Auf der Adlerjagd (der Adlerjäger Leo Dorn aus Hindelang im Allgäu, Oberjäger des Prinzregenten Luitpold).
Sechsseitiger Originaldruck von 1896.
Mit drei Illustrationen im Text und auf einer doppelseitigen Tafel von Richard Mahn (1866-1951):
Ausschau.
Am Horst.
Leo Dorn erlegt seinen sechzigsten Adler.
Adlerjäger Leo Dorn mit seiner Beute.
Journalausschnitt in der Größe 217 x 267 mm.
Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, sonst sehr guter Zustand.
Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!
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Geboren am 16. Dezember 1866 in Leipzig; gestorben am 15. September 1951 in Hindelang. Der Sohn eines Gastwirtes machte nach dem Besuch des Realgymnasiums eine Lithographenlehre in einer Notendruckerei. Ab 1888 studierte er an der Akademie in München unter Herterich und Ludwig von Löfftz und in Stuttgart. Ab 1895 war er Mitarbeiter der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart. Der vielseitig Begabte betätigte sich als Kunstmaler, Graphiker, Radierer, Illustrator, Musiker (Gitarre), Liederkomponist und Schriftsteller. Im Auftrag des Verlags sollte er eine Dokumentation über die Adlerjagd erstellen und kam so nach Hindelang. Im benachbarten Bad Oberdorf kaufte er 1901 ein Haus. In den nächsten Jahren besuchte er eine Malschule in München. Während des Ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig als Soldat und wurde mit der Bayerischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Nach dem Ersten Weltkrieg verlegte er seinen Wohnsitz ganz nach Bad Oberdorf und lebte dort bis zu seinem Tod 1951. Unter dem Pseudonym "Bunter Vogel" veröffentlichte er eine Reihe von Liedern mit Gitarrebegleitung. Seine Malerei ist inspiriert vom Expressionismus. Aus seinen Landschaftsbildern spricht die Liebe zur Wahlheimat im Ostrachtal. In zahlreichen Büchern hat er als Illustrator mitgewirkt. Daneben war er als „Dorfmaler“ für Prospekte, Plakate und Schilder in Hindelang tätig. Er komponierte, obwohl er keine musikalische Ausbildung hatte, eine Reihe von Liedern mit Gitarrenbegleitung. Seine Lieder veröffentlichte er unter dem Pseudonym „Bunter Vogel“, sie wurden in den 1920er Jahren im Hörfunk gespielt. In dem 1900 gegründeten Gebirgstrachtenverein „D’Ostrachtaler“ engagierte er sich bei der Erneuerung der Hindelanger Tracht, vor allem aber als Mitwirkender bei der Sechsertanzgruppe. Die Fahne dieses Vereins wurde von der Familie Mahn im Jahre 1905 gestiftet. Von 1921 bis 1922 war er erster Vorsitzender des Vereins. Dazu gilt er als einer der ersten Skifahrer im Ostrachtal. Ehrungen Zu seinen Ehren wurde in Bad Oberdorf die Straße, in der sein Wohnhaus lag, nach ihm benannt. Werke (Auswahl) Ölgemälde „Wettertanne“, Ölgemälde, 1888 Badefreude an Felsküste „Bergbauer beim Geißelschnalzen“, Öl „Besonnte Winterlandschaft im Allgäu“, Öl, 1943 „Besonnte Frühlingslandschaft“, Öl „Schneebedecktes Gebirge“, Öl auf Leinwand Buch-Illustrationen Der Piratenleutnant. Roman von Balduin Möllhausen. Mit Illustrationen von Richard Mahn.- Leipzig: Paul List. 1907. Uarda. Roman von Georg Ebers. Stuttgart: DVA. 1904 Ben Hur. Eine Erzählung aus der Zeit Christi. Von Lewis Wallace. Mit sechzig Bildern von Rich. Mahn. Stuttgart: K. Thienemanns Verlag. o.J. (1904). Die Allgäuer Alpen – Land und Leute. Von Max Förderreuther. Kempten: Kösel. 1907. Gedichte. Adalbert von Chamisso. Wien/Berlin/Leipzig: Bong. Ca. 1900. Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens. Stuttgart: Union Deutsche Verlagsgesellschaft. 