Vom Äpfelwein.
Vierseitiger Originaldruck von 1912.
Mit fünf Illustrationen und einer Fotoabbildung:
Bembel mit Apfelblüten.
Der Paradiesbrunnen von 1786 mit den Figuren von Adam und Eva mit Apfelbaum als Bekrönung, der an der Einmündung der Paradiesgasse in die Große Rittergasse stand, seit der Restaurierung im Jahre 1956 steht er auf dem Paradiesplatz.
Kümmelweck und Fastebrezel – Verkäufer.
Apfelweinwirt mit Bembel.
Ein alter Apfelweinwirt (Mordche Dauth).
Apfellager einer Großkelterei.
Mit Gedicht „Frankfurt“ von Friedrich Stolze (1816-1891).
Journalausschnitt in der Größe 185 x 265 mm.
Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, sehr guter Zustand.
Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!
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20. Jahrhundert, 1912, 60311, Alt Sachsenhausen, Apfel, Äpfel, Apfelwein, Äpfelweinsube, Apfelweinwirt, Äppelweigeschworene, Behaglichkeit, Bembel, Brauchtum, D-60528 Frankfurt am Main, D-60594 Frankfurt am Main, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich, Dialekt, Ernte, Essen und Trinken, Feier, Festlichkeit, Frankfurter Stadtwald, Frankfurt-Niederrad, Gartenbau, Gärtnerwirt, Gastronomie, Gemütlichkeit, Getränke, Gewerbe, Grosse Rittergasse, Großstadt, Handel, Heckenwirte, Heckenwirtschaft, Heimatkunde, Hessen, Hessisch, Hohenastheimer, Kelter, Kelterei, keltern, Kultur, Kulturgeschichte, Kunst, Kunstgeschichte, Landeskunde, Landwirtschaft, Mundart, Mainmetropole, Niederrad, Oberrad, Obst, Ortskunde, Pomologie, Rauscher, Schankwirt, Schoppen, Stadtgeschichte Frankfurt, Stadtleben, Süßer, Topographie, Tradition, Trinker Ausschank, Volksfest, Volksleben, Wäldchestag, Wäldchestag, Wirt, Wirtschaftsleben, Zecher Apfelwein, auch Apfelmost, Saurer Most, Viez oder regional nur Most genannt, ist ein Fruchtwein, der meistens aus einer Mischung verschiedener, relativ säurehaltiger Äpfel gekeltert und vergoren wird. Auch Holzäpfel können so genutzt werden. Der natürliche Alkoholgehalt beträgt 5 bis 7 Vol.-%. Apfelwein hat meist einen herben, sauren Geschmack, da zu seiner Herstellung traditionell Äpfel verwendet wurden, die anderweitig schlecht zu gebrauchen waren. Je nach den verwendeten Äpfeln muss der Geschmack deshalb nicht notwendigerweise herb und sauer sein. Heimgekelterter Apfelwein ist eher milder als der im Handel angebotene, bei höherem Alkoholgehalt. Trüber Apfelwein ist ein Kunstprodukt, traditionell hergestellter klärt sich, er ist "durchgegoren", im Verlaufe des Gärprozesses sinken die durch den steigenden Alkoholgehalt abgestorbenen Hefen und Fruchtbestandteile auf den Boden des Gärbehälters. Deshalb darf ein heute bei Hausherstellung meist verwendetes Gärfass aus Kunststoff auch nicht bewegt werden, da sonst die abgesunkenen Trübstoffe den Apfelwein verderben können. Name Apfelwein wird im Süd- und Mittelhessischen, im Frankfurterischen und im Unterfränkischen auch „Ebbelwoi“, „Äbbelwoi“, „Ebbelwei“ oder „Stöffsche“ genannt. „Hessischer Apfelwein“ ist eine geschützte geographische Angabe. Bei dem in den Medien häufig verwandten Begriff „Äppler“ handelt es sich nicht um eine traditionelle Bezeichnung, sondern um einen Kunstnamen, der in den 1980er Jahren von Großkeltereien zu Werbezwecken eingeführt wurde. In traditionellen Apfelweinschenken wird der Apfelwein meist schlicht als „Schoppen“ (frankfurterisch „Schobbe“, der Trinkende als „Schobbepetzer“) bezeichnet. An der Mosel, in der Eifel, im Hunsrück, an der Saar und in Luxemburg trägt er den Namen „Viez“, der aus römischer Zeit (lat. vice = der zweite oder stellvertretende Wein, Vice – vinum = Weinersatz) stammt und andeutet, dass Apfelwein als Ersatz für den echten Wein getrunken wurde. Im Oberdeutschen ist die übliche Bezeichnung Most, dem in vielen Regionen – u. a. im österreichischen Mostviertel – auch Birnenmost beigemischt wird. In der Schweiz wird der vergorene Apfelsaft „sure Moscht“ oder „sure Saft“ genannt. Geschichte Schon die Griechen und Römer kannten die Herstellung des Apfelweines (lat. vinum ex malis factum), so auch in Augusta Treverorum, dem heutigen Trier. Plinius der Ältere (23 bis 79 n. Chr.) berichtet: „Vinum fit e piris malorumque omnibus generibus“ (man macht Wein aus Birnen und allen Sorten von Äpfeln) und führt auch Mostäpfel (mustea) an. Der Ackerbauschriftsteller Palladius beschreibt im 4. Jahrhundert n. Chr. die Zubereitung des Weines aus Birnen. Auch ist belegt, dass die Germanen, bereits bevor die Römer kamen, sich in der Herstellung des Obstweines auskannten (überlieferte germanische Benennung: Ephiltranc). Durch die Niederlassung der Römer kamen dann andere Obstsorten ins Land, die das einheimische Wildobst verdrängten. Es kam zur Belebung der Obstweinproduktion. Erstmals wird der Apfelwein um das Jahr 800 erwähnt, in Frankfurt ist er erst 800 Jahre später, um das Jahr 1600, nachgewiesen. Bereits 1638 wurde per Ratsverordnung eine Reinhaltungsbestimmung festgelegt, an die sich die Apfelweinkelterer noch heute halten müssen. 1754 wurde die erste Schankerlaubnis in Frankfurt erteilt, seit diesem Zeitpunkt wurde das Getränk auch versteuert. Entgegen der gängigen Meinung ist jedoch der Apfelwein zu dieser Zeit keinesfalls als Traditionsgetränk dieser Gegend anzusehen, sondern eher als ein minderwertiges Gelegenheitsgetränk für arme Leute, das vorwiegend in Heimherstellung produziert wurde. Das Frankfurter Traditionsgetränk war demgegenüber damals vielmehr der hervorragende Wein der Maingegend. Erst mit dem Verfall der Weinkultur infolge von Klimaveränderungen, von militärischen Verwüstungen im Zuge der Annektierung der Freien Stadt Frankfurt durch Preußen und der ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa einsetzenden Ausbreitung der aus Amerika eingeschleppten Reblaus begann die Erfolgsgeschichte des Apfelweins als Weinersatz. Herstellung Apfelwein ist herkömmlich ein reines Naturprodukt. Wie „naturtrüb“ der Apfelwein im Endeffekt ist, hängt davon ab, wie viel Klärstoffe sich durch die Zugabe saurer Früchte bilden. Bei der frühesten Herstellung des Apfelweins wurden die Äpfel zunächst von Hand in einem großen Trog zerstoßen. In späteren Zeiten zerkleinerte ein von Pferden oder Menschen angetriebener Mahlstein die Früchte. Beim Zerkleinern dürfen die Äpfel nicht nur geschnitten werden, sondern es muss auch Druck auf die Apfelstücke ausgeübt werden, damit sie braun werden und später in der Kelter den Saft abgeben. Anschließend schlugen die Kelterer die Masse aus zerstoßenen Äpfeln in engmaschige Baumwolltücher ein und stapelten die so entstehenden Päckchen auf einem Holzrost. Durch Drehen eines Holzbalkens wurde ein Brett auf den Holzrost gesenkt, das den Stapel zusammendrückte. Aus der Presse lief nun der frisch gepresste und aromatische Saft direkt in die im Keller lagernden Eichenholzfässer. Dort begann er, häufig nach dem Zusetzen von Hefe, zu gären. Im Frankfurter Raum ist die Herstellung von Apfelwein durch die in der Umgebung befindliche Hefe ohne Zugabe jeglicher Zusätze möglich. Dies wird besonders von Hobbygärtnern genutzt, die nach dem Schreddern der Äpfel und Pressen der Schnitzel den Apfelsaft direkt in Gärfässer (früher Glasblasen, d. h. große Glasflaschen) abfüllen. Der natürliche Zuckeranteil sowie die Umgebungshefe lösen den Gärprozess aus, der bis zur völligen Durchgärung etwa drei bis vier Monate dauert. Dabei fallen die Hefe und Reststoffe nach unten aus und die entstehenden Gase entweichen über das Gärröhrchen. Nach Umfüllen, d. h. Trennung der Reststoffe, ist der Apfelwein über Jahre haltbar. Da der Apfelwein somit weder erhitzt noch mit Gärzusätzen oder -stoppern versetzt oder nachträglich gesüßt wird, sind Apfelweinfreunde der Ansicht, dass Apfelwein gesünder sei als Apfelsaft, da letzterer pasteurisiert (d. h. 15 bis 30 Sekunden auf 72 bis 75 °C erhitzt) werden muss. Bei der heutigen Herstellung wird der Apfelwein meist mit großen Maschinen gekeltert. Eine Methode ist, die Äpfel in Rinnen, die im Boden eingelassen sind, in die Kelterei zu schwemmen und gleichzeitig zu waschen. Dann gelangen die Äpfel von dort in ein Becken, aus dem sie durch den Elevator (langes und breites Rohr mit einer Kette und Hubförderelementen) an dessen Ende zerstückelt und in einen Bottich befördert werden. Die Masse aus kleinen Apfelstücken nennt man Maische. Diese darf bei der Apfelweinherstellung nicht zu kleinstückig werden, da sich die Äpfel sonst nicht optimal auspressen lassen. Die Maische wird durch ein Rohr in die Presse transportiert. Nach dem Auspressen (das gut 1,5 Stunden dauert) fließt der frisch gepresste Apfelsaft direkt in Edelstahltanks. Auf diese Weise werden mehrere Tonnen Äpfel gleichzeitig verarbeitet. Während des Gärungsprozesses wird der im Apfel enthaltene Zucker von der fruchteigenen oder von der zugegebenen Hefe abgebaut. Bei diesem Vorgang entstehen Alkohol und Kohlendioxid, das die Luft im Tank verdrängt. Dies dauert acht bis zehn Tage und wird „stürmische Gärung“ genannt. Da das in großen Mengen austretende Kohlendioxid ab gewissen Volumenkonzentrationen in der Atemluft zu Bewusstseinsstörungen und zum Tode führen kann, darf in den Herstellungsräumen nur bei laufender Lüftung gearbeitet werden. Ruht der Apfelwein nur kurze Zeit auf der Hefe, wird der Wein nicht besonders kräftig; bei längerer Lagerzeit wird er aromatischer. Je nach gewünschter Stärke nimmt der Kelterer den Wein früher oder später von der Hefe und füllt ihn in ein anderes Fass um. Dadurch schmeckt der Wein eines jeden Fasses anders. Bei der industriellen Fertigung wird der naturtrübe Charakter künstlich hervorgehoben, um dem Apfelwein eine Öko-Note zu verleihen. Die übrig gebliebenen Apfelreste werden Trester genannt. Dieser ist gut als Kraftfutter für Schafe und Rinder geeignet. Schweine vertragen diesen Trester nicht, denn sie haben einen für die Obstreste zu empfindlichen Magen. Der Großteil des Tresters wird landwirtschaftlich als Kompost verwertet, da die Menge den Bedarf an Schaffutter bei weitem übersteigt. Eine weitere, aber selten praktizierte Möglichkeit ist das Brennen der abgepressten Obsttrester, nachdem diese einen Gärungsprozess durchlaufen haben. Die Erntesaison beginnt im Herbst. Die Äpfel werden dann kalt ausgepresst, und man erhält den sogenannten Süßen oder Süßen Viez (Mosel-Saarbereich), der in Süddeutschland, Österreich und in der Schweiz oft Most oder Süßmost genannt wird. Nach einigen Tagen wird daraus dann ein Rauscher, also ein gärender Most, der auf der Zunge bitzelt (siehe Kohlensäure) und dem Federweißen beim Traubenwein entspricht. Der Name Rauscher leitet sich von der stark abführenden Wirkung des Getränks bei unvorsichtigem Genuss ab. Er ist außerdem namensgebend für die legendäre Fraa Rauscher aus der Sachsenhäuser Klappergasse. Im weiteren Verlauf entstehen dann der helle Neue und der Alte. Einige wenige kommerzielle Apfelweinhersteller erhitzen die Äpfel vor dem Pressen, wodurch eine etwas höhere Saftausbeute erzielt wird, die nach Meinung vieler Apfelweinfreunde jedoch zu Lasten des guten Geschmacks geht. Eine Variante des Apfelweins wird mit dem Saft der Früchte des Speierlingbaumes versetzt. Diese „Säuerung“ klärt den Wein durch den hohen Gerbstoffgehalt und macht ihn länger haltbar. Weitere weniger bekannte Zusätze sind Quitte, Mispel, Eberesche oder Schlehe, im süddeutschen Raum und Österreich auch die Mostbirne. Manche Hersteller verwenden im südwestlichen Raum meist den so genannten Holz- oder Viezapfel (klein und sehr säurehaltig, eine Mostapfel-Sorte, die nicht mit dem Wildapfel identisch ist) und mischen diesen (aus Mangel an Masse) mit zum Teil eingeführten etwas süßeren Sorten. Das Mischverhältnis wird aber so gering wie möglich zugunsten der Holzäpfel gehalten, damit der urtypische Geschmack erhalten bleibt. Apfelwein wird normalerweise nicht aus den modernen Apfelsorten hergestellt, da diese auf viel Fruchtzuckergehalt gezüchtet sind. In der Kelterung ist man auf die säurehaltigen älteren Sorten aus dem Streuobstbau angewiesen. Der Konsum von Apfelwein trägt nicht nur zum Fortbestand der alten Apfelsorten bei, sondern auch zum Erhalt der früher landschaftsprägenden Streuobstwiesen. Ferner wird auf Apfelsorten mit einem geringen Pektingehalt geachtet, da dieses im Apfel natürlich vorkommende Verdickungsmittel durch die Hefe zum giftigen Methanol vergoren wird. Alte Apfelsorten, die für die Apfelweinherstellung wichtig sind, sind z. B. Weißer Matapfel, Viezapfel, Bohnapfel, Erbachhofer Mostapfel, Roter Trierer Weinapfel. Apfelwein – besonders die schwächeren Qualitäten – dient zur Herstellung von Apfelbrand. Häufig wird aber die vergorene Apfelmaische zur Brandherstellung verwendet, so spart man sich den Prozess des Kelterns. Darreichung Apfelwein wird, da er häufig trüb ist, üblicherweise im Gerippten (Glas mit Rautenschnitt, dessen Schnitte das Licht reflektieren) serviert. Die Größe dieses Glases beträgt häufig 0,25 Liter. Von Großkeltereien in 1-Liter-Flaschen angelieferter Apfelwein wird meistens in Gläsern zu 0,25 Liter (die große Variante fasst 0,5 Liter) ausgeschenkt. Die traditionelle Glasgröße ist jedoch 0,3 Liter. An ihr halten die traditionellen Apfelweingaststätten und deren Gäste fest. Das 0,25-Liter-Glas wird denn auch folgerichtig als „Beschisserglas“ bezeichnet, da es weniger Apfelwein zu meist gleichem Preis mit sich bringt. Der Ausschank von Apfelwein in anderen Glasarten (beispielsweise Longdrinkgläsern) ist absolut unüblich. Ein mit Apfelwein gefülltes Geripptes wird auch als Schoppen bezeichnet. Das gerippte Muster der Apfelweingläser stammt aus der Zeit, als noch vorwiegend ohne Besteck gegessen wurde und die Gläser ohne Musterung leichter aus den dann fettigen Händen glitten als die Gerippten. In Gesellschaft oder bei größerem Durst bestellt man Apfelwein auch im Bembel, einem Krug aus Ton, der den Apfelwein kühl hält. Das dickbäuchige Gefäß aus salzglasiertem Steingut hat üblicherweise eine graue Grundfarbe mit blauem Muster. Die verschiedenen Größen werden in der Regel nach ihrem Inhalt in Gläsern benannt, beispielsweise 4er- oder 8er-Bembel, dabei sind je nach Verwendungsort die kleinen 0,25-Liter- oder die 0,3-Liter-Gläser zugrundegelegt. (Dementsprechend kann ein 4er-Bembel einen Liter, aber auch 1,2 Liter Apfelwein enthalten). Die Bembel werden traditionell im Kannenbäckerland, einer tonreichen Gegend im Westerwald zwischen Montabaur und Rhein, hergestellt. Apfelweinwirtschaften, die den Apfelwein noch selbst keltern, sind berechtigt, einen grünen Fichtenkranz mit dem Bembel vor der Tür aufzuhängen (diese Tradition soll aus dem Jahr 1641 stammen), allerdings wird dieses ungeschützte Zeichen oftmals missbraucht. In Eifel, Hunsrück, Moseltal, am unteren Saarverlauf und Trier ist das Trinkgefäß „Viezporz“ (meist 0,4 l, inzwischen auch als 0,2 l oder Miniatur für Schnaps (4 cl) erhältlich) zu Hause, der aus weißem Porzellan oder Steingut besteht, woher auch der Name „Porz“ abgeleitet ist (gesprochen: „Poarz“ oder „Peerzi“ = moselfränkisch). Beliebt ist hier auch der frisch gepresste so genannte „süße Viez“. In früheren Zeiten bewahrte man den Viez in größeren Steingutgefäßen auf (Viezkrug), ähnlich dem „Bembel“ im Frankfurter Raum. Apfelwein als Heißgetränk Als altes Hausmittel gegen Erkältungen oder auch als wärmendes Getränk in der kalten Jahreszeit ist der heiße Apfelwein (in Österreich: Glühmost) beliebt, wobei der Apfelwein erhitzt (nicht gekocht!) und mit Zimtstange, evtl. Gewürznelken und Zitronenscheibe serviert wird. Bei dieser Variante ist die Beigabe von Zucker ausnahmsweise nicht tabu. Für „heißen Apfelwein“ benötigt man an Zutaten: 1 Liter Apfelwein, 125 Milliliter Wasser, 60 Gramm Zucker, eine Viertel Stange Zimt, drei Gewürznelken und zwei Scheiben einer unbehandelten Zitrone. Zucker, Zimt und Gewürznelken werden mit dem Wasser aufgekocht, und dann lässt man dieses Gemisch 30 Minuten ziehen. Danach werden die Gewürze aus dem Topf genommen. Anschließend wird der Sud mit dem Apfelwein vermischt und vorsichtig bis kurz vor den Siedepunkt erhitzt. Apfelwein als Mischgetränk Die üblichste ist der Sauergespritzte oder auch einfach nur „Sauer“, „Saurer“ oder „G’spritzte“: verschnitten mit Mineralwasser, also eine Apfelweinschorle oder Viezschorle. Wer mehr als die übliche Menge Wasser in seinem Apfelwein wünscht, bestellt einen Tiefgespritzten beziehungsweise einen Batschnassen. Diese Sitte stammt aus der Weinära Frankfurts, in der die herben Sorten üblicherweise mit Wasser verdünnt werden mussten. In Österreich wird diese Variante auch scherzhaft „Feuerwehrmischung“ genannt. Ebenfalls verbreitet ist der Süßgespritzte (selten auch Süßer genannt, aber nicht zu verwechseln mit dem nur zur Erntezeit erhältlichen frisch gepressten „Süßen“, einer Vorstufe des Apfelweins; siehe unter Herstellung): verschnitten mit Orangen- oder Zitronenlimonade oder auch mit frischem Apfelmost. Üblicherweise wird Süßgespritzter jedoch ausschließlich mit Zitronenlimonade gemischt. Im moselfränkischen trägt die Mischung die Bezeichnung Viez-Limo oder seltener Lim-Viez. Im Schwäbischen gibt es noch „Mostbowle“: Apfelwein, Zitronenlimonade und in Scheiben geschnittene unbehandelte Zitrone, wird im Sommer als Erfrischung getrunken. Im Winter bildet das Getränk die Basis für Heißen Äppler, der außerdem Zucker, Zimt, Gewürznelken und mitunter auch Zitronenscheiben und Honig enthält. Auch beliebt ist das Mischen von Apfelwein und Apfelsaft (Halbe-Halbe). In der Ostschweiz wird diese Mischung auch als „ghürotne“ (Geheirateter) bezeichnet. Besonders von Jugendlichen wird Apfelwein mit Cola gemischt. Diese Mischart nennt sich "Appelwein-Cola" oder "Zitsch". Im Frankfurter Raum ist auch die Bezeichnung "Korea" verbreitet. Im Hessischen Ried hat sich hingegen die Bezeichnung "KE" (Kola-Ebbelwoi) durchgesetzt. Einige Puristen unter den selbstkelternden Wirten verweigern den Ausschank von Süßgespritztem. So gibt es beispielsweise einige Frankfurter Apfelweinlokale, in denen grundsätzlich kein Süßgespritzter ausgeschenkt wird. Bestellt ein Gast ihn dennoch, so werden ihm Apfelwein und Limonade getrennt voneinander serviert, der „Kulturfrevel“ des Mischens wird ihm selbst überlassen. Um den Geschmack des Apfelweins in der gewünschten Weise zu verändern, geben die Kelterer zu den Äpfeln auch Quitten, Mispeln und Speierling hinzu. Beim Speierling weist manchmal der Name nicht auf die Frucht, sondern auf einen besonders herben Apfelwein hin – echter Speierling ist recht selten und daher teuer. Hinzu kommen die von Kelterei zu Kelterei verschiedenen Bräuche und Herstellungsarten, die oftmals zu sehr großen Unterschieden im Geschmack führen. Rechtliches Lebensmittelrechtlich gehört Apfelwein sowie die aus Apfelwein hergestellten Produkte (Apfel-Perlwein, Apfelschaumwein, Sidre, etc.) in die Kategorie der „weinähnlichen Getränke“. Weinähnliche Getränke fallen nicht unter das Weinrecht, sondern