Angeboten wird eine Zeichnung von Ernst Paar
TITEL: ohne Titel [dörfliche, bewaldete Landschaft mit kleinen Gebäuden und Menschen]
TECHNIK: Bleistift auf hellbräunlichem Karton
JAHR: unten rechts zweimal datiert „1947“
GRÖßE: 33,1 x 45,3 cm
SIGNATUR: unten rechts signiert „Paar“, sowie am Ende der Widmung verso nochmals voll signiert
ZUSTAND: im Bereich
des früheren Passpeartoutausschnitts nachgedunkelt / gebräunt; oberer Rand mit
stärkeren Beschädigungen; oberer Rand links mit zwei Einrissen (etwa 2cm bzw.
3cm); oberer Rand rechts mehrere etwas kleinere Einrisse (bis etwa 1,5cm) und
Quetschungen; linker Blattrand unten mit kleinem Einriss und darunter Ausriss (etwa
0,5x1,5cm); die vier Ecken etwas bestoßen; Ecke unten rechts mit kleinem
Ausriss; partill leicht fleckig
verso leicht fleckig und nachgedunkelt
PROVENIENZ: vrso am unteren Rand vom Künstler und dessen Frau in Bleistift gewidmet „Maria + Walter Sand in Herzlichkeit gewidmet nebst besten Wünschen von Grete + Ernst Paar. / 30. Juni 1953.“ [Bei dem Beschenkten wird es sich wohl um den (Foto-)Maler, Grafiker Walter Sand (1926 Wien - ?).]
Zu Ernst Paar (15.08.1906
Graz – 25.01.1986 Wien):
Maler, Zeichner,
Grafiker, Mosaikkünstler.
Lithografenlehre
in der Großdruckerei Matthey/Wall.
Ab 1922 Besuch der
Abendaktklasse an der Landeskunstschule, doch stellte sich der Vater anfangs gegen
eine Künstlerlaufbahn.
1926-27 Studium an
der Kunstakademie Stuttgart (bei Hans Spiegel), parallel dazu arbeitete er als
Lithograf.
Herbst 1927 Umzug
nach Berlin, wo er bis 1928 als Werksstudent arbeitete.
1928 kurzzeitig
erneut in Stuttgart ansässig und dort tätig als Reproduktionsgrafiker. Da die
Anstellung aber so unangenehm für Paar war, kehrte er noch in demselben Jahr nach
Graz zurück.
In Graz Kontakte
zur Grazer Sezession und zu Wilhelm Thöny.
1930 Reise nach
Paris an die Académie Julian (zusammen mit Hans Stockbauer).
Ab 1932 wieder in
Graz ansässig.
Ab 1933 in Wien
tätig als Grafiker und Maler.
"1934, nach dem
Februaraufstand des sozialdemokratischen Schutzbundes in Wien, bewegte sich P.
im Dunstkreis des sozialistischen Architekten Franz Schacherl“ (Elfriede
Wlitschnigg).
Kontakte zu u. a. Rudolf
Pointner, Franz Senkinc, Otto Rudolf Schatz und Franz Schacherl.
1935 Heirat in
Wien mit Grete Roth.
Während des
Dritten Reichs so gut als keine Ausstellungstätigkeiten.
1939-42 arbeitete
er als Hausgrafiker in einem Versicherungskonzern.
1943 eingezogen
zur Wehrmacht und wurde in Münster stationiert.
1948 war er
Assistent an der Akademie für angewandte Kunst Wien, wurde aber Anfang 1949
wegen einer regierungskritischen Kariatur entlassen.
1956 wurde ihm der
Professorentitel verliehen.
Paar kann sich als
Künstler (Illustrator, Gebrauchsgrafiker, Maler) etablieren, hatte zahlreiche
Ausstellungen und erhielt öffentliche Aufträge.
Mitgliedschaften: 1932-64 Grazer Sezession; 1934-38 Hagenbund; 1945-46 Wiener Secession; 1946 Mitbegründer der Künstlergruppe „Der Kreis“
Preise / Auszeichnungen: 1935 Silberne Medaille der Stadt Graz für Malerei; 1953 1. Preis beim Wettbewerb für das Plakat der Wiener Festwochen; 1958 Preis der Tiroler Industrie (Grafik-Wettbewerb) in Innsbruck; 1963 Theodor-Körner-Preis; 1965 Preis der Stadt Wien für angewandte Kunst; 1982 Ehren-Medaille der Bundeshauptstadt Wien in Silber
Sammlungen: Joanneum (Graz); Museum Lentos (Linz); Belvedere (Wien)
Literatur: Elfriede Wlitschnigg: Ernst Paar, in: "Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)", De Gruyter-Verlag, Onlineversion