1910. Schattenblümchen. Von Bernhardine Schultze-Schmitt. Robinson Crusoe. Von Daniel Defoe. Stuttgart: Union Deutsche Verlagsgesellschaft [ohne Jahr]. Musik Liederzyklus "Ein Jahr". Zehn Lieder. "Das Bruderkreuz" "Weihelied" Leo Dorn, Oberjäger und „Adlerkönig“, geboren am 16. Januar 1836 in Oberstdorf, gestorben am 15. Dezember 1915 in Hindelang. Der 15-Jährige wagte sich als einer der ersten im Oytal daran, aus dem Horst in steiler Felswand die Adlerbrut zu holen. Er soll sogar dem Kanzler Bismarck Schreibfedern aus dem Gefieder der Greifvögel geliefert haben. Prinzregent Luitpold von Bayern engagierte ihn später als Oberjäger seiner Jagd in Hinterstein. Als Leo Dorn am 10.11.1890 seinen fünfzigsten (!) Adler erlegte, ernannte ihn der Prinz per Urkunde zum „Adlerkönig“. Dorn bekämpfte nicht nur den Adler als Feind seiner Schützlinge, sondern auch die Wilderer, die er bis nach Tirol verfolgte. Seinen letzten, den 77. Adler, schoss Dorn nach eigenen Angaben 1912 südlich von Hindelang auf einem Misthaufen. Als Nebenerwerb veräußerte Dorn die begehrten Adlerfedern als Hutschmuck. Leo Dorn (* 16. Januar 1836 in Oberstdorf; † 5. November 1915 in Hindelang) war ein bayerischer Berufsjäger und Alpinist, der als Leibjäger des Prinzregenten Luitpold von Bayern dessen Jagdrevier in den Allgäuer Alpen verwaltete und aufgrund der zahlreichen dort von ihm zur Strecke gebrachten Greifvögel unter dem Namen „Adlerkönig“ Bekanntheit erlangte. Leben Leo Dorn wurde am 16. Januar 1836 in Oberstdorf als Sohn des Jägers und Bergführers Josephus Ignatius „Ignaz“ Dorn (* 3. März 1790 in Oberstdorf; † 26. November 1845 in Chur, Kanton Graubünden) und dessen Ehefrau Genofeva, geb. Schmelz (* 1804 in Rubi bei Oberstdorf), geboren. Seine Familie lebte zu dieser Zeit im Haus Nr. 97, der heutigen Oststraße 5, das den Hausnamen „b’m Doan“ trug. Schon als 15-Jähriger soll Dorn am 4. Juli 1851 während eines Volksfestes vor einem Publikum von rund 1500 Menschen, an einem Seil hängend, die Brut aus einem bekannten Adlerhorst im Oberstdorfer Oytal geholt haben und dabei von den Altvögeln angegriffen worden sein. Dorn galt als begabter Alpinist, der gemeinsam mit seinem Freund, dem Bergführer und Jagdgehilfen Thaddäus Blattner, verschiedene schwierige Aufstiege absolvierte, so etwa den zur Höfats und zum Schneck. 1857 heuerte Dorn im Alter von 21 Jahren als Jagdgehilfe im Hindelanger Jagdrevier des späteren Prinzregenten Luitpold von Bayern an, wo dieser gerade weitere Rothirsche hatte ausgewildern lassen. Die Revolution von 1848/1849 hatte wenige Jahre vorher zur Aufhebung der Jagdprivilegien des Adels und Bindung des Jagdrechts an das Grundeigentum geführt (siehe Geschichte der Jagd in Deutschland), woraufhin die Bauern die zuvor durch die Obrigkeit zu ihren Lasten hochgehegten Wildbestände in kurzer Zeit dezimierten. König Maximilian II. erließ daraufhin 1850 ein neues Jagdrecht, das nur noch größere Gemeinschafts- und Eigenjagdreviere erlaubte, was Prinz Luitpold noch im selben Jahr nutzte und durch Anpachtung sowie Grundstückskäufe in der Gegend um Oberstdorf und Hindelang ein Jagdrevier aufbaute, das nach zusätzlichen Erweiterungen im Lauf der folgenden Jahre zeitweise rund 20.000 Hektar umfasste. Dieser neuerliche weitgehende Ausschluss der einfachen Bauern von der Jagd befeuerte die Wilderei, deren Bekämpfung einen wesentlichen Teil von Dorns Arbeit darstellte. Am 23. Oktober 1862 ehelichte er Crescentia Dornacher aus Hindelang, wo sich beide zusammen niederließen. Im Dienst des Prinzen machte Dorn in den folgenden Jahren Karriere