unter die allgemeinen Vorschriften des Lebensmittelrechts (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch). Im Speziellen regelt der zweite Abschnitt der Verordnung über alkoholhaltige Getränke, Weinähnliche, perlweinähnliche und schaumweinähnliche Getränke und hieraus weiterverarbeitete alkoholhaltige Getränke (AGeV) in § 10 und § 11 die Herstellung, Beschaffenheit und Bezeichnung dieser Erzeugnisse. Zitat: „Um weinähnliche Getränke deutlich von Produkten des Weinbaus zu unterscheiden, ist eine genaue Kennzeichnung vorgeschrieben. Damit eine Verwechslung mit Erzeugnissen des Weinrechts ausgeschlossen wird, dürfen weinähnliche Getränke als „…wein“ nur mit solchen Wortverbindungen in den Verkehr gebracht werden, die die Ausgangsstoffe kennzeichnen, aus denen sie hergestellt sind, wie z. B. „Kirschwein“ oder „Birnen-Schaumwein“. Dagegen sind Bezeichnungen wie „Wein aus Kirschen“ oder „Schaumwein aus Birnen“ unzulässig. Ein Zusatz von Schwefeldioxid oder dessen Verbindungen zur Stabilisierung der Erzeugnisse ist üblich. Da dieser Stoff für manche Menschen unverträglich ist, muss ein Restgehalt von mehr als 10 mg/l kenntlich gemacht werden. Auf Fertigpackungen erfolgt dies meist in Form der sogenannten Allergenkennzeichnung „enthält Sulfite“. Bei offen abgegebenen Erzeugnissen muss dagegen der Hinweis „geschwefelt“ angebracht werden.“ (Quelle: Die Untersuchungsämter für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit Baden-Württemberg) Apfelwein-Straßenbahn Der Frankfurter Ebbelwei-Expreß der VGF ist eine Straßenbahn-Sonderlinie der Frankfurter Straßenbahn. Als Stadtrundfahrtslinie verkehrt er seit 1977 durch Frankfurt am Main. Verwendet werden von dem Betreiber VGF vier Trieb- und sechs Beiwagen des Typs K, erbaut 1954 von Credé und Fuchs. Die Fahrzeuge sind mit Frankfurter Motiven bunt bemalt. Die Linie verkehrt an den Wochenenden und den meisten Feiertagen zwischen 13:30 Uhr und 19:00 Uhr. Sie fährt auf ihrer Strecke auch durch das „Ebbelweiviertel“ in Sachsenhausen. An Bord werden neben Apfelwein auch Apfelsaft, Mineralwasser sowie Minibrezeln serviert. Ursprünglich als kurzfristige Einrichtung gedacht, hat er sich inzwischen zu einer überregional bekannten Attraktion für Touristen entwickelt. Die Fahrzeuge können für Betriebs- oder Reisegruppen auch angemietet werden. Begleitend zu dieser Tour kann auch ein Reiseführer, deutsch- oder fremdsprachig, mitgebucht werden. An Pfingsten verkehrte bis 2013 ein Triebwagen auf der Sonderlinie „Lieschen“ während des Frankfurter Volksfestes Wäldchestag. Agrarpolitik Im November 2007 wurden der Bildzeitung Informationen zugespielt, wonach EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel den Begriff Apfelwein verbieten wollte. Demnach sollten nur alkoholische Getränke, die aus Weintrauben gewonnen werden, als „Wein“ bezeichnet werden dürfen. Im beginnenden Landtagswahlkampf versuchte die CDU-Landesregierung von Roland Koch die Empörung zu nutzen und rief eine Initiative »Rettet unseren Apfelwein« ins Leben. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Umbenennungspläne der EU bereits vor Monaten auf massiven Protest zahlreicher EU-Mitgliedsstaaten gestoßen und damit faktisch vom Tisch waren. Verbreitung Hergestellt und konsumiert wird Apfelwein überwiegend: In Deutschland im Bundesland Hessen (siehe auch: Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute), insbesondere im Frankfurter Raum, der Wetterau, dem Taunus und im Odenwald, im Nassauer Land sowohl in Hessen als auch in Rheinland-Pfalz, in Unterfranken, Württemberg, im gesamten moselfränkischen Raum. Hochburgen sind Merzig (Saarland) und der Trierer Raum sowie das Gebiet am unteren Saarlauf und auch das gesamte Grenzgebiet von Luxemburg zu Deutschland. In den obengenannten Gebieten gibt es neben wenigen Großkeltereien eine Vielzahl von Gastronomiebetrieben, die Apfelwein selbst herstellen, sowie kleine und private Keltereien, die noch nach alten Hausrezepten keltern. In der Schweiz im Emmental, Thurgau und im St. Galler Rheintal. Im St. Galler Rheintal und im Thurgau bestand in nahezu jedem Dorf eine eigene Mosterei. So heißen heute viele Gasthöfe Zur alten Mosterei, das Thurgau wird auch „Mostindien“ genannt. In Widnau im St. Galler Rheintal wird alle drei Jahre, zu Ehren der alten Dorf-Mosterei, das drei Tage dauernde MOSCHTIFÄASCHT veranstaltet. In Österreich im Mostviertel (Niederösterreich), in Oberösterreich, im Lavanttal (Kärnten) sowie in der südlichen und östlichen Steiermark. Medien Die ARD-Sendung Zum Blauen Bock mit den Fernsehwirtsleuten Heinz Schenk und Lia Wöhr als Showmastern machte „Ebbelwoi“ und den dazugehörigen „Bembel“ bundesweit bekannt. Im Januar 2005 wurde das erste Mal der frische Apfelwein des aktuellen Jahrgangs im Rahmen einer Fernsehsendung des hr fernsehens im Beisein politischer Größen angestochen. Diese Veranstaltung wurde 2006 wiederholt und soll als Tradition fortgesetzt werden. Seit 2005 gibt es in Frankfurt am Main das „Original Frankfurter Apfelweinquartett“. Das Kartenspiel, bestehend aus 32 Spielkarten, einem Stadtplan und einer Regelkarte, präsentiert 32 Frankfurter Apfelweinlokale und stellt einen unterhaltsamen Wegweiser von Schoppen zu Schoppen dar. Kategorien sind unter anderem „Größter Bembel“, „Preis des Schoppens“ und „Gewicht des Rippchens“. Ein Jahr später erschien eine neue, inhaltlich überarbeitete Auflage des Kartenspiels mit neuen lokalen und aktualisierten Kategorien. Mostarten in Österreich Dass der Most auch in Österreich bereits lange Zeit in verschiedenen Regionen erzeugt und angeboten wird, zeigt, dass auch einige Sorten, sowie deren Regionen im Register der Traditionellen Lebensmittel aufgenommen wurden und auch dementsprechend unter der der Dachmarke Genussregion Österreich den jeweiligen Herkunftsregionen Namen bekamen, wie die Region Bucklige Welt Apfelmost, die Region Lavanttaler Apfelwein für das Lavanttal, wo der Most auch als Apfelwein bezeichnet wird oder ebenfalls im Lavanttal die verschiedenen Mostbarkeiten. Ähnlich dem Apfelmost, der auch in Österreich in verschiedenen Regionen angeboten wird, gibt es diesen auch als Birnenmost. Der Mostviertler Birnenmost wurde von der EU-Kommission im Jahr 2011 in die Kategorie Lebensmittel mit geschützter geografischer Angabe