Werk
„Wie Unfalo den Edlen Teurdannck auff ein Steinbockjagt füret / da er in grosse gefehrlichkeit kam"
Historische Illustration. Holzschnitt, 1563. 16,0 x 14,4 cm (Darstellung) / 28,6 x 18,7 cm (Blatt).
Recto und verso deutscher Text. Im Zentrum des Bildes stürzt Ritter Theuerdank mit seiner langen Jagdstange (Alpenstange) mitten in das Geäst. Unfalo hoffte insgeheim, dass sich der Held bei der Jagt im Dickicht verheddert, das Gleichgewicht verliert und an den nahen Felskanten in den Tod stürzt. Verso weiterer Holzschnitt "Wie der Edel Teurdanck durch einen Narren in einer Kammer verbrendt solt sein mit pulver". Theuerdank ist der Titel des aufwändig gestalteten Versromans aus der Frühzeit des Buchdrucks, er wurde von Kaiser Maximilian I. in Auftrag gegeben und 1517 als kaiserlicher Privatdruck erstmals veröffentlicht. Erzählt wird die Reise Maximilians zu seiner Braut Maria von Burgund 1477, als fiktive Brautfahrt des Ritters Theuerdank zu seiner zukünftigen Gemahlin Fräulein Ehrenreich. Die Illustrationen stammen von namenhaften Künstlern der Zeit wie Hans Schäufelein, Hans Burgkmair der Ältere und Leonhard Beck. Das vorliegende Blatt stammt aus der verbesserten, zweiten Frankfurter Ausgabe 1563, gedruckt von Christian Egenolff bzw. dessen Erben.
Guter Abzug auf Bütten mit allseits Rand zur Darstellung. Blatt etwas fleckig gebräunt. Fleck im Bildfeld unten rehts. Verso oben im Passepartout montiert. Insgesamt in einem guten Erhaltungszustand.
Künstler
Beck, Leonhard - (geb. um 1480 in Augsburg). Deutscher Maler und Illustrator. Ab 1501 in Frankfurt a. M. wohl als Geselle bei Hans Holbein tätig. Erwarb 1503 sein Meisterrecht. Stand im Dienste des Kaisers Maximilian I. und wirkte als Illustrator an seinen Holzschnittwerken mit.
Künstler
Burgkmair d.Ä., Hans - (1473 Augsburg - 1531 ebenda). Bedeutender deutscher Maler, Zeichner und Entwerfer für den Buchholzschnitt. Neben Hans Holbein dem Älteren und Hans Holbein dem Jüngeren wichtigster Augsburger Künstler zwischen der Spätgotik und der Renaissance. 1488 bis 1490 Lehrzeit in Colmar bei Martin Schongauer. Auf dem Augsburger Reichstag von 1500 knüpfte er erste Kontakte zum späteren Kaiser Maximilian I., der ihm 1516 ein Wappen verlieh. Kaiser und Kirche waren zu seinen Lebzeiten die wichtigsten Auftraggeber für sein vielseitiges Schaffen.
Künstler
Schäufelin, Hans - Hans Schäufelein (auch Schäuffelein; * um 1480; † um 1540 in Nördlingen) war ein deutscher Maler, Grafiker und Holzschneider der Renaissance. Von etwa 1503 bis 1507 arbeitete Schäufelein in der Werkstatt von Albrecht Dürer in Nürnberg. Nach seiner Zeit in Nürnberg zog es ihn nach Augsburg in die Werkstatt von Hans Holbein dem Älteren. Später folgten Arbeitsaufenthalte in Tirol. Im Jahr 1515 ließ er sich dauerhaft in Nördlingen nieder, erhielt das Bürgerrecht und wirkte dort bis zu seinem Tod als offizieller Stadtmaler.