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Flammender Speer Auswahl SC Western Großformat Comic Heft Bastei Verlag

Auswahl aus verschiedenen Ausgaben der Serie und zusätzlich einem Sammelband mit den Heften 1 und 2

Zustände zwischen ca. Z1-2 und Z2 - siehe Bilder. Nr. 5 stammt anscheinend aus Sammelband
 

Beschreibung

Hintergrund

„Flammender Speer“ ist die deutsche Ausgabe der französischen Westernserie „Capitaine Apache“, die Roger Lécureux als Autor und Norbert Morandière unter dem Künstlernamen Norma als Zeichner geschaffen haben. Die Serie startete im Oktober 1975 in Ausgabe 347 des Wochenmagazins Pif Gadget, das bei den Éditions Vaillant erschien, und lief dort bis 1986. Über diesen Zeitraum entstanden rund 105 Episoden mit einem Gesamtumfang von über tausend Comicseiten, womit „Capitaine Apache“ neben „Rahan“ und „Docteur Justice“ zu den tragenden Serien des Magazins zählte.

Roger Lécureux gehörte zu den prägenden Szenaristen des französischen Nachkriegscomics und schrieb unter anderem „Fils de Chine“, „Le Grélé 7/13“ und gemeinsam mit André Chéret „Rahan“. Für „Capitaine Apache“ entwickelte er eine für das Westerngenre der Zeit ungewöhnliche Konstellation: Hauptfigur ist Okada, Sohn einer indigenen Mutter und des irischen Pioniers Johnny O’Wilburd, der bei den Apachen aufwächst. Die Serie erzählt die Konflikte des amerikanischen Westens konsequent aus der Perspektive der indigenen Bevölkerung und ist als Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung angelegt. Einzelne Episoden wurden im französischen Magazin durch thematische Sachbeiträge ergänzt, was der Reihe eine didaktische Ebene gab. Norma, 1946 in Algier geboren und 2021 in Angoulême gestorben, hatte 1974 bei Pif Gadget begonnen und orientierte sich zeichnerisch am realistischen Stil, wie ihn Jean Giraud mit „Blueberry“ etabliert hatte. Einzelne Episoden der französischen Serie wurden nicht von Norma selbst gezeichnet, sondern von Michel Rouge, wobei Norma in diesen Fällen am Szenario beteiligt war.

Der Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe in Bergisch Gladbach übernahm das Material 1979 für den deutschen Markt und veröffentlichte es unter dem Titel „Flammender Speer“, auf den Titelbildern erweitert um den Zusatz „Der große Häuptling“. Bastei betrieb zu dieser Zeit ein umfangreiches Westernprogramm am Kiosk, zu dem Reihen wie „Lasso“, „Buffalo Bill“ und „Bessy“ gehörten. „Flammender Speer“ fügte sich in dieses Umfeld ein, unterschied sich aber durch das großformatige Magazinformat von den klassischen Bastei-Westernheften im kleineren Format. Die Lizenzstoffe stammen durchgehend aus Pif Gadget; eigenes deutsches Material enthält die Reihe nicht.

Edition & Limitierung

Die Heftreihe umfasst die Nummern 1 bis 26 und erschien zwischen 1979 und 1980. Laut Impressum war ein vierzehntägiger Erscheinungsrhythmus vorgesehen, was den Verlauf über zwei Kalenderjahre erklärt: Nummer 14 kam im Dezember 1979 heraus, Nummer 26 im Juni 1980. Eine Jahrgangszählung im Sinne von Zeitschriftenjahrgängen gibt es nicht, die Reihe ist durchlaufend von 1 bis 26 nummeriert. Nach dem Ende der eigenständigen Reihe wurde „Flammender Speer“ nicht eingestellt, sondern als Zusatzserie in die Bastei-Reihe „Buffalo Bill“ übernommen, wo sie ab Nummer 611 weiterlief und dort noch Anfang der 1980er Jahre vertreten war. Diese Übergangsphase ist für die bibliografische Abgrenzung wesentlich, weil deutsches Okada-Material somit in zwei unterschiedlichen Bastei-Reihen erschienen ist.