aufgenommen. Ebenfalls im Jahr 2011 wurden Ergebnisse von Verkostungen des Mostes aus dem Mostviertel auch in das österreichische Weinmagazin Falstaff aufgenommen. Dieser Most wurde auch in das Register der Traditionellen Lebensmittel aufgenommen. Außerdem ist der Most Namensgeber für die Region im Rahmen des österreichweiten Projekts Genussregion Österreich. Apfelwein in anderen Ländern Moussierende Varianten des Apfelweins werden Apfelschaumwein oder Apfelsekt genannt. In Frankreich heißt dieses Getränk Cidre, in Großbritannien, Irland, Schweden, Südafrika, USA Cider, in Spanien Sidra, im Baskenland Sagardoa, in Slowenien Jabolčnik und in Finnland Siideri. Ein dem Apfelwein ähnliches alkoholisches Getränk, das aus Äpfeln und/oder Birnen hergestellt wird, trägt in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich den Namen Most. In der Schweiz wird unterschieden zwischen Apfelwein (klar, spritzig) und saurem Most (klar oder trüb), das heißt gegorenem Apfelsaft. Saurer Most wird vor allem in der Ostschweiz produziert, wo er der Einfachheit halber „Saft“ genannt wird. Der Kanton Thurgau, der schweizweit am meisten Äpfel produziert, wird auch (scherzhaft) als „Mostindien“ bezeichnet. Auch in Spanien und Frankreich wird Apfelwein nach diesen beiden Herstellungsarten produziert. Saurer Most (trüb) wird sowohl im französischen als auch im spanischen Teil des Baskenlandes hergestellt und darüber hinaus in der weiter westlich gelegenen spanischen Region Asturien. Der saure Apfelwein, der dem hessischen Apfelwein sehr ähnlich ist, wird in Spanien sidra natural (natürlicher Apfelwein) und in Frankreich cidre basque (baskischer Apfelwein) genannt. Der eher süßliche mit Kohlensäure versetzte Apfelperlwein wird in Frankreich hauptsächlich in der Normandie und der Bretagne gekeltert. In Asturien werden beide Sorten produziert. Er wird in Spanien sidra dulce (süßer Apfelwein) und in Frankreich cidre breton (bretonischer Apfelwein) genannt. Museen Es gibt verschiedene Museen, die sich ausschließlich mit Apfelwein und Apfelschaumwein beschäftigen: Samareiner Mostmuseum, St. Marienkirchen an der Polsenz, Österreich Musée Régional du Cidre, Valognes, Frankreich Musée du Cidre, Pleudihen sur Rance, Frankreich Ecomusée de la Pomme et du Cidre en Normandie, Bretteville du Grand Caux, Frankreich Musée de la Pomme et du Cidre, Vaudeurs, Frankreich The Cider Museum, Hereford, Großbritannien Museo de la Sidra de Asturia, Villa de Nava, Spanien In Frankfurt am Main gab es von 1991 bis 2011 das Frankfurter Äpfelweinmuseum. Das maßgeblich von Günter Possmann und Helmut Lenz vorangetriebene Museumsprojekt, zu dem die Gaststätte "Historix" gehörte, befand sich im Historischen Museum der Stadt. Mit dem Abriss des 1972 errichteten Museumsgebäudes wurde das Apfelweinmuseum geschlossen und die Planungen für den Neubau sehen keine Neueröffnung vor. Im Februar 2012 gründete sich der Trägerverein Deutsches Apfelweinmuseum e. V., der ein neues Apfelweinmuseum in Frankfurt plant. Als Bembel wird eine dickbauchige Steinzeugkanne bezeichnet, die in südhessischen Gaststätten zum Ausschenken von Apfelwein benutzt wird. Traditionell werden Bembel im Westerwald im Kannenbäckerland in Handarbeit hergestellt. Sie haben eine Salzglasur in grauer Farbe, zumeist mit blauen Mustern und weisen in Form und Glasur bevorzugt gewisse Unregelmäßigkeiten auf, die der handwerklichen Herstellung geschuldet sind. Früher waren die Bembel auch mit einem Zinndeckel versehen. Geschichte Erstmals schriftlich erwähnt wird der Bembel 1893 in der Schrift „Humoristischen Memoiren eines alten Frankfurters“ von Johann Jacob Frieß. Die Herkunft seines Namens ist nicht eindeutig geklärt. Eine Theorie besagt, dass sich der Begriff vom Wort „Bombe“ ableitet und dem Gefäß aufgrund seiner rundlichen Form verliehen wurde. Eine andere Theorie leitet den Namen vom Wort „bambeln“ ab; dieser Begriff beschreibt das Hin- und Herpendeln eines Gegenstandes an einer Schnur. Letztlich wird die Ansicht vertreten, dass sich der Name vom lat. „pampinus“ ableitet, das bereits der Ursprung für den Begriff „Pampel“ gewesen ist. Als Pampel bezeichneten Studenten im 17. Jahrhundert ihr Weingefäß. Entwickelt hat sich das dickbauchige Gefäß aus der Frankfurter Kanne, einem traditionellen Gefäß in Weinwirtschaften, und aus dem klassischen Krug. Vom Krug hat der Bembel seine dickbauchige Form übernommen, von der Frankfurter Kanne die Halsform, den Ausguss und den Henkel. Vom in Frankfurt ansässigen Maler Erich Grube (1890-1952) sind durch seine Stilleben Verwendungen als Blumenvasen belegt. Größen Die verschiedenen Größen werden in der Regel nach ihrem Volumen, gemessen am Inhalt als Anzahl von Gläsern, benannt, also zum Beispiel 4er-, 8er-, 12er- oder 24er-Bembel. In traditionellen Gaststätten fasst das als Geripptes bezeichnete Glas 0,3 Liter, mittlerweile werden jedoch häufig „Beschissergläser“ von 0,25 Litern Fassungsvermögen benutzt, so dass ein 4er-Bembel je nach Gaststätte 1 oder 1,2 Liter Apfelwein enthält. Sondergrößen Der nach dem Guinness-Buch der Rekorde größte Bembel der Welt wurde 2012 im Westerwald in Höhr-Grenzhausen hergestellt. Die dazu passende Ausgießvorrichtung (Faulenzer) wurde in Offenbach gefertigt. Er fasst 670 Liter und wiegt 300 Kilogramm. Am 4. August 2013 wurde er mit einem Zug des Eisenbahnmuseums Darmstadt-Kranichstein gezogen von der Dampflokomotive 52 4867 der Historischen Eisenbahn Frankfurt über die Brexbachtalbahn nach Frankfurt/M. zum „Äppelwoifest“ transportiert. 