als Berufsjäger und wurde im Jahr 1881 zum Oberjäger und Jagdverwalter der Oberstdorfer und Hindelang-Hintersteiner Jagdreviere des Prinzen ernannt. In seiner dienstlichen Tätigkeit ging Dorn nicht nur scharf gegen Wilderer vor (nach eigenen Angaben stellte er insgesamt 41 Wildschützen, die er teils bis nach Tirol verfolgte), sondern auch gegen die in den Jagdrevieren heimischen Greifvögel. Steinadler sah man zu Dorns Lebzeiten als Plage, die es zu vertilgen galt – sowohl aus Sicht der lokalen Bergbauern, die Angst um ihr Vieh hatten, insbesondere um Ziegenkitze und Lämmer, als auch aus Sicht der Jagdherren, die in den Adlern Beutekonkurrenten um das Wild in ihren Jagdrevieren sahen. Am 10. November 1890 erlegte Dorn seinen 50. Adler und wurde zu diesem Anlass vom Prinzregenten per Urkunde zum „Adlerkönig“ erklärt. Als Nebenerwerb verkaufte Dorn die Federn (als Schreibfedern und Hutschmuck), den Flaum und die Fänge der Adler. Dorn soll in seinem Leben noch Dutzende Adler mehr getötet haben, wobei die Angaben zur Gesamtzahl variieren (je nach Quelle: 76, 76 bis 78, 77, 78, 79, bis hin zu 100), den letzten angeblich auf einem Misthaufen in Hindelang im Winter 1912, dem selben Jahr in dem der greise Prinzregent Luitpold die Jagd auf den Adler in seinen Jagdrevieren einstellen ließ, um die Art vor der Ausrottung zu bewahren. Leo Dorn, der zeitlebens als „unerschrockener Draufgänger mit Bärenkräften“ galt und zuletzt zusammen mit seiner Frau Crescentia in einem Jägerhaus in Hindelang wohnte, starb am 5. November 1915 im Alter von fast 80 Jahren und wurde auf dem Hindelanger Friedhof beigesetzt, wo bis heute eine Gedenktafel an den „Adlerkönig“ erinnert. Rezeption Dorn erreichte schon zu Lebzeiten den Status eines Volkshelden, der als Inbegriff eines schneidigen Allgäuer Mannsbildes galt und dessen Konterfei sich auf Tabakspäckchen, Porzellanpfeifenköpfe und Ansichtspostkarten fand. In Oberstdorf befindet sich im Heimatmuseum eine Büste und am Haus Oststraße 5 eine Skulptur Dorns. Carl Stiegele junior brachte 1928 einen Scheibenstutzen heraus, auf dessen Systemkasten ein Bildnis Leo Dorns eingraviert war. Ernst Haeckel schickte 1902 eine Postkarte mit einem Foto Dorns an Frida von Uslar-Gleichen. Eine Fotografie von Leo Dorn, mit erlegtem Adler und Büchse, hängt in der Gaststätte der Allgäuhalle in Kempten. Otto Keck malte ihn als Adlerkönig von Hinterstein. Literatur In Max Förderreuthers zeitgenössischem Wek Die Allgäuer Alpen: Land und Leute (Erstauflage 1907) fand Leo Dorn Erwähnung. Zuvor fanden im postum 1891 herausgegebenen Werk Systematische Übersicht über die Vögel Bayerns des Ornithologen Andreas Johannes Jäckels auch Beobachtungen Dorns verwendet. Ludwig Ganghofer schilderte Dorn in seinem Werk Bergheimat (1933) ausführlich: „Um als Adlerjäger […] Erfolg zu erzielen, dazu gehört aber auch eine so glühende Liebe zum Weidwerk, eine so reiche Erfahrung als Jäger und eine so eiserne, allem Sturm und Wetter trotzende Gesundheit, wie sie Leo Dorn besitzt, der als Oberjäger das Allgäuer Jagdrevier des Prinzregenten von Bayern verwaltete. Dorn ist ein Mustertypus des prächtigen Menschenschlages unserer Berge: eine hohe, breitschultrige Gestalt, Glieder wie aus Stein geschnitten, sonnverbrannte Fäuste, die beim Handschlag die Finger des Grüßenden wie mit stählernen Schrauben umspannen, ein in gesunder Röte lachendes Gesicht mit schneeweißem Vollbart, mit scharf gekrümmter Hakennase und blitzenden Augen, deren jugendhellem Blick man die 70 Jahre nicht anmerkt, die Leo Dorn auf seinem