Zum Buch:
"Wie unabhängig ist der amerikanische Independent-Film wirklich? Reicht
ein Autonomie beschwörendes Etikett heute noch aus, um sich vom
Hollywood-Mainstream abzugrenzen? Oder hat die Bezeichnung inzwischen
eher symbolischen Wert? Ausgehend von diesem Fragenkomplex widmet sich
Andreas Jahn-Sudmann in seiner soeben erschienenen Dissertation einem in
seinen Grundsätzen widerspenstigen Phänomen, das vielleicht schon
längst gezähmt ist.
Für Jahn-Sudmann funktionieren die Begriffe
Mainstream und Independent nicht länger als ideologisch überbaute
Antipoden, die filmische Produktionen eindeutig voneinander trennen. Wie
in vielen kulturellen Bereichen sind die Grenzlinien durchlässig
geworden. Aus Sicht des Autors handelt es sich beim gegenwärtigen
amerikanischen Independent-Film um „eine vielschichtige und
widersprüchliche kulturelle Praxis, die die [...] Grenzen zwischen Kunst
und Unterhaltung, Mainstream und Avantgarde, high culture und low
culture überschreitet und sowohl widerständige als auch hegemoniale und
ideologische Einschreibungen in sich trägt." Diese offene
Einschätzung der gegenwärtigen Sachlage spiegelt einerseits den
undogmatischen Gestus der Arbeit und verweist gleichzeitig auf die
Notwendigkeit eines fundierten und ausdifferenzierten wissenschaftlichen
Ansatzes."