Angeboten wird ein Aquarell von Georg („Schorsch“) Winter

TITEL: ohne Titel [Bildnis eines Mädchens mit Kuscheltier und Ball]

TECHNIK: Aquarell über leichten Bleistiftvorzeichnungen auf Velinpapier

JAHR: ohne Jahr [um 1930-35]

SIGNATUR: unten rechts signiert „Winter“

GRÖßE: 36 x 26,6 cm

ZUSTAND: in den vier Ecken Reste früherer Befestigung (Klebereste, Papier aufgeraut, fleckig, kleiner Einriss); Ecken bestoßen; Ecke oben links mit kleinem Ausriss; Ecke unten rechts mit Knickspur; insgesamt leicht nachgedunkelt und etwas stockfleckig; leichte Druckstellen im Blatt; am unteren Rand mittig Einriss (etwa 2cm); rechter Rand oben mit Einriss (etwa 2cm); oberer Rand mittig zwei Einrisse (je etwa 1,5cm); verso leicht fleckig

 

Zu Georg („Schorsch“) Winter (02.10.1899 Nürnberg – 30.04.1955 Altdorf bei Nürnberg):
Maler, Zeichner, Holzschnitzer.
Sohn des Schlossers Peter Winter und dessen Ehefrau Babette, geb. Wimmer. Die Familie lebte in der Fenitzerstraße 15.
1915-16 Besuch der Abendkurse an der Kunstgewerbeschule Nürnberg
Ab 1916 Kriegsdienst bis er Ende 1918 aus dem Militär entlassen wurde; dazwischen von Ende April bis Mitte Juli 1918 wegen eines Darmkatharrs im Reservelazarett Sebastianspital in Nürnberg.
1920-22 Ausbildung zum Dekorationsmaler an der Kunstgewerbeschule Nürnberg.
Hierauf bis etwa 1930 Besuch der Kunstakademie Berlin (bei Carl Hofer).
Studienreisen in die Schweiz und nach Italien.
Später in Nürnberg als freischaffender Künstler tätig, sowie Lehrer der Meisterklasse für Wandmalerei an der Berufsoberschule der Stadt Nürnberg.
Winter schuf u. a. mehrere Wandgestaltungen in süddeutschen Bahnhöfen.
1940-45 Kriegsteilnahme
Nach dem Zweiten Weltkrieg weiterhin als Künstler in Nürnberg tätig.

Andrea Dippel macht zwei bemerkenswerte Feststellungen zu Winter: “W.[inters] Schaffen ist kaum überliefert und nur in einzelnen Werken greifbar. […] [Er] darf als einer der großen Unbekannten der Nürnberger Kunstgeschichte gelten.” (Andrea Dippel)

Mitgliedschaften: “Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund”; “Schutzverband bildender Künstler”; “Der Kreis”; “Neue Münchner Künstlergenossenschaft”

Ausstellungen: 1933 „Nordbayerische Kunstausstellung“, Albrecht-Dürer-Verein, Nürnberg; 1940-41 „Ausstellungen von Werken lebender fränkischer Künstler“, Norishalle, Nürnberg; 1940, 1946 Weihnachtsverkaufsausstellung Nürnberger Künstler“, Fränkische Galerie, Nürnberg; 1946 „Aquarell- und Schwarz-Weiss-Kunstausstellung“, Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund, Nürnberg; 1946-47 „Malerei, Plastik, Graphik“, Fränkische Galerie, Nürnberg; 1947-55, 1958, 1977, 1997, 2019 „Jahres-Ausstellung Fränkischer Künstler“, Fränkische Galerie, Nürnberg; 1951-54 Ausstellung Nürnberger Künstler, Pavillon Alter Botanischer Garten, Nürnberg; 1954 Ausstellung des Schutzverbands Bildender Künstler, Lenbachhaus, München; 1956 Einzelausstellung, Fränkische Galerie, Nürnberg; 1963 „Ausgewählte Werke des 20. Jahrhunderts aus dem Kunstbesitz der Stadt Nürnberg“, Fränkische Galerie, Nürnberg; 1965 „Deutsche Graphik 1900-1965. Aus den Erwerbungen der Städtischen Kunstsammlungen seit 1945“, Fränkische Galerie, Nürnberg; 2014 „Kunst in Nürnberg von 1900 bis heute”, KunstVilla, Nürnberg

Sammlungen: Pinakothek der Moderne, München; Graphische Sammlung der Stadt Nürnberg; Kunstvilla Nürnberg

LITERATUR:  Bechter, Laura (Hrsg.) (1997): Der Kreis - eine Künstlergruppe in Nürnberg 1947-1997, Nürnberg: Verlag für Moderne Kunst, S. 200 --- Dippel, Andrea: Georg Winter, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion