Klack
Markus
hat es eigentlich gut. Auch seine Familie hat teil am westdeutschen
Wirtschaftswunder, man kann sich wieder etwas gönnen, sogar ein Fernseher ist
angeschafft worden – und doch hat er zu leiden: an der tyrannischen Großmutter,
den immergleichen Kriegserzählungen des Vaters, den autoritären
Lehrern am Gymnasium, vor allem aber an unerwiderten Gefühlen.
Mit dem Auftauchen der Tinottis kommt Bewegung in sein Leben. Die italienische
Familie zieht nebenan ein und eröffnet eine Eisdiele. Markus ist aber vor allem
fasziniert von Clarissa. Während in Berlin die Mauer gebaut wird und seine Oma
im Garten einen Zaun ziehen lässt, um vor den Spaghettifressern sicher zu sein,
erprobt Markus Strategien der Annäherung und greift sogar zur Gitarre.
Mit Lust am Detail, großer erzählerischer Kraft und viel Humor fängt Klaus
Modick die Stimmung einer entscheidenden Phase der bundesdeutschen Geschichte
ein. Im Westen geht es aufwärts, während der Osten sich einmauert, und
plötzlich steht die Welt am atomaren Abgrund. Und mittendrin Markus, der sich
nichts sehnlicher wünscht als den ersten Kuss, und der mit seiner Kamera die
Momente festhält, die das Leben ausmachen.
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