Gewandhauskonzerte in Leipzig.
Begründet im Jahre 1781.
Seit 1934 führt Hermann Abendroth den Taktstock.
Großformatiger Originaldruck von 1940.
Mit farbiger Abbildung nach einer Zeichnung von Rudolf Lipus.
In der Platte signiert.
Auf der Rückseite:
München. Die Hauptstadt der B. fördert seine Kultur, Kunst und Volksbildung.
Größe 245 x 335 mm.
Mit minimalen Alterungs- und Gebrauchsspuren, sonst sehr guter Zustand.
Hervorragende Bildqualität auf Kunstdruckpapier – extrem selten!!!
100%-Echtheitsgarantie – kein Repro, kein Nachdruck!!!
Besichtigung jederzeit möglich.
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Zu Rückgabe und AGB bitte mich-Seite beachten. Die dort hinterlegten Informationen sind verbindlicher Bestandteil dieses Angebots/dieser Artikelbeschreibung!„Res Severa Verum Gaudium“, 20. Jahrhundert, 30er – Jahre, 40er – Jahre, Akademische Kunst, Akademische Malerei, Altmeisterlichkeit, Ars gratia artis, Berlioz, Bildnis, Bildniskunst, Biografie, Biographie, Brahms, Carl Maria von Weber, Carl Reinecke, D-04109 Leipzig, Dekorative Graphik, Deutsche Geschichte, Deutsches Reich, Deutschland, Dirigent, dirigieren, Dreißiger Jahre, Edvard Grieg, Fourties, Gemälde, Genre, Genremalerei, Gesellschaftsleben, Gestaltung, Gewandhaus, Hans von Bülow, Hiller, Historische Bilder, history, Johann Strauß, Klassik, Komponist, Komposition, Konzertwinter, Kreativität, Kultur, Kulturgeschichte, Kunst, Kunstgeschichte, Künstlerpersönlichkeit, Liszt, Melodie, Mozart, Musik, Musiker, Musikgeschichte, Niels W. Gade, Nikisch, Nostalgie, Oper, Persönlichkeiten, Pfitzner, Richard Strauß, Richard Wagner, Robert Schumann, Takt, Taktstock, Thirties, Tradition, Vierziger Jahre, Wilhelm Furtwängler, zeitgenössische Kunst, Zeitgeschehen, Zeitgeschichte Rudolf Lipus, deutscher Maler und Grafiker. Geboren am 06.12.1893 in Leipzig, gestorben 5. Oktober 1961 in Leipzig. Von 1908 bis 1912 absolvierte er eine erste Lehre beim Leipziger Verlag C.G. Röder, danach belegte Lipus ein Studium der Malerei und Grafik an der Leipziger Akademie für grafische Künste, unter anderem bei Alois Kolb. Im Ersten Weltkrieg war er als Schützengrabenzeichner tätig und erhielt hierfür eine Siegprämie aus einem Wettbewerb für ein Kriegsgedenkblatt. Der Studienabschluss erfolgte nach Ende des Weltkriegs, ab dann war er als freier Grafiker, Exlibrist und Landschafts- und Porträtmaler tätig. 1936 auf der Ausstellung "Deutsche Werbegraphik" in Berlin vertreten. Wird 1939-40 zum Kriegsdienst einberufen, macht zahlreiche Kriegsmalereien an verschiedenen Fronten. Beschickte die Leipziger Kunstausstellungen. Nach 1945 war er ohne größeren Erfolg noch als Buchillustrator für den Verlag Volk und Wissen und als Pressezeichner tätig. Ausstellungen auch nach 1945. Hermann Paul Maximilian Abendroth (* 19. Januar 1883 in Frankfurt am Main; † 29. Mai 1956 in Jena) war ein deutscher Dirigent und Musikpädagoge. Er zählte zu den bedeutendsten Orchesterleitern des 20. Jahrhunderts. Er war ab 1905 Musikdirektor in Lübeck und ab 1911 in Essen sowie von 1915 bis 1934 Chefdirigent des Gürzenich-Orchesters und Direktor des Kölner Konservatoriums. Seine Ernennung zum Generalmusikdirektor erfolgte 1918. Als Nachfolger von Bruno Walter dirigierte er bis Kriegsende das renommierte Gewandhausorchester zu Leipzig. Abendroth konnte nach 1945 an seine Erfolge im Dritten Reich anknüpfen. Er übernahm 1945 die Staatskapelle Weimar und leitete gleichzeitig bis zu seinem Tod die Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig und Berlin. Abendroth hat sich insbesondere als Interpret von Werken Beethovens, Brahms’, Bruckners und Mozarts verdient gemacht. Es existieren nicht viele Schallplattenaufnahmen von Abendroth, der beim breiten Publikum rasch in Vergessenheit geriet. Leben und Wirken Ausbildung in München Hermann Abendroth wurde am 19. Januar 1883 als Sohn des Buchhändlers August Moritz Abendroth und seiner Frau Henriette Frohmann, Tochter eines Spielwarenfabrikanten, in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in einem kulturbegeisterten Elternhaus auf. Abendroth besuchte von 1888 bis 1900 das Wöhler-Realgymnasium und die Handelsschule in Frankfurt. Zu seinen Schulfreunden gehörte der Komponist Walter Braunfels. Von 1900 bis 1901 wurde er auf Wunsch des Vaters als Buchhändler in München, wo auch seine Schwester wohnte, ausgebildet. Im Anschluss studierte Abendroth bis 1904 Musiktheorie und Komposition bei Ludwig Thuille, Klavier bei Anna Hirzel-Langenhan (Schülerin von Theodor Leschetizky) und Dirigieren bei Direktor Felix Mottl an der Königlichen Akademie der Tonkunst. Außerdem besuchte er Philosophievorlesungen an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Lehrer waren mehrheitlich durch die Neuromantik geprägt. Bereits als Student 1903 wurde Abendroth Mitglied im von Richard Strauss geführten Allgemeinen deutschen Musikverein (ADMV), der ihm viele Kontakte zu Musikerpersönlichkeiten ermöglichte. Ab 1910 saß