Parallel zur Heftreihe gab Bastei Sammelbände heraus, die unter derselben Serienbezeichnung geführt werden und jeweils zwei aufeinanderfolgende Hefte zusammenfassen. Diese Sammelbände tragen eine eigene Zählung von 1 bis 12, sodass Sammelband 7 die Hefte 13 und 14 und Sammelband 11 die Hefte 21 und 22 enthält. Eine Limitierung, Vorzugsausgabe oder nummerierte Sonderedition ist für keine der beiden Ausgabenformen dokumentiert; es handelt sich um reguläre Kioskware im Pressevertrieb.

Ausstattung

Die Hefte erschienen im großen Magazinformat als vierfarbige Klammerheftung mit Softcover. Feste Bestandteile waren Mittelseitenposter, die den Heften als Beilage beilagen und in der Sammlerpraxis ein zentrales Vollständigkeitskriterium darstellen, da sie häufig herausgetrennt wurden. Auch die Sammelbände enthielten Poster. Für die Titelbilder und einen Teil der Poster zeichnete Ertugrul Erdine verantwortlich, der bei Bastei unter dem Namen Ertugrul auftrat; die deutschen Cover entsprechen damit nicht den französischen Magazinillustrationen, sondern wurden eigens für die Bastei-Ausgabe angefertigt.

Inhaltlich enthalten die Hefte jeweils in sich abgeschlossene Okada-Episoden aus Pif Gadget. Dabei folgt die deutsche Reihenfolge nicht durchgängig der französischen Erstveröffentlichung: Heft 6 übernimmt eine Episode aus Pif Gadget 413, Heft 13 eine aus Nummer 470, Heft 14 eine aus Nummer 508, während Heft 26 auf Material aus Nummer 500 zurückgreift. Die Bastei-Redaktion stellte die Reihe also nicht als chronologische Fortsetzung zusammen, sondern griff auf den vorhandenen Episodenbestand in abweichender Abfolge zurück. Da die französischen Geschichten überwiegend als Einzelabenteuer konzipiert waren, war diese Umstellung ohne Brüche im Erzählfluss möglich.

Bedeutung für Sammler

„Flammender Speer“ ist die einzige eigenständige deutsche Heftreihe zu „Capitaine Apache“ und damit die zentrale Quelle, über die die Serie hierzulande verbreitet wurde. Da die französische Vorlage insgesamt rund 105 Episoden umfasst, deckt die deutsche Reihe mit 26 Heften nur einen Ausschnitt des Gesamtwerks ab, ergänzt um die späteren Abdrucke innerhalb von „Buffalo Bill“. Eine vollständige deutsche Ausgabe der Serie existiert nicht; für den Gesamtbestand ist der Rückgriff auf die französischen Ausgaben notwendig, wo neben vier Alben bei Vaillant aus den Jahren 1980 und 1981 und einem Band bei Messidor 1986 später auch Gesamtausgaben in Kleinstauflagen erschienen.

Für die Zustandsbeurteilung der Bastei-Hefte spielen die Mittelseitenposter eine besondere Rolle, da vollständige Exemplare mit erhaltenem Poster im Handel gesondert ausgewiesen werden. Ebenso ist die Unterscheidung zwischen der Heftreihe 1 bis 26 und den Sammelbänden 1 bis 12 zu beachten, weil beide unter demselben Serientitel laufen, jedoch unterschiedliche Zählungen und Inhalte aufweisen. Innerhalb der Bastei-Verlagsgeschichte steht die Reihe für die kurze Phase um 1979/80, in der der Verlag frankobelgisches Lizenzmaterial im Großformat am Kiosk platzierte, bevor derartige Titel wieder in bestehende Heftreihen integriert wurden.

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