breiten, ungebeugten Rücken trägt. Keck und lustig sitzt ihm auf dem weißen Zaushaar der kleine, verwitterte Filzhut, dessen aufgebogene Krempe von einer langen Adlerfeder durchstochen ist. Jahraus und jahrein, bei Schnee oder Hitze geht Leo Dorn in der gleichen leichten Lodenjoppe in der kurzen Lederhose mit entblößtem Knien. Und die Füße stecken nackt in den schweren Nagelschuhen. ‚Denn weißt, i bin so viel zartli [= verzärtelt, empfindlich] an die Füß‘, versicherte er mir, ‚wollene Söckeln vertrag i nit, die beißen mi allweil gar so viel!‘ Wenn Leo Dorn von seinen Adlerjagden und ihren Strapazen erzählt – die meisten Adler erlegte er im strengen Winter, wenn metertiefer Schnee die Berge deckte –, dann mischt sich in sein Geplauder kein einziges Wort, das nach Latein und Übertreibung klingt. Knapp und ehrlich bleibt er bei der Wahrheit und lächelt vergnügt zu dem Bericht der überstandenen Beschwerden, die auch in so schlichter, schmuckloser Schilderung dem Hörer ein kaltes Gruseln über den Rücken jagen. Man schaudert, aber man lacht auch oft und herzlich. Denn das ernsteste Abenteuer in den Bergen hat immer auch seine lustige Seite. Und der Allgäuer Dialekt, der die Diminutivform liebt, verleiht den Schilderungen Dorns zuweilen einen originellen Gegensatz zwischen Form und Inhalt, einen Anhauch von unwillkürlicher Komik. Es hört sich drollig an, wenn er die Erzählungen einer seiner gefährlichsten Adlerjagden mit den Worten beginnt: ‚Woltern o fests Schneele hat’s gschniebe ghatt im selle Winter, und bis ans Brüstle rauf bin i allweil drin umeinandergstapfet. Aber wie i den Adler amal hon gsehe ghatt, hon i nimmer auslasse. Fleißi hon i umeinandergucket mit’m Spektivle, und wie i seine Weg amal hon ausspekuliert ghatt, hon i a Lämmle aufs Wändle naufgschleppet, und da hon i mir denkt: ›Wart, du Luedersvögele, jetz hock i mi aber eini in Schnee und bleib sitze, wenn mir au glei alle Knöchele wegfriere von die Händ!‹‘“ Trivia 1925 wurde der Steinadler in Bayern gesetzlich unter Schutz gestellt. Mit Stand des Jahres 2020 gibt es im Allgäu wieder elf Brutplätze von Steinadler-Paaren. Der Begriff Adler (von mittelhochdeutsch adelar[e] für ‚Edel-Aar‘, wobei Aar Adler und Adlerartige (unedle Adler) bezeichnete) ist im weiteren Sinn eine nicht genau definierte Sammelbezeichnung für große und kräftige Arten von Greifvögeln in der Familie der Habichtartigen, wie beispielsweise für die Gattung der Seeadler, den Schlangenadler oder den Philippinenadler. Im engeren Sinn steht die Bezeichnung Adler für die Gattung Echte Adler (Aquila) mit den ihr zugehörigen Arten. Deren größte lebende Vertreter sind der Steinadler und der Keilschwanzadler. Außerhalb der Habichtartigen wird im Deutschen auch der in seine eigene Familie gestellte Fischadler unter die Adler gezählt. Mit einer Spannweite bis zu 3 Meter gilt der um 1400 n. Chr. ausgestorbene Haastadler (Harpagornis moorei) als größter bekannter Adler. Sein Lebensraum befand sich auf Neuseeland. Systematik Klasse: Vögel (Aves); Ordnung: Greifvögel (Accipitriformes); Familie: Habichtartige (Accipitridae); Unterfamilie: Aquilinae; Gattung: Echte Adler (Aquilae). Arten (Beispiele): Kaiseradler (Aquila heliaca) mit bis zu 2,15 Meter Spannweite, verbreitet im Mittelmeerraum und Asien; Schreiadler (Aquila pomerina) mit bis zu 1,70 Meter Spannweite, verbreitet in Indien, Türkei, Osteuropa, Deutschland; Schelladler (Aquila clanga) mit bis zu 1,85 Meter Spannweite, verbreitet in wasserreichen Gebieten. Jagd und Fortpflanzung Die außerordentliche Sehschärfe ihrer