dem Maler Ludwig Kainer. Tänzerinnen u. a. Trude Hesterberg und La Jana Der Admiralspalast ist ein traditionsreicher Veranstaltungsort in der Friedrichstraße 101/102 im Berliner Ortsteil Mitte. Er zählt zu den wenigen erhaltenen großen Vergnügungsstätten vom Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin. 2006 wurde das Theater in dem denkmalgeschützten Gebäude nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten wiedereröffnet. Geschichte Admiralsgartenbad, Vergnügungspalast und Revuetheater Im Jahr 1867 wurde bei Bauarbeiten in der Friedrichstraße zufällig eine Solequelle entdeckt. Die Architekten Walter Kyllmann und Adolf Heyden errichteten für diese 1873 ein Badehaus, das als „Admiralsgartenbad“ bald eine vorherrschende Stellung unter den Berliner Bädern einnahm. Nach Plänen vom Beginn des 20. Jahrhunderts war eine Umgestaltung in eine Sport- und Unterhaltungsstätte vorgesehen. Das Gebäude wurde 1910 abgerissen und nach Plänen der Architekten Heinrich Schweitzer und Alexander Diepenbrock ein mehrflügeliger, viergeschossiger Vergnügungspalast mit luxuriösen Bädern, einer Eislaufbahn und Restaurants errichtet. Im Jahr darauf wurde das Haus unter dem Namen Admiralspalast eröffnet und galt bald als eine der großen Vergnügungsstätten Berlins. Außer einer Eisarena und dem Bädertrakt im Seitengebäude beherbergte das über 900 Zimmer bzw. Säle fassende Haus im Vorderhaus zur Friedrichstraße Kegelbahnen, ein großes Café und ein Lichtspieltheater. Die reich ausgestatteten Räumlichkeiten der Bäder hatten Tag und Nacht geöffnet. Neben dem 14 Meter × 5 Meter großen Hauptbadebecken gab es mehrere römisch-russische Bäder sowie Herren- und Damenbaderäume, die im klassischen Stil mit Mosaikbildern und Karlsruher Majolikaplastiken geschmückt waren. In der 50 Meter × 23 Meter großen Eisarena wurden „Eisballette“ aufgeführt, die eigens von dem Leiter des Hausorchesters Julius Einödshofer komponiert wurden. Rund zehn Jahre später wurde nach Entwürfen der Architekten Oskar Kaufmann und Richard Wolffenstein das Konzept des Hauses geändert. Die Eisbahn im Mittelflügel wurde zunächst zu einem Varietétheater (Welt-Varieté) im Art-déco-Stil mit zwei Rängen und 1065 Plätzen umgebaut. 1923 übernahm der Operettenregisseur Herman Haller die Leitung und ließ es zu einem Revuetheater (Theater im Admiralspalast) umbauen, in dem es dann zur Aufführung der berühmten Haller-Revuen kam. Eröffnet wurde mit der Revue Drunter und drüber, für die Walter Kollo die Musik komponierte. Bis zur Übernahme durch die Gebrüder Alfred und Fritz Rotter 1931 wurden viele weitere Revuen dort aufgeführt. Zeit des N. Der Umbau in ein Volltheater mit 2200 Plätzen erfolgte 1930 und ein Jahr später ein Umbau im expressionistischen Stil. 1933 ging der Rotter-Konzern, zu dem noch viele weitere Theater gehörten, in Konkurs und es kam zur Übernahme durch den Kapellmeister Walter Hochtritt. Mitte der 1930er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt des Repertoires auf Operetten. 