Angeboten wird eine Radierung von Rudolf Werner Ackermann
TITEL: „Toter Vogel“ [so handschriftlich betitelt unten links]
TECHNIK: Radierung in Kaltnadel und Aquatinta auf Kupferdruckkarton
JAHR: undatiert [wohl um 1960-70]
SIGNATUR: unten rechts signiert „Rudolf-Werner Ackermann“
AUFLAGE: unten links nummeriert "5/50"
GRÖßE: 38,7 x 53,3 cm (Blatt) bzw. 24,7 x 32 cm (Druck)
ZUSTAND: Ecken sehr leicht bestoßen; im Eckbereich unten rechts in Blei bez. "414"[?] und "36x28,5"; verso oben links Reste von hellem Klebeband; verso oben rechts sehr leicht aufgeraut
---Die hier vorliegende Radierung Rudolf-Werner Ackermanns zeigt die handwerkliche und künstlerische Meisterschaft mit der der Künstler die Technik der Druckgrafik beherrschte. Das Motiv an sich ist in einem hohen Abstraktionsgrad ausgeführt, bleibt aber, gerade durch den deutlich erkennbaren Tierkopf, dezidiert im Gegenständlichen. Durch die ganz unterschiedlichen Linienführungen und Schraffuren, wie auch durch die abgestuften Grauwerte gelingt es Ackermann zudem eine gewisse Tiefe und Räumlichkeit in das Bild zu legen.
Das Schaffen der damaligen Zeit, d.h. um 1960-70, wird in einer Ausstellungsbesprechung in der "Rheinischen Post" wie folgt beschrieben, wobei hier auch explizit ein "toter Vogel" als Motiv erwähnt wird. Das was dort über Zeichnungen gesagt wird, mag in diesem Fall auch auf Druckgrafiken übertragen werden können:
"[...] Noch markanter als in seinen Tafelbildern prägt sich in diesen Schwarz-Weiß-Zeichnungen Ackermanns ein strenger Formwille aus. In den aus kantigen Prismen gebauten graphischen Räumen ist kein Platz für Zufälligkeiten, die sich ihrem Gefüge nicht ein- und unterordnen.
Und doch scheinen diese Kompositionen organisch, assoziativ gewachsen zu sein, tragen noch die Bewegtheit ihrer Vorbilder und Anregungen in sich, die immer dem Bereich der Natur und des Gegenständlichen entstammen, wenn sie sich von ihm auch in einer eigenen, kristallinisch klaren Bildwelt distanziert haben.
Pflanzen, Insekten, Gestein oder Erdformationen, Reisigbündel oder Baumscheiben werden in ihrer vielfältigen strukturellen Gliederung fixiert. Ackermann verliert jedoch, bei aller Akribie in der Gliederung der Details, nie den Blick für das Ganze der Komposition, die er oft - auch im kleinen Format - zu monumentalen Wirkungen steigert.
Bewegtheit und variable Tönung der Fläche erreicht der Maler mit der schlichten Technik der Strichzeichnung durch unterschiedlich durchgeführte Schraffuren, feine Punktierungen und andere Rhytmisierungen der Flächen, die in scharfen Hell-Dunkel-Kontrasten und Linienüberschreitungen dramatische Akzente erhalten.
Tiefe Schatten fallen in diese überlegt und diszipliniert gebauten und zugleich sich so dynamisch entwickelnden Bildgefüge. Nicht selten sind es vom Tod gezeichnete Organismen - vertrockneter Bärenklau, Baumbruch, ein toter Vogel, eine verwitterte Gedenktafel -, die hier zu ernsten Monumenten des Vergänglichen werden. [...]" [1]---
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[1] YF (Autorenkürzel): Ackermanns klare Bildwelt, in Rheinische Post (v. 25.10.1966), zit. nach, Rudolf-Werner Ackermann (o.J.): Das Werk von Rudolf-Werner Ackermann. 20 Jahre im Spiegel der Presse 1953-1973, Düsseldorf: Wust & Co., unpag.
Rudolf Werner
Ackermann (30.10.1908 Barmen – 20.12.1982 Düsseldorf):
Maler, Zeichner,
Grafiker; Studium an der Kunstgewerbeschule Wuppertal; 1930-36 Musikstudium;
hierauf hat er sich auf die Malerei fokussiert; seit 1939 lebte er in
Düsseldorf (Mergelgasse 28) und war als freischaffender Künstler tätig; 1958-60
Dozent an der Volkshochschule Düsseldorf
R.W. Ackermann war Professor für Malerei und Grafik an der Kunstakademie in St. Irénée.
Anfangs schuf Ackermann vor allem realistische, naturalistische Landschaften. Nach 1945 bekam seine Kunst einen höheren Abstraktionsgrad, ohne dabei aber die Gegenständlichkeit zu verlassen.
Preise: 1969 “Großer Internationaler Preis der goldenen Palme der Internationalen Arts Guild”, Monaco; 1969 Bronzemedaille beim Europäischen Preis für Malerei in Ostende; 1970 Silbermedaille bei „Italia 2000“ in Neapel; 1973 „Nationaler Preis“ bei der „Internationalen Ausstellung S. Margherita Ligure“, Italien; 1973 Verleihung des Kreuzes von “Ordre Mérite Belgo-Hispanique”; 1974 Ausstellungspreis bei „Italia 2000“ in Neapel; 1974 Silbermedaille bei der „Internationalen Ausstellung für zeitgenössische Kunst“, Lyon
Einzelausstellungen: 1946, 1947 Galerie Hackmann, Düsseldorf; 1947 Galerie Oncken, Oldenburg; 1953 Galerie Czwicklitzer, Köln; 1961 Galerie Strake, Düsseldorf; 1964 Stadttheater Remscheid; 1970 Kunsthalle Düsseldorf; 1971 Suermondt-Museum, Aachen; 1972 Kunstverein Frechen; 1973 Galerie St. Louis, Morges (Zwitserland); 1973 Galerie Norbert Blaeser, Düsseldorf; 1974 Goethe-Institut, Bosten – New York – San Francisco – Toronto; 1975 Goethe-Institut, Alexandrien - Kairo
Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl): 1942-44 “Große Deutsche Kunstausstellung”, München; 1942 “Frühjahrsausstellung Düsseldorf”, Düsseldorf; 1942 “Winterausstellung Düsseldorf”, Düsseldorf; 1942 “Winterausstellung Bergischer Künstler”, Wuppertal; 1947 “Künstlerbekenntnisse unserer Zeit”, Düsseldorf; 1949 “Bergische Kunstausstellung Ostern”, Solingen; 1950 “Westdeutscher Künstlerbund”, Hagen; ab 1969 “Große Kunstausstellung”, München
Mitgliedschaften: Künstlerverein “Malkasten”, Düsseldorf (1962-72 Vorsitzender); Arts Guild Monaco; Westdeutscher Künstlerbund Hagen; Neue Münchner Künstlergenossenschaft; Europeinture, Frankfurt a.M. (1963-68 Präsident); Akademie der Wissenschaften und Kunst, Paris; Akademie der Wissenschaften, Rom (Ehrenmitglied); Brazilian Academy of Humanities, Sāo Paulo
Sammlungen: Aachen, Suermondt-Ludwig-Museum; Städtische Kunstsammlungen Düsseldorf; Düsseldorf, Landtag; Meerbusch-Lank, St. Elisabeth-Hospital; Remscheid, Stadtmuseum; Solingen, Deutsches Klingenmuseum; Wuppertal, Stadtmuseum


















