Alte kolorierte Ansichtskarte: lächelnde junge Dame mit großem grünem Alpenhut, blau-weiß gestreifter Bluse und brauner Jacke vor einer Berglandschaft mit Holzhäusern und roten Dächern, handschriftliche Widmung „Cousine Sarah zur Erinnerung, an frohen Tagen in Schweden 1906.“, mehrsprachiger Vordruck „Postkarte – Carte Postale – Weltpostverein“, Verlagszeichen „K. V. i. B. 12.“, „Serie 620.“, ungelaufen, Rückseite unbeschrieben
Diese kolorierte Ansichtskarte verbindet ein charmantes Porträt mit einer persönlichen Erinnerung. Eine junge Frau mit dunklem, welligem Haar lächelt unter einem breitkrempigen grünen Alpenhut hervor. Hinter ihr öffnet sich eine Berglandschaft mit grünen Hängen, Holzhäusern mit roten Dächern und Gipfeln im blauvioletten Dunst.
Am rechten Bildrand steht eine handschriftliche Widmung in Tinte: „Cousine Sarah zur Erinnerung, an frohen Tagen in Schweden 1906.“ Damit wird die Karte zu einem persönlichen Andenken an einen Sommer in Schweden und zu einem kleinen Stück Familiengeschichte.
Die Karte ist ungelaufen. Sie trägt keine Briefmarke, keinen Stempel und keine Anschrift. Vermutlich wurde sie persönlich überreicht oder in einem Umschlag verschickt (nicht gesichert).
Das Besondere auf einen Blick
- Ansprechendes Frauenporträt mit grünem Alpenhut, gestreifter Bluse und brauner Jacke
- Porträt vor einer Berglandschaft mit Holzhäusern, blühenden Bäumen und Gipfeln
- Weiche, kolorierte Farbgebung in Grün, Braun, Blaugrau und Rosé
- Datierte Widmung auf der Bildseite: „… in Schweden 1906.“
- Persönlicher Bezug: Erinnerungsgruß an „Cousine Sarah“
- Mehrsprachiger Vordruck des Weltpostvereins, unter anderem mit kyrillischer Zeile „ОТКРЫТОЕ ПИСЬМО.“
- Schwedische Bezeichnung „Brefkort“ in der alten Schreibweise vor der Rechtschreibreform von 1906
- Verlagszeichen „K. V. i. B. 12.“ und Serienangabe „Serie 620.“
- Ungelaufen, Rückseite unbeschrieben
- Ein reizvoller Beleg für Reise- und Familienerinnerungen um 1906
Wichtiger Hinweis: Mehrere Angaben sind nicht sicher gelesen oder gedeutet:
- Die Widmung ist nach dem Foto gelesen. Abweichungen in Wortlaut und Schreibweise sind möglich, etwa „erinnerung“ in Kleinschreibung.
- Die Jahreszahl „1906“ stammt aus der Handschrift, nicht aus einem Poststempel. Das Druckjahr der Karte ist nicht gesichert.
- Das Motiv wirkt alpin. Es handelt sich vermutlich nicht um eine schwedische Ansicht, sondern um ein allgemeines Porträt- und Landschaftsmotiv. Der dargestellte Ort ist nicht bestimmt.
- Die Bedeutung des Verlagszeichens „K. V. i. B.“ ist nicht gesichert. Häufig wird es als „Kunstverlag in Berlin“ gedeutet. Die Zahl „12“ könnte eine Bildnummer innerhalb der Serie sein (nicht gesichert).
- Die genaue Drucktechnik ist nicht bestimmt.
- Wer die Widmung schrieb und wer Cousine Sarah war, ist nicht bekannt.
Bitte prüfen Sie die Angaben anhand der Fotos.
Motiv (Vorderseite)
- Kolorierte Ansichtskarte im Querformat
- Feines Punkt- bzw. Rasterbild, typisch für frühe Farbdrucke
- Die junge Frau (linkes Bilddrittel):
- Kopf leicht zur Seite gewandt, mit offenem, freundlichem Lächeln
- dunkles, welliges, schulterlanges Haar mit Seitenscheitel
- helle Haut, rosige Wangen und dunkle Augen
- großer, breitkrempiger grüner Hut im Alpen- bzw. Tiroler Stil, leicht in den Nacken geschoben
- hellblau-weiß gestreifte Bluse mit offenem Kragen
- dunkelbraune Jacke mit strukturierter Oberfläche
- das Porträt liegt wie eine Einblendung über der Landschaft
- Landschaft (Bildmitte und rechts):
- sanft ansteigender, grüner Wiesenhang
- drei rustikale Holzhäuser bzw. Scheunen mit Satteldach
- das größte Haus mit grau verwittertem Holz und leuchtend orangeroten Ziegeln
- einige Laubbäume in zartem Grün, teils mit Frühlingsblüten
- mächtige Berge im blauvioletten Dunst
- heller Himmel mit zartem rosa-orangefarbenem Schimmer am Horizont
- Widmung senkrecht auf dem weißen rechten Rand, in Tinte:
- „Cousine Sarah zur Erinnerung, an frohen“
- „Tagen in Schweden 1906.“
- Bildwirkung: heiter, frisch und sommerlich, ein Sinnbild für Reiselust und Ferienfreude
Verlag & Ausgabe
- Verlagszeichen senkrecht am linken Rand der Rückseite: „K. V. i. B. 12.“
- Bedeutung nicht gesichert, oft als „Kunstverlag in Berlin“ gedeutet
- Serienangabe unten links: „Serie 620.“
- Mehrsprachiger Kartenkopf:
- „Postkarte. — Carte Postale.“
- „Weltpostverein. — Union postale universelle.“
- „Cartolina Postale. — Post Card. — Brefkort.“
- „Correspondenz-Karte. — Briefkaart.“
- „Levelezö-Lap. — Tarjeta Postal.“
- „ОТКРЫТОЕ ПИСЬМО.“ (russisch)
- Geteilte Rückseite mit schwarzer, senkrechter Mittellinie:
- links „Correspondence“ (Mitteilungsfeld)
- rechts „Adresse“ (Anschriftfeld) mit vier gepunkteten Linien
- Kartentyp: Porträt-, Landschafts- und Erinnerungskarte
- Entstehungszeit der Ausgabe: vermutlich um 1905–1906, laut Widmung spätestens 1906 (Druckjahr nicht gesichert)
Rückseite & Erhaltung
- Ungelaufen
- Unbeschrieben
- Keine Briefmarke, kein Stempel, keine Anschrift, keine Mitteilung
- Die einzige Handschrift ist die Widmung auf der Bildseite
- Cremefarbener Karton mit matter Oberfläche und feinen Fasereinschlüssen
- Alle Aufdrucke gut lesbar
Zustand
- Ungelaufen, Bildseite mit handschriftlicher Widmung
- Karton mit altersgemäßer Tönung
- Leichte Gebrauchsspuren an den Kanten
- Kleine Bestoßung bzw. Einriss an der unteren rechten Ecke der Rückseite
- Widmung in Tinte gut erhalten und lesbar
- Bildseite mit zarten Farben und klar erkennbarem Porträt und Landschaft
- Bitte beachten Sie die Fotos als Teil der Zustandsbeschreibung.
