Alte Ansichtskarte „Freiburg i. B. – Münsterplatz" – Verlag Louis Glaser, Leipzig (Nr. 4049) – gelaufen 1915 als Feldpost/Lazarettpost – Vereinslazarett vom Roten Kreuz Freiburg
Kurzbeschreibung
Farbenprächtige, kolorierte Photochrom-Ansichtskarte aus Freiburg im Breisgau mit dem Motiv „Münsterplatz". Die Karte zeigt den berühmten Münsterplatz mit dem gotischen Fischbrunnen, drei Heiligenfiguren-Säulen, einer Gaslaterne und dem mächtigen roten Sandstein-Portal des Freiburger Münsters, gerahmt von historischen Bürgerhäusern mit Staffelgiebeln. Herausgegeben vom Verlag Louis Glaser, Leipzig unter der Nummer 4049. Besonders interessant: Die Karte ist postalisch gelaufen – versandt portofrei unter militärischem/lazaretteigenem Privileg am 18. September 1915 aus dem Vereinslazarett vom Roten Kreuz in Freiburg an ein Redemptoristenkloster in Geistingen an der Sieg. Ein feines Sammlerstück für Freunde von Freiburg-, Kurort- und vor allem Postgeschichte des Ersten Weltkriegs – und besonders spannend für Heimat- und Ahnenforscher.
Motiv der Vorderseite
- Aufnahme: kolorierte Photochrom-Karte, typisch für das späte 19./frühe 20. Jahrhundert; warme Rotbrauntöne im Stein, helle Gelbtöne im Pflaster, kräftig blauer Himmel
- Vordergrund links: der gotische Fischbrunnen mit sechseckigem Sandsteinbecken, feinem Maßwerk und schlanker, reich verzierter Mittelsäule
- Platz: weite, helle Pflasterfläche des Münsterplatzes, die sich über die untere Bildhälfte zieht
- Mittelgrund: drei hohe Heiligenfiguren-Säulen auf quadratischen Sockeln, Richtung Münsterportal ausgerichtet; daneben eine schlanke Gaslaterne
- Hintergrund rechts: das monumentale, rotbraune Sandstein-Portal des Freiburger Münsters mit tiefem, mehrfach gestuftem gotischem Rundbogen und flankierenden Figuren
- Hintergrund links/Mitte: eine Reihe historischer Bürgerhäuser mit markantem Staffelgiebel, dazu farbige Fassaden in Grün, Gelb und Rot
- Himmel: heller, blauer Himmel mit weichen, weißen Wolken
- Gesamtwirkung: stimmungsvolle, sonnige Stadtansicht mit klarer Tiefenstaffelung
Beschriftung der Vorderseite
- oben links (gedruckt, rot/rosa Schreibschrift): „Freiburg i. B." (im Breisgau)
- oben Mitte (gedruckt, rot/rosa Serifenschrift): „Münsterplatz."
Verlagsangaben
- Verlag: Louis Glaser, Leipzig (grün gedruckt auf der senkrechten Mittellinie der Rückseite)
- Kartennummer: 4049
- Verlagslogo: kleines grünes Signet mit den Worten „CHROM" und „IRIS" im Kreis – Hinweis auf das Chromolithographie-/Iris-Druckverfahren des Verlags
- Kartenart: Ansichtskarte mit geteilter Rückseite – senkrechte grüne Mittellinie, links Mitteilungsfeld, rechts Adressfeld mit Schreiblinien
- Einordnung: frühes 20. Jahrhundert, durch Poststempel genau auf 1915 datierbar
Briefmarke / Frankatur
- Besonderheit: Es ist keine aufgeklebte Briefmarke vorhanden.
- Frankatur: Die Karte wurde portofrei unter militärischem bzw. lazaretteigenem Postprivileg befördert – typisch für Lazarettpost/Feldpost im Ersten Weltkrieg.
- Nachweis: Die Portofreiheit wird durch den offiziellen Lazarettstempel anstelle einer Freimarke belegt.
- Adressfeld: Rechts im Markenfeld sind lediglich die vorgedruckten grauen Schreiblinien sichtbar, jedoch keine Freimarke.
Stempel im Detail
Auf der Karte finden sich zwei sich überlappende Stempel im oberen rechten Bereich:
1. Rechteckiger violetter Dienststempel
„Vereinslazarett vom roten Kreuz / Jakobistraße / Freiburg i. Br."
- Farbe: violett
- Bedeutung: offizieller Stempel des Vereinslazaretts vom Roten Kreuz in der Jakobistraße in Freiburg im Breisgau – Beleg für die Portofreiheit als Lazarettpost
2. Runder schwarzer Poststempel
„FREIBURG (BREISGAU) 1" / „8. 9. 15. 1–2 N."
- Ort: Freiburg (Breisgau), Postamt 1
- Datum: 18. September 1915
- Uhrzeit: 13–14 Uhr (1–2 Uhr nachmittags)
- Form: runder Tages-/Kreisstempel in schwarzer Farbe, den violetten Lazarettstempel teilweise überlappend
Tiefere Analyse des handschriftlichen Textes
Der Text ist in violetter Tinte in deutscher Kurrent-/Sütterlinschrift verfasst – flüssig, stark geneigt und stilistisch typisch für die Zeit. Die Nachricht steht dicht gedrängt im linken Mitteilungsfeld.
Datierung und Unterschrift
- Datumsangabe (nahe Mittellinie): „Freiburg, d. 7. 9. 15" (7. September 1915) – einen Tag vor der Aufgabe im Postamt (Stempel 8.9.1915)
- Schlusszeile (unten rechts): „Ihr dankbarer Br. Hierotheus." (Ihr dankbarer Bruder Hierotheus)
Inhaltliche Deutung des Textes
Sinngemäß bedankt sich der Schreiber und gibt einen kurzen persönlichen Bericht:
- Dank für eine Sendung: „…erhalte ich heute… herzl. Dank für die Sendung…" – Dank für ein Paket bzw. eine Zusendung
- Nachfrage nach dem Wohlergehen: „…Wie geht es Ihnen…"
- eigene Lage: „…uns geht es gut…" – beruhigende Rückmeldung über das eigene Befinden
Lesehinweise & Einordnung
- Der Absender unterzeichnet als Ordensbruder („Br. Hierotheus") – die Anrede „Bruder" verweist auf ein klösterliches/geistliches Umfeld.
- Der Schreiber befand sich im Vereinslazarett vom Roten Kreuz in Freiburg – möglicherweise als verwundeter Soldat, als Krankenpfleger/Ordensbruder im Lazarettdienst oder als Patient.
- Der herzliche, dankbare Ton und die Erwähnung einer „Sendung" sprechen für eine regelmäßige, fürsorgliche Korrespondenz zwischen Lazarett und Kloster in der Kriegszeit.
Empfängeranschrift
In violetter Kurrentschrift über die vorgedruckten Schreiblinien geschrieben:
- Zeile 1: „Hochw. H. P." (Hochwürdiger Herr Pater – geistliche Anrede)
- Zeile 2: „Redemptoristenkloster"
- Zeile 3: „in Geistingen a. d. Sieg" (Geistingen an der Sieg)
- Zeile 4: „Regb. Köln" (Regierungsbezirk Köln)
Adressiert ist die Karte an einen Pater im Redemptoristenkloster in Geistingen an der Sieg (heute Teil von Hennef), im damaligen Regierungsbezirk Köln.
Für Heimat- und Ahnenforscher
Diese Karte ist ein exakt datierbares Primärzeugnis aus dem Ersten Weltkrieg (September 1915) und liefert mehrere konkrete Anknüpfungspunkte:
- Absender: Bruder (Br.) Hierotheus – Ordensbruder, schreibend aus dem Vereinslazarett vom Roten Kreuz, Jakobistraße, Freiburg i. Br.
