Alte Ansichtskarte „Hamburg, Alsterpartie m. Lombardsbrücke“: Alsterufer mit elegant gekleideten Spaziergängern, Ruderboot, Segelbooten, Bootssteg und Lombardsbrücke vor der Hamburger Stadtsilhouette mit Kirchturm, Sepia, Feldpost ohne Briefmarke, zwei Stempel Altona (Elbe) vom 12.8.1917, Absender Jan Jessen, z. Zt. Altona, Bahrenfelder Straße, an Herrn Oberzollrevisor Adolf Bidan, Am Bahnhof 8, Magdeburg, dicht beschrieben in Kurrentschrift mit Kreuzschrift
Diese Ansichtskarte zeigt einen klassischen Sommertag an der Hamburger Alster. Am grünen Ufer stehen Damen in langen Röcken und breiten Hüten, Kinder in hellen Kleidern und Matrosenanzügen, dazu ein Herr mit Hut. Ein kleines Ruderboot liegt am Ufer bereit. Auf dem Wasser ziehen Segelboote vorbei. Im Hintergrund spannt sich die steinerne Lombardsbrücke über die Alster, dahinter erhebt sich die Silhouette der Stadt mit einem hohen Kirchturm.
Die Karte ist gelaufen. Das Postamt Altona (Elbe) stempelte sie am Sonntag, 12. August 1917, zwischen 7 und 8 Uhr morgens. Absender war Jan Jessen, nach eigener Angabe „z. Zt.“ in Altona, Bahrenfelder Straße. Ziel war ein Oberzollrevisor in Magdeburg. Die Mitteilung füllt die linke Hälfte vollständig und läuft in Kreuzschrift quer über die Zeilen. Ein Bild friedlicher Sommerfrische, verschickt im vierten Kriegsjahr.
Das Besondere auf einen Blick
- Beliebtes Hamburg-Motiv: Alsterpartie mit Lombardsbrücke und Stadtsilhouette
- Lebendige Ufer-Szene mit Personen in Kleidung der Kaiserzeit
- Ruderboot, Segelboote und Bootssteg als maritime Details
- Feldpost, portofrei und ohne Briefmarke
- Zwei Stempel ALTONA (ELBE), 12.8.17, 7–8 V.
- Altona-Stempel aus der Zeit, als Altona noch selbstständige preußische Stadt war
- Absender: Jan Jessen, z. Zt. Altona (Elbe), Bahrenfelder Straße
- Empfänger: Herrn Oberzollrevisor Adolf Bidan, Am Bahnhof 8, Magdeburg
- Dichte Mitteilung in Kurrentschrift mit Kreuzschrift
- Verbindet Hamburg, Altona und Magdeburg auf einem Beleg
Wichtiger Hinweis: Mehrere Angaben sind nicht sicher gelesen oder gedeutet:
- Der Name des Empfängers wird als „Adolf Bidan“ gelesen. Eine abweichende Lesung ist möglich.
- Die Hausnummer erscheint als „8g.“. Gemeint sein könnte auch „8 I.“, also der erste Stock.
- Unter dem Namen steht ein blasser Zusatz, gelesen als „kraute“. Bedeutung nicht geklärt.
- Die Bedeutung der grünen Ziffernfolge „39472“ ist nicht bestimmt.
- Die Mitteilung ist wegen der Kreuzschrift und gealterter Tinte weitgehend nicht transkribiert.
- Verlag und Serie sind nicht erkennbar.
Bitte prüfen Sie die Angaben anhand der Fotos.