1939 fusionierte der Admiralspalast mit dem Metropol-Theater in der Behrenstraße. Am 20. Dezember erfolgte auf Anordnung des Reichsministers G. und nach Plänen von Paul Baumgarten eine völlige Neugestaltung des Theaters in eine „festlich-schöne Erholungsstätte“ in schlichter, klassizistischer Form, die bis heute noch erhalten ist. Johannes Heesters spielte hier den Danilo in Die lustige Witwe. Nach der Schließung des hauseigenen Solebades 1940 erfolgte ein Jahr später der Einbau einer „F.loge“ in die Mitte des ersten Ranges. Am 1. September 1944 wurde der Admiralspalast zusammen mit den anderen Berliner Theatern auf Anordnung der N. wegen Ausruf des „T. Krieges“ geschlossen. Nach dem Krieg Das Gebäude blieb vom Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont. Der noch intakte und repräsentative Theatersaal diente der sowjetischen Besatzungsmacht und den deutschen Behörden nach 1945 als Veranstaltungsort für politische und kulturelle Zwecke. Auf Initiative des sowjetischen Militärkommandanten Bersarin zog in dem Admiralspalast die Deutsche Staatsoper ein, deren Gebäude durch Bombentreffer nicht mehr benutzbar waren. Zwei Wochen nach dem Eröffnungskonzert am 23. August 1945 kam es zur Aufführung von Glucks Orpheus und Eurydike. Die Staatsoper spielte zehn Jahre in dem Palast und brachte es auf insgesamt 55 Inszenierungen. Anlässlich der Wiedereröffnung der Berliner Universität fand am 29. Januar 1946 ein Festakt im Admiralspalast statt. Am 21. und 22. April 1946 wurde im Admiralspalast, der sich im Sowjetischen Sektor von Groß-Berlin befand, der Vereinigungsparteitag der ostzonalen KPD und SPD abgehalten, auf dem die Gründung der SED beschlossen wurde. Nach der Spaltung der Berliner Stadtverwaltung kam es im November 1948 in dem Gebäude zur Wahl von Friedrich Ebert zum Oberbürgermeister von Ost-Berlin. Nachdem die Deutsche Staatsoper 1955 in ihr angestammtes und wieder aufgebautes Haus Unter den Linden zurückziehen konnte, zog in dem Admiralspalast das Metropol-Theater ein. Im Vorderhaus befand sich zeitweise das Haus der Presse mit Clubräumen, die vom Verband der Journalisten der DDR (VDJ) genutzt wurden. Bis zur Schließung 1997 wurden in dem großen Saal mit 1400 Plätzen Operetten und Musicals mit einem festen Hausensemble aufgeführt. Außerdem befindet sich seit dem 2. Oktober 1953 das politische Kabarett Die Distel im Vorderhaus des Admiralspalastes. Nach einer längeren Zeit des Leerstandes übernahm der Kultur-Unternehmer Falk Walter 2005 den Gebäudekomplex, der daraufhin aufwendig saniert wurde. Der Admiralspalast sollte wieder im alten Glanz entstehen mit Theater, Luxusbad, Café, Restaurant und Club. Für die Sanierung des Bades waren noch originale Marmorfliesen, Mosaiken und Glasmalereien vorhanden, die in einem Lichtenberger Depot eingelagert worden waren. Die offizielle Wiedereröffnung fand am 11. August 2006 mit einer von der Kritik zwiespältig aufgenommenen Aufführung der Dreigroschenoper unter der Regie von Klaus Maria Brandauer in dem noch unfertigen Gebäude statt. Bei der Nachpremierenfeier trat u. a. der damals 103-jährige Johannes Heesters auf und stimmte samt Big Band mehrere seiner großen Erfolge an. Für das Jahr 2010 wurde das Gebäude mit einem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege ausgezeichnet. Heutige Nutzung Neben dem großen Saal wird seit 2006 auch das bis zum Mai 2007 im Ausbau befindliche Studio im fünften Geschoss bespielt. Das Studio wurde von der Theatercompagnie Familie Flöz eröffnet und bis 2008 regelmäßig bespielt. Aktuell ist das Theater Strahl zu erwähnen, das mit seinen Theaterproduktionen für Jugendliche dieser Spielstätte ein verschärftes Profil gibt.