1908 gab es in einer Gaststätte in Frankfurt-Bornheim einen Bembel, der 3600 Schoppen fasste. Er hatte einen Rauminhalt zwischen 1080 Liter bei einer Berechnung mit einer Schoppen-Größe von 0,3-Liter-Gläsern oder 900 Liter bei einer Schoppen-Größe von 0,25-Liter-Gläsern. Dieser Bembel war ebenfalls ein Schaustück. Er handelte sich jedoch nicht um einen echten Steingut-Bembel, sondern um einen Nachbau aus Beton. Eigenschaften Traditionelle Bembel haben ihre dickste Stelle ungefähr in der Mitte, nicht zum Halse hin, und sie besitzen einen sanften Übergang vom Bauch zum Hals, damit sich der Inhalt gut ausgießen lässt, ohne nachzuschwappen. Der enge Hals stülpt sich nicht oder nur kaum nach außen aus. Besonders traditionelle Formen besitzen einen sichtbar abgegrenzten, fast zylindrischen Fuß. Bemalt werden Bembel mit stilisierten Apfelzweigen oder Kränzen, nicht mit floralen Ornamenten. Angesprungene Bembel wurden früher mit Drahtverschnürungen vor weiterem Entzweigehen bewahrt und weiterverwendet. Oft werden die Bembel von Apfelwein-Keltereien mit deren Namenszug vertrieben oder mit dem Namen des Apfelwein-Lokals beschriftet. Größere Bembel werden in Gaststätten gelegentlich in „Faulenzern“ verwendet. Das sind schmiedeeiserne oder hölzerne Gestelle, die durch einen in der Schwerpunktachse drehbar gelagerten Kippmechanismus das Einschenken aus den schweren Steingutgefäßen erleichtern. Über Hessen hinaus bekannt wurde der Bembel vor allem durch die Fernsehsendung Zum Blauen Bock mit Otto Höpfner und später Heinz Schenk, in der den Gästen der Sendung jeweils ein Bembel zur Erinnerung überreicht wurde. Friedrich Stoltze (* 21. November 1816 in Frankfurt am Main; † 28. März 1891 ebenda) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller, der vor allem durch seine Gedichte in Frankfurter Mundart bekannt wurde. Außerdem war er Verleger und Herausgeber der „Frankfurter Latern“ und betätigte sich als Journalist. Leben und Wirken Elternhaus Stoltzes Vater war der Gastwirt Friedrich Christian Stoltze (1783–1833). Er stammte aus Hörla im Fürstentum Waldeck und kam 1800 nach Frankfurt am Main, wo er zunächst als Kellner im Württemberger Hof arbeitete. 1808 heiratete er die Bürgerstochter Anna Maria Rottmann (1789–1869) und erwarb das Frankfurter Bürgerrecht. Zunächst noch im Geschäft seines Schwiegervaters tätig, der das Gasthaus Zur goldenen Spitze in der Mausgasse führte, wurde er 1813 Pächter des Gasthofs Zum Rebstock zu Füßen des Domturms. Es galt als Treffpunkt liberal gesinnter Bürger. Im nordöstlichen der insgesamt sechs eigenständigen Häuser der Hofanlage am Südende der Kruggasse, dem Haus Im Rebstock 4, erblickte Friedrich Stoltze 1816 als das siebte Kind seiner Eltern das Licht der Welt. An den Abbruch seines Geburtshauses 1904 zugunsten des Baus der Braubachstraße erinnert bis heute eine Gedenktafel am früheren Hauptzollamt in ebendieser Straße. Von Friedrichs älteren Geschwistern starben vier Brüder bereits kurz nach der Geburt, seine Schwester Sabine 1819 mit neun Jahren. Zu seiner älteren Schwester Annett (1813–1840) entwickelte er eine innige Beziehung. Daß ich zu em Dichter bin warn, hat mei Schwester zu verantworte! Ich wäsch mei Händ in Unschuld. Besonders prägte ihn aber sein Großvater Friedrich Rottmann, der aus Neckarbischofsheim nach Frankfurt gekommen war und sich dort zu einem Frankfurter Patrioten entwickelt hatte. In seiner Erzählung Von Frankfurts Macht und Größe setzte Friedrich Stoltze ihm ein literarisches Denkmal: Wenn aaner die größte Sticker uff sei Vatterstadt gehalte hat, so ist des mei Großvatter gewese...Un von all dene Geschichte un weise Lehre kimmt's aach her, daß ich so e gelunge Frankforter Kind warn bin un Leib un Lewe uff mei Vatterstadt halt. Stoltze erhielt eine gute Erziehung, unter anderem durch Friedrich Karl Ludwig Textor, einen Neffen Johann Wolfgang Goethes, dessen 1794 entstandenes Lustspiel Der Prorector als frühestes erhaltenes Theaterstück in Frankfurter Mundart gilt. Später schrieb Stoltze, dass er sich in der Familie zur mundartsprechenden Frankfurter Fraktion rechnete, bestehend aus seiner Mutter und ihm, während die Waldecker Fraktion, sein Vater und seine Schwester, Hochdeutsch sprachen. Einen großen Einfluss übte auf Stoltze der aufgeklärte Pfarrer und Schulreformer Anton Kirchner aus, der ihn in der Katharinenkirche getauft hatte und ihn 1830 als Konfirmanden unterrichtete. In jenem Jahr entstanden Stoltzes Geistliche Gedichte, aber auch die ersten Naturgedichte, die unter dem Einfluss der Jugendpoesie Goethes standen. Weniger gut verstand er sich mit dem streng pietistischen Rektor Gottfried Vömel, der zu dieser Zeit das Städtische Gymnasium leitete, welches auch Stoltze besuchte. Seine Naturgedichte tat Vömel als Abscheuliche Spinozerei ab, woraufhin sein Vater ihm alle weiteren poetischen Versuche untersagte. Schon früh lernte Stoltze die liberalen und demokratischen Bewegungen des Vormärz kennen. Der Rebstock wurde um 1830 zur Zuflucht für Exilpolen. Miterlebte Hausdurchsuchungen und Verhaftungen prägten den jungen Friedrich Stoltze. Später schrieb er dazu: Das Gasthaus zum Rewestock stand in kääner ganz besonnere Gnad bei unsere allerhöchste republikanische Herrschafte un meim Vatter sei Name stand mit rother Dinte un hinne un vorne e blau Notabene im schwarze Bollizeibuch. Des Gasthaus zum Rewestock war nämlich ää von de Hauptkneipe der damalige Frankfurter Demagoge. Sein Vater nahm ihn 1832 zum Hambacher Fest mit, wo er Kontakt zu Ludwig Börne bekam, dessen liberale Gedanken ihn beeinflussten. Seine Schwester Annett wurde nach dem Frankfurter Wachensturm vom 3. April 1833 wegen der Teilnahme am Begräbnis eines gefallenen Aufständischen zu einer Geldbuße und wegen versuchter Gefangenenbefreiung des inhaftierten Burschenschafters Heinrich Eimer zu einer vierwöchigen Haftstrafe verurteilt, die sie jedoch erst nach der Entbindung von ihrem unehelichen Sohn Friedrich Philipp am 12. Dezember 1834 antreten musste. Dichter und Schriftsteller Stoltze sollte zunächst einen kaufmännischen Beruf lernen und war 1831 zu dem Frankfurter Kaufmann Melchior in die Lehre gekommen, der sein Kontor im Haus zum rothen Männchen am Fahrtor führte. Im selben Haus wohnte Marianne von Willemer, die sein poetisches Talent förderte und ihn bewegen wollte, die ungeliebte Lehre aufzugeben. Nach dem Tod seines Vaters im November 1833 wurde Stoltze zwar frei in seinen Entscheidungen, allerdings verschlechterten sich die finanziellen Verhältnisse der Familie. Seine Mutter konnte die Gastwirtschaft und den damit verbundenen Mineralwasserhandel nur noch kurze Zeit halten. 