- Empfänger: ein Hochwürdiger Pater im Redemptoristenkloster Geistingen a. d. Sieg, Regierungsbezirk Köln
- Datierungen: Schreibdatum 7.9.1915, Aufgabestempel 8.9.1915
- Institutionen im Fokus: das Rote-Kreuz-Vereinslazarett in der Jakobistraße in Freiburg sowie das Redemptoristenkloster Geistingen
- historischer Kontext: Lazarett- und Ordenskorrespondenz im Kriegsjahr 1915
- Postlaufweg: dokumentiert eine Verbindung Freiburg im Breisgau → Geistingen a. d. Sieg (Rgb. Köln) unter Portofreiheit
Solche Belege lassen sich gut mit Lazarett- und Kriegsakten, Ordens- und Klosterchroniken der Redemptoristen sowie mit Adressbüchern und Kirchenbüchern in Freiburg und im Raum Geistingen/Hennef verknüpfen – etwa zur Spurensuche nach Bruder Hierotheus oder zur Geschichte des Rote-Kreuz-Lazaretts in der Jakobistraße.
Zustand
- Status: gelaufen – postalisch gelaufen, portofrei (Lazarettprivileg), gestempelt und beschriftet
- Vorderseite: klar erkennbares, koloriertes Photochrom-Motiv mit gedrucktem Titel
- Rückseite: Anschrift, handschriftliche Nachricht, violetter Lazarettstempel und schwarzer Poststempel vorhanden; keine aufgeklebte Freimarke (portofreie Lazarettpost)
- Papier: gealtertes, leicht vergilbtes, hell-beiges Kartonpapier mit feiner Papierstruktur, alterstypische Gebrauchsspuren
[ Zustandsangaben .] Ecken haben Gebrauchsspuren. Verkauf wie besichtigt, als historisches Original. Bitte die Fotos als Teil der Zustandsbeschreibung genau beachten.
Historischer Hintergrund
Der Münsterplatz in Freiburg im Breisgau mit dem gotischen Freiburger Münster und dem Fischbrunnen zählt zu den schönsten Stadtplätzen Deutschlands und war schon um 1900 ein beliebtes Postkartenmotiv. Diese Karte stammt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs: Das Datum September 1915 und der Stempel des Vereinslazaretts vom Roten Kreuz dokumentieren den Alltag der Lazarettpost. Verwundete Soldaten, Pflegekräfte und geistliche Helfer standen über solche Karten in Verbindung mit der Heimat – hier mit einem Redemptoristenkloster, einem Orden, der sich in der Seelsorge und im Krankendienst engagierte. Der Verlag Louis Glaser in Leipzig war einer der bekanntesten deutschen Postkartenverlage der Kaiserzeit und produzierte hochwertige Chromolithographien im charakteristischen Iris-Druckverfahren.
Auf einen Blick
- Motiv: Freiburg i. B. – Münsterplatz mit Münster, Fischbrunnen, Heiligensäulen
- Verlag: Louis Glaser, Leipzig
- Kartennummer: 4049 (Chrom/Iris-Logo, grün gedruckt)
- Frankatur: keine Freimarke – portofrei als Lazarettpost
- Stempel 1: violett, „Vereinslazarett vom roten Kreuz, Jakobistraße, Freiburg i. Br."
- Stempel 2: schwarz, „FREIBURG (BREISGAU) 1 – 18.9.15. 1–2 N."
- Absender: Br. Hierotheus, Freiburg, 17.9.1915
- Empfänger: Hochw. H. P., Redemptoristenkloster, Geistingen a. d. Sieg, Rgb. Köln
- Schrift der Nachricht: deutsche Kurrent/Sütterlin, violette Tinte
- Status: gelaufen, portofrei, gestempelt, beschriftet
- Zustand: siehe Fotos und Angaben oben
Fragen? Bei Fragen zu Motiv, Verlag, Handschrift oder Stempeln schreib mir gerne vor dem Kauf eine Nachricht. Weitere Fotos oder Detailaufnahmen sende ich dir auf Wunsch gerne zu.
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Carte postale ancienne colorisée « Freiburg i. B. – Münsterplatz », éditée par Louis Glaser (Leipzig, n° 4049), montrant la place avec la cathédrale, la fontaine gothique et des maisons historiques. Envoyée en septembre 1915 comme courrier de lazaret (port gratuit) depuis le Vereinslazarett de la Croix-Rouge à Freiburg vers un monastère rédemptoriste à Geistingen (près de Cologne). Sans timbre, avec cachets officiel et postal. Message manuscrit d’un frère religieux (Br. Hierotheus), remerciant pour un envoi. Témoignage authentique de la correspondance de guerre et de la vie hospitalière pendant la Première Guerre mondiale.