er im Musikausschuss des ADMV und war damit qua Amt auch Vorstandsmitglied. Zudem leitete er den Chor des Münchner Orchestervereins und den Münchner Orchesterverein Wilde Gungl. Stationen in Lübeck und Essen Als Ugo Afferni seinen Wechsel vom Lübeckischen Philharmonischen Orchesters des Vereins der Musikfreunde zum Wiesbadener Kurorchester für den Herbst 1905 bekannt gab, gingen bei dessen Vorstand neunzig Bewerbungen um dessen Nachfolge ein. Dieser lud die Kapellmeister Fritz Binder aus Danzig, Carl Ehrenberg aus Posen, José Eibenschütz aus Abo und Abendroth aus München, damit sie Probekonzerte mit dem Orchester des Vereins abhielten, ein. Am 2. Mai 1905 entschied die Majorität des Vorstandes, dass Abendroth ab dem Herbst des Jahres die Stelle des Dirigenten im Konzerthaus Fünfhausen und Kolosseum einnehmen werde. 1907 wurde er zusätzlich erster Kapellmeister für Konzerte und Opern am Stadttheater Lübeck und ab 1910 Leiter des Philharmonischen Chores Lübeck. Daneben assistierte er Mottl bei Wagner-Aufführungen am Prinzregententheater in München und Bayreuth. Finanziell gefördert wurde er, wie auch sein lübeckischer Nachfolger Wilhelm Furtwängler, durch die Schriftstellerin Ida Boy-Ed. Boy-Ed verfasste aus Bewunderung für Abendroth ein Gedicht: Was du mir warst – spät sei er noch gesagt – Du warst mir Glanz und Lebenshelle, Der Graue Unmut war verjagt, Wenn du betratest meine Schwelle – Dir gab ein Gott so lichtes Wesen, Daß – wer Dein Freund war – Durfte daran genesen. Im Jahr 1911 heiratete er die Schauspielerin Elisabeth Walter, Tochter des Neustrelitzer Theaterdirektors Hugo Julius Franz Walter. Auch als er nicht mehr in Lübeck tätig war, kehrte er häufig dorthin zurück. Wie Thomas Mann aus München, Fritz Behn aus Argentinien, beide waren wie er in Lübeck einst von Ida Boy-Ed gefördert worden, war Abendroth 1926 einer der geladenen Gäste zur 700-Jahr-Feier der Stadt. Der Höhepunkt des Festes am 6. Juni 1926 fiel mit dem 51. Geburtstag Thomas Manns zusammen. Deren ehemalige Mäzenin lud sie in ihre Wohnung am Burgtor. Dort verfolgten sie zuerst den Festzug und feierten im Anschluss den Geburtstag. Von 1911 bis 1914 war Abendroth als Städtischer Musikdirektor Essens Nachfolger von Georg Hendrik Witte und dirigierte bis 1916 die Essener Philharmoniker. Er reformierte die Programmgestaltung und ließ romantische und zeitgenössische Komponisten spielen. Im Jahr 1914 wirkte er als Dirigent am 49. Tonkünstlerfest des ADVM mit, wo er Kontakte zu Max von Schillings, Jean Louis Nicodé, Siegmund von Hausegger und Artur Schnabel knüpfte. Weitere Gäste in seinem Hause waren Wilhelm Furtwängler, Max Reger und Hans Pfitzner. Generalmusikdirektor von Köln Von 1914 bis 1934 war er künstlerischer Leiter des Gürzenich-Orchesters und des angeschlossenen Gürzenich-Chores Köln. Abendroth wurde Mitglied im Rotary Club Köln. Er verkehrte mit Persönlichkeiten wie Felix Weingartner, Otto Klemperer, Heinz Tiessen und Alfred Hoehn. Zu seinem 50. Geburtstag erhielt er von seinen Musikerfreunden die Originalpartitur der 7. Sinfonie von Anton Bruckner. Richard Strauss schlug Abendroth 1918 als Nachfolger von Generalmusikdirektor Fritz Steinbach vor. Im selben Jahr ernannte ihn der Oberbürgermeister Konrad Adenauer zum GMD von Köln. Ein Jahr später wurde er Professor für Dirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik Köln und übernahm 1925 gemeinsam mit Walter Braunfels die Direktion der Kölner Musikhochschule. Sie bauten sie zu einem der modernsten Konservatorien in Deutschland aus. 1922 dirigierte er das Niederrheinische Musikfest in Köln, und von 1922 bis 1923 gab er zusätzlich Konzerte bei der Staatskapelle Berlin. Mit dem Gürzenich-Orchester entstanden keine Schallplattenaufnahmen. Ansehen erlangte er durch Uraufführungen, darunter das Te Deum (1922) von Walter Braunfels, Das Dunkle Reich (1930) von Hans Pfitzner (1930) und die Kantate Mitte des Lebens (1932) von Egon Wellesz. 1929 leitete er zudem die deutsche Erstaufführung von Schostakowitschs 1. Sinfonie.[2]:40 Gastspiele führten ihn nach Amsterdam (1920), Moskau und Leningrad (1925 und 1927/28), England (1926), Magdeburg (1929), Venedig (1929), Stettin (1931), Chemnitz und Dresden (1933), Mannheim und Karlsruhe (1933 und 1934) und Norwegen (1934). Im Vereinigten Königreich stand er am Pult des London Symphony Orchestra und in Sowjetrussland beim Staatlichen Sinfonieorchester der UdSSR. Über seine Konzerte in der Sowjetunion hielt er später Vorträge an der Universität zu Köln und veröffentlichte die Erinnerungsschrift Meine Erlebnisse in Russland. Von 1930 bis 1933 war er neben seiner Tätigkeit in Köln Generalmusikdirektor in Bonn und leitete interim das Beethoven Orchester. Abendroths Repertoire umfasste nicht nur klassische und romantische Komponisten, sondern ebenso Komponisten wie Béla Bartók, Paul Hindemith, Arnold Schönberg, Franz Schreker und Igor Stravinsky. Noch im Jahr 1928 antwortete er auf eine Einladung zur Ehrenmitgliedschaft in der deutsch-nationalen Vortragsbühne des Westens, „dass ich nicht gewillt bin, dem von Ihnen geplanten Ehrenausschuss beizutreten. Zwar bin ich Arier von Geburt, und auch meine Weltanschauung ruht auf dieser Basis, ich bin aber nicht geneigt, mich an einem Unternehmen zu beteiligen, das das Judentum planmäßig boykottiert.