1834 verpachtete sie den Rebstock und zog Anfang 1837 mit ihren Kindern zunächst in die Schnurgasse, später nach Bornheim. Friedrich setzte seine unterbrochene Kaufmannsausbildung 1838 bis 1840 in Paris und Lyon fort. Sein 1838 in Lyon entstandenes Bundeslied der Deutschen in Lyon wurde von Felix Mendelssohn Bartholdy vertont. Nach seiner Rückkehr nach Frankfurt 1841 erschien sein erster Gedichtband. Der Frankfurter Kaufmann Marquard Georg Seufferheld engagierte ihn daraufhin als Hauslehrer. Seufferheld wollte das pädagogische Konzept des Kindergartens in Frankfurt einführen und schickte Stoltze deshalb für zwei Jahre zum Studium zu Friedrich Fröbel nach Bad Blankenburg und Keilhau, 1844 an die Universität Jena. Aus seinem 1837 begonnenen Liebesverhältnis mit der Frankfurter Bürgerstochter Maria Christina Retting (1816–1843) entstammte sein 1842 in Mainz unehelich geborener Sohn Carl Adolph Retting. Das Kind wurde heimlich geboren und wuchs bei Pflegeeltern in Enkheim auf, weil Christinas Vater die Verbindung mit dem demokratisch gesinnten Dichter strikt ablehnte. Maria Christina Retting, die er schwärmerisch Lyda nannte, starb am 21. August 1843 in Frankfurt, während Stoltze in Blankenburg war. Wie bleich sind nun die Sterne, Wie meine Augen trüb'! Es ist in weiter Ferne Gestorben mir mein Lieb schrieb Stoltze. Nach dem Tod seiner Mutter kam Carl Adolph zu seiner Großmutter Anna Maria Rottmann in Pflege. Erst 1864, nachdem die bürgerliche Existenz seines Vaters gesichert war, konnte Carl Adolph Retting den Namen seines Vaters annehmen. Unter dem Namen Adolf Stoltze wurde er ein bekannter Theaterdichter. Nach seiner Rückkehr nach Frankfurt 1845 wurde Stoltze zeitweise Vorleser des Frankfurter Bankiers Amschel Mayer von Rothschild. Als Gelegenheitsdichter für die gehobene Frankfurter Gesellschaft hatte er Zugang zu einflussreichen Kreisen, der ihn in der Öffentlichkeit bekannt machte und ihm Einnahmen verschaffte, unter anderem als Theaterlibrettist. 1845 lernte er im Katholischen Montagskränzchen, einem deutschkatholischen Zirkel, die Steindeckertochter Marie Messenzehl (* 23. Juni 1826, † 4. August 1884) kennen, die er Mary nannte. Das katholische Mädchen und der nach eigener Wahrnehmung lutherische Dickschädel verstießen unbekümmert gegen jegliche Konvention. Am 31. August 1846 wurde ihr unehelicher Sohn Friedrich Richard geboren, der allerdings noch im selben Jahr verstarb. Am 16. April 1848 kam der zweite Sohn Heinrich zur Welt. Am 15. November 1848 erwarb er das Frankfurter Bürgerrecht, das ein bestimmtes Vermögen voraussetzte. Als das Paar am 10. April 1849 in der Katharinenkirche heiratete, war Mary zum dritten Mal schwanger. Die Trauung war die erste mit dem Segen der evangelischen Kirche geschlossene Mischehe in Frankfurt. Stoltze schrieb dazu später spöttisch: Ein Pfarrer hat uns zwar getraut, Doch luth'risch-diabolisch, Und Gott war nicht davon erbaut, Denn Gott ist streng katholisch. Und was mich ganz besonders beugt, Denn es verdiente Hiebe: Die Kinder all, die wir erzeugt, Sind Kinder, ach, der Liebe! Bis 1861 bekam das Paar 11 Kinder, von denen vier als Kleinkinder starben. An der Deutschen Revolution 1848 und der Frankfurter Nationalversammlung nahm er lebhaften Anteil. Am 18. September 1848 kam es zu den Septemberunruhen, bei denen die Abgeordneten Felix von Lichnowsky und Hans von Auerswald vor dem Friedberger Tor von Aufständischen ermordet wurden. Nach schweren Barrikadenkämpfen wurde der Ausnahmezustand verhängt. Einen Tag später verhaftete ein Wachposten an der Konstablerwache Stoltze und den ihn begleitenden Komponisten Heinrich Neeb. Die beiden hatten sich wegen ihrer Turnerhüte verdächtig gemacht. Erst nach einem polizeilichen Verhör kamen die beiden wieder auf freien Fuß. Das Scheitern der Reichsverfassung und der Kaiserdeputation im April 1849 wurde für Stoltze zu einer schweren Enttäuschung. Nach dem Ausbruch des Aufstandes in der Pfalz folgte er seinem Freund und späteren Partner Ernst Schalck, um als Kriegsberichterstatter von dort zu berichten. Im Sommer 1849 kehrte er nach Frankfurt zurück. Sein Plan, eine eigene Zeitung zu gründen, ließ sich jedoch zunächst nicht verwirklichen, und auch die Herausgabe seiner inzwischen zahlreichen Gedichte verzögerte sich. Als Nikolaus Hadermann im Dezember 1849 das Volksblatt für Rhein und Main gründete, wurde Stoltze bald ein eifriger Mitarbeiter. Ende 1850 bereitete er zusammen mit dem Verleger Karl Knatz die Herausgabe eines Frankfurter Sonntagsblattes vor, von dem jedoch nur eine einzige Nummer (am 1. Januar 1851) erschien. Da der restaurative Zeitgeist den Aufbau einer politischen Zeitung behinderte, verlegte sich Stoltze auf seine humoristischen und mundartlichen Fähigkeiten. In der Fastnachtszeit 1852, am 3. Februar, veröffentlichte er die erste Ausgabe seiner Frankfurter Krebbel- und Warme Broedscher Zeitung. Gleich am ersten Tag wurden 10.000 Exemplare verkauft, das Stück zu 12 Kreuzer. Bis 1879 erschienen in unregelmäßigen Abständen insgesamt 44 Nummern, hauptsächlich mit Glossen zum Zeitgeschehen in der Freien Stadt Frankfurt und in Deutschland. Die Frankfurter Behörden zeigten sich dabei tolerant, nicht aber die Frankfurter Nachbarstaaten Hessen und Kurhessen, in denen er bald steckbrieflich gesucht wurde, so dass er nur innerhalb der Grenzen der Freien Stadt Frankfurt sicher war. 1859 entging er bei einem Kuraufenthalt im nassauischen Königstein im Taunus nur knapp der Verhaftung, da zwischen Nassau und Hessen ein Auslieferungsabkommen bestand. In seiner Erzählung Die Flucht von Königstein beschrieb er diesen Vorfall. Die Frankfurter Latern 1860 gründete er nach dem Vorbild des Berliner Kladderadatsch die freiheitlich-demokratisch orientierte Wochenzeitung Frankfurter Latern. In seinen satirischen Texten, die von Schalck, Albert Hendschel und zeitweise auch von Wilhelm Busch illustriert wurden, nahm er das aktuelle Geschehen aufs Korn und verschonte auch hochgestellte Persönlichkeiten nicht. Typisch für die Latern waren die Hampelmanniaden, Geschichten um den typischen Frankfurter Kleinbürger Hampelmann, und die Dialoge zwischen Millerche und dem Berjerkapitän. Alle diese Figuren waren den Lustspielen von Carl Malß entnommen. Die Latern erreichte bald hohe Auflagen, wurde aber außerhalb Frankfurts wegen ihrer häufig antipreußischen Haltung von der Zensur verfolgt. Nach der preußischen Annexion der Stadt wurde am 21. Juli 1866 das Redaktionsbüro besetzt und Stoltze musste aus dem besetzten Frankfurt fliehen. Nach Aufenthalten in der Schweiz und Stuttgart kam er nach einer Amnestie wieder in seine Heimatstadt zurück und nahm bereits am 1. Januar 1867 die Arbeit mit seiner neuen Zeitung „Der wahre Jacob“ wieder auf. Sein