Augen gestattet es allen Adlern, ihre Beute auch aus großer Höhe zu erspähen und zu erjagen. Ihre Hauptbeute sind bodenlebende Wirbeltiere, in erster Linie Säuger. Nur selten ernähren sie sich von Aas. Adler sind sehr gut daran angepasst, zum Fliegen Aufwinde zu nutzen. Der Adler packt die Beute beim Niederstoßen aus dem Flug mit den Fängen. Dabei weisen drei seiner Zehen nach vorne, die Hinterkralle durchsticht den Beutekörper in einer Zangenbewegung. Durch den Griff wird die Beute erstickt. In das aus Zweigen gebaute Nest (Adlerhorst) legt das Weibchen im Regelfall zwei bis drei Eier. Häufig wird jedoch nur eines der Jungen aufgezogen. Alle Adlerarten sind geschützt, ihr Bestand ist durch menschlichen Einfluss gefährdet. Kunst und Symbolik Die Kunst des Alten Orients verwendet den Adler in vielfachen Abwandlungen als Symboltier. Bereits 3000 v. Chr. findet sich das Mischwesen Löwenadler in mesopotamischen Darstellungen, Doppeladler sind aus dem Babylonien des 23. Jahrhunderts v. Chr. bekannt. Die Antike kennt unzählige Abbildungen des Adlers auf Vasen, Gegenständen des täglichen Gebrauchs, Münzen und Schmuckstücken sowie in der Architektur auf Reliefs, Akroterien und Giebeln. Seit dem 5. Jahrhundert nach Christus fertigten die Goten große Adlerfibeln und Schnallen mit Adlerköpfen. Aus der romanischen Periode des Mittelalters sind mit Adlern verzierte figürliche Darstellungen von Kapitellen bekannt. Ebenfalls hervorzuheben sind die Adlerpulte christlicher Altarräume. In der Malerei erscheint der Adler häufig als Symbol für den Evangelisten Johannes. In den Überlieferungen, dem Mythos und dem Volksglauben der frühen Hochkulturen (Ägypten, Mesopotamien) sowie der Völker des Altertums gilt der Adler allgemein als Symbol der Herrschaft und des Göttlichen.[1] Verstärkt wurde die Symbolik durch die Darstellung von Mischwesen wie dem Greif oder den Harpyien, welche die Kraft, Stärke oder auch Gesinnung durch unterschiedliche Tierkörperteile hervorhoben. Im altindischen Rigveda überbringt der Garuda als schlangentötender Bote die Nachrichten der Göttern, insbesondere von Vishnu. Der Sage nach wurde der sumerische König Gilgamesch von einem Adler gerettet. Für die antiken Griechen war der Adler das Symbol des obersten olympischen Gottes Zeus, im alten Rom war er das Zeichen der obersten römischen Gottheit Jupiter sowie der kaiserlichen Macht und in der Apotheose Zeichen der Göttlichkeit des Kaisers. Bei vielen nordamerikanischen Indianerstämmen galten ihre Federn – meist als Kopfschmuck – als Zeichen der Tapferkeit, aus den Knochen fertigten sie Pfeifen. Wappen Der Adler ist in der Heraldik, neben dem Löwen, das am weitesten verbreitete Wappenbild. Er fand sich bereits auf Zeichen des Staates und von Städten Babylons, auch in gemeinsamen Darstellungen mit einem Löwenkopf oder als Doppeladler. Auf Heereszeichen aus dem Perserreich, später auch Ägypten, ist der Adler zu finden. Für den römischen Staat wurde der Adler Reichssymbol und auf Feldzeichen der römischen Legionen sowie auf Helmen und Münzen verwendet. Mit der Kaiserkrönung Karls des Großen kam der römische Adler als Symbol der kaiserlichen Macht, dargestellt auf Zepter und Prachtbauten, nach Deutschland und wurde als Reichsadler Wappentier in Deutschland. In Frankreich fand sich der Adler als Hauptzeichen des napoleonischen Kaisertums. Viele moderne Staatswappen führen heute den einköpfigen Adler in ihrem Staatswappen (z. B. Deutschland, Mexiko, Österreich, Polen, USA). Detaillierte Ausführungen sind unter Adler (Wappentier) zu finden.