Athen: Tempel der Athena Nike auf der Akropolis, Luftpost 1951 mit Patmos-Marken nach Frankreich
Diese Foto-Ansichtskarte in Schwarz-Weiß zeigt den Tempel der Athena Nike, das kleinste und eleganteste Bauwerk der Athener Akropolis. Auf seiner mächtigen Bastion thront er über der Stadt. Die Karte ist zweisprachig auf Französisch und Griechisch beschriftet und trägt die Nummer 1268. Am 4. August 1951 lief sie per Luftpost von Athen nach Crépy-en-Valois in Frankreich. Frankiert ist sie mit zwei blauen 400-Drachmen-Marken, die das berühmte Johanneskloster auf Patmos zeigen. Die Karte verbindet damit antike Baukunst, griechische Philatelie und ein persönliches Reiseandenken der Nachkriegszeit.
Das Besondere auf einen Blick
- Fotomotiv in Schwarz-Weiß mit breitem, cremefarbenem Rand
- Zweisprachige Bildunterschrift: „ATHÈNES Temple de la Victoire Aptère“ und „1268.- ΑΘΗΝΑΙ Ναός Απτέρου Νίκης“
- Ionischer Tempel auf hoher Quaderbastion, daneben eine Steintreppe
- Blick auf die Landschaft unterhalb der Akropolis mit Bäumen, Hügeln und antiken Ruinen
- Zwei identische Freimarken Griechenland, je 400 Drachmen, blau, Motiv „Η ΕΝ ΠΑΤΜΩ ΜΟΝΗ ΙΩΑΝΝΟΥ ΤΟΥ ΘΕΟΛΟΓΟΥ“
- Zweisprachiger Rundstempel „ΑΘΗΝΑΙ / POSTE AERIENNE“, datiert 4.VIII.51
- Kleiner violetter Stempel „Υ.Δ.Α.Π.“ am unteren Rand
- Mitteilung auf Französisch: „Meilleur souvenir d'Athènes“, unterzeichnet „Lagueluz“ mit zusätzlichem Namenszug
- An Madame Madeleine Menot, rue de Paris, Crépy-en-Valois (Oise), France
Das Motiv: Ein Juwel der Klassik auf der Bastion
Im Mittelpunkt steht der kleine Tempel der Athena Nike. Seine schlanken ionischen Säulen rahmen die steinerne Cellawand. Der Bau ruht auf einer wuchtigen Bastion aus großen, sorgfältig geschichteten Quadern. Rechts davon führt eine Steintreppe an der Anlage entlang nach oben.
Links öffnet sich der Blick in die Tiefe. Dort erstrecken sich Bäume, Hänge und weitere antike Mauerreste, möglicherweise die Bögen des Odeons des Herodes Atticus. Der helle Himmel lässt den Tempel klar hervortreten. So zeigt die Karte sehr anschaulich, wie exponiert dieses Heiligtum am Westrand der Akropolis liegt.
Die Mitteilung: Ein herzlicher Gruß aus Athen
Die Grußzeile ist kurz und herzlich. „Meilleur souvenir d'Athènes“ bedeutet sinngemäß „Herzliche Grüße aus Athen“. Darunter stehen der Name „Lagueluz“ und ein weiterer, schwungvoller Namenszug.
Die Karte ging an Madame Madeleine Menot in die Rue de Paris in Crépy-en-Valois. Die zweifach unterstrichene Länderangabe „FRANCE“ zeigt, wie sorgfältig der Absender die Auslandsanschrift gestaltete.
Historischer Hintergrund
Der Tempel der Athena Nike
- Der Tempel entstand in den 420er-Jahren v. Chr., kurz nach dem Parthenon. Als Architekt gilt Kallikrates.
- Er ist ein ionischer Amphiprostylos: Je vier Säulen stehen an der Vorder- und Rückseite.
- Verehrt wurde Athena Nike, die Göttin des Sieges. Der Beiname „Apteros“ (die Flügellose) geht auf eine antike Deutung zurück: Ohne Flügel sollte der Sieg Athen nie verlassen können.
- Der Fries zeigte unter anderem Kämpfe zwischen Griechen und Persern. Berühmt sind auch die Reliefs der Brüstung, etwa die „Sandalenbinderin“, heute im Akropolismuseum.
- 1686 trugen die Osmanen den Tempel ab und verbauten die Steine in einer Geschützstellung. Nach der griechischen Unabhängigkeit wurde er ab 1835 aus den originalen Bauteilen wiedererrichtet.
- Weitere Restaurierungen folgten in den 1930er-Jahren und zuletzt 2000 bis 2010. Die Karte zeigt den Tempel im Zustand nach der Wiederherstellung der Zwischenkriegszeit.
- Die Akropolis gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe.
Die Patmos-Marken
- Das Kloster des heiligen Johannes des Theologen auf Patmos wurde 1088 von dem Mönch Christodoulos gegründet. Die Gründung beruhte auf einer Urkunde des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos.
- Der Überlieferung nach empfing der Apostel Johannes auf Patmos die Offenbarung, das letzte Buch der Bibel.
- Das festungsartige Kloster gehört seit 1999 zusammen mit der Grotte der Apokalypse zum UNESCO-Welterbe.
- Patmos zählt zum Dodekanes, der erst 1947/48 an Griechenland kam. Motive aus dieser Region spielten in der griechischen Philatelie jener Jahre eine wichtige Rolle.
- Die hohen Nennwerte von 400 Drachmen spiegeln die starke Inflation der Nachkriegszeit. Erst die Währungsreform von 1954 ersetzte 1.000 alte Drachmen durch eine neue.