bereits aus der „Latern“ bekannte (fiktive) Personal behielt er bei: Herrn Hampelmann, Millerche und Bejerkcapitän legt Stoltze die kritischen Texte in den Mund. Ab 30. Juli erschien „Der wahre Jacob” mit dem Untertitel Ridentem dicere verum (Lächelnd die Wahrheit sagen), doch konnten innerhalb fünf Jahren nur 32 Ausgaben die preußische Zensur passieren. Unterstützung erfuhr Stoltze von den preußenkritischen Bürgern Frankfurts, die vorher bereits die „Frankfurter Latern“ abonniert hatten und nun den „Wahren Jacob“ kauften. Ab 1. Januar 1872 konnte „Die Frankfurter Latern” wieder regelmäßig - und bis zu Stoltzes Tod - erscheinen. Stoltzes Grab befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof. N 50° 08' 02.8" E 008° 41' 26.6" Die Familie Sein unehelicher Sohn Carl Adolph aus der Verbindung mit Christine Retting wuchs nach dem Tod der Mutter bei seiner Großmutter Anna Maria Stoltze auf. Erst mit 22 Jahren konnte er 1864 den Namen seines Vaters annehmen; unter dem Namen Adolf Stoltze wurde er ein berühmter Bühnendichter in seiner Vaterstadt. Unter anderem schuf er den Schwank Alt-Frankfurt, in dem er der Gesellschaft der Freien Stadt ein Denkmal setzte. Er starb hochbetagt am 19. April 1933 in Frankfurt. Aus Friedrich Stoltzes Ehe mit Mary Messenzehl entstammten folgende Kinder: Friedrich Richard (* 31. August 1846, † 6. November 1846) Heinrich (* 16. April 1848, † 6. September 1872 in Scott City, Missouri). Heinrich wanderte 1868 nach Amerika aus. Er arbeitete zunächst auf einer Farm in der Nähe von Cleveland, zog dann als Gelegenheitsarbeiter über 150 Meilen zu Fuß nach St. Louis. Dort pachtete er 1871 eine 80 Acres große Farm von Lisette Dick, mit deren Nichte er sich verlobte. Er wollte dort Zuckerrohr anbauen und Hühner züchten, starb aber bald schon bald darauf an einem Lungenleiden. Christian Ernst, * 24. Mai 1849, † 23. November 1849. Friedrich Stoltze schrieb: Hätt'st bei uns bleiben sollen, uns Glück und Trost zu sein, hast aber werden wollen ein liebes Engelein. Lyda (* 20. Juli 1850, † 27. Januar 1930). Die älteste Tochter war nach dem Kosenamen von Stoltzes erster Geliebter benannt. Sie hatte, wie ihre jüngeren Schwestern, eine sehr enge Beziehung zu ihrem Vater und blieb zeitlebens unverheiratet. Lyda wurde Lehrerin in Lüttich und später Privatlehrerin bei der Familie Guaita. Christian (* 1851, † 24. Dezember 1854) Ferdinand (* 14. Oktober 1853, † Dezember 1853) Laura (* 28. Mai 1855, † 5. September 1945). Die zweite Tochter war möglicherweise nach Laura Sigismund benannt, mit der Stoltze nach dem Tod seiner Geliebten und vor der Rückkehr nach Frankfurt eine kurze Beziehung unterhielt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Molly sichtete und ordnete Laura den Nachlass ihres Vaters Friedrich Stoltze und überlieferte ihn der Frankfurter Stadtbibliothek und dem Historischen Museum. Molly (* 1856, † 10. Januar 1910). Als einzige Tochter verheiratete sie sich, und zwar 1886 mit dem Franz Schreiber (1850–1901), der als Redakteur für die Frankfurter Latern und für die Kleine Presse arbeitete. Ihre Söhne Friedrich und Eduard waren Stoltzes einzige Enkel aus der Ehe mit Mary, es gab jedoch weitere, die Kinder seines o.a. außerehelichen Sohnes Adolf Stoltze. Alice (* 24. Januar 1858, † 1926) Hermann (* 17. Januar 1860 in Königstein im Taunus, † 1899 in Tübingen) wurde kurz vor Stoltzes überstürzter Flucht aus Königstein geboren. Er entwickelte sich zum Sorgenkind unter Stoltzes Söhnen, der ihm seine Unzuverlässigkeit vorhielt. Er neigte zum Alkoholismus und brach mehrere Lehren ab, bis er schließlich eine Ausbildung als Landschaftsgärtner in Hanau abschloss. 1883 zog er nach London, um sich dort selbständig zu machen. Später besserte sich das Verhältnis zum Vater wieder, zumal sich auch bei Hermann der berufliche Erfolg einstellte. Er starb als Obergärtner in Tübingen. Friedrich (* 6. Juni 1861, † 16. März 1880 in Fluntern, Zürich). Friedrich war Stoltzes Lieblingssohn. Er besuchte die Musterschule in Frankfurt und studierte Mathematik in Karlsruhe und Zürich. Er galt als außerordentlich begabt, starb aber schon kurz nach dem Beginn seines Studiums an Typhus. Sein Tod traf den Vater schwer. Er schrieb zwei Monate später: Nicht alle sind tot, deren Hügel sich hebt! Wir lieben, und was wir geliebet, das lebt. Das lebt, bis uns selber das Leben zerrinnt. Nicht alle sind tot, die begraben sind. Diese Worte stehen auch auf Stoltzes Grabstein auf dem Frankfurter Hauptfriedhof eingemeißelt. Wohnungen Die Familie Stoltze bewohnte im Laufe der Zeit zahlreiche Wohnungen in Frankfurt. Nach dem Wegzug aus dem Rebstock wohnte er mit seiner verwitweten Mutter zunächst in der Schnurgasse, später in Bornheim und in der Schäfergasse. Nach seiner Rückkehr aus Thüringen nahm er sich zunächst eine Dachwohnung in der Tollgasse (heute Börsenstraße), dann in der Großen Friedberger Straße. Nach der Hochzeit mit Mary Messenzehl wohnte die Familie in der Große Bockenheimer Straße, später in der Papageigasse und in der Klostergasse, wo 1852 die erste Krebbelzeitung erschien. In den 1850er Jahren zog die Familie hinaus in den damals noch ländlichen Röderbergweg, später wohnte sie wieder in der Stadt: Am Schaumainkai, im Bornwiesenweg, an der Pfingstweide und im Sandweg. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil 1866 fand er für ein JahrUnterkunft im Zickwolffschen Landhaus auf dem Mühlberg, das ihm der Frankfurter Bankier Heinrich Bernhard Rosenthal zur Verfügung stellte. Schon ein Jahr später zog er in den Bäckerweg, 1869 in die Unterlindau 10 und schließlich 1873 auf Vermittlung des Barons Rothschild in das Stoltzehäuschen im Grüneburgweg 128. Das klassizistische Gartenhaus der Rothschilds wurde 1930 für den Bau des I.G.-Farben-Hauses abgerissen. Frankfurt-Gedicht Sein bekanntestes Gedicht Frankfurt erschien 1880, um die Besucher des fünften Deutschen Turnfestes in Frankfurt zu begrüßen. Es ist ein Loblied auf die Vaterstadt, das gerade wegen seines unverkennbar ironischen Untertons bis heute das beliebteste Frankfurt-Gedicht geblieben ist. Vor allem seine Anfangszeilen werden häufig zitiert: „Es is kaa Stadt uff der weite Welt, die so merr wie mei Frankfort gefällt, un es will merr net in mein Kopp enei: wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!“.