Die Rächer Nr. 63 Williams Verlag Marvel Superhelden Comic Heft
Beschreibung
Hintergrund
Die Rächer Nr. 63 erschien im Juni 1977 im Williams Verlag, Hamburg. Die Hauptgeschichte trägt im Deutschen den Titel „Wie ein Todesstrahl vom Himmel!" und basiert auf Avengers #64 von Marvel Comics (Mai 1969). Autor war Roy Thomas, Zeichner Gene Colan, Inker George Klein. Das Heft ist der zweite Teil des dreiteiligen Goliath/Egghead-Handlungsbogens, der mit Nr. 62 (DE) begonnen hatte. Als Zweitgeschichte enthielt das Heft eine weitere Adaption aus Tales of Suspense mit Captain America.
Die US-Vorlage Avengers #64 gilt als Erstauftritt von Barney Barton sowie als erste namentliche Enthüllung von Clint Bartons bürgerlichem Namen in der Seriengeschichte. Nachdem Egghead mit seiner Raumstation einen evakuierten US-amerikanischen Ort als Machtdemonstration zerstört hat und die US-Regierung erpresst, erscheint Barney Barton — ein stadtbekannter Unterweltboss — im Rächer-Hauptquartier. Er erkennt in Goliath seinen Bruder Clint und bietet dem Team die Koordinaten von Eggheads Raumstation an, da Egghead seine Bodyguards ermordet hatte, nachdem er dessen Rekrutierungsangebot abgelehnt hatte. Die Rächer fliegen mit einer in Wakanda konstruierten Rakete zur Station; der Vision verschafft ihnen Zugang, indem er sich durch den Rumpf phasiert und eine Luftschleuse öffnet. Egghead setzt die vom Puppet Master angefertigten radioaktiven Puppen der Rächer ein und lähmt das Team mit einem Paralysiestrahl. Da Barney Barton kein Rächer ist und damit keine Puppe von ihm existiert, kann er sich frei bewegen — er opfert sich, um Eggheads Strahlenkanone zu zerstören, und stirbt scheinbar an seinen Verletzungen. Egghead entkämpft und entkämpft. Nach der Mission erhält Clint ein Schreiben des FBI-Agenten Allan Scofield, das enthüllt, dass Barney als Undercoveragent arbeitete und Clints Doppelleben als Goliath kannte.
Die Enthüllung von Clint Bartons bürgerlichem Namen war ein redaktioneller Schritt, den Roy Thomas bewusst hinauszögerte: Erst durch die emotionale Verbindung zu seinem sterbenden Bruder wird der Name „Clint" im Heft zum ersten Mal von einem anderen Charakter ausgesprochen.
Einordnung innerhalb der Serie
Die Rächer Nr. 63 entspricht gemäß Grand Comics Database Avengers #64 der US-Originalserie. Durch das Überspringen von US-Heft #6 besteht ab DE Nr. 6 eine dauerhafte Verschiebung um eine Nummer: DE Nr. 63 = US #64. Der Handlungsbogen wird in Nr. 64 (DE) abgeschlossen, die auf Avengers #65 (US) basiert und den letzten Gene-Colan-Auftritt als Rächer-Zeichner enthält. Barney Barton erscheint in der Williams-Reihe nur in diesem und dem Folgeheft; sein scheinbarer Tod wird in der US-Chronologie erst Jahre später in der Hawkeye-Miniserie von 1983 revidiert. Der Crossover-Handlungsstrang mit Captain Marvel und Sub-Mariner, der den Hintergrund des Egghead-Plots bildet, wurde in der deutschen Williams-Reihe ohne Querverweise auf die Paralleltitel abgedruckt.
Die Williams-Reihe Die Rächer erschien ab Nr. 25 vierzehntägig und umfasste von 1974 bis 1978 insgesamt 100 Ausgaben. Bibliografisch ist Die Rächer Nr. 63 im Williams-Heftformat von den späteren deutschen Avengers-Ausgaben abzugrenzen: Der Condor Verlag übernahm die Lizenz ab 1979 im Taschenbuchformat, Panini folgte ab 1999.