Die Luftpost von Athen nach Frankreich
- Um 1950 verkürzte die Luftpost den Weg nach Westeuropa erheblich. Statt mehrerer Wochen auf dem Land- oder Seeweg dauerte die Beförderung oft nur wenige Tage.
- Der Stempeltext „POSTE AERIENNE“ ist Französisch, die traditionelle Amtssprache des Weltpostvereins. Zweisprachige Stempel erleichterten die Bearbeitung im Auslandsverkehr.
- Griechische Poststempel nutzten häufig römische Ziffern für den Monat, hier „VIII“ für August.
Crépy-en-Valois
- Die Kleinstadt liegt im Département Oise, rund 60 Kilometer nordöstlich von Paris.
- Sie war die historische Hauptstadt der Grafschaft Valois. Von diesem Gebiet leitet sich der Name der französischen Königsdynastie Valois ab, die ab 1328 regierte.
- Die mittelalterliche Altstadt und die Burg prägen bis heute das Stadtbild. In der Burg befindet sich ein Museum zur Geschichte des Bogenschießens und des Valois.
Zur Plausibilität der Angaben
- Datum und Versandart: Der Stempel 4.VIII.51 und der Zusatz „Poste Aérienne“ sind gut lesbar. Die Angaben sind damit stimmig.
- Porto: Die Frankatur beträgt insgesamt 800 alte Drachmen. Ob dies genau dem Luftposttarif für eine Postkarte nach Frankreich im August 1951 entsprach, prüfen wir nicht abschließend.
- Markenausgabe: Eine genaue Zuordnung der Marken zu einer bestimmten Ausgabe und Katalognummer nehmen wir nicht vor.
- Violetter Stempel „Υ.Δ.Α.Π.“: Die Bedeutung des Kürzels ist nicht sicher bekannt. Denkbar ist ein Vermerk einer Behörde oder Dienststelle. Diese Deutung bleibt offen.
- Absender: Die Lesung „Lagueluz“ ist nicht gesichert. Die Handschrift lässt auch andere Varianten zu.
- Verlag: Die Karte trägt die Nummer 1268, einen Verlagsnamen nennen die vorliegenden Angaben nicht.
- Hintergrund: Die Ruinen im Hintergrund werden als Odeon des Herodes Atticus gedeutet. Diese Zuordnung erfolgt ohne Gewähr.
Alle Angaben zu Marken, Stempeln und Handschrift erfolgen daher ohne Gewähr.
Zustand
- Gelaufen per Luftpost, beide Marken mit Rundstempel entwertet
- Stempel teilweise schwach, Datum und Ortsangabe gut lesbar
- Karton altersgemäß leicht vergilbt, vereinzelt kleine Flecken
- Bildseite mit kontrastreicher Schwarz-Weiß-Wiedergabe
- Breiter, cremefarbener Bildrand
- Bitte beachten Sie die Fotos.
Sammlertipp
Die Karte vereint ein ikonisches Bauwerk der griechischen Klassik, ein attraktives Markenpaar mit Patmos-Motiv und einen datierten Luftpostbeleg nach Frankreich. Damit spricht sie gleich mehrere Sammelgebiete an. Sie eignet sich ideal für Sammler von Ansichtskarten aus Athen und Griechenland, Antike und Archäologie, Griechenland-Philatelie und Luftpost sowie Klöster und religiöse Motive auf Briefmarken. Auch Heimatforscher aus dem Valois und Familienforscher mit Bezug zum Namen Menot finden hier ein reizvolles Dokument.
Sichern Sie sich dieses stimmungsvolle Reiseandenken aus dem Athen des Sommers 1951.
Παλιά ασπρόμαυρη φωτογραφική καρτ ποστάλ με τον ναό της Αθηνάς Νίκης στην Ακρόπολη, πάνω στον επιβλητικό λίθινο προμαχώνα του. Διακρίνονται οι ιωνικοί κίονες, μια πέτρινη σκάλα και η θέα προς την πόλη, με δέντρα, λόφους και αρχαία ερείπια. Η κάρτα έχει φαρδύ κρεμ περιθώριο και δίγλωσση λεζάντα: «ATHÈNES Temple de la Victoire Aptère» και «1268.- ΑΘΗΝΑΙ Ναός Απτέρου Νίκης». Ταχυδρομήθηκε αεροπορικώς από την Αθήνα προς την κυρία Madeleine Menot στο Crépy-en-Valois της Γαλλίας, με σφραγίδα «ΑΘΗΝΑΙ / POSTE AERIENNE», 4.VIII.51. Φέρει δύο μπλε γραμματόσημα των 400 δραχμών με τη Μονή Αγίου Ιωάννη του Θεολόγου στην Πάτμο, συνολικής αξίας 800 δραχμών. Η αντιστοιχία με το ακριβές αεροπορικό τέλος δεν έχει επιβεβαιωθεί. Το σύντομο γαλλικό μήνυμα «Meilleur souvenir d’Athènes» συνοδεύεται από υπογραφή που διαβάζεται πιθανώς «Lagueluz» και έναν ακόμη ιδιόχειρο χαρακτήρα. Υπάρχει επίσης μικρή μωβ σφραγίδα «Υ.Δ.Α.Π.», άγνωστης σημασίας. Το χαρτόνι παρουσιάζει ελαφρύ κιτρίνισμα και μικρές κηλίδες, ενώ η εικόνα διατηρεί καλή αντίθεση. Ενδιαφέρον τεκμήριο για συλλέκτες αθηναϊκών όψεων, ελληνικών γραμματοσήμων και αεροπορικού ταχυδρομείου του 1951.