Motiv (Vorderseite)
- Ansichtskarte in Sepiatönung, Querformat
- Bildtitel oben mittig in kursiver Serifenschrift: „Hamburg, Alsterpartie m. Lombardsbrücke“
- Vordergrund rechts:
- grasbewachsenes, sanft abfallendes Alsterufer
- Gruppe von Spaziergängern: ein Herr in dunklem Anzug mit Hut, mehrere Damen in langen Röcken, Blusen und breitkrempigen Hüten
- Kinder in hellen Kleidern und Matrosenanzügen
- großer, dunkler Laubbaum als Rahmen am rechten Bildrand
- Am Ufer:
- kleines hölzernes Ruderboot, darin eine Person mit Ruder
- daneben eine Dame in dunklem Rock, dem Boot zugewandt
- Mittelgrund:
- ruhige, spiegelnde Wasserfläche der Alster
- links ein großes Segelboot mit weißem Dreieckssegel nahe einem Holzsteg
- weiter links ein kleineres Segelboot
- Bootssteg mit mehreren Ruderbooten und einzelnen Personen
- Hintergrund:
- steinerne Lombardsbrücke mit mehreren Bögen
- dichte Reihe repräsentativer Stadthäuser im Stil von Klassizismus und Neorenaissance
- hoch aufragender, spitzer Kirchturm (Zuordnung nicht gesichert)
- Himmel: hell, mit feinen waagerechten Druck- bzw. Rasterlinien
- Bildwirkung: heiter, elegant und sommerlich, ein Inbegriff großstädtischer Freizeit um 1900
Verlag & Ausgabe
- Verlag nicht erkennbar
- Serie oder Kartennummer nicht bestimmt
- Grüne Ziffernfolge „39472“ nahe dem Stempel, möglicherweise eine Druck- oder Verlagsnummer (nicht gesichert)
- Anschriftfeld mit vier gepunkteten Hilfslinien in Grün
- Geteilte Rückseite:
- links Mitteilungsfeld
- rechts Anschriftfeld
- Kartentyp: Orts-, Stadt- und Feldpostkarte
- Entstehungszeit der Ausgabe: um 1900–1917, laut Stempel spätestens August 1917 (Ausgabejahr nicht gesichert)
Rückseite & Postgeschichte
- Gelaufen als Feldpost, portofrei und ohne Briefmarke
- Handschriftlicher Vermerk oben rechts: „Feldpost“
- Stempel:
- zwei runde Tagesstempel „ALTONA (ELBE)“
- Datum „12.8.17. 7–8 V“, also 12. August 1917 zwischen 7 und 8 Uhr vormittags
- mehrere waagerechte graue Striche im oberen Bereich
- Absender, senkrecht an der Mittellinie:
- „Ab. Absend. Jan Jessen z. Zt. Altona Elbe“
- „Bahrenf. Str.“, also Bahrenfelder Straße
- der Zusatz „z. Zt.“ (zur Zeit) deutet auf einen vorübergehenden Aufenthalt hin, etwa bei einer Truppe in Altona (nicht gesichert)
- Empfänger:
- „Herrn Oberzollrevisor“
- „Adolf Bidan“ (Lesung nicht gesichert)
- darunter blass in Bleistift oder heller Tinte: „kraute“ (Lesung und Bedeutung nicht gesichert)
- „Magdeburg“, doppelt unterstrichen
- „Am Bahnhof 8g.“ (möglicherweise „8 I.“)
- Schwungvoller Tintenstrich von der Mittellinie bis zum Wort „Herrn“
- Mitteilung in deutscher Kurrentschrift, dunkle Tinte:
- linke Kartenhälfte vollständig beschrieben
- zusätzliche Zeilen senkrecht und schräg über den Haupttext geschrieben (Kreuzschrift)
- Inhalt nicht transkribiert, eine fachkundige Lesung wird empfohlen
- Zeitlicher Ablauf: gestempelt am Sonntagmorgen, 12.8.1917
Zustand
- Gelaufen, mit Stempeln, Absender, Anschrift und vollständiger Mitteilung
- Karton in hellem Beige mit altersgemäßer Tönung
- Leichte Flecken
- Stempel mit Ort, Datum und Uhrzeit gut lesbar
- Handschrift erhalten, durch Kreuzschrift und Alterung schwer lesbar
- Bildseite mit klar erkennbaren Personen, Booten, Brücke und Stadtsilhouette
- Bitte beachten Sie die Fotos als Teil der Zustandsbeschreibung.
Lieferumfang: eine Original-Ansichtskarte wie abgebildet.
Historischer Hintergrund
- Die Alster: Der Fluss wurde schon im 13. Jahrhundert für eine Mühle aufgestaut. So entstand der See, der heute das Herz Hamburgs bildet. Die Außenalster misst rund 164 Hektar, die kleinere Binnenalster rund 18 Hektar. Um 1900 war die Alster ein beliebtes Ziel für Spaziergänge, Rudern und Segeln. Ruder- und Segelvereine prägten das Bild auf dem Wasser.