“ In der Spielzeit 1933/34 wurde sein Mitdirektor und Freund Walter Braunfels von den N. als „Halbjude“ entlassen. Auch Abendroth stand in den 1930er Jahren unter Beobachtung der Kulturfunktionäre. Er passte sich an. 1933 trat er der R.smusikkammer (RMK) bei, in der er von 1933 bis 1945 die Fachschaft Musikerzieher und Chorleiter leitete. Außerdem wurde er Mitglied des Verwaltungsausschusses der RMK. Ein Nichteintritt in die R.smusikkammer hätte ein Berufsverbot für ihn bedeutet, schließlich war die Mitgliedschaft in der neugegründeten Standesvertretung zur Berufsausübung obligatorisch, die Übernahme eines Amtes jedoch nicht. Abendroth dirigierte am 21. März 1933 das Gürzenich-Orchester zur „Feier der Nationalen Erhebung“, aber sein Einsatz für jüdische Komponisten und die Tourneen in die Sowjetunion führten später zu Auseinandersetzungen mit dem G.leiter von Köln-Aachen J. Grohé. Die .. übte erheblichen Druck auf das gesamte Professorenkollegium aus (Abendroth wurde als Kulturbolschewist beschimpft). Abendroth weigerte sich jedoch, in die N. einzutreten. Er wurde schließlich 1934 vom Oberbürgermeister Günter Riesen entlassen. Danach war er zunächst als Reisedirigent aktiv. Gewandhauskapellmeister 1934 wurde er auf Vorschlag von Oberbürgermeister Carl Friedrich Goerdeler, der ihn als „wirklich deutschen und national empfindenden Kapellmeister“ anpries, neuer Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Sein Vorgänger Bruno Walter musste als Jude das D. Reich verlassen. In den 1920er Jahren hatte er bereits die Uraufführung des Klavierkonzerts op. 22 von Paul Kletzki im Gewandhaus dirigiert und sich für das angesehene Amt zum ersten Mal beworben, damals war jedoch Wilhelm Furtwängler vorgezogen worden. Das Leipziger Publikum begeisterte er nach 1934 vorrangig mit Werken von Bach, Beethoven und Brahms. Ausnahmen bildeten die Uraufführungen der 3. Sinfonie (1934) von Johann Nepomuk David und der Mozart-Variationen (1935) von Philipp Jarnach. In Leipzig verkehrte er unter anderem mit Karl Höller, Julius Weismann, Karl Straube, Max Strub, Günther Ramin, Georg Kulenkampff und Walther Davisson. 1933 wurde er zum Professor für Dirigieren am Landeskonservatorium der Musik ernannt. 1935 war er auch kurzzeitig künstlerischer Leiter des Orchesters der kulturpolitischen Abteilung der N.-Kreisleitung Leipzig. 1938 wurde er vom Präsidenten der RKK als Reichskultursenator vorgeschlagen. Seine kulturpolitischen Abhandlungen erschienen in Zeitschriften wie Deutsche Kultur-Wacht, N. Monatshefte oder Deutsches Volkstum. 1938 begrüßte er den Einmarsch in Österreich und den sogenannten Anschluss mit folgenden Worten: „In der Musik gab es niemals eine Trennung zwischen Deutschland und Oesterreich. Daß die Zusammengehörigkeit dank der einzigartigen Tat des Führers nunmehr auch politisch vollzogen ist, dafür wird gerade die deutsche Musikerschaft dem Führer Dank wissen.“ Seit den 1930er Jahren war er Gastdirigent bei den Berliner Philharmonikern. Gastspiele führten ihn 1936 nach Südosteuropa sowie zu den Reichsmusiktagen 1938 nach Düsseldorf und zum Tag der Deutschen Kunst nach München. Am 1. Mai 1937 trat er der N. (Mitgliedsnummer: 5.893.093) bei. Gleichzeitig wurden Peter Raabe, Werner Hübschmann und Walter Wiora aufgenommen. Danach folgten weitere Verpflichtungen, so ab 1938 als künstlerischer Leiter des GewandhausChors, er übernahm das Chefdirigat beim Orchester des Landestheaters Darmstadt und 1941 beim Rhein-Mainischen Landesorchester Frankfurt. 1943/44 dirigierte er Wagners Meistersinger bei den Bayreuther Festspielen. Er trat regelmäßig in den von Deutschen besetzten Gebieten auf, unter anderem in Dänemark (1940), in den Niederlanden (1941), in Frankreich (1942 und 1943), auf dem Balkan (1943) und in Belgien (1944). 1943, 1944 und 1945 schlossen sich Auftritte bei den sogenannten „K. durch F.-Konzerten“ an. In der Endphase des Z. W.s (August 1944) wurde er in die von A. H. genehmigte G.-Liste der wichtigsten Dirigenten aufgenommen, was ihn vor einem Kriegseinsatz, auch an der Heimatfront, bewahrte. Laut einem Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger wird Abendroth bis heute in der Öffentlichkeit „als politisch windiger Opportunist und Karrierist abgetan“. Der Historiker Michael H. Kater verglich Abendroths politische Gesinnung mit dem Opportunismus von Hans Pfitzner und Siegmund von Hausegger. Besonders scharf kritisierte 2004 der Musikhistoriker Fred K. Prieberg den milden Umgang mit Abendroths ..