Radierung , 23 x 21,5 cm ( 54 x 38 cm das Blatt ) auf Bütten .
Mit Bleistift signiert und datiert 1977 .
Wohl Berliner Straßenansicht .
Edition 27 / 140
Bester Zustand .
Robert Rehfeldt ist in Pommern und in Berlin aufgewachsen. Im Jahr 1940 kam er mit der Kinderlandverschickung nach Bad Ischl, Österreich, zu einer Pflegefamilie. Seine Mutter brachte ihn 1946 wieder nach Berlin.
Er war hier als Steinmetz und Transportarbeiter tätig und bewarb sich um ein Studium. In Ost-Berlin lehnte ihn die gerade gegründete Kunsthochschule ab, deswegen schrieb sich Rehfeldt 1948 an der Hochschule für Bildende Künste in West-Berlin ein. Nach dem erfolgreichen Abschluss im Jahr 1953 arbeitete er als Grafiker, Pressezeichner und Bildjournalist. Ab 1963 war er im Ostteil der Stadt freischaffend tätig und gehörte zu den experimentellen Künstlern. Als Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR erhielt Rehfeldt viele baugebundene Aufträge. Anfang der 1970er Jahre kam er über polnische Künstler und Klaus Groh in Kontakt mit der internationalen Mail-Art-Szene. Es gelang ihm, ein weitreichendes Kontaktnetz zwischen Ost- und Westeuropa, den USA und Lateinamerika aufzubauen. Auch mit Nam June Paik, Wolf Vostell, Robert Filliou, Horst Tress und Dick Higgins befand er sich im postalischen Kunstaustausch. 1975 bat Rehfeldt Künstler aus aller Welt um die Gestaltung einer Postkarte und machte daraus – anlässlich einer eigenen Ausstellung in der Galeria Teatru Studio in Warschau – die erste Mail Art-Ausstellung der DDR. Er inspirierte und unterstützte die Mail Art-Ausstellungen in der Ost-Berliner Galerie Arkade und in der EP-Galerie von Jürgen Schweinebraden. Rehfeldt organisierte 1986 das Ost-Berliner Treffen des 1. Dezentralen Internationalen Mail Art-Congresses. Er schuf ein umfangreiches graphisches Werk und beschäftigte sich auch mit der Fotografie und dem Super-8-Film. Im Jahr 1991 stellte er neben eigenen Arbeiten auch sein Mail Art-Projekt von 1975 in seiner Retrospektive im Ephraim-Palais in Berlin aus. Am 28. September 1993 starb Robert Rehfeldt nach einer Operation in Berlin. Posthum war er in einigen wichtigen Gruppenausstellungen vertreten. Die Galerie Parterre Berlin richtete ihm 2008 eine Retrospektive ein.
Text WIKIPEDIA