- Die Lombardsbrücke: Die Brücke trennt Binnen- und Außenalster. Ihren Namen verdankt sie einem Leihhaus (Lombard), das im 17. Jahrhundert in der Nähe stand. Die heutige Steinbrücke mit ihren Bögen entstand in den 1860er Jahren. Seit 1866 führt hier auch die Verbindungsbahn zwischen Hamburg und Altona über die Alster. Der Blick von der Außenalster über die Brücke auf die Türme der Stadt gehörte zu den bekanntesten Postkartenmotiven Hamburgs.
- Altona: Bis 1937 war Altona eine selbstständige Großstadt in der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Erst durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam sie 1938 zu Hamburg. Stempel „Altona (Elbe)“ stammen also aus einer eigenständigen preußischen Stadt direkt neben Hamburg. Im Stadtteil Bahrenfeld lagen damals militärische Anlagen. Ob der Absender dort stationiert war, ist nicht gesichert.
- Sommer 1917: Der Krieg ging in sein viertes Jahr. Nach dem Steckrübenwinter 1916/17 war die Versorgung in den Städten weiterhin schlecht. Seit dem 31. Juli 1917 tobte in Flandern die Dritte Flandernschlacht. Das idyllische Alstermotiv steht in starkem Kontrast zu dieser Zeit.
- Die Kaiserliche Feldpost: Soldaten verschickten Karten und Briefe portofrei. Diese Vergünstigung nutzten auch Angehörige von Ersatz- und Garnisonstruppen in der Heimat. Im Lauf des Krieges beförderte die deutsche Feldpost rund 28 Milliarden Sendungen. Viele Soldaten nutzten dafür einfache Ansichtskarten aus ihrem Standort.
- Kreuzschrift: Um Platz zu sparen, schrieben viele Absender zusätzliche Zeilen quer über den bereits geschriebenen Text. Diese Technik war schon im 19. Jahrhundert verbreitet. Sie zeigt, wie viel der Schreiber mitzuteilen hatte.
- Der Oberzollrevisor in Magdeburg: Magdeburg war Hauptstadt der preußischen Provinz Sachsen und ein wichtiger Standort der Zoll- und Steuerverwaltung. Ein Oberzollrevisor prüfte Abfertigungen, Waren und Abrechnungen. Die Anschrift „Am Bahnhof“ verweist auf die Nähe zum Bahnhof, einem zentralen Ort für Güterverkehr und Zollabfertigung (Zusammenhang nicht gesichert).
Sammlertipp
- Alster-Ansichten mit Lombardsbrücke zählen zu den klassischen Motiven für Hamburg-Sammler.
- Die Personengruppe in Kleidung der Kaiserzeit macht die Karte auch für Freunde von Mode- und Alltagsmotiven interessant.
- Segel- und Ruderboote sprechen Sammler von Wassersport- und Schifffahrtsmotiven an.
- Die Stempel „Altona (Elbe)“ sind reizvoll für Philatelisten und Heimatsammler, da Altona heute zu Hamburg gehört.
- Feldpost aus der Heimatgarnison ist ein interessanter Beleg für Sammler von Feldpost des Ersten Weltkriegs.
- Stempel mit Datum und Uhrzeit ermöglichen eine exakte Datierung.
- Die Kreuzschrift ist ein auffälliges Detail für Sammler von Briefkultur und Handschriften.
- Eine fachkundige Transkription kann Hinweise auf den Absender und seine Verbindung zum Empfänger liefern.
- Die Anschrift eines Zollbeamten in Magdeburg spricht Heimatsammler aus Sachsen-Anhalt an. Ein Oberzollrevisor mit Anschrift Am Bahnhof 8, Magdeburg, erscheint auch auf weiteren Karten. Schauen Sie gern in meine weiteren Angebote.
Perfekt für Heimatsammler von Hamburg, der Alster und Altona, Sammler von Feldpost des Ersten Weltkriegs, Philatelisten mit Interesse an Stempeln aus Schleswig-Holstein und Hamburg, Freunde von Wassersport- und Bootsmotiven, Heimatsammler von Magdeburg und Sachsen-Anhalt sowie alle, die Alltagsgeschichte der Kaiserzeit lieben.
Sichern Sie sich diese stimmungsvolle Alster-Karte mit Feldpost aus Altona vom 12. August 1917 für Ihre Sammlung. Bei Fragen zu Zustand, Stempeln oder Lesung der Handschrift melden Sie sich gerne vor dem Kauf.