-Vergangenheit. Er widersprach vereinzelten Darstellungen, wonach Abendroth der N. beitreten musste, um Gewandhauskapellmeister zu werden, und verwies auf erfolgreiche Dirigenten der Zeit, die nicht Parteimitglieder geworden sind. Andererseits kämpfte Abendroth von Anfang an gegen die von den Na. angestrebte Auflösung des ADMV. Er setzte sich für Werke sogenannter „entarteter“ Komponisten wie Ernst Toch, Hans Gál und Alban Berg ein. Sein privates Engagement für die Künstler Günter Raphael und Wolfgang Kühne zeichnet ein differenzierteres Bild von Hermann Abendroth. Die Musikwissenschaftlerin Irina Lucke-Kaminiarz, die 2007 eine Biografie über ihn veröffentlichte, sieht in Abendroths Handlungen gar eine Tendenz zur Inneren Emigration. Beispielsweise argumentiert sie, dass ihn der fehlende „A.nachweis“ seiner Frau (Ablehnung des Antrages auf A.nachweis durch Amtsgericht Berlin 1938) und die damit verbundene Ungewissheit zum Parteieintritt bewogen hat. Wegen seiner Parteimitgliedschaft verlor er am 5. November 1945 sein Leipziger Amt. Zu den Vorgängen äußerte er sich am 20. November mit folgenden Zeilen: „Ich habe nie ein Parteibuch gehabt, habe nie an Parteiversammlungen teilgenommen, mich auch sonst in der Partei in keiner Weise betätigt und habe nie außer den üblichen, den Mitgliedern auferlegte Spenden, der N. einen Sonderbetrag zukommen lassen. Ich bin also nur ‚nominelles‘ zahlendes Mitglied und habe zu der Weltanschauung des D. Reiches mich immer nur ablehnend verhalten. Mein ganzes Interesse hat stets und einzig und allein meinen beruflichen und künstlerischen Aufgaben gegolten.“ Generalmusikdirektor von Weimar Obwohl er also kurzfristig auf der „Schwarzen Liste“ der US-Militärregierung stand, konnte er nach Abzug der Amerikaner an seine früheren Aufgaben anknüpfen. Insbesondere seine früheren Besuche in der Sowjetunion kamen ihm dabei zugute. In der Leningrader Philharmonie hing sogar seit den 1920er Jahren ein Bild von Hermann Abendroth. Der Verwaltungschef der Sowjetischen Militäradministration, General Iwan Kolesnitschenko, baute auf ihn. Schon 1948 erhielt er einen Persilschein (eingestuft als „nicht belastet“) des Personalprüfungsamts des Ministeriums des Innern des Landes Thüringen. In der Musikstadt Leipzig wurde er aus politischen Gründen vorerst nicht mehr eingesetzt. Stattdessen wurde er 1945 musikalischer Oberleiter des Deutschen Nationaltheaters und damit der Staatskapelle Weimar; ab 1947 als Generalmusikdirektor. Er vergrößerte das Orchester und erhöhte die Honorare der Musiker. Zu seinem Repertoire gehörten Werke russischer Komponisten wie Pjotr Tschaikowski, Dmitri Schostakowitsch, Igor Strawinski und Modest Mussorgski. Er brachte den Italien-Hymnus von Ottmar Gerster und das Konzert für Klavier und Orchester von Johann Cilenšek zur Uraufführung. Außerdem leitete er die deutsche Erstaufführung von Lutosławskis Mala suita. In Jena leitete er die Akademischen Konzerte. Konzerttourneen führten ihn durch alle Staaten des Ostblocks, die Sowjetunion (als erster deutscher Dirigent nach 1945), nach Finnland, die BRD und in die Schweiz. Des Weiteren dirigierte er 1950 beim Gründungsjubiläum der Kölner Musikhochschule und 1951 beim Prager Frühling. Der Pianist Bruno Hinze-Reinhold sah Abendroths Leistung darin, dass „aus dem guten Provinzorchester ein erstrangiger Klangkörper geschaffen“ wurde. Zusätzlich war er Leiter der Dirigentenklasse an der Staatlichen Hochschule für Musik Weimar. Er setzte sich für die Stiftung des Franz-Liszt-Staatspreises des Landes Thüringen ein. Weitere Aufgaben waren die Leitung des Thüringer Musikwesens und Kustos des Liszt-Museums. Abendroth war designierter Präsident der 1957 gegründeten Robert-Schumann-Gesellschaft. In Weimar hatte er Kontakte zu Gerhard Bosse und Hans Joachim Moser. Im Ausland traf er auf Tichon Chrennikow, Arvīds Jansons, Swjatoslaw Richter und Dmitri Schostakowitsch (Sowjetunion), Witold Lutosławski (Polen) und Zoltán Kodály (Ungarn). Schostakowitsch sah in Abendroth einen erstklassigen Interpreten Beethovens. Berliner und Leipziger Rundfunkorchester Im Jahr 1949 übernahm er als Nachfolger von Gerhart Wiesenhütter die Leitung des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig und 1953 des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Abendroth dirigierte in der Saison 1955/56 insgesamt 14 Anrechtskonzerte in Sachsen. Insbesondere mit dem Leipziger Rundfunkorchester entstanden zahlreiche Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen (Brahms, Bruckner, Beethoven, Schubert, Schumann, Mendelssohn, Strauss, Wagner, Tschaikowski, Kalinnikow, Mozart und Haydn). Er war ein überzeugter Raucher. Deshalb handelte er vor Beginn seines Dirigats mit dem Leipziger Rundfunk einen schriftlichen Vertrag aus, der ihm als Einzigem in der ganzen Liegenschaft den Konsum ermöglichte. Ab 1949 war Abendroth Mitglied der Blockpartei NDPD, der SED hingegen weigerte er sich beizutreten. Er wurde 1949 in den Deutschen Volkskongress gewählt. Von 1949 bis 1950 gehörte er als Einzelmitglied der Provisorischen Volkskammer und von 1950 bis 1954 für den Kulturbund der 1. Volkskammer der DDR an. Im Jahr 1951 wurde er als Mitglied in die Staatliche Kommission für Kunstangelegenheiten aufgenommen. Der Dirigent Christian Thielemann beschrieb 2012 in seinem Buch Mein Leben mit Wagner: „Abendroths vermeintliches Paktieren mit den politischen Mächten vor und nach 1945 wird ihm zum Verhängnis. Die Bundesrepublik Deutschland [...] erklärt den einstigen NSDAP-Parteibuchträger und Staatsbürger der DDR zur Persona non grata [...].