Lieferumfang: eine Original-Ansichtskarte wie abgebildet.
Historischer Hintergrund
- Die Blütezeit der Ansichtskarte: Um 1900 bis 1914 erlebte die Postkarte ihr goldenes Zeitalter. Allein die deutsche Reichspost beförderte um 1900 jährlich Hunderte Millionen Karten. Menschen sammelten sie in Alben, tauschten sie und schenkten sie als Andenken. Viele Karten wurden nie verschickt, sondern persönlich überreicht, so wie vermutlich auch diese.
- Porträtkarten mit Landschaft: Um 1900 waren Karten mit jungen Frauen vor Landschaften sehr beliebt. Verlage gaben sie in nummerierten Serien heraus. Das Alpenmotiv mit Hut, Holzhäusern und Bergen stand für Natur, Gesundheit und Sommerfrische. Solche Karten wurden unabhängig vom Urlaubsort gekauft und verschenkt.
- Die geteilte Rückseite: Lange durfte auf der Adressseite nur die Anschrift stehen. Im Deutschen Reich war ab 1905 ein Mitteilungsfeld im Inland erlaubt. Der Weltpostkongress in Rom 1906 ließ die geteilte Rückseite auch im Auslandsverkehr zu, gültig ab 1. Oktober 1907. Die Felder „Correspondence“ und „Adresse“ fallen genau in diese Umbruchzeit.
- Der Weltpostverein: Er wurde 1874 in Bern gegründet und 1878 in Weltpostverein umbenannt. Er schuf einheitliche Regeln für den internationalen Postverkehr. Karten mit mehrsprachigem Kopf konnten so in vielen Ländern verkauft und verschickt werden.
- „Brefkort“ und die schwedische Rechtschreibreform: Im April 1906 trat in Schweden eine Rechtschreibreform in Kraft. Aus der alten Schreibweise „bref“ wurde „brev“. Der Kartenkopf zeigt noch die Form „Brefkort“. Er entspricht damit dem Stand vor oder um 1906, passend zur Widmung.
- Schweden um 1906: Das Land erlebte eine Zeit großer Veränderungen. 1905 löste sich die Union mit Norwegen. König Oscar II. regierte bis 1907. Industrie, Bahnbau und Tourismus wuchsen. Die Svenska Turistföreningen, gegründet 1885, machte Wanderungen und Reisen durch das Land populär.
- Reisen nach Schweden: Seit 1897 verband eine Postdampferlinie Sassnitz auf Rügen mit Trelleborg. Ab 1909 fuhr dort auch eine Eisenbahnfähre. Für deutsche Familien wurde Schweden so zu einem gut erreichbaren Ziel für Ferien und Verwandtenbesuche.
Sammlertipp
- Porträtkarten junger Frauen um 1900 sind bei Sammlern von Frauen- und Modemotiven sehr beliebt.
- Das Alpenmotiv mit Hut und Holzhäusern spricht Freunde von Trachten- und Sommerfrischekarten an.
- Die datierte Widmung macht die Karte zu einem persönlichen Zeitdokument von 1906.
- Der Bezug zu Schweden und zu „Cousine Sarah“ bietet Ansatzpunkte für Familienforschung.
- Das Zeichen „K. V. i. B.“ und die Serie 620 erleichtern das Ergänzen von Verlagsserien.
- Der mehrsprachige Vordruck mit der alten Form „Brefkort“ ist ein reizvolles Detail für Sammler von Postgeschichte.
- Ungelaufene Karten wirken besonders schön im Rahmen oder als Geschenk.
Perfekt für Sammler von Porträt- und Frauenkarten, Liebhaber von Alpen-, Trachten- und Sommerfrischemotiven, Sammler von Skandinavien- und Schweden-Belegen, Freunde von Mode- und Kostümgeschichte um 1900, Sammler von Verlagsserien sowie alle, die Familien- und Reiseerinnerungen der Kaiserzeit schätzen.
Sichern Sie sich diese charmante Erinnerungskarte „an frohe Tage in Schweden 1906“ für Ihre Sammlung. Bei Fragen zu Zustand, Verlag oder Lesung der Widmung melden Sie sich gerne vor dem Kauf.