Aquarellgemälde Impressionismus mit Häuser Ensemble in Landschaft Elisabeth Rüdel datiert 1943

 

Schönes altes Aquarell Gemälde Stadtlandschaft "Häuser Ensemble" rechts unten datiert "29.4.(19)43 in der Au(?)" und signiert "Rüdel",  Rückseite bezeichnet "Rüdel-Jaspersen 1943". Gekonnte impressionistische Malweise, Aquarellfarben auf Papier auf Karton montiert, Gemälde-Format 28,5 x 23,5 cm, geschützt unter Glas in schlanker beschädigter Leiste im Format 46 x 33 cm gerahmt. Das Gemälde in gutem gebrauchten originalen farbfrischen Zustand, ohne Beschädigung, ohne Restaurierung. Angebots-Bestandteil ist das Gemälde, auf Wunsch können aber Rahmen und Glas kostenlos an einen Selbstabholer mitgegeben bzw. mit versendet werden. Das Gemälde wurde nicht ausgerahmt, eventuelle Spiegelungen bei den Fotos sind von der Glasscheibe und auf dem Aquarell natürlich nicht vorhanden. Bitte beachten Sie auch meine anderen Rüdel Aquarelle - danke! 


Die deutsche Landschafts- und Porträt-Malerin Elisabeth Rüdel-Jaspersen (1900 Möltenort - 1994 Plön) wuchs in großbürgerlichen Verhältnissen auf,  verbrachte die Schulzeit am Lyzeum Kiel, heute  Käthe-Kollwitz-Schule Kiel. Nachdem sie bei Georg Burmester und Fritz Stoltenberg in Kiel privaten Malunterricht erhalten hatte, begann sie 1920 ein Studium an der Kunstakademie Kassel bei Ewald Dülberg und Georg Burmester, das sie 1922 mit dem Examen als Zeichenlehrerin abschloss. Nach einer Referendartätigkeit in Kiel führten sie Kunstreisen durch Deutschland, Italien und Frankreich. 1924 nahm sie ihr Kunst-Studium in München und an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau wieder auf, wo sie sich unter dem Einfluss von Alexander Kanoldt der Neuen Sachlichkeit zuwandte. Anschließend studierte sie in Paris bei dem Maler und Illustrator André Lhote, der eine Kunstschule am Montparnasse unterhielt. 1929 stellte sie ihre Bilder zusammen mit Werken von Werner Lange in der Kieler Kunsthalle aus. Die Stillleben und Porträts, welche die Künstlerin in den zwanziger Jahren schuf, stellen einen bemerkenswerten Beitrag zur schleswig-holsteinischen Kunst der Zwischenkriegszeit dar. 


1929 heiratete sie den Arzt Dr. Karsten Jaspersen und zog mit ihm nach Bethel bei Bielefeld, wo Ihr Mann als Nervenarzt eine leitende Funktion in den Betheler Anstalten übernahm und die Künstlerin auf die eigene Kunst-Karriere verzichte. Ihr Ehemann Dr. Karsten Jaspersen (geboren 1896 als Sohn von Dr. Otto Jaspersen) hatte als Chefarzt an den Psychiatrisch-neurologischen Abteilungen der Westfälischen Diakonissenanstalt “Sarepta Bethel-Bielefeld” die Leitung inne. Er war Mitglied der NSDAP, zeitweise behandelnder Arzt von Martin Bormann, dem Leiter der Parteikanzlei, Privatsekretär Hitlers und Reichsminister. Als ihm jedoch bewusst wurde, welch grausamen und menschenverachtenden Methoden durch das Nazisystem verfolgt wurden, begann er sich mit aller Kraft gegen das Euthanasie-Programm einzusetzen. Statt im eigenen Atelier zu malen, unterrichtete Elisabeth Patientinnen und Mitarbeiterinnen der Anstalt im Malen. Die Künstlerin hatte drei Kinder und die Malerei trat zunächst in den Hintergrund. 


Nach der Pensionierung von Karsten Jaspersen 1960 zog das Ehepaar an den Plöner See. Erst nach 1960 schuf Elisabeth Jaspersen wieder zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde, die Motive von ihren Reisen und aus der Umgebung von Plön zeigen; gemeinsam mit der befreundeten Malerin Hildegard Grube-Loy reiste sie unter anderem nach Jotenheimen am Sognefjord in Norwegen. In Plön lebend, beteiligte sie sich 1962 an der 10. Ausstellung der Malerinnen und Bildhauerinnen Schleswig-Holsteins im Kieler Landeshaus sowie an verschiedenen Ausstellungen Schleswig-Holsteinischer Künstler im Plöner Schloss. Anlässlich ihres neunzigsten Geburtstages wurden 1991 ihre in den 1920er Jahren entstandenen Stillleben und Porträts in Plön gezeigt. In Plön wurde zum Gedenken an die Künstlerin der Elisabeth-Jaspersen-Weg nach ihr benannt. Literatur Ulrike Wolff-Thomsen: Lexikon schleswig-holsteinischer Künstlerinnen, Die Malerin Elisabeth Rüdel-Jaspersen. In: Nordelbingen, Band 47, Renate Damsch-Wiehager: Zu Leben und Werk der Malerin Elisabeth Rüdel-Jaspersen. In: Jahrbuch für Heimatkunde im Kreis Plön, Band 21, Ulrich Schulte-Wülwer: Elisabeth Jaspersen. In: ders.: Kieler Künstler, Bd. 3.