“ Hermann Abendroth verstarb nach kurzer schwerer Krankheit am 29. Mai 1956 im Universitätsklinikum Jena. Postum Abendroths Grabstelle (1964) Abendroths letzte Ruhestätte liegt auf dem Ehrengräberfeld des Historischen Friedhofs in Weimar. Die Trauerrede hielt Superintendent in Weimar Ingo Braecklein. Die Ehrenwache beim Staatsbegräbnis setzte sich aus den Musikern Richard Münnich, Helmuth Holzhauer, Gerhard Pflüger, Max Butting und Johann Cilenšek zusammen. Der bekannte sowjetische Geiger Dawid Oistrach verfasste einen Nachruf auf Abendroth: Für ihn war er ein „gewaltiger Künstler“. Von der Stadt Weimar wurde der Grabstein in Form eines Findlings gestiftet, der als einzigen Schmuck eine vergoldete Inschrift mit dem Namen Abendroths enthielt. Anlässlich Abendroths ersten Todestages brachte die Deutsche Post der DDR eine Sondermarke heraus. In Köln-Seeberg (Abendrothstraße) und Weimar (Hermann-Abendroth-Straße) wurden Straßen nach ihm benannt. Abendroths Witwe und Alleinerbin übergab 1970 und 1971 die Nationalpreisträger-Hermann-Abendroth-Schenkung in Höhe von 300.000 Deutschen Mark an die Marie-Seebach-Stiftung. Sie diente der Finanzierung bedürftiger Musiker. Die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar vergab zum 50. Todestag (2006) im Rahmen eines Dirigentenwettbewerbs den mit 5.000 Euro dotierten Hermann-Abendroth-Preis an Hendrik Vestmann. Sein schriftlicher Nachlass befindet sich heute im Hochschularchiv/Thüringischen Landesmusikarchiv Weimar. Bedeutung Abendroth wurde unter anderem mit seinem Zeitgenossen Wilhelm Furtwängler verglichen und einmal als „Furtwängler der DDR“ betitelt. Der Musikpublizist Friedrich Herzfeld bezeichnete ihn als den „Typus des kraftvoll-gesunden, teutschen Stabmeisters“. Er stehe in einer „sächsischen Tradition“ mit Franz Konwitschny und Kurt Masur. Von sogenannten „Pultvirtuosen“ hielt er wenig, er strebte vielmehr Werktreue an. Nach dem Musikkritiker Karl Laux gelang es ihm, „in wenigen Proben auch ein minder hochstehendes Orch. zu Höchstleistungen anzufeuern“. Der Komponist Rudolf Wagner-Régeny schrieb ihm 1956 folgende Charaktereigenschaften zu: Aufrichtigkeit, Geradlinigkeit, Exaktheit und Routiniertheit. Der Dirigent Bernhard Böttner erinnerte sich bei Abendroth an „sein distanziertes, aber stets vorbildliches Wesen“, seine „natürliche Autorität“ und seine „physische und geistige Ausstrahlung“. Der Musikkritiker Gottfried Schmiedel hob Abendroths „Einfachheit“, „Sinn für Humor“ und „Offenherzigkeit“ hervor. Abendroth pflegte besonders das klassisch-romantische Repertoire von Beethoven, Brahms und Bruckner, aber auch von Haydn, Mozart, Schubert, Schumann und Tschaikowski. Zeitgenössische Musik führte er vor allem von Johann Nepomuk David, Wolfgang Fortner, Ottmar Gerster und Karl Höller auf. Der Solo-Cellist des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin Fritz Klingenstein sah in Abendroth „einen ausgezeichneten Dirigenten, aber hauptsächlich für klassische Werke, nicht für moderne Musik“. Es gibt wenige LP- bzw. CD-Einspielungen, und eine vollständige Diskografie existiert bisher nicht. Seine Einspielung der Wagner-Oper Die Meistersinger von Nürnberg mit dem Bayreuther Festspielorchester aus dem Jahr 1943 gilt nach Einschätzung der Fachwelt als die wichtigste historische Aufnahme des Werkes. Das Label Querstand veröffentlichte 2012 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rundfunkarchiv und dem Mitteldeutschen Rundfunk historische Aufnahmen mit dem Gewandhausorchester. Viele Dirigenten gingen bei ihm in die Lehre: Köln: Gustav Classens, Ingolf Dahl, Oskar Disler, Heinz Dressel, Karl Elmendorff, Hermann Hildebrandt, Hanns Kleinertz, Felix Oberborbeck, Karl Hermann Pillney, Hermann Schroeder, Wilhelm Schüchter und William Steinberg Leipzig: Egon Bölsche, Balys Dvarionas und Karl Münchinger Weimar: Bernhard Böttner, Carl-Heinz Dieckmann, Heinz Fricke, Wolf-Dieter Hauschild, Günther Herbig, Theodor Hlouschek, Walter Schönheit, und Roland Wambeck Ehrungen, Preise und Auszeichnungen 1935 Denkmünze in Gold der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit in Lübeck (gemeinsam mit Wilhelm Furtwängler) 1937 Komturkreuz des St.-Sava-Ordens 1944 Kriegsverdienstkreuz (1939), II. Klasse ohne Schwerter 1946 Thüringischer Staatsrat: Ernennungsurkunde zur Anerkennung der außerordentlichen Verdienste um die Wiederbelebung der künstlerischen Tradition Weimars 1949 Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur, II. Klasse 1952 Mitglied der Sektion Musik der Deutschen Akademie der Künste 1952 Ehrenmitglied der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin 1953 Ehrenbürgerrecht der Stadt Weimar (anlässlich seines 70. Geburtstages) 1953 Ehrensenator der Friedrich-Schiller-Universität Jena 1954 Vaterländischer Verdienstorden der DDR in Silber 19?? Ehrenmitglied des Fachverbandes Deutscher Berufschorleiter Das Gewandhausorchester (früher selbst als Gewandhausorchester Leipzig bezeichnet) ist ein Sinfonieorchester mit Sitz in Leipzig. Es gehört international zu den führenden Orchestern und gilt mit derzeit etwa 185 Berufsmusikern als weltweit größtes Berufsorchester. Zugleich ist es das älteste bürgerliche Konzertorchester im deutschsprachigen Raum. Das Orchester spielt als Konzertorchester im Gewandhaus, als Opernorchester in der Oper Leipzig sowie seit 1840 als Kirchenmusikorchester in den Leipziger Stadtkirchen, insbesondere der Thomaskirche. Die Chefdirigenten des Gewandhausorchesters tragen traditionell den Titel „Gewandhauskapellmeister“. Geschichte Die historischen Wurzeln des Gewandhausorchesters reichen bis ins Jahr 1479 zurück, als der Rat der Stadt Leipzig für die musikalische Begleitung städtischer Feste, später auch für Gottesdienste und Theateraufführungen Kunstpfeifer (später Stadtpfeifer) anstellte. 1743 finanzierten 16 Leipziger Kaufleute 16 Musiker, denen u. a. Stadtpfeifer angehörten, zur Gründung einer musikalischen Gesellschaft, dem Leipziger Concert, deren erstes Konzert am 11. März 1743 stattfand. Daher gilt das Gewandhausorchester als das älteste dem Bürgertum entwachsene, also nicht-höfische Konzertorchester im deutschsprachigen Raum. Zunächst fanden die Konzerte in Bürgerhäusern, später wegen des großen Zuspruchs im Gasthof Zu den drey Schwanen am Brühl 84 (später Nr. 7) statt. Der Name Großes Concert wurde geläufig, so sind heute noch die Leipziger Konzerte des Gewandhausorchesters benannt. Auf Initiative des amtierenden Bürgermeisters wurde 1780–1781 der Dachboden des Gewandhaus Leipzig, des Messehauses für Tuchwarenhändler (heute steht dort das Städtische Kaufhaus) in einen repräsentativen Konzertsaal umgebaut. Im November fand das erste Gewandhauskonzert statt. 1782 wurde dieser Saal nochmals umgebaut. An der Stirnseite des Saales war der Spruch des jüngeren Seneca Res severa est verum gaudium zu lesen (Wahre Freude ist eine ernste Sache), der zum Leitspruch des Gewandhausorchesters wurde. Das Orchester hatte nun seine erste feste Spielstätte. Im 32 Mann starken Orchester spielten auch beim Theater engagierte Musiker, was die Bezeichnung Gewandhaus- und Theaterorchester etablierte. Einige der Orchestermitglieder wurden zusätzlich zu den Stadtpfeifern für die Kirchenmusik verpflichtet. 1840 wurde das Orchester als Stadtorchester anerkannt und war von da an auch für die Kirchenmusik verantwortlich. Seit dieser Zeit fungiert das Gewandhausorchester als Leipziger Opernorchester, als Konzertorchester und als kirchenmusikalisches Orchester u. a. zur Begleitung des Thomanerchores. Leipzigs Ruf als Musikstadt beruht zu einem wesentlichen Teil auf dem Wirken des Gewandhausorchesters. Viele bedeutende musikalische Werke fanden durch das Orchester ihre Uraufführung, hervorragende nationale und internationale Solisten traten im Alten Gewandhaus auf, so Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann, Clara Schumann, Carl Maria von Weber, Niccolò Paganini, Franz Liszt, Hector Berlioz, Frédéric Chopin, Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner und Johannes Brahms. 1868 wurde das Neue Theater am Augustusplatz eingeweiht, nachdem das alte Komödienhaus zu klein geworden war. Damit konnten reicher ausgestattete Opern aufgeführt werden. Nachdem auch die Erweiterungen des Gewandhauses aufgrund des Besucherandranges und des gewachsenen Orchesters nicht ausreichten, wurde das Neue Concerthaus (auch Neues Gewandhaus genannt) zwischen Beethoven- und Mozartstraße errichtet, in welches das Gewandhausorchester 1884 umzog. In der Umgebung des Neuen Gewandhauses entstand in der Folgezeit ein neues Stadtviertel, das sogenannte Musikviertel. Das Neue Gewandhaus, das neben dem großen Saal auch einen Kammermusiksaal besaß, wurde durch seine vorzügliche Akustik weltberühmt. Dies führte dazu, dass eine bis heute erhaltene (vergrößerte) Kopie des Gebäudes als Konzerthaus in Boston errichtet wurde. Im Leipziger Konzerthaus dirigierten u. a. Johannes Brahms, Peter Tschaikowski, Edvard Grieg, Richard Strauss und Anton Bruckner. Beim großen Luftangriff 1943 wurde das Neue Concerthaus durch Bomben getroffen und brannte aus. Die von den Orchesterwarten fürsorglich in die Keller verbrachten orchestereigenen Musikinstrumente blieben erhalten. Die äußerlich intakte und mit einem Notdach gesicherte Ruine wurde im März 1968 abgerissen. Auch das Neue Theater wurde bei den Bombenangriffen zerstört. Nach 1945 bis 1984 gastierte das Gewandhausorchester zunächst in einem Varieté, dann in einem Filmtheater und ab 1947 in der Kongreßhalle an der Pfaffendorfer Straße. 1960 wurde das Neue Opernhaus Leipzig am Karl-Marx-Platz eingeweiht. 1977 begann auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes der Bau eines Neuen Gewandhauses. 1981 wurde das von Rudolf Skoda (mit Eberhard Göschel, Volker Sieg und Winfried Sziegoleit) entworfene Konzerthaus eingeweiht, in welchem das Gewandhausorchester seitdem seinen Sitz hat. Der Neubau einer dem Orchester angemessenen, eigenen Spielstätte geht insbesondere auf das starke Engagement des damaligen Gewandhauskapellmeisters Kurt Masur zurück, der bei der DDR-Führung die einzige Neuerrichtung eines reinen Konzerthauses in der DDR durchsetzte. Anlässlich des 225-jährigen Jubiläums des Gewandhausorchesters entwarf der Grafiker Hellmuth Tschörtner 1967 ein Festsignet. Dieser geschwungene Schriftzug, das sogenannte Tschörtnersche Signet wurde in den Folgejahren in verschiedenen Versionen als Logo für Gewandhausorchester und Gewandhaus verwendet. Mit Beginn der Saison 2015/2016 am 28. August 2015 wurde das Corporate Design des Gewandhauses neu gestaltet, dabei wurde das Tschörtnersche Signet von der Hamburger Agentur Karl Anders modernisiert. Das Gewandhausorchester ist bis heute zu den renommiertesten Klangkörpern der Welt zu zählen. Seinen Ruf erwarb es sich durch die herausragende musikalische Qualität, die durch namhafte Kapellmeister geprägt wurde, und auch durch zahlreiche Gastspiele und Tourneen weltweit, vor allem in Japan und Nordamerika. Das Gewandhausorchester hat gegenwärtig drei regelmäßige Spielstätten in Leipzig. Im Gewandhaus gibt es jährlich 48 Sinfoniekonzerte, 12 Kammermusikabende und 20 Sonderkonzerte. In der Leipziger Oper tritt es als Orchester des Opernhauses auf. In der Thomaskirche fungiert es als Begleiter der Auftritte des Thomanerchores. Ensembles Mitglieder des Orchesters spielen in ebenfalls sehr traditionsreichen Kammermusikensembles, dem Gewandhaus-Quartett (gegründet 1808), dem Gewandhaus-Bläserquintett (gegründet 1896), dem Gewandhaus Brass Quintett (gegründet 2005), oder dem 1993 erstmals und im Jahr 2011 wieder neu formiertem Gewandhaus-Oktett, sowie weiteren Ensembles. Die Chefdirigenten des Gewandhausorchesters tragen traditionell den Titel des Gewandhauskapellmeisters. Die Liste aller Gewandhauskapellmeister findet sich in der Navigationsleiste am Ende des Artikels. Von 2005 bis 2016 hatte Riccardo Chailly diese Position inne. Am 1. Februar 2018 übernahm Andris Nelsons das Amt des Gewandhauskapellmeisters. Im Jahresbericht 2012 des Sächsischen Rechnungshofes werden die wachsenden Kosten kritisiert. Klangcharakteristik Der Klang des Gewandhausorchesters zeichnet sich durch einen dunklen, romantisch geprägten Streicherklang aus. Gefördert und weitergegeben wird dieses Klangideal durch die Lehrtätigkeit von Mitgliedern des Gewandhausorchesters an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Besonders geprägt und konserviert wurde der sogenannte „Gewandhausklang“ unter Kurt Masur. Gemischt ist dieser Klang mit dem deutschen Blech, speziell in den Posaunen, sowie insbesondere den deutschen Klarinetten. Eine weitere Rarität ist das Musizieren in Deutscher Aufstellung. Uraufführungen (Auswahl) Ludwig van Beethoven, Tripelkonzert (1808) Clara Schumann, Klavierkonzert a-Moll op. 7 (1835) Franz Schubert, Große Sinfonie in C-Dur (1839) Felix Mendelssohn Bartholdy, 3. Sinfonie (Schottische) (1842) Robert Schumanns Sinfonie Nr. 1 „Frühlingssinfonie“ (1841) Johannes Brahms, Ein deutsches Requiem (1869) Johannes Brahms, Violinkonzert D-Dur (1879) Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 7 (1884) und Richard Wagners Meistersinger-Vorspiel (1862) Siegfried Thiele, Gesänge an die Sonne (1981) Alfred Schnittke, Sinfonie Nr. 3 (1981) Gija Kantscheli, Lichte Trauer (1986) Hans Werner Henze, Seconda Sonata per Archi (1996) Gewandhauskapellmeister 1781–1785: Johann Adam Hiller 1785–1810: Johann Gottfried Schicht 1810–1827: Johann Philipp Christian Schulz 1827–1835: Christian Pohlenz 1835–1847: Felix Mendelssohn Bartholdy 1841/1842, 1852–1854: Ferdinand David 1843/1844: Ferdinand von Hiller 1844–1848: Niels Wilhelm Gade 1848–1860: Julius Rietz 1860–1895: Carl Reinecke 1895–1922: Arthur Nikisch 1922–1928: Wilhelm Furtwängler 1929–1933: Bruno Walter 1934–1945: Hermann Abendroth 1946–1948: Herbert Albert 1949–1962: Franz Konwitschny 1964–1968: Václav Neumann 1970–1996: Kurt Masur 1998–2005: Herbert Blomstedt 2005–2016: Riccardo Chailly seit 2018: Andris Nelsons Ehrendirigenten Kurt Masur (1996–2015) Herbert Blomstedt (seit 2005) Das Konzertgebäude Gewandhaus in Leipzig und zwei ebenfalls Gewandhaus genannte Vorgängerbauten an anderer Stelle sind seit 1781 Heimstätte des Gewandhausorchesters. Seit 1998 steht es unter der Intendanz von Gewandhausdirektor Andreas Schulz. Zum Konzerthaus gehören ebenso der Gewandhausorganist, der GewandhausChor sowie der GewandhausKinderchor. Außerdem existieren verschiedene Kammermusikensembles wie beispielsweise das Gewandhaus-Quartett, das Gewandhaus-Bläserquintett und Gewandhaus-Brass-Quintett. Das ursprüngliche, erste Gewandhaus Das Gebäude wurde 1498 in der Leipziger Altstadt im Kupfergäßchen (der heutigen Kupfergasse) als Zeughaus errichtet. Nach der Nutzung des ersten Stockwerks als Messehaus (Warenhaus) der Tuch- und Wollwarenhändler wurde das ganze Gebäude bald Gewandhaus genannt. Weiterhin befand sich in dem Haus die Leipziger Kupferwaage. 1743 fanden sich in Leipzig sechzehn Kaufleute zusammen, um den Konzertverein Großes Concert zu gründen. Er bestand zunächst aus 16 Musikern. Das erste Konzert fand am 11. März 1743 statt. Ab 1744 fanden die Konzerte im Gasthaus „Drey Schwanen“ am Brühl statt. Mit dem Umzug in das Messehaus der Tuchwarenhändler (Gewandhaus) im Jahre 1781 erhielt das Orchester den Namen „Gewandhausorchester“. 1780–1781 wurde im Auftrag der Stadt durch Johann Carl Friedrich Dauthe ein Konzertsaal im zweiten Stockwerk des Hauses eingebaut. Auf der Südseite des quaderförmigen Saales befand sich das etwa 63 m² große Orchesterpodium. Das Publikum saß auf längs zum Podium ausgerichteten, gegenüberliegenden Sitzreihen, an der Saalrückseite waren die Reihen quer ausgerichtet. Zusammen mit der Galerieebene sowie Stehplätzen bot der Saal bis zu 500 Zuhörern Platz. In ihm erklang erstmals am 25. November 1781 ein Konzert des auf das Jahr 1743 zurückgehenden Orchesters Das neue Konzert. Durch den Einbau des Konzertsaales in die größere Tuchhalle, die beinahe ausschließliche Verwendung von Holz und die Konstruktion auf Holzstützen über dem ehemaligen Tuchboden, so dass ein Resonanzraum um den Saal entstand, kam eine sehr gute Akustik mit relativ kurzer Nachhallzeit zustande. Das Deckengemälde stammte von Adam Friedrich Oeser, es fiel 1833 Renovierungsarbeiten zum Opfer. Da diese Renovierung in der Öffentlichkeit zum Skandal führte – unter anderem wurde der Konzertsaal als „Teufelsküche“ bewertet – erhielt 1834 der Dresdner Maler und Architekt Woldemar Hermann den Auftrag zur Neudekoration des Konzertsaals. 1842 und 1872 wurde der Konzertsaal erneut renoviert und umgebaut. Nach dem Umbau 1842 konnte der Saal 1000 Personen aufnehmen. Die Stirnseite des Saales schmückte ein abgewandeltes Zitat Senecas, das zum Leitspruch des Orchesters werden sollte: „Res severa (est) verum gaudium“ (bei Seneca „verum gaudium res severa est“ - „Wahre Freude ist eine ernste Sache“). Das ursprüngliche Gewandhaus erlebte zahlreiche Uraufführungen bedeutender Werke der klassischen Musik, die heute zum Standardrepertoire des weltweiten Konzertbetriebs gehören. Einer der bedeutenden Kapellmeister des Gewandhausorchesters war Felix Mendelssohn Bartholdy. Nach 1884 wurde das Haus Altes Gewandhaus genannt und bis 1886 noch gelegentlich für Konzerte verwendet. Das Gebäude wurde 1893–1896 teilweise abgebrochen, umgebaut und in den Gebäudekomplex Städtisches Kaufhaus einbezogen, wo heute noch eine Gedenkplakette im zweiten Obergeschoss des historischen Treppenhauses an den früheren Eingang zum Gewandhauskonzertsaal erinnert. Konzerthaus (2. Gewandhaus) Am 11. Dezember 1884 wurde im Musikviertel südwestlich der Altstadt (Grassistraße/Beethovenstraße) ein Neues Concerthaus eröffnet, das bezugnehmend auf das ursprüngliche Gewandhaus auch häufig als Neues Gewandhaus bezeichnet wurde. Das Gebäude wurde 1882–1884 nach Plänen von Martin Gropius durch Heino Schmieden erbaut; der Bau wurde durch einen Kredit aus dem Nachlass von Franz Dominic Grassi finanziert. Das Konzerthaus enthielt einen großen Saal mit 1700 Plätzen und einen Kammermusiksaal mit 650 Plätzen. Der Leitspruch des Orchesters fand am Giebel des Eingangsportales Platz. Den bauplastischen Schmuck schuf der Berliner Bildhauer Otto Lessing. Das 2. Gewandhaus war architektonisches Vorbild der 1900 errichteten Symphony Hall in Boston, Heimstätte des Boston Symphony Orchestra, die sich auch beim Konzertsaal an der als akustisches Vorbild geltenden „Schuhkarton“-Form orientierte. Im November 1936 vernichteten die Nationalsozialisten bei Nacht und Nebel das vor dem Konzerthaus stehende Mendelssohn-Denkmal des Bildhauers Werner Stein (hergestellt von Hermann Heinrich Howaldt, 1892 enthüllt). 2008 wurde eine originalgetreue Replik dieses Denkmals vor dem Westportal der Thomaskirche Leipzig aufgestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Konzerthaus bei den Luftangriffen auf Leipzig am 4. Dezember 1943 und 20. Februar 1944 schwer beschädigt. Zunächst war nach dem Krieg geplant, das Gewandhaus wiederaufzubauen. Letztlich wurde aber entschieden, das Gebäude abzureißen und einen Neubau an anderer Stelle zu errichten. Ab dem 29. März 1968 wurde die Ruine des Konzerthauses abgerissen. Nach langen Jahren der Nutzung des Geländes als Parkplatz wurde 2002 an dieser Stelle das Geisteswissenschaftliche Zentrum